Seelenfutter Archiv
312 Episoden
38 Minuten
Die Endlichkeit und die Hoffnung. In den dunklen Novembertagen kreisen viele Gedanken um den Tod. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen im Lyrik-Podcast Seelenfutter dazu zwei Gedichte vor, die das Schwere halten können und das Helle erahnen lassen. Der Leipziger Dichter Georg Maurer vergleicht in "Lassen wir den Tod den Toten" den Tod mit der Scheidelinie zwischen den Filmbildern: In der Bewegung ist er "nichts". Michaelangelo, wenn er nicht schon durch Bilder und Skulpturen unsterblich wäre, hat sich durch sein Gedicht "Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf" in das Herz der Menschheit eingeschrieben. Dazu Bibelworte. Sehr tröstliche November-Speise, dieses Seelenfutter.
34 Minuten
Wer bin ich? Ein Niemand? Und du? "Bist ein Niemand - auch du?" Zwei Gedichte über Identität, über das, was Menschen nach außen darstellen und nach innen sind. Emily Dickinson dichtet in der Mitte des 19. Jahrhunderts derart modern, gradlinig und gegen jede Konvention. Dazu stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard "Ich" von Lessing, der 100 Jahre vorher im Geist der Aufklärung frei von Ehre, Reichtum und gutem Ruf nur zu wissen braucht "Weiß ich nur, wer ich bin." Als wenn das so wenig wäre... Zu den Gedichten stellen die Podcast-Gastgeber Bibelworte aus der Genesis und den Sprüchen Salomos. Ein Lyrik-Podcast mit hohem Soulfood-Gehalt.
Seelenfutter 190: von glühendem Gift und gebogenen Wegen. Gedichte von Louise Labe und August Stramm
34 Minuten
Es geht an’s Eingemachte. Die großen Sinn-Fragen rauschen durch den Lyrik-Podcast Seelenfutter. Warum gibt es Leiden? Könnte es einen Sinn haben? Warum Dunkelheit? Wer gibt darauf Antwort? Das Sonett von Louise Labe, Mitte des 16. Jahrhunderts (!) geschrieben, erzählt davon, wie Krisen die davon betroffenen Menschen stärker macht. Dagegen kontrastiert der Dichter August Stramm in „Allmacht“ die tiefen und teils abgründigen Erfahrungen menschlicher Existenz mit dem haltenden und tröstenden Gegenüber Gottes. Sehr besonders! Dazu Bibelworte von Jesaja und Matthäus.
43 Minuten
Gedichte über Sprache. Wozu sie in der Lage ist, wo sich ihre Grenzen zeigen. Im Lyrikpodcast Seelenfutter stellen Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht "Vokale" des ewig-jungen wilden Arthur Rimbaud (1854-1891) vor. Von Klangfarbe und -tiefe, von Irritation und innerer Ordnung. Dazu erklingt "Das übliche Wort" von Therese Chromik, die in Husum lebt. Ein präziser lyrischer Gedankengang, mit Abstand und Umsicht, weil die Wörter der Dinge mitunter "ein anderes Sein in sich" haben. Kluge Dichtung über Dichtung. Dazu gibt es Bibelworte aus der Offenbarung und den Psalmen. Keine Buchstabensuppe, sondern Seelenfutter.
45 Minuten
Um Zwiesprache geht es in der aktuellen Folge des Lyrik-Podcast Seelenfutter. In "Detmold" des Dichters Heinrich Detering setzt sich ein alter Mann mit den Gespenstern seiner Jugend auseinander, den Beobachtungen und Verdrängungen der Nazizeit, etwa über "die Leute mit den Sternen auf der Brust". Die innere Zwiesprache entlädt sich in lautem Fluchen auf dem Altenheimflur. Sehr bewegend! Dazu stellen die Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard Rilkes "Nächtens will ich", eine Zwiesprache mit einem Engel, der ins Leben ruft; doch eine ehrlich Lebensskepsis hält dagegen...: "Leben zehrt". Dazu Bibelworte von dem Prediger Salomo und dem Apostel Paulus. Es möge der Seele gut tun, und dem Geist.
