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Psychologen beim Frühstück Archiv

346 Episoden
57 Minuten
Folge 312: Leselust Was passiert eigentlich, wenn wir lesen? In dieser Folge tauchen wir zusammen mit Christin ein in die Psychologie des Lesens: Warum Bücher mehr sind als bedrucktes Papier, wie Lesen Stress reduziert und Empathie stärkt und weshalb es sich lohnt, auch im hektischen Alltag Raum für Geschichten zu schaffen. Ob als Ritual, Rückzugsort oder Reise in andere Welten – Lesen wirkt. Und es wirkt tief: auf Gehirn, Gefühle und Beziehungen. Wir sprechen über Vorlesen, Me-Time, Fantasie, Bildung, Resilienz und Selbstwirksamkeit – und warum Manfred als Leseratte dabei natürlich nicht fehlen darf… Viel Spaß beim Hören und wir freuen uns, etwas von Euch zu lesen… Annika, Christin + Tilly
55 Minuten
"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren," - Benjamin Franklin (US-amerikanischer Staatsmann) Was bedeutet eigentlich Freiheit – jenseits von Politik und Reisefreiheit? Und warum ist das Gefühl von Freiheit so zentral für unsere seelische Gesundheit? In dieser Folge von Psychologen beim Frühstück tauchen wir ein in die psychologischen Tiefen des Freiheitsbegriffs: Warum ist der Mensch überhaupt ein so freiheitsliebendes Wesen? Wie fühlt sich psychologische Freiheit im Körper und in der Seele an? Und was passiert, wenn Menschen sich unfrei fühlen – im Denken, im Fühlen, im Leben? Dazu sprechen wir über: die Angst vor der Freiheit (nach Erich Fromm) die Rolle von Autonomie in der Kindheit und darüber, warum Gedanken wirklich frei sind – zumindest meistens Ideal für Deinen Start in den Tag, Deinen Spaziergang oder einfach zum gedanklichen Luft holen. Hör rein – und nimm Dir einen Moment für Dich. Denn: Die Gedanken sind frei – aber manchmal brauchen sie erst eine Pause, um das zu merken. Wenn Euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gern mit Menschen, die sich auch mehr Freiheit in ihrem Leben wünschen. Bis zum nächsten Sonntag - bleibt bitte frei und neugierig. Annika + Tilly
52 Minuten
Du sagst: „Mach doch bitte das Fenster zu.“ – und Dein Gegenüber hört: „Du bist rücksichtslos und ich friere wegen dir.“ Willkommen im ganz normalen Kommunikationschaos. In dieser Folge von Psychologen beim Frühstück geht’s um das geniale Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun – und darum, warum wir selten nur das hören, was wirklich gesagt wird. Wir sprechen darüber: • Wie Nähe und Distanz unsere Kommunikation (und Missverständnisse) beeinflussen. • Warum viele von uns ein besonders fein eingestelltes Beziehungsohr haben – und woher das kommt. • Wie alte Prägungen und unbewusste Erwartungen in unseren Gesprächen mitschwingen. • Und wie man lernen kann, klarer zu hören – und gelassener zu antworten. Wir schauen uns an: • Warum hören wir manchmal Dinge, die gar nicht gesagt wurden? • Was haben Kindheitserfahrungen mit unseren heutigen Missverständnissen zu tun? • Und was passiert, wenn Nähe- und Distanzbedürfnisse im Gespräch aufeinanderprallen? Mit einem psychologischen Blick – und einer Prise Humor – erklären wir, wie jede Nachricht auf vier Ebenen wirkt: Sachinhalt, Beziehung, Selbstoffenbarung und Appell. Und warum wir in Konflikten oft nicht mit dem Kopf, sondern mit der Kindheit zuhören. Denn Missverständnisse entstehen meistens nicht aus Dummheit, sondern aus Verletzlichkeit. Auf gutes Verstehen! Annika + Tilly
55 Minuten
Es ist heiß, es ist hell – und es ist spät. Die Stadt döst, aber Dein Kopf ist hellwach. Du hast das Gefühl, alle machen Party oder grillen, nur Du liegst hier allein herum. Und Du musst doch früh wieder raus… Klar: Jetzt kannst Du gar nicht mehr schlafen. Und alles klebt… und Du schwitzt. Also: Warum schlafen wir im Sommer so schlecht? In dieser Folge nehmen wir Euch, zusammen mit unserer Freundin Christin, mit in die verschwitzte Welt der Grübelzirkel, inneren Unruhen und nächtlichen Gedankenspiralen. Wir sprechen über das Zusammenspiel von Psyche, Körper und Temperatur, klären, was wirklich hinter dem Spruch „Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“ steckt – und warum manchmal gerade der Gedanke ans Schlafen wach hält. Mit dabei: • Warum die Hitze Dein Unterbewusstsein grillt. • Was Floating Anxiety mit Tropennächten zu tun hat. • Welche Redensarten (fast) bessere Schlaftherapie sind als Melatonin. • Und was Du psychologisch tun kannst, wenn Du nachts wachliegst und denkst: „Warum komme ich nicht zur Ruhe?“ Und kann ich bei Hitze praktisch etwas tun? Fenster auf, Fenster zu? Kalte Lappen, nackig oder angezogen? Und was essen vorm Hinlegen? Also: Kaffee weg, Ventilator an – und reinhören in eine Folge zwischen Hitzewelle und Schlafmangel. Habt Ihr vielleicht noch Tipps für uns, wie man Nachts besser schlafen kann? Bis bald, Christin, Annika + Tilly
54 Minuten
In dieser Folge schnappen wir uns Kaffee, Erdbeeren – und ein großes Thema: Mattering, vom Englischen "matter"= bedeuten. **Was gibt uns das Gefühl, wichtig zu sein? Und was passiert, wenn genau das fehlt?** Wir sprechen über Likes, Leere, leise Zweifel – aber auch über echte Begegnung, kleine Gesten mit großer Wirkung und die Frage: **Wie zeige ich anderen, dass sie zählen?** Ein Gespräch über Bedeutung, Bindung und das Bedürfnis, gesehen zu werden. Persönlich, psychologisch und wie immer mit einer Portion Frühstücks-Leichtigkeit. **Wir sprechen über trügerische Bestätigung via Social Media, über Einsamkeit, Mutter-Theresa-Komplex und psychische Probleme wie auch über Suizidalität**, die sich in der Folge von gefühlter Bedeutungslosigkeit einstellen können. Eine Anlaufstelle bei suizidalen Krisen ist nach wie vor die Telefonseelsorge(https://www.telefonseelsorge.de/sorgen-themen/suizidpraevention/) . Bitte nutzt diese Kontaktmöglichkeit. **Und das Zitat, was Michael am Anfang erwähnt hat, stammt natürlich von Nelson Mandela: " Ich verliere nie. Entweder gewinne ich, oder ich lerne."** Mit diesen Gedanken wünschen wir Euch einen wunderschönen Sonntag und freuen uns auf Eure Kommentare. Annika + Tilly
51 Minuten
Wir leben in einer Zeit der Beurteilungen und Bewertungen - geht es Dir auch manchmal auf die Nerven, wenn jemand sagt: „Das war jetzt aber auch eher nur ein Stern…"? Doch wie viel Feedback braucht der Mensch – und wer braucht eigentlich wie viel? Und in welcher Form? Ist es eher eine Persönlichkeitsfrage, schlichtweg eine Erziehungssache – oder doch nur eine Frage des Frühstücks? Warum fehlendes Feedback schlimmer ist als Kritik. Weshalb Feedback oft mehr über die Beziehung aussagt als über den Inhalt. Wie man Kritik gibt, ohne gleich zur verbalen Abrissbirne zu werden. Warum uns schlechtes Feedback und Kritik oft vielmehr trifft als Lob. Warum wir so nach Lob lechzen. Plus einem Abstecher zur Sandwich-Methode, zu Ich-Botschaften und einer Prise Meta-Ebene. Wir hoffen auf Euer positives Feedback… Annika + Tilly
48 Minuten
Was haben ADHS, Autismus, Legasthenie und Tourette gemeinsam? Sie alle gehören zur neurodiversen Vielfalt des Menschseins, kurz Neurodiversität genannt. Darum sind wir alle anders - und das ist gut so! Doch nicht nur sind wir alle unterschiedlich, einige sind noch unterschiedlicher. Jemand mit z.B. Asperger Syndrom hat vielleicht Schwierigkeiten in Beziehungen, ist aber ein Hecht in Mathe. Wie kann man nun seine Besonderheit fördern? Ist dieses Anderssein nun gut? Man hat herausgefunden, dass wir beispielsweise in IT-Teams unbedingt Menschen mit besonderen Fähigkeiten brauchen. In unserer neuen Folge von „Psychologen beim Frühstück“ sprechen wir über das, was viele betrifft, aber oft falsch verstanden wird: Neurodivergenz. Was heißt das überhaupt? Ist das eine Krankheit – oder eine andere Art, die Welt zu erleben? Und wie erkennt man das bei sich selbst? Wir schauen auf ICD-11-Diagnosen – ohne Schubladen. Wir sprechen über Stärken und Stolperfallen im Alltag. Und wir feiern: Die Vielfalt in unseren Köpfen. Jetzt überall, wo es Podcasts gibt – oder direkt hier auf Spotify. 🫶 Du bist nicht allein – du bist vielleicht einfach nur anders verdrahtet. So wie wir auch! Diverse Grüße von Annika + Tilly
54 Minuten
In dieser Folge von Psychologen beim Frühstück geht’s um das, was viele dringend brauchen – aber kaum schaffen: echte Me Time. Warum fällt es so schwer, allein mit sich zu sein? Warum löst freie Zeit bei manchen sogar Stress aus? Und wie gelingt es, zwischen Kindern, Arbeit, Partnerschaft und WhatsApp-Gruppen kleine Oasen nur für sich selbst zu schaffen? Warum ist es eigentlich so kompliziert, mal nichts zu tun, außer sich selbst nett zu finden? Wieso haben wir ein schlechtes Gewissen, wenn wir einfach nur auf dem Sofa liegen, obwohl niemand leidet – außer vielleicht der Staubsauger, der ungenutzt in der Ecke steht? Me Time ist kein Luxus. Sie ist ein stiller Überlebensfaktor! Wir schauen heute auf die psychologischen Hintergründe, werfen einen liebevollen Blick auf unsere inneren Antreiber – und klären, warum es manchmal gesünder ist, eine halbe Stunde auf dem Balkon in die Luft zu starren, als die Steuererklärung zu machen. Spoiler: Auch wenn Dein innerer Kritiker was anderes sagt. Wir sprechen über psychologische Hintergründe, persönliche Erfahrungen, überraschende Studien – und darüber, warum Me Time für die Seele so wichtig ist wie Zähneputzen für den Körper. Plus: Ein Mini-Feature über berufstätige Mütter und die Stunde, die nicht reicht. Also: Kaffee in die Hand, Handy auf Flugmodus – und los geht’s mit einer Portion Me Time für die Ohren. Eine Folge für alle, die sich selbst mal wieder verabreden wollen – mit sich. Wir wünschen Euch viel Spaß! Christin, Annika + Tilly
50 Minuten
Warum geht ein Clip mit einem kleinen Otter, der gestreichelt wird, millionenfach viral? Warum rührt uns ein Känguru mit Flugticket in der Hand mehr als so mancher Liebesfilm? Warum brauchen wir bei Kummer Disney & Co.? In dieser Folge tauchen wir ein in die Welt der niedlichen Tiere – und der Gefühle, die sie in uns auslösen. Ob real gefilmt oder KI-generiert: Süße Häschen, tapsige Koalas oder verspielte Kätzchen treffen einen Nerv. Aber warum eigentlich? Wir sprechen über: • Das geheimnisvolle Kindchenschema • Eskapismus in überfordernden Zeiten • Wie Niedlichkeit unser Belohnungssystem triggert • Warum diese Filme wie emotionale Erste Hilfe funktionieren Ein Podcast über Tierfilme, KI, Fürsorge, Gerechtigkeit – und darüber, warum ein Otter unser Herz schneller erreicht als jede Schlagzeile. Wir wünschen Euch schöne Pfingsten, Annika + Tilly
51 Minuten
Warum macht schlechte Laune eigentlich krumm? Und kann ein aufrechter Gang wirklich die Stimmung heben? In dieser Folge von Psychologen beim Frühstück geht’s um Embodiment – also um die spannende Verbindung zwischen Körper und Psyche. Wir sprechen darüber: • Wie der Körper unsere Gefühle beeinflusst – und warum ein gerader Rücken manchmal mehr hilft als ein Motivationsspruch. • Wie unsere Psyche sich im Körper zeigt – von verspannten Schultern bis zum sprichwörtlich „gebrochenen Herzen“. • Warum Schauspieler:innen Embodiment täglich trainieren und es ihr zentrales Werkzeug ist, es aber auch im Alltag und in der Therapie eine große Rolle spielt - und auch wir davon profitieren können. Der Körper ist kein bloßer Mitläufer – er ist ein aktiver Teil unseres Erlebens. Kurz gesagt: Nicht nur der Kopf denkt – auch der Körper denkt mit. Also, setzt Euch aufrecht hin, nehmt einen Schluck Kaffee – und hört rein! Wir freuen uns wie immer auf Eure Kommentare! Annika + Tilly
57 Minuten
KI ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken: Von den Sprachassistenten wie Siri und Alexa über die Navigation via Google Maps bis hin zu Chatbots im Kundenservice, die 24/7 einfache Fragen beantworten, sind wir von KI umgeben. Und sehr zur Freude von Annika beantwortet ChatGPT auch um Mitternacht die schwierigste Frage: Welches ist die Lieblingsspeise in Bhutan? Tilly arbeitet als Betriebspsychologe beim Softwareunternehmen Iteratec und beschäftigt sich intensiv mit der "Künstlichen Intelligenz" (KI). Was macht nun die KI-Nutzung mit unseren Gefühlen, unserer Kreativität, unserer Entscheidungsfähigkeit? Wo bleiben Empathie und Wärme in der Kommunikation mit der KI? Welche Gefahren gehen von ihr aus? Wie können wir sie kontrollieren? Worin unterscheidet sie sich vom menschlichen Verhalten? KI verbreitet sich mit unglaublicher Geschwindigkeit in unserem Leben. Sie fasziniert uns - macht aber auch Angst. Was tun? Wir befragen dazu Tessa und Sven, zwei Kollegen von Michael und KI Spezialisten. Wir freuen uns wieder über Eure Kommentare zu dem Thema und wünschen Euch einen angenehmen Sonntag. Annika + Tilly
56 Minuten
Folge 302: Warum hast Du mich nicht lieb? "Du bleibst solange sitzen, bis Du aufgegessen hast - und wenn es Nacht wird!" Von Verständnis und Zuwendung keine Spur, denn nicht jedes Kind mag jedes Essen. Was passiert mit einem Kind, das keine Zuwendung bekommt? Wenn Nähe fehlt, statt Liebe nur Kälte herrscht – und das alles trotzdem für Kids „normal“ erscheint? Erst im Vergleich mit anderen Kindern oder sogar erst im Erwachsenenalter, wird klar: Meine Kindheit war durch Strenge, Lieblosigkeit, starre Regeln, Strafen und fehlende Empathie gekennzeichnet. Wir reden hier von emotionalem Missbrauch. In dieser Folge sprechen wir über emotionale Vernachlässigung, seelischen Missbrauch und die leisen Wunden aus der Kindheit, die oft erst im Erwachsenenleben spürbar werden. Wie wirkt sich so eine lieblose Kindheit auf Beziehungen, Selbstwert und Elternschaft aus? Und was hilft beim Heilen? Psychologen beim Frühstück – ehrlich, nah und mit Herz. Wir freuen uns wie immer auf eure Kommentare, Annika + Tilly ️ Triggerwarnung: In dieser Folge geht es um Kindheitstraumata, emotionale Vernachlässigung, psychischen Missbrauch und belastende Familiendynamiken. Bitte achte auf Dich – höre die Folge nur, wenn Du Dich stabil fühlst oder sprich im Anschluss mit einer vertrauten Person oder Fachkraft.
54 Minuten
Renate ist da eigen: Jeder Tag sollte ein Muttertag sein - Annikas Mutter Renate möchte, dass man Frauen jeden Tag achtet und wertschätzt… und nicht nur zum Muttertag ein paar Blumen schenkt. Tillys Mutter dagegen hat bis zu ihrem Tod großen Wert darauf gelegt, am Muttertag "verwöhnt" zu werden. Kein Wunder: Sie musste einen Haushalt für ihren Mann, ihre drei Söhne und zeitweise auch noch für ihren Schwager und ihre Schwiegermutter schmeissen - neben ihrer Arbeit als Rechtsanwaltsgehilfin. Sie brauchte dringend das Gefühl, dass jemand diese Leistungen beachtete. Im Nachhinein litt Tillys Mutter damals schon an "Mental Load" und Burnout - wie rund 84% der für den "Barmer Krankenkassen Report 2022" befragten Frauen. Wir werden heute über die vielen Rollen von Frauen zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichen Ländern reden. Wir werden aus psychologischer Sicht darüber reden, was eine "gute" Mutter ausmacht. Auch dazu gibt es neue Erkenntnisse. Ausserdem sprechen wir darüber, wie wir mit Müttern in verschiedenen Altersstufen umgehen. Eines ist uns klar: Mütter leisten jeden Tag unbezahlte Spitzenarbeit – körperlich, emotional und mental. Wenn jeder Tag Muttertag wäre, dann bräuchte es mehr als Blumen: echte Anerkennung, faire Arbeitsteilung, soziale Gleichberechtigung und politische Lösungen sind längst überfällig! Wir wünschen allen Frau und Müttern in jedem Alter - nicht nur heute - einen respektvollen Tag. Und falls sich der Partner heute mal wieder vor der Hausarbeit drücken sollte, zitiert gern Annika: "Wir Frauen haben kein eingebautes Haushaltsgen!" Bis bald, Annika & Tilly
50 Minuten
Juchhuuuu!!! 300 Folgen "Psychologen beim Frühstück!" Also: 300mal Dankeschön an EUCH für's Zuhören, für Kommentare, Lob und wenig wenig Kritik. Es macht uns so viel Freude, mit Euch jeden Sonntag um 9 Uhr zu Frühstücken. Auf die nächsten 300… Und das sagen wir Euch in ehrlicher Überzeugung! Denn: Wir leiden glücklicherweise nicht unter dem "Impostor-Syndrom", bei dem sich die betroffene Person für einen Hochstapler und Betrüger hält, obwohl sie objektiv kompetent ist. Sie glaubt nur, sie spiele eine Rolle und werde irgendwann „entlarvt“. Einstein, Lady Gaga, Tom Hanks und David Bowie litten und leiden darunter. Das Wort „Impostor“ (auch: imposter) stammt aus dem Englischen, ursprünglich vom lateinischen „impostor“, was so viel bedeutet wie „Betrüger“ oder „Täuscher“. Und darüber reden wir heute bei frischen Erdbeeren zum Frühstück. Das Impostor-Erleben hat meist tiefe Wurzeln im frühkindlichen Selbstbild, in familiären Bewertungen und in der frühen Formung von Leistung und Identität. Es entsteht nicht durch eine einzelne Erfahrung, sondern durch ein Zusammenspiel vieler subtiler Botschaften. Mögliche Ursachen können in leistungsbezogener Liebe liegen, wenn also Zuneigung oder Anerkennung nur bei guten Leistungen gegeben wird. Dann kann das Kind lernen: „Ich bin nur dann etwas wert, wenn ich erfolgreich bin.“ Das führt im Erwachsenenalter zu Perfektionismus, Versagensängsten und dem ständigen Gefühl, nicht zu genügen – selbst bei objektivem Erfolg. Oder wenn Fehler in der Kindheit stark sanktioniert wurden oder als beschämend galten, lernen Kinder: „Ich darf keine Schwächen zeigen“ – was später zur Angst führt, „aufzufliegen“, sobald man nicht perfekt ist. Wenn Leistungen eher bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen des Kindes als echter Anstrengung zugeschrieben werden wie „Du bist eben klug!" – und nicht: "Du hast viel dafür gearbeitet!