Seelenfutter Archiv
312 Episoden
42 Minuten
Die Unruhe dieser Welt, die aufwühlenden Fragen nach Sinn und Unordnung - selten waren die Denkerinnen und Denker so aufgewühlt wie nach dem verheerenden Erdbeben von 1755 in Lissabon. Aber bedrängend aktuell sind diese Fragen bis heute, na klar. Voltaire denkt und dichtet sich an der Naturkatastrophe und den Folgen für das Bild vom Menschen ab: "Sag mir: Wer bin ich? Wo? Wohin? Woher?" Und findet seine nüchternen Antworten, erkenntnisreich und demütig. Dazu stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard Christian Morgenstern "Abendspruch", einem innigen poetischen Angebot, dem Wahnsinn der Welt zu entkommen. Dazu gibt es Bibelverse von Paulus und den Psalmen. Seelendurchhaltefutter.
31 Minuten
"Nun tanzt die Gigue!" Einen Powertanz erlebt, wer Paul Verlaines "streets" liest und lebt. Einen wilden Ritt durch die Gefühlswelten von Lust, Verrat, freiem Fall und süßer Erinnerung. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen im aktuellen Lyrik-Podcast ein Gedicht von Heinrich Heine dazu, das beginnt mit "Nicht lange täuschte mich das Glück, das du mir zugelogen...": Autsch! Pralles Leben, viele Emotionen und am Ende gehaltene Rückblicke. Dazu gibt es Psalmworte und einen Vers aus einem Petrusbrief.
34 Minuten
Grundlegender geht's wirklich nicht. Alles oder nichts, Glück oder Asche, Leben oder Tod. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard präsentieren Lou Andreas Salone's "Gebet an das Leben" und stellen dazu "Sonett an den Tod" von John Donne. Das Leben wird per "Du" angesprochen, nein: angesungen mit einer Hommage. Doch John Donne ist ebenso mit dem Tod vertraut: "Tod, sei nicht stolz, hast keinen Grund dazu..." Unterm Strich machen beide Gedichte Mut zum Leben - überraschende Hoffnungsmomente. dazu gibt es Bibelworte von Jesaja und aus der Offenbarung.
38 Minuten
Um Sprache geht's im aktuellen Lyrikpodcast Seelenfutter, also eine Draufschau auf das, was Sprache im allgemeinen und was insbesondere lyrische Sprache kann. "Heimsuchung 3" von Harald Albrecht fragt, wonach Sprache duftet. In Charles Baudelaires geht es dagegen um den "Zusammenklang", wie das vorgestellt Gedicht betitelt ist, dabei aber auch um "Düfte, Farben, Klänge". Fein ziseliert und prall-sinnlich zugleich. Ein Fest für Seele und Sinne. Dazu gibts Worte von Johannes. Lecker!
37 Minuten
"Drinnen" und "draußen", das Vertraute und das Fremde - in der aktuellen Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Borchert-Gedicht "Draußen" neben "ein flüchtling aus einem anderen land" von Dorothee Sölle (aus "Poesie als Gebet" im Wichern Verlag Berlin, erstmals 1984 beim Wolfgang Fietkau Verlag). Ob am Beispiel eines Fensters oder anhand der automatischen Glastür am Flughafen: Das Draußen kann kalt und fremd sein, davon getrennt zu sein aber kann sich auch unangenehm heiß anfühlen. Dazu gibt es Bibelworte aus dem Buch der Sprüche und von Paulus. Fremdspeisen zum Seelenfutter.
33 Minuten
"Nie wieder ist jetzt!" Um dem neuen Abgrund zu wehren, gilt es das alte Grauen zu erinnern. Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen zum Holocaust-Gedenktag 2024 das Gedicht "Rückblick" von Rose Ausländer und "Der Schmetterling" von Pavel Friedmann vor. Ausländer überlebte das Ghetto von Cerzowitz, Friedmann wurde in Auschwitz ermordet. Er sinniert einem letzten Schmetterling nach, den er im Ghetto erblickte. In Rose Ausländers "Rückblick" geht es ums Verleugnen und um Ästhetik und Abgrund der Nazi-Ideologie. Keine leichte Kost, aber an der Zeit. Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen und dem Matthäusevangelium.
42 Minuten
Alles Dada, oder was? Wenn jemand sich über den Dadaismus ein wenig lustig machen darf, dann ist es der Dichter Hugo Ball: Er hat dieses Genre im Grenzbereich zu Absurdistan geprägt und gefördert wie kaum an anderer. Und dann Abstand geschaffen. Sein "Dorfdadaist" erzählt von dem inneren Weg auf der speziellen "Lyrik-Szene" hinaus. Friedrich Hölderlin, in seiner Zeit einen enormen Dada-Spiegel aufwies, schreibt "An die jungen Dichter" und eben diesem Nachwuchs mit reichlich Imperativ ins Stammbuch, was Lyrik ausmachen sollte: "Liebt die Götter und denkt freundlich der Sterblichen!" Starke Texte, starke Gedanken. Dazu gibt es Bibelworte aus Samuel und von Paulus.
