Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Medizinische Fakultät - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 10/19 Podcast
  4. Einsatz entscheidungsanalytischer Modelle für die ökonomische Evaluation medizinischer Verfahren am Beispiel chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), derzeit weltweit
die vierthäufigste Todesursache, hat schwerwiegende Auswirkungen
auf die betroffenen Patienten und verursacht jedes Jahr hohe Kosten
für die Gesellschaft. Ziel dieser Arbeit war es, ein
entscheidungsanalytisches Modell zu COPD mit aktuellen Parametern
für Deutschland zu erstellen, das zur gesundheitsökonomischen
Evaluation von Interventionen eingesetzt werden kann. Dazu wurde
ein Markov-Modell mit sieben Zuständen entwickelt, mit dem eine
Kosten-Nutzwert-Analyse aus gesellschaftlicher Perspektive mit
einer Laufzeit von 60 Jahren durchgeführt wurde. Die Patienten
starteten im Alter von 45 und mit leichter COPD in das Modell.
Neben Wahrscheinlichkeiten für die Übergänge zwischen den Zuständen
wurden auch stadienspezifische Nutzwerte und Kosten bestimmt und
jeweils mit 3% diskontiert. Die Schätzung der
Übergangswahrscheinlichkeiten basiert auf umfangreichen
Literaturrecherchen, um für jeden Bereich die beste derzeit
verfügbare Evidenz zu identifizieren. Da kaum deutsche Studien zum
Krankheitsverlauf von COPD existieren, mussten größtenteils die
Ergebnisse internationaler Studien verwendet werden. Im Bereich von
Nutzwerten bei akuten Exazerbationen lagen dagegen auch
international kaum Informationen vor. Daher wurde eine eigene
Studie zur Gewinnung solcher Nutzwerte geplant und in
Zusammenarbeit mit den Asklepios-Fachkliniken München-Gauting
durchgeführt. Dazu füllten Patienten standardisierte Instrumente
zur Messung ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus. So war
es möglich, deutsche Daten in das Modell aufzunehmen, die auf einer
Selbsteinschätzung der Patienten basieren. Der Ressourcenverbrauch
zur Bestimmung der stadienspezifischen Kosten und die Bewertung
beruhen auf einer deutschen Kostenstudie und aktuellen Preisen.
Dabei wurden Krankenhausaufenthalte, ambulante ärztliche
Leistungen, Medikamente, Rehabilitationen und Hilfsmittel sowie
Produktionsausfälle durch Arbeits- und Erwerbsunfähigkeit
berücksichtigt. Als Beispiel zur Anwendbarkeit des Modells diente
ein Raucherentwöhnungsprogramm für Patienten mit leichter COPD.
Dabei beeinflusste der Raucherstatus die Mortalität und die
Wahrscheinlichkeit eines Krankheitsfortschritts. Die
Implementierung dieses Modells erfolgte in den drei Softwarepaketen
TreeAge, Excel und ARENA. Zur technischen Validierung wurden die
Ergebnisse der drei Programme anschließend auf ihre Übereinstimmung
hin überprüft. Außerdem wurden uni- und multivariate sowie
probabilistische Sensitivitätsanalysen durchgeführt, um die
Robustheit des Modellergebnisses zu untersuchen. Es zeigte sich,
dass die gewählte Intervention im Vergleich zur Standardbehandlung
dominant ist, also zu höheren Gesundheitseffekten bei gleichzeitig
geringeren Kosten führt. Sensitivitätsanalysen wiesen darauf hin,
dass die mit diesem Ergebnis verbundene Unsicherheit besonders auf
fehlende Evidenz im Bereich der Kosten in leichten
Krankheitsstadien basiert. Obwohl ein Großteil der COPD-Patienten
in Deutschland ein leichtes oder moderates Stadium aufweist, fehlen
gerade für diese frühen Schweregrade Studien zum
Ressourcenverbrauch und den Krankheitskosten. Solche Daten sind
jedoch dringend erforderlich, um die Wirtschaftlichkeit von
Interventionen und die Belastung der Gesellschaft durch diese
Erkrankung abschätzen zu können.
Episode melden

„Einsatz entscheidungsanalytischer Modelle für die ökonomische Evaluation medizinischer Verfahren am Beispiel chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz