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Geschichte(n) hören Archiv

547 Episoden
1 Stunde 40 Minuten
Nur eine Kraft in der DDR war mächtiger als die SED - die Sowjetunion und ihre KP. Die sowjetischen »Freunde« hatten alle maßgeblichen Strukturen des ostdeutschen Staates geprägt, und sie behielten sich bis zuletzt die Entscheidung über sein Schicksal vor. Noch heute ranken sich Legenden und Gerüchte um die geheimen Verbindungen von SED-Funktionären in die Machtzentralen des Sowjetstaates. Und immer wieder richtet sich bei der Analyse von Krisen und Wendepunkten der DDR-Geschichte der Blick auf Moskau. Der Vortrag von Dr. Jens Gieseke fragte nach den politischen Entscheidungsmechanismen, nach der Machthierarchie im Herrschaftsalltag und nach den unterschwelligen kulturellen Differenzen zwischen dem »teutonischen« und dem »slawischen« Kommunismus - vom »besten Freund des deutschen Volkes« Stalin bis zum »Verräter« Gorbatschow.
1 Stunde 40 Minuten
Grau, bar jeden Charismas, gehorsame Diener ihrer Partei: auf diese Klischees werden die Funktionäre der SED in der öffentlichen Wahrnehmung reduziert. Auf den ersten Blick regen die etwa 44.000 hauptamtlichen Mitarbeiter, die in den »Apparaten« der Partei Dienst taten, nicht dazu an, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Tatsächlich verfügten die »unscheinbaren« Funktionäre jedoch über sehr weitgehende Machtbefugnisse, bildeten eine weitaus heterogenere Gruppe, als es das Klischee der gesichtslosen »Apparatschiks« suggeriert. Der Vortrag von Dr. Rüdiger Bergien, Zentrum für Zeithistorische Forschung, nahm die Funktionäre der SED nicht als Rädchen in einem Machtapparat, sondern als eigenständig handelnde Subjekte in den Blick und fragte nach den Konsequenzen dieser Perspektive für die Geschichte der SED.
2 Stunden 9 Minuten
Die Geschichte der DDR ist immer wieder als Geschichte der SED-Diktatur geschrieben worden. Durchaus zu Recht, denn die Entwicklung der ostdeutschen Gesellschaft zwischen 1949 und 1989 folgte in fast jeder Hinsicht dem Diktat der »führenden Partei«. Je erfolgreicher sich die SED allerdings in der ostdeutschen Gesellschaft ausbreitete, je mehr Menschen ihr angehörten, je selbstverständlicher ihr Einfluss auf Berufskarrieren, Betriebe und alle möglichen Organisationen war, desto mehr wurde sie aber selbst Teil der Gesellschaft, was nicht ohne Folgen für die Partei und die diktatorische Herrschaft »als soziale Praxis« blieb. Der Vortrag von Professor Dr. Ralph Jessen, Universität Köln, skizzierte beide Aspekte dieser besonderen Stellung der SED in der DDR und diskutierte, welche Fragen sich hieraus für eine Sozial- und Herrschaftsgeschichte der SED und der DDR ergeben.
1 Stunde 33 Minuten
Die Deutschen in Ost und West blicken auf 20 Jahre deutsche Einheit zurück. Doch was denken sie übereinander? Sprechen sie wirklich die gleiche Sprache? Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur lud zu einem öffentlichen Podiumsgespräch über diese und andere Fragen des alltäglichen Umgangs der Deutschen miteinander ein. Es diskutierten Angela Elis und Michael Jürgs. Das Ost-West-Journalistenduo hat mehrere Bücher zum Thema geschrieben und zog Bilanz. Kreuzweise nahmen sie die Deutschen in den Blick, schauten auf Klischees und Vorurteile und debattierten Wahres und Unwahres über "Ossis" und "Wessis".
