Brainfood for Leaders Archiv
135 Episoden
11 Minuten
Seelische Störungen und ihre Folgen sind schon seit längerem zu einem ernsten gesellschaftlichen Thema geworden, das durch Corona noch an Bisanz gewonnen hat. Dass auch Kinder und Jugendliche so leiden, ist erschreckend und noch erschreckender wie die Politik damit umgeht. Statistisch gesehen hat etwa jeder Dritte, der uns begegnet ein Problem und zwar ein seelisches mit all den psychosozialen und psychosomatischen Folgen. Erkrankungen der Seele gehören zu den häufigsten Leiden unserer Zeit. Die Fähigkeit, mit Stresssituationen, mit Emotionen umzugehen, lässt sich zumindest in gewissen Teilen lernen. Prävention und Gesundheitsförderung sollte also zunehmend in den Blickpunkt unserer Lebensgestaltung rücken. Studien zeigen, dass Mentaltechniken uns bei der Aufrechterhaltung und Rückgewinnung unserer seelischen Gesundheit unterstützen
11 Minuten
Aaron Antonovsky, der Begründer der Salutogenese, vertrat die These, dass für die Gesundheit andere Faktoren verantwortlich sind als für Krankheit und es daher nicht reicht, krankheitsverursachende Faktoren zum reduzieren oder zu vermeiden, um Gesundheit zu erhalten. Seine Erkenntnisse darüber, was es uns ermöglicht, trotz Belastungen gesund zu bleiben, fasste er mit dem Begriff "Kohärenzgefühl" zusammen. Eine bestimmte Lebenseinstellung, die hilft, tägliche Belastungen und Lebenskrisen zu bewältigen. Ein "überdauerndes Gefühl" des Vertrauens in sich selbst und in das Leben an sich, das durch Rückschläge und Misserfolge und Auseinandersetzungen - und diese werden uns im Leben immer wieder begegnen - nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird. Es ist offensichtlich, dass Sinnerfahrungen für unser Leben, für unsere Lebensqualität sowie für unsere seelische und körperliche Gesundheit sehr bedeutsam sind. Es ist also naheliegend, dass wir bei uns selbst und bei unseren Mitmenschen diese wichtigen Erfahrungen fördern sollten, zumal sie in den letzten Jahrzehnten vermutlich eher geringer geworden sind, z.B. durch wenig sinnerfüllende Arbeit, durch prekäre Arbeitsverhältnisse, durch Stress im Beruf, in der Familie und zum Teil auch in der Freizeit, durch abnehmende familiäre Bindungen, soziale Isolation – die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben hier vieles sichtbar gemacht.
13 Minuten
Was brauche ich, um mich wieder gut zu fühlen? Woraus schöpfe ich meine Kraft? Seit einigen Jahren zeigen viele seriöse Studien: Mediation fördert das Wohlbefinden. Aufmerksamkeitsübungen wie etwa beim Bodyscan, bei dem man den gesamten Körper vom kleinen Zeh bis zum Scheitel durchwandert und nur dem eigenen Atem durch die Nasenflügel nachspürt. Wer regelmäßig seinen Körper scannt, der kann sich besser auf den Moment konzentrieren, statt gedanklich zwischen den Irrungen und Wirrungen des Alltags hin und her zu springen. So kommt es nach einigen aufmerksamkeitsbasierte Achtsamkeitsübungen zu einer Stabilisierung des Geistes. Regelmäßiges Meditieren führt zu einer nachweislichen Veränderung der Gehirnstrukturen. Gehirnscans zeigen, dass geistig-seelische Fähigkeiten und Reaktionsweisen Auswirkungen auf den Körper und seine Organfunktionen haben. Der Körper ist notwendig und wichtig, ohne den Körper kann all das andere von mir hier in dieser Welt nicht existieren. Der Körper ist voller Weisheit und wenn ich meinen Körper zerstöre, verschwindet all das andere auch. Wichtig ist der Dialog mit unseren verborgenen Gefühlen und Gedanken, lernen sie zuzulassen und freundlich zu betrachten. Einen liebevoll-neugierigen Beobachter meiner Empfindungen zu entwickeln – den freundlichen Dialog mit meinem Körper zu pflegen. Neugieriger auf das Leben werden und bewusster zu erfassen, wer um mich herum wie wichtig für mich ist.