1 Stunde 1 Minute
Tadaaa...! Zur Jubiläumsfolge 200 laden Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard den Theologen und Fotografen Thomas Hirsch-Hüffel ein. Er stellt das Gedicht "Brief" von Michael Krüger vor, von einer beiläufigen Suche nach Sinn und dem absichtlosem Finden: "Draußen lag ein unerwartet helles Licht über dem See". Dazu klingt der verzweifelte Aufschrei "O Gott" von Else Lasker-Schüler als expressionistischer Kontrast, um mit Heinrich Deterings "Am Rand der Fahrbahn" sich in Ethische zu wenden: Das Eigentliche zeigt sich oft völlig übrraschend anders als erwartet: "Offen gesagt hast du ausgesehen wie ein Niemand ein Tier wie ein Unrat". Dazu gibt es Bibelworte aus dem Petrusbrief, aus Exodus und Nehemia. Seelenfeinkost zum Jubiläumsfest.
38 Minuten
Was es mit dem Stern auf sich hat, dem sie folgten, der sie antrieb... Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard präsentieren Gedichte, die vom Aufbruch, dem Staunen und der Irritation erzählen, die der Stern von Bethlehem ausgelöst hat. In "Spurensuche" spürt die Dichterin Carola Moosbach der Bach-Kantate "Ehre sei dir, Herr, gesungen" aus dem Weihnachtsoratorium nach. "Der Stern heute" von Annemarie Schnitt führt in die Bewegung: "...ein neuer Flügelschlag". Starke zarte Texte, Seelenkost in Tagen verzagter Prognosen. Dazu gibt es Bibelworte von Jesaja und Matthäus.
33 Minuten
Am Übergang von altem zu neuem Jahr präsentieren Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard im Lyrik-Podcast Seelenfutter Gedichte vom Warten und vom Hoffen. „Silvester“ von Friedrich Wilhelm Wagner benennt das bange Lauschen auf das, was im neuen Jahr wohl kommen mag: „Man klopft mit schwachen und bangen Schlägen bei der Zukunft an. Was wird uns öffnen?“ Dagegen klingt das „Neujahrslied“ von Johann Peter Hebel optimistischer: „Wo eine Träne fällt, blüht auch eine Rose“ weiß der Dichter, und er hofft, dass einer mit einer rechten Waage über uns alle wägt, was Hoffnung macht zum neuen Jahr. Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen und von Paulus.
1 Stunde 1 Minute
Hohoho! Das Weihnachts-Special führt direkt ins Geheimnis der Heiligen Nacht. Mit Anne Gidion, der Bevollmächtigten der EKD bei Bundesregierung und EU, haben die Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard einen wunderbaren Gast eingeladen. Zu dem äußerst gesanglichen "Das andere Weihnachtslied" von Karl Röttger stellt das xmas-Trio Lore Mallachows "Weihnachtsoratorium in der Thomaskirche", auch äußerst musikanisch, und das wundervolle "Weihnachtskinder" der wundervollen Christina Brudereck. Hach...!! Dazu gibt es Bibelworte aus den Psalmen, den Sprüchen und von Lukas. Ein Seelen-Festmahl zum großen Christenfest. Wohl bekomm's!
43 Minuten
Die Tür zum Weihnachtszimmer ist bereits einen Spalt weit geöffnet. Zum Vierten Advent präsentieren Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in Vorweihnachtsstimmung. Es geht im Weihnachtskarpfen in der Badewanne, "hier schwammen" von Doris Runge, und Erinnerungen an vergangene Szenen und Menschen. Die Tür öffnet sich noch ein wenig mehr bei Ringelnatz' "Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle". Hach! Dazu helle Bibelworte von Paulus und Jesaja. Aber das Glöckchen klingelt erst am Heiligabend, und dann haben die Gastgeber vom Lyrik-Podcast mit Anne Gidion einen wunderbaren Gast dabei: Die kommende Folge wird ein Fest!
39 Minuten
Das Weltgewimmel. Einige haben gerade im geschäftigten Advent eine Idee davon. Friedrich Rückert wendet sich von der Geschäftigkeit und Oberflächlichkeit ab: "Ich bin der Welt abhanden gekommen". Die Seelenfutter-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen zu dem Rückert-Gedicht mit Rückzugselementen den Text "Der neue Himmel" von Therese Chromik, der mit den verschiedenen Deutungen zum Himmel spielt, mal spiritueller Sehnsuchtsort, mal physikalische Größe. "Wir wissen viel und wissen nichts". Am Ende aber eine Ahnung... Hört selbst! Dazu gibt es Bibelworte von Johannes und Jeremia.
39 Minuten
In zerbrechlich-hoffnungsvollen Ton erklingen die beiden Gedichte, die Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard zum 2. Advent präsentieren. In "Advent vielleicht" von der Kölner Lyrikerin Carola Moosbach leuchten die Möglichkeiten von großer Erwartung auf, ohne Pathos und mit dem schlichten Refrain "das wäre schön". Wenn der Mund nicht mehr schweigt und Schiffe auftauchen, mit Hoffnungsbrot. Dazu spricht "Hoffnung" von Rose Ausländer, prägnant, "on the point", grundsätzlich: "Wer könnte atmen ohne Hoffnung..." Dazu Bibelworte von Jeremia und aus den Psalmen. Seelenfeinkost.
38 Minuten
Zum Ersten Advent stellen die Gastgeber des Lyrik-Podcast Seelenfutter, Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard, das Gedicht "Letzte Blüten" von Paul Heyse vor, in abschiedlicher Gestimmtheit und zugleich nicht ohne Hoffnung. Dazu stellen sie eine mystische Miniatur des großen persischen Dichters Rumi mit dem Titel "Wachehalten". Darin geht es um die Haltung aufmerksamen Wartens. Schon besonders in der Adventszeit, oder? Dazu gibt es Bibelworte von Jesaja und nach Lukas.