1 Stunde 57 Minuten
Was ist aus den etwa 200.000 politischen Gefangenen der DDR geworden? Sibylle Plogstedt hat 25 von ihnen aufgesucht und festgestellt, dass die Helden und Heldinnen von einst heute in Armut leben. In der DDR haben sie Berufsverbot, Haft und psychische Folter erlebt. Heute lebt fast die Hälfte der ehemals politisch Verfolgten mit weniger als 1.000 Euro im Monat. Plogstedts Fazit: Die Armut ist eine Traumafolge. Podiumsgespräch mit Angelika Hartmann, Dr. Sibylle Plogstedt, Wolfgang Stiehl, Gabriele Stötzer. Moderation: Dr. Michaela Kuhnhenne
1 Stunde 20 Minuten
"DDR-Geschichte in Forschung und Lehre. Bilanz und Perspektiven" war eine Konferenz überschrieben, zu der das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und die Bundesstiftung Aufarbeitung vom 23. bis 24. September 2010 in den Veranstaltungssaal des Bundesarchiv eingeladen haben. 20 Jahre nach der Wiedervereinigung sollte dort die akademische Auseinandersetzung mit dem geteilten Deutschland und der SED-Diktatur vermessen werden. Sie hören den Einführungsvortrag, der von Professor Dr. Ralph Jessen, Universität Köln, gehalten wurde. Sein Thema: Alles schon erforscht? Beobachtungen zur zeithistorischen DDR-Forschung der letzten 20 Jahre.
1 Stunde 26 Minuten
Im Rahmen der Zeitgeschichtlichen Sommernacht wurden die Preisträger des Studierenden-Wettbewerbs "geschichts-codes" ausgezeichnet, Schirmherr war Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der auch die Festrede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit hielt. Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste durch die Geschäftsführerin der Bundesstiftung Aufarbeitung Dr. Anna Kaminsky sowie die Sprecherin der Hörfunkstudioleiter im ARD-Hauptstadtstudio Birgit Wentzien. Die Laudatio auf die Preisträgerinnen und Preisträger nahm - als Mitglied der unabhängigen Jury des Wettbewerbes - Dr. Rainer Rother von der Deutschen Kinemathek vor, bevor Rainer Eppelmann die Preise überreichte.
1 Stunde 49 Minuten
Immer wieder flohen als sozialistische Vorzeigepersönlichkeiten gefeierte Leistungssportler unter gefährlichen Umständen aus der DDR. Zum Teil wurden sie hierbei von bundesdeutschen Sportlern tatkräftig unterstützt - ein vergessenes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte. Nach einem Vortrag von Dr. Jutta Braun erinnerten sich die beiden ehemaligen Turner Eberhard Gienger und Wolfgang Thüne an ihre gemeinsame Fluchtgeschichte. Moderiert von Robert Ide schilderte der Skisprung-Olympiasieger Hans Georg Aschenbach mit welchen Repressionen der SED-Staat auf derartige Fälle von »Verrat« reagierte.
1 Stunde 36 Minuten
Die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR trat am 1. Juli 1990 aufgrund des Staatsvertrages vom 18. Mai 1990 in Kraft. Welche Hoffnungen und Erwartungen setzten die Menschen in diesen Neuanfang? Welche Visionen wurden realisiert? Welche Rolle spielte die Treuhand bei der Privatisierung der verstaatlichten Betriebe und Kombinate? Über diese und weitere Fragen diskutierte das Podium zum 20. Jahrestag der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion. Mit: Dr. Thilo Sarrazin, Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Dr. Ursula Weidenfeld, Bernd Richard Meyer. Moderation: Marie Sagenschneider
1 Stunde 57 Minuten
Die Tagung "Repression, Opposition und Widerstand an den Hochschulen der SBZ/DDR" der FU Berlin am 20.-21. Mai 2010 hat, am Beispiel von Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz eine Debatte über Zwänge und Spielräume von Wissenschaftlern in der DDR ausgelöst. Nicht zum ersten Mal seit 1990 geht es um Fragen von Anpassung, Mitmachen, Distanz, Verweigerung und Formen widerständigen Verhaltens in der SED-Diktatur und damit um die Bewertung von Biographien im vereinigten Deutschland. Es diskutierten: Jürgen Kaube, Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Prof. Werner Röcke, Prof. Richard Schröder. Es moderierte Dr. Jens Hüttmann.
1 Stunde 59 Minuten
Als sich nach Stalins Tod 1953 die Tore des sowjetischen Gulag-Systems öffneten, machte sich eine wahre Völkerschar ausgemergelter Überlebender auf den langen Rückweg in ihre Heimatländer. Die meisten Überlebenden mussten sich in den kommunistischen Diktaturen Ostmitteleuropas einrichten. Aus Deutschland in der Nachkriegszeit verschleppte Entlassene standen vor der Frage, ob sie in den Osten oder den Westen des geteilten Landes gehen sollten. Der Historiker Meinhard Stark hat mehr als einhundert ehemalige Lagerhäftlinge in Russland, Kasachstan, Polen, Litauen und Deutschland interviewt. Anhand ihrer Lebensschicksale zeigt Stark auf, wie das Leben dieser Menschen über Jahrzehnte von der Lagerhaft geprägt wurde. Im Osten waren sie von der Staatssicherheit akribisch registriert, überwacht und nicht selten erneut inhaftiert worden. Zeitzeugengespräch mit Karl Heinz Vogeley und Lothar Scholz.
