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An einem der letzten Sonntage predigte unser Pastor über die
Gnade. Bibeltext war der Epheserbrief Kapitel 2. Ganz deutlich
macht Paulus in diesem Briefabschnitt, dass wir „aus reiner Gnade
errettet sind“ (Vers 5) – und aus nichts anderem oder ohne
irgendwas dazu: allein durch Gnade. Es ist die Gnade Gottes.
Punkt. Die alles verändert und alles macht.

In Vers 8 & 9 schreibt Paulus: „Das (also die Errettung, das
Lebendigmachen) verdankt ihr nicht eurer eigenen Kraft, sondern
es ist Gottes Geschenk. Gott gibt es unabhängig von irgendwelchen
Taten, damit niemand darauf stolz sein kann.“

Gnade – Gott allein.

Was macht das mit dir – wenn du das so hörst?

Du hast nichts dazu beigetragen. Du kannst dich nichts rühmen. Du
kannst nicht stolz darauf sein.

Ich glaube die erste Reaktion ist Freude und Dankbarkeit.
Geschenke sind was Tolles. Die nehmen wir gern an. Vielleicht ist
eine Reaktion auch Erleichterung – dass ich nichts „machen muss“.

Gehen wir einen Stock tiefer in unseren Gedanken und Gefühlen.
Was regt sich da?

Naja, also klar! Gott schenkt mir die Gnade – aber ich, der
Mensch, muss sie doch annehmen und mich dafür entscheiden. Das
ist schon mein Teil daran. Ich nehme an und vertraue Gott.

Doch etwas Stolz? Doch etwas zum Rühmen? Doch etwas, das wir dazu
beitragen...?

Meinen Beobachtungen nach fällt es uns Menschen sehr schwer ein
Geschenk einfach anzunehmen, zu empfangen, OHNE, dass wir dafür
irgendwann etwas zurückgeben. Spätestens wenn wir das nächste Mal
zu Besuch kommen, bringen wir was „Kleines“ mit.

Was wäre, wenn wir wirklich gar nichts dazu beitragen – sondern
Gott uns zuerst beschenkt und dann noch das „Wollen und das
Vollbringen“ in uns wirkt?

Halten wir das aus?

Warum fällt es uns so schwer, NICHTS zu tun, „reine Empfangende“
zu sein?

Wer bin ich dann? Wer sind dann die anderen? Welchen Wert habe
ich, ohne etwas zu tun, nicht einmal das Empfangen, Annehmen oder
Entscheiden...

So tiefgehende Fragen.

Spannend finde ich, dass dieses Kapitel in der Basisbibel mit
„Die Einheit der Kirche“ überschrieben ist. Wie kommen die
Übersetzer drauf, dieses Kapitel über das Gnadengeschenk mit der
Einheit der Kirche zusammenzubringen? Andere Übersetzungen reden
vom „Neuen Leben“. Ich weiß es nicht.

Aber ich ahne, dass unsere Einheit als Christen von dieser
radikalen Haltung des „Allein durch Gottes Gnade“ abhängt. Dann
ist Jesus unsere Mitte, der Tod und die Auferstehung unsere
Rettung und wir alle die Beschenkten. Punkt.
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„Durch Gnade“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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