40 Minuten
Mit Charles Baudelaire und Wolfgang Borchert stellen die Podcast-Gastegeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard zwei Dichterpersönlichkeiten vor, die sich intim mit der Schwere des Lebens auskennen. "Um solche Lasten zu heben braucht es des Sysiphus Mut", beginnt Baudelaires Gedicht "Unstern", um fortzufahren "Lang ist die Kunst - kurz das Leben". Dazu erklingt "Blume Anmut blüht so rot...", das Gedicht hat Borchert mit "Gedicht" überschrieben: "Süß und herbe ist das Leben, herb die Lust und süß die Not". Zwei Texte, die um das Dunkle wissen und dabei so tröstlich sind. Dazu gibt es Prophetentexte, Jesaja und Jeremia. Seelenfutter als Reisebrot für dunkle Zeiten.
39 Minuten
Finstere Tage. Unter dem Eindruck der neuen Gewalt im Nahen Osten und der anderen bitteren Kriege: Ein wortmächtiger Einspruch von Rene Schickele: "Abschwur". Das Gedicht nimmt erstaunliche Wendungen von einer Proklamation ins Innerliche und Weltstaunende hinein. Äußerst bemerkenswert, finden Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard. Die Lyrik-Podcaster stellen dazu das stille "Wie lieb ich" von Wolfgang Denkel, das luzide Erfahrungen in Niederlagen kennt: Man muss nicht immer siegen müssen! Dazu Bibelworte von Lukas und Johannes. Tut schon gut, Licht in der Finsternis zu finden...
38 Minuten
Was sich hinter verschlossenen Türen ereignen kann, wenn du es wagst und zumindest auf die Schwelle trittst...: Marie Luise Weissmann erschließt in ihrem Gedicht "Aber öffne" berührend helle Räume. Als Komplementärgedicht präsentieren Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard im Lyrik-Podcast Seelenfutter ein Kurzgedicht des ehemaligen Husumers Max Richard Lessmann. Vergiftende Angst kann Türen verschlossen halten. Dazu Bibelworte von Jesaja und aus dem Psalmen. Seelenfeinkost.
38 Minuten
Erntedank. Zeit, zu staunen, Zeit für Dankbarkeit. Beide Gedichte im aktuellen „Seelenfutter“ singen von reicher Ernte. Die schier nicht endende Fülle inspiriert Carl Friedrich Meyer, und er weiß: Davon lebt auch die Kunst und das Herz. Ricarda Huch wählt die vollen Scheunen als Metapher für die Lebensernte an einem 60. Geburtstag. Lebensfülle im unmittelbaren und im übertragenen Sinn: Das ist die lyrische Substanz, die Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard im Lyrik-Podcast zum Erntedank präsentieren. Dazu legen sie Bibelworte von Hosea und aus den Psalmen. Nahrhaftes für die Seele.
37 Minuten
Um Augen-Blicke geht es im aktuellen Lyrik-Podcast Seelenfutter, um Momente besonderer Intimität. Wer sich tief in die Augen schaut, erfährt viel über sich und den anderen Menschen. Klaus Groth dichtet in "Dein blaues Auge" sogar "ich sehe mich gesund". Else Lasker-Schülers "In deinen Augen" gerät ins Zittern. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen zwei Gedichte vor, die derart tief und grunderschütternd von dem Leben in Beziehungen sprechen, dass in den wenigen Zeilen eigentlich alles gesagt ist. Dazu Worte aus den Psalm und den Sprüche Salomos. Lebensmittel für die Seele.