1 Stunde 13 Minuten
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete die Abendveranstaltung "Demokratischer Aufbruch. Von der Bürgerbewegung zur Parteiendemokratie in der DDR" in der Geschäftsstelle der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit einem Grußwort. Merkel nahm beim Demokratischen Aufbruch (DA) im Februar 1990 ihr erstes politisches Amt an. In ihrem Grußwort erinnerte sich die Bundeskanzlerin an ihre Zeit beim DA als "von unendlicher Leidenschaft und Spontanität geprägte, sehr intensive Monate und an einen wilden Vereinigungsparteitag" mit der CDU. Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Aufarbeitung und 1989 Mitgründer des DAs erinnerte an den Beitrag der Bürgerbewegung am Sturz des SED-Regimes und bei der Herstellung der Deutschen Einheit. Beim anschließenden Podiumsgespräch diskutierten die Mitbegründer des DAs Werner E. Ablaß, Margot Friedrich und Dr. Ehrhart Neubert sowie der ehemalige Bürgerrechtler Werner Schulz, MdEP (1989/90 Neues Forum) und der Politologe Prof. Dr. Eckhard Jesse.
1 Stunde 25 Minuten
Anfang 1960 rollte unter der Bezeichnung "Sozialistischer Frühling auf dem Lande" die finale Zwangskollektivierung als eine beispiellose, von Stasi, Volkspolizei und tausenden "Agitatoren" getragene Repressionswelle von Nord nach Süd durch die DDR. Der Entzug der Verfügungsrechte über Boden, Gebäude und Inventar kam einer faktischen Enteignung gleich. Insgesamt wurden über 850.000 bäuerliche Familienbetriebe in LPG überführt. Die Tagung ging mit Vorträgen, Zeitzeugengesprächen und einer Podiumsdiskussion der Geschichte der Zwangskollektivierung in der DDR ebenso nach wie ihren wirtschaftlichen, sozialen, landschaftlichen und kulturellen Folgen, die bis in die Gegenwart reichen. Teil 4: Vortrag Prof. Dr. Helmut Klüter und Abschlusspodium mit Dr. Jörg Gerke, Prof. Dr. Helmut Klüter, Prof. Dr. Hans Dieter Knapp, Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Dr. Manfred Probst
1 Stunde 53 Minuten
Anfang 1960 rollte unter der Bezeichnung "Sozialistischer Frühling auf dem Lande" die finale Zwangskollektivierung als eine beispiellose, von Stasi, Volkspolizei und tausenden "Agitatoren" getragene Repressionswelle von Nord nach Süd durch die DDR. Der Entzug der Verfügungsrechte über Boden, Gebäude und Inventar kam einer faktischen Enteignung gleich. Insgesamt wurden über 850.000 bäuerliche Familienbetriebe in LPG überführt. Die Tagung ging mit Vorträgen, Zeitzeugengesprächen und einer Podiumsdiskussion der Geschichte der Zwangskollektivierung in der DDR ebenso nach wie ihren wirtschaftlichen, sozialen, landschaftlichen und kulturellen Folgen, die bis in die Gegenwart reichen. Teil 3: Vorträge von Dr. Jörg Gerke, Dr. Uwe Bastian, Prof. Dr. Hans Dieter Knapp.
50 Minuten
Anfang 1960 rollte unter der Bezeichnung "Sozialistischer Frühling auf dem Lande" die finale Zwangskollektivierung als eine beispiellose, von Stasi, Volkspolizei und tausenden "Agitatoren" getragene Repressionswelle von Nord nach Süd durch die DDR. Der Entzug der Verfügungsrechte über Boden, Gebäude und Inventar kam einer faktischen Enteignung gleich. Insgesamt wurden über 850.000 bäuerliche Familienbetriebe in LPG überführt. Die Tagung ging mit Vorträgen, Zeitzeugengesprächen und einer Podiumsdiskussion der Geschichte der Zwangskollektivierung in der DDR ebenso nach wie ihren wirtschaftlichen, sozialen, landschaftlichen und kulturellen Folgen, die bis in die Gegenwart reichen. Teil 2: Vorträge von Dr. Falco Werkentin und Dr. Daniela Münkel