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Mit der Bonner Politologin Prof. Dr. Ulrike Guérot sprach Niko
Härting bereits in den Folgen 57 und 60. Seit Beginn der
Corona-Krise gehört Guerot zu den besonders meinungsstarken
kritischen Stimmen aus dem linken politischen Spektrum. Im Gespräch
mit Niko Härting erklärt Guerot, weshalb sie sich im September 2021
vorübergehend aus den Sozialen Medien zurückzog. Sie war vehementen
Warnungen und Drohungen ausgesetzt. Man prangerte sie systematisch
als Geistesverwandte und Unterstützerin rechtsextremer Kreise an.
Die Täter waren durch die Bank Männer. Guerot hält es für keinen
Zufall, dass Frauen besonders häufig Bedrohungen und Schmähungen im
Netz erleben. „Wer schweigt, stimmt zu“ ist der Titel ihres neuen
Buchs zur Corona-Krise, das diesen Monat erscheint. Guerots Gegnern
ist es nicht gelungen, sie mundtot zu machen. Das Buch hat sie „mit
heißem Herzen“ geschrieben. Sie prangert das Versagen der
Funktionseliten an - in Justiz und Medien und auch in den
Universitäten. An den Hochschulen habe man tatenlos zugesehen, wie
Wissenschaften auf Virologie, Epidemiologie, Mathematik und
Statistik verkürzt wurden. Man habe es zugelassen, dass kein
wissenschaftlicher Diskurs geführt wurde und Mindeheitspositionen
nicht zu Wort kamen und denunziert wurden. In dem Podcast, der
Überlänge hat, geht es auch um Freiheit. Wie konnte die Linke es
geschehen lassen, dass die Rechte den Freiheitsbegriff für sich
vereinnahmen konnte? Solidarität ist nach Guerots Auffassung schon
begrifflich freiwillig. Aufgezwungene Solidarität ist Zwang mit
falschen Etikett. Guerots Buch endet versöhnlich. Sie hofft, dass
wir aus der Corona-Krise Leeren ziehen und es nicht zulassen
werden, dass die Digitalisierung zu immer mehr Überwachung,
(Selbst-) Optimierung und Kollektivdruck führt. Eine Welt ohne
Stäbchen in der Nase und Maske vor dem Gesicht bleibt machbar.
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„Corona im Rechtsstaat Folge 91“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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