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Gestern haben die fünf Tage der sogenannten "Eisheiligen"
begonnen. Die Eisheiligen, das sind Mamertus, Pankratius,
Servatius, Bonifatius, den Abschluss bildet die "Kalte Sophie" am
15. Mai. Und die jahrhundertelange Erfahrung besagt, dass sie noch
einmal Frost bringen können. Denn die Eisheiligen sind in
Mitteleuropa meteorologische Witterungsregelfälle. Laut Volksmund
wird das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der "Kalten Sophie"
am 15. Mai stabil. "Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem
Sommer Platz", so heißt beispielsweise eine weitere Bauernregel zu
den Eisheiligen. Hier gibt es also zwei Dinge: Zum einen werden
Wetterphänomene beschrieben, die sehr häufig Mitte Mai nochmal
Frost und Kälte bringen und den frischen Saaten, den frischen
Blüten und den gerade ausgepflanzten Blumen, Gemüse und Salat
schaden. Also heißt es Geduld haben und wirklich warten mit der
Gartenaussaat, auch wenn die schönen Tage so sehr verlockend sind.
Zum anderen werden aber Heilige gefeiert, die in ziemlich frostigen
Zeiten der Kirchenverfolgung ihr Leben verloren haben, weil sie an
Christus geglaubt und sich auch durch Folter und Gefängnis davon
nicht abbringen ließen. Christenverfolgung ist eher in anderen
Ländern und Gegenden hochaktuell. Aber bei uns gibt es ein anderes,
sehr frostiges Phänomen: Durch die ganze Missbrauchs- und
Vertuschungsgeschichte in unserer Kirche und in vielen anderen
Ländern hat sich ein Eishauch auf uns Glaubende gelegt. Kaum noch
jemand wagt es, positive und schöne Dinge über Glauben und Kirche
zu sagen und zu schreiben, schon gibt es, sehr verständlich, mehr
als kalte Reaktionen darauf, die oft lähmen und erschrecken lassen.
Vielleicht denken wir in diesen Tagen an die, die wirklich verfolgt
werden um ihres Glaubens willen und bleiben wir selbst in diesen
schwierigen Zeiten offen und wach für das Wirken Gottes in uns
selbst und in unserer Welt – trotz aller, durch die
Kirchenverantwortlichen selbstverschuldeten, kalten Ablehnung und
frostigen Erfahrung.
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„Frostige Zeiten“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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