“, dann kann das dazu führen, dass Kinder ihren Selbstwert nicht aus realistischen, überprüfbaren Leistungen ableiten, sondern aus Fremdzuschreibungen – und die fühlen sich später „unverdient“ an. Das Impostor-Syndrom ist keine klinische Diagnose, sondern die Beschreibung eines Phänomens, das 1978 von den Psychologinnen Clance & Imes entdeckt wurde: Erfolgreiche Frauen waren trotz objektiver Kompetenz überzeugt, ihren Erfolg nicht verdient zu haben. Heute weiß man, dass es alle Geschlechter betrifft, oft in Hochleitungsumfeldern. Was tun? Vielleicht zweifelst Du manchmal daran, ob Du wirklich so kompetent bist, wie andere denken. Vielleicht hast Du das Gefühl, nur eine Rolle zu spielen – und irgendwann wird jemand merken, dass Du gar nicht so gut bist. Wenn Du Dich darin wiedererkennst: Du bist nicht allein. Diese Zweifel bedeuten nicht, dass Du unfähig bist – sie zeigen nur, dass Du ein Mensch mit Gewissen und Selbstreflexion bist. Es ist okay, sich nicht immer sicher zu fühlen. Es ist sogar mutig, das zuzugeben. Und: Du musst Dich nicht jeden Tag neu beweisen, um wertvoll zu sein. Denke einmal über diese Fragen nach: • Wann hast Du zuletzt an Deinem Erfolg gezweifelt – obwohl es gute Gründe gab, stolz zu sein? • Welche Botschaften über Leistung und Wert hast Du in deiner Kindheit gelernt – und passen sie heute noch zu Dir? • Gibt es Menschen in Deinem Leben, die Deine Stärken sehen – auch wenn Du selbst sie manchmal nicht erkennst? • Was würdest Du einer guten Freundin oder einem Freund sagen, wenn sie sich selbst so infrage stellen würden wie Du? Wenn Du nach Deiner Einschätzung unter dem Impostor-Syndrom leidest und allein nicht herauskommst, hole Dir Gespräche bei einem vertrauenswürdigen Psychologen oder Coach, der sich damit auskennt. Wir wünschen Euch viel Erfolg - und bis nächste Woche zur Folge 301! Annika + Tilly
52 Minuten
„Püppi! Lass, ich mach das schon! Das ist viel zu schwer für Dich!“ „Mausi! Das kannst Du doch nicht!“ Na, schon mal gehört? Vielleicht in der Beziehung oder Familie? Und hat Euch im Job schon mal jemand nichts zugetraut? Oder in der Kindheit alles aus der Hand genommen und versucht, jedes Risiko aus dem Weg zu räumen? Ja, das ist beschützend, aber bei Eltern reden wir dann auch von Rasenmäher-Eltern. Weil sie alles wegmähen, was es überhaupt nur an Stolpersteinen geben könnte - was sie meistens mit bester Absicht und aus Angst tun. Aber damit können die Kinder natürlich keine eigenen Fehler machen, also keine Erfahrungen sammeln. Sie werden bevormundet, also künstlich klein gehalten. Die Folge: fehlendes Selbstbewusstsein, keine Lernkurve, Unsicherheit (manchmal als Arroganz getarnt) und fehlende Lebenserfahrung. Das gilt für jeden Menschen in kleingehaltenen Situationen. Interessanterweise ist diese Art von Entmündigung recht vielen jungen Leuten passiert, so dass es jetzt schon „Adulting Kurse“ (von „adult“=Erwachsener) gibt, in denen man Selbstbewusstsein, gesellschaftliche Anforderungen und normale Interaktion zwischen Erwachsenen nachlernen kann. Wir unterhalten uns heute über Infantilisierung, also das „Kindlichhalten“ von Menschen. Das passiert auch in einer Gesellschaft, in der durch viele Apps und Werbung Lösungen für alle Lebenslagen vorgeschlagen werden und damit die Eigenständigkeit unmerklich verringert wird. Infantilisierung passiert auch in der Altenbetreuung, wo Pflegepersonal plötzlich wieder mit Kinder- und Babyjargon spricht. Andererseits finden wir angesichts von Kriegen und Krisen einen ganz bewussten Rückzug in kindlichere Welten wunderbar: Animefilme, Plüschtiere sammeln, Verkleidungsparties, grosse Fell-Maskottchen, Aufkleber oder Computerspiele. Manchmal, wenn das Leben zu groß wird, retten wir uns zurück in kleine Welten – mit sprechenden Katzen, übergroßen Plüschwesen oder einem Avatar, der magische Kräfte verleiht. Wie sehen Eure kleinen Fluchten aus? Und habt Ihr auch schon einmal "Kleinhalten" erlebt? Annika + Tilly