9 Minuten
Wieso sollte eine wissen wollen, was sie denkt? Naja, weil Entscheidungen doch scheinbar auf dem basieren, was Du über einen Sachverhalt denkst. Das stimmt aber nicht ganz. Oft glaubst Du, dass Du so oder so über eine Sache denkst und dann tust Du Dinge, die dem völlig widersprechen. Oder Du quälst Dich mit einer Entscheidung ab, weil Du einfach nicht herausfinden kannst, was Du wirklich WIRKLICH zu diesem Thema denkst. Das alles hat natürlich mit unserer Gehirnstruktur zu tun und damit, welche Teile unseres Gehirns wirklich Entscheidungen treffen. So lange „Denken“ sich nur auf Lesen, Schreiben und Rechnen etc. bezieht, ist hauptsächlich unser Neocortex (die Großhirnrinde) zuständig, wie bei allen rein rationalen Denk-Operationen. Sobald Wertvorstellungen, Motivation, Interesse usw. ins Spiel kommen, ist die Großhirnrinde aber nicht mehr als bloß der „Pressesprecher“ für viel ältere Gehirnteile, in denen die Entscheidung fällt. (Danke, für das Wort, liebe Esther und Johannes Narbeshuber, es steht in eurem deutschsprachigen Buch „Mindful Leader“ (ISBN 978-3-426-29293-8) auf Seite 48) In den 8 Minuten meines Podcast stelle ich Dir drei einfache Praktiken vor, mit denen Du besser herausfinden kannst, was Du wirklich „denkst“ bzw. willst. Deinen Körper und seine nonverbalen Botschaften kannst Du durch Bodyscan Übungen besser kennenlernen. Hier eine von mir auf YouTube: https://youtu.be/gf8KD1fMUpI (englisch) und eine Übung zum Atmen mit dem ganzen Körper auf Deutsch in YouTube https://youtu.be/srDdRimXU_c Mehr Details zu der Übung „Listening to the Universe“ in Otto Scharmers eigener Version findest Du in folgendem Buch: Scharmer, Otto; The Essentials of Theory U, (ISBN 978-1-5230-9440-0) S. 121/ 122. Die Übung „Journaling“, die ich im Podcast beschreibe, ist immer super, wenn Du 3 Minuten Zeit hast und Dir selber und Deinen Gedanken auf die Schliche kommen möchtest. Für alltägliche Fälle eignen sich zum Beispiel folgende Impulse gut: „Ich freue mich heute, dass…“ / „Wenn ich so an das denke, was ich heute gemacht habe, dann…“ / „Ich würde gerne einmal jemandem sagen…“ / „Ich bin stolz darauf….“ / „Es macht mir zu schaffen, dass…“ / „Ich möchte endlich einmal danke sagen…“ / „Heute gab es eine Begegnung, die…“ / „Ich vermute, dass ich heute…“ / „Ich frage mich neuerdings…“ oder ganz einfach „Immer wieder….“
11 Minuten
Jede Führungskraft kennt ja mittlerweile den modellhaften Verlauf einer Changekurve und den Spruch „Es wird erst einmal schlechter, bevor es besser wird“. Und, dass Veränderungen bei vielen Menschen immer Irritationen, Verunsicherungen und Widerstände auslösen. Das kann vermutlich jeder betätigen. Menschen sind nun einmal keine „trivialen Maschinen“, die nach zweckrationalen Programmen funktionieren. Menschen - auch Mitarbeiter - haben einen eigenen Willen, manchmal auch nur Widerwillen, zum Beispiel gegen solche Veränderungen. Besonders dann wenn sie das Gefühl haben, sie sind lediglich Befehlsempfänger oder „Hunde“. Alle Menschen haben nämlich einen evolutionär nützlichen Überlebensinstinkt für potentielle Bedrohungen und Risiken, der sich in Ängsten, gesundem Misstrauen, passivem und aktivem Widerstand, festhalten an Bekanntem, an Vertrautem und Sicherem zeigt. In Situationen der Veränderung wird dieser emotionale Instinkt in besonderer Weise aktiviert. Denn durch Veränderungen werden alte Besitzstände und Privilegien gefährdet, Positionen bedroht, Gewohnheitsrechte in Frage gestellt, Gewohnheiten aufgebrochen, Tabus verletzt, Neid geschürt. Kurz: Menschen werden verunsichert. Un noch etwas in eigener Sache: Wir freuen uns über dein Voting beim Deutschen Podcastpreis: https://www.deutscher-podcastpreis.de/podcasts/brainfood-for-leaders/
7 Minuten
Auf die „Gute Frage“ zum Thema Warten gibt es mehr als nur eine Antwort. Meine Antwort heute konzentriert sich auf das Phänomen „Gegenwart“. Immer da, wo Du ganz präsent bist, ganz gegenwärtig, gibt es kein Warten. Das ist kein trendiges Gerede, ich habe es in echten Extremsituationen selbst erfahren. „In der Gegenwart sein“ bedeutet Vertrauen, bedeutet Ehrlichkeit. Und erlöst vom Warten genauso wie von der gruseligen Begleitmusik: Wut, Hilflosigkeit, Angst. Mehr zum Thema „Präsenz“ findest Du in folgendem Buch, Seite 100, Kapitel „Präsenz und ihre vier positiven Effekte“: Narbeshuber, Esther und Johannes; Mindful Leader; Wie wir die Führung für unser Leben in die Hand nehmen und uns Gelassenheit zum Erfolg führt. Auf dieser Seite ihrer Homepage ist der Link zum Buch https://www.mindfulleadership.at/meditationsanleitung/ Ein 2-Minuten Statement von Jon Kabat-Zinn zum Thema “Acceptance of the Present Moment“, wo es auch darum geht, sich neue Handlungsspielräume zu eröffnen https://youtu.be/99WMyWD9qm0 und ein 4- Minuten Statement, inwiefern ihm Mindfulness Meditation hierbei hilft https://youtu.be/iGJLNNYUXYk Wenn Du Achtsamkeits-Meditation einmal ausprobieren willst, findest Du hier Einsteiger-Übungen von mir als Video Den Atem kennenlernen: https://www.youtube.com/watch?v=u7rfhTMzyOA&t=75s Atem zählen: https://www.youtube.com/watch?v=RfPrOXvw6H0&t=51s Atmen und sehen: https://www.youtube.com/watch?v=ZPa-SwMkAGo&t=255s
5 Minuten
Summary: Warten ist schon immer ein Reizthema. Ohnmacht, Aggression, Angst, mindestens aber Unsicherheit, sind die „Begleitmusik“. Du musst nicht im Warten gefangen sein, es geht auch anders. Hast Du fünf Minuten und 22 Sekunden? So lange brauche ich für meine erste Antwort auf diese „Gute Frage“ Danke an Rainer Pieritz https://www.zwischenraum.org/institut/leitung/ , unerschöpfliche Quelle von Ideen für immer neue Handlungsspielräume, wo andere nur Zwänge sehen.
