#53: Noch kompliziert oder schon komplex? - mit Co-Host Jörg Rosenberger
Vom Umgang mit Komplexität in Organisationen
7 Minuten
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Beschreibung
vor 6 Jahren
Eine neue Folge aus dem Bereich Führung von meinem Co-Host Jörg
Rosenberger.
Im Folgenden seine Ankündigung zu dieser Folge:
Immer wieder referiere ich in meinen Seminaren und
Vorträgen über den Unterschied von Kompliziertheit und
Komplexität. Zunächst scheint diese Unterscheidung
recht gewollt und akademisch, weil wir in unserer
Alltagssprache ganz sicher sehr häufig diese Begriffe
synonym nutzen. Um das Verständnis für die Dynamiken in
Organisationen zu erhöhen, erscheint mir die
Unterscheidung jedoch sehr sinnvoll.
Wenn wir von Kompliziertheit sprechen, dann
beschreibt dieser Zustand eine prinzipielle
Durchschaubarkeit. Wenn mir etwas sehr kompliziert
erscheint, kann ich es in aller Regel durch Wissen, das
ich mir aneigne, auf ein zugängliches, triviales
Ereignis reduzieren. Beispielhaft erscheint mir etwa ein
neues Smartphone, eine neue Software, ein neues
Anwendungsprogramm oder ein neuer Weg zur Arbeit als
kompliziert, in der Regel genügen schon einige
Wiederholungen zur Bewältigung dieser Herausforderung,
um sie dann zu meistern. Hier wird übrigens ein weiteres
Merkmal von Kompliziertheit deutlich: Kompliziertheit ist
immer berechenbar, linear-kausal, es erwarten uns keine
Überraschungen, ist sie einmal auf ein verständliches
Maß reduziert, wird sie uns immer einfach
erscheinen.
Komplexität hingegen beschreibt einen Zustand der
prinzipiellen Undurchschaubarkeit. Damit ist gemeint,
dass uns alles Wissen dieser Welt nicht hilft,
Komplexität zu beherrschen, zu reduzieren oder zu
managen. Sie unterliegt keinerlei Logik.
Als Analogie zur Erklärung von Komplexität dient
für mich immer wieder der Fußballsport. Wir können
nicht vorhersehen, ob eine Mannschaft gewinnen oder
verlieren wird, es ist nicht logisch kausal auszurechnen.
Frühere Erfahrungen dienen nur sehr bedingt für die
Vorhersehbarkeit der Zukunft.
Betrachten wir nun die aktuelle Situation
zahlreicher Unternehmen, dann ist die Prognose über die
zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen
ungewiss, sie wissen nicht was passiert, wissen nicht
welche Überraschungen beispielsweise der digitale
Fortschritt für sie bringt. Sie agieren mithin in einem
zunehmend komplexen Umfeld. Dieses Umfeld bedarf anderer
Handlungen und Reaktionen als ein berechenbares, logisch
zu ergründendes Umfeld. Insbesondere sind aus meiner
Perspektive als Berater die Themen der Führung und
Zusammenarbeit ebenso im besonderen Fokus wie die
Überprüfung klassischer Managementmethoden
(Budgetierung und Planung).
Rosenberger.
Im Folgenden seine Ankündigung zu dieser Folge:
Immer wieder referiere ich in meinen Seminaren und
Vorträgen über den Unterschied von Kompliziertheit und
Komplexität. Zunächst scheint diese Unterscheidung
recht gewollt und akademisch, weil wir in unserer
Alltagssprache ganz sicher sehr häufig diese Begriffe
synonym nutzen. Um das Verständnis für die Dynamiken in
Organisationen zu erhöhen, erscheint mir die
Unterscheidung jedoch sehr sinnvoll.
Wenn wir von Kompliziertheit sprechen, dann
beschreibt dieser Zustand eine prinzipielle
Durchschaubarkeit. Wenn mir etwas sehr kompliziert
erscheint, kann ich es in aller Regel durch Wissen, das
ich mir aneigne, auf ein zugängliches, triviales
Ereignis reduzieren. Beispielhaft erscheint mir etwa ein
neues Smartphone, eine neue Software, ein neues
Anwendungsprogramm oder ein neuer Weg zur Arbeit als
kompliziert, in der Regel genügen schon einige
Wiederholungen zur Bewältigung dieser Herausforderung,
um sie dann zu meistern. Hier wird übrigens ein weiteres
Merkmal von Kompliziertheit deutlich: Kompliziertheit ist
immer berechenbar, linear-kausal, es erwarten uns keine
Überraschungen, ist sie einmal auf ein verständliches
Maß reduziert, wird sie uns immer einfach
erscheinen.
Komplexität hingegen beschreibt einen Zustand der
prinzipiellen Undurchschaubarkeit. Damit ist gemeint,
dass uns alles Wissen dieser Welt nicht hilft,
Komplexität zu beherrschen, zu reduzieren oder zu
managen. Sie unterliegt keinerlei Logik.
Als Analogie zur Erklärung von Komplexität dient
für mich immer wieder der Fußballsport. Wir können
nicht vorhersehen, ob eine Mannschaft gewinnen oder
verlieren wird, es ist nicht logisch kausal auszurechnen.
Frühere Erfahrungen dienen nur sehr bedingt für die
Vorhersehbarkeit der Zukunft.
Betrachten wir nun die aktuelle Situation
zahlreicher Unternehmen, dann ist die Prognose über die
zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen
ungewiss, sie wissen nicht was passiert, wissen nicht
welche Überraschungen beispielsweise der digitale
Fortschritt für sie bringt. Sie agieren mithin in einem
zunehmend komplexen Umfeld. Dieses Umfeld bedarf anderer
Handlungen und Reaktionen als ein berechenbares, logisch
zu ergründendes Umfeld. Insbesondere sind aus meiner
Perspektive als Berater die Themen der Führung und
Zusammenarbeit ebenso im besonderen Fokus wie die
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