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Beschreibung
vor 3 Tagen
Eine Ausstellung zum Leben und Wirken von Dietrich Bonhoeffer mit
13 großen Tafeln ist für ein halbes Jahr in unserem Gemeindehaus
zu sehen und zu studieren. Die Tafeln wollen uns den Pfarrer,
Lehrer der Bibel und Liebhaber der Bergpredigt, den
Christenmenschen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer nahe
bringen. In einem Lektürekreis haben wir sein Buch „Nachfolge“
gelesen und diskutiert. Nächstes Wochenende laden wir zu einem
Bonhoefferwochenende ein, mit einem Filmabend zu dem berührenden
Film „Die letzte Stufe“ mit Ulrich Tukur. Für Samstagabend
konnten wir Professor Peter Zimmerling gewinnen mit einem Vortrag
und Gespräch zu „Glaube mit Verantwortung“. Die Beschäftigung mit
Bonhoeffer und das Gespräch miteinander haben mich angestoßen,
die Bergpredigt für unsere Nachfolge bewusster zu entdecken und
mit ihr zu leben. Dann habe ich das Gedicht von Bonhoeffer aus
dem Gefängnis wieder gelesen und auswendig gelernt:
Christen und Heiden
Menschen gehen zu Gott in ihrer Not,
flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot,
um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod.
So tun sie alle, alle, Christen und Heiden.
Also Christen und Heiden, die Jesus Christus nicht kennen, sind
solidarisch in ihren Grundbedürfnissen als Menschen. Wir alle
brauchen Hilfe, Brot, Glück, Gesundheit und wollen angenommen
werden, gerade wenn wir versagt haben. Da erflehen wir Beistand
von Gott. Die zweite Strophe macht den Unterschied. Sie ändert
die Blickrichtung. Christen sind nicht mehr nur mit sich selbst
beschäftigt. Die zweite Strophe weitet den Horizont. Wir sehen
das Elend in unserer Welt. Und mitten darin Gott, solidarisch mit
den Leidenden. Verletzt von unseren Sünden, selbst schwach am
Kreuz und ohnmächtig.
Menschen gehen zu Gott in Seiner Not,
finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot,
sehn ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod.
Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.
Bonhoeffer nimmt Jesu Gleichnis vom Weltgericht im
Matthäusevangelium Kapitel 26 auf.
Selig nennt Jesus dann die, die sich um Hungernde gekümmert und
Fremde aufgenommen haben, Nackte gekleidet und Kranke und
Gefangene besucht. Und Jesus fährt fort: „Was ihr getan habt
einem von diesem meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir
getan.“
Bonhoeffer hat daraus gefolgert: „Christen stehen bei Gott in
seinen Leiden“.
Eine nochmals ganz andere Wendung nimmt sein Gedicht in der
dritten Strophe Der von uns verletzte Gott versöhnt grenzenlos.
Unbegreiflich:
Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not,
sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot,
stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod
und vergibt ihnen beiden.
Mit herzlichen Grüßen vom Übungsweg der Nachfolge Jesu,
Hans-Martin Steffe, Linkenheim
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