42 Minuten
Nicht immer Flügelwesen sind sie, die Engel. Manchmal werden sie erst an ihrer Wirkung erkannt. Das Gedicht „dreimal“ von der wunderbaren Doris Runge berichtet von Besuch, der alles verändert. Heinrich Heine bekennt: Er glaubt nicht viel, aber an der Trost der Engel, die auf Erden wandeln, unbedingt. Im Lyrik-Podcast Seelenfutter stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard diese beiden bemerkenswerten Gedichte zusammen und denken über die Spezies der Engel nach. Dazu gibt es Bibelworte aus dem Hebräerbrief und den Psalmen. Ein wenig himmlisch ist es schon…
32 Minuten
Spätsommer. Die Sonne hat noch Kraft, doch morgens schmeckt die Luft schon nach Herbst. Im Lyrik-Podcast Seelenfutter stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard September-Gedichte vor. Bei Gustav Falke wird der ganze Tisch spätsommerlicher Fülle gedeckt, Blumenpracht, Obst, Falter und Schwalben. Nur ganz am Schluss, da löst sich ab und zu ein Blatt vom Baum. Ein Bild voller Zufriedenheit. Dazu stellen die Podcaster „Septembermorgen“ von Eduard Mörike, eine verträumte Miniatur, in wenigen Zeilen erwacht ein ganzes Lebensgefühl. Wunderbar. Seelenkraftfutter. Dazu gibt es Worte aus den Psalmen und der Genesis.
34 Minuten
Ein Fest, ein Rausch: Die „Rosenhymne“ von Max Herrmann-Neiße hebt förmlich ab, und alle, die mit dem beflügelnden Gedicht mitgehen: „In dem Rausch der Farben und Gerüche, in dem Sonnenspiel auf Gelb und Rot, ganz vergessen meine frommen Flüche auf die Welt, die immer mehr verroht“. Der Exildichter lässt sich im London des Sommers 1937 treiben und erkennt „das Glück, das gläsern uns umgibt“. Dazu stellen Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard im Lyrik-Podcast Seelenfutter das Gedicht „So regnet es sich langsam ein“ von Cäsar Otto Hugo Flaischlen: Das Ende des Sommers ist zum Greifen nah, der Sonnenschein wird selten, die Tage kürzer. Nun gilt es, die letzten Rosen zu pflücken – wie fein, wie intim diese Zeilen sind! Dazu gibt es Worte vom Prediger und aus den Psalmen.
38 Minuten
Zwei Raritäten stellen die Lyrik-Podcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard in ihrer aktuellen Folge vor: Kurd Adler und Isolde Kurz waren beide noch nie im „Seelenfutter“ zu hören und werden auch sonst selten wahrgenommen. Ganz zu unrecht. Adler, der mit 24 im Ersten Weltkrieg fiel, dichtet in „Sommergang“ satte Wortbilder, die von kraftvollen Gegensätzen leben: Die Qual der Stadt, Staub und Gelärm gegen den „Ruch der Bäume, Gräser und im sanften Blatt“. Die Melodie wird Tat, die Leidenschaft der Berge hinterlässt Verwirrung. Sehr spannend. Dagegen erzählt „Wegwarten“ der Lyrikerin Isolde Kurz, die 1944 mit 91 Jahren verstarb, eine Geschichte in sechs Strophen, vom Sehnen, Warten und Verwandeln. So schlicht, so tief. Dazu gibt es Bibelworte, von Jesaja und Paulus. Seelensommer.
42 Minuten
Sommergedichte. Von Sonnenglanz, leuchtenden Farben, durchdringenden Düften - da geht es weniger ums "Wetter" als um das, was dem Gemüt wohl tut. Selma Meerbaum-Eisingers "Sonne im August" schwelgt in Sommersinnlichkeit. Nur die allerletzte Zeile lässt die Stimmung kippen, wenn unvermutet eine schreiende Elster alles verändert. Richard von Schaukals "Die Libelle" feiert das phaszinierende Tier und konstatiert zum Schluss dessen Tod. Auch das Sommerglück ist nicht ungebrochen, schon gar nicht, wenn sich der August dem Ende zuneigt: Der Herbst ist schon zu ahnen. Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard stellen in der 178. Folge des Lyrik-Podcast sehr bemerkenswerte Sommergedichte vor. Hell und nachdenklich zugleich.