13 Minuten
„Der Hunger des kleinen Kindes nach der Liebe und Gegenwart seiner Mutter ist so groß wie der Hunger nach Essen.“ (John Bowlby)
9 Minuten
Menschen wollen sich wertvoll fühlen – das gilt ein Leben lang und unabhängig vom Lebensalter. Wir wollen gesehen und respektiert werden. Das ist leichter möglich durch Erfolge über Stärken und Fortschritte, als über die Analyse von Schwächen und den Bemühungen und Anstrengungen diese zu bekämpfen. Eine positive Wahrnehmungssteuerung ist nachweislich ein mentaler Erfolgsfaktor. Das kann man insbesondere im Leistungssport beobachten. Denn unsere innere Einstellung bestimmt in hohem Maße unsere Wahrnehmung und diese unser Fühlen, Denken und Handeln, so dass daraus sehr leicht sich-selbst-bestätigende und sich-selbst-stabilisierende Kreisprozesse entstehen können. Wir bringen unser Interesse, Können, Engagement auch nur in dem Maße in eine Zusammenarbeit ein, wie wir uns als vollwertige Partner akzeptiert, wertgeschätzt und verstanden fühlen. Fühlen wir uns abgewertet, gering geschätzt, unfair oder von oben herab behandelt, gehen wir reflexhaft auf Distanz, schützen uns, agieren taktisch und vorsichtig und legen ein mehr oder weniger abwehr-orientiertes Verhalten an den Tag. Auch im Führungsalltag brauche ich ein Verständnis und Gespür, wie Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeitsschwerpunkten fühlen, wahrnehmen und denken. Denn Führung sollte nicht nur die Ziele und Aufgaben im Blick haben sondern insbesondere die Menschen. In der Konsequenz heißt das, meine Mitarbeiter kennen lernen zu wollen, neugierig auf den Mitarbeiter, die Mitarbeiterin sein, offen sein, Vorbehalte bei Seite legen. Es heißt doch: Wir wissen vielen über unsere Mitarbeiter aber wir kennen sie nicht.
8 Minuten
Verbundenheit und emotionale Zugehörigkeit geben uns Sicherheit und Zuversicht. In diesem emotional geschützten, vertrauensvollen Raum finden wir die Freiheit und Erlaubnis, so sein zu dürfen wie wir sind. Wir erleben weniger Angst und Ärger und kommen so leichter durch das Leben. Wir alle haben das Bedürfnis, zu anderen zu gehören, uns auf andere verlassen zu können, einen Ort zu haben, an dem wir uns geborgen fühlen. Dieses Bindungsbedürfnis besteht seit Kindheit an. Seit tausenden von Jahren. Eigentlich schon dann wenn die Samenzelle die Verbindung mit der Eizelle sucht und findet. Und die Verbindung mit dem neuen Leben über die Nabelschnur sichergestellt ist. Wovor sollte man also Angst haben, wenn man sich mit den Menschen, die einen umgeben, verbunden fühlt?
3 Minuten
Heute Morgen habe ich eine Episode zum selben Thema gepostet und behauptet, Achtsamkeit hilft, aus vielen widersprüchlichen Argumentationslinien in Deinem Kopf die für Dich stimmige Entscheidung zu treffen. Heute Nachmittag behaupte ich eine gegenteilige Antwort und auch sie stimmt, soweit ich weiß. In mich hineinhorchen ist gut und richtig. Aber vor allem brauche ich hinreichend viele und unabhängige Informationen über das Feld, in dem sich meine Entscheidung bewegt. Dieser Mini Podcast ist ein Plädoyer für die freie Presse, für Zeitungen, Zeitschriften und Bücher, für einen Raum, wo nicht die Algorithmen der Suchmaschine Dich in der Blase immer gleicher Nachrichten halten.
11 Minuten
Wir alle müssen ständig Dinge entscheiden: Was ist umweltfreundlicher für den Home Office Kaffee: Kapsel- oder eine Siebträgermaschine? Soll ich meiner Freundin nun sagen, dass ich sauer auf sie bin oder nicht? Soll ich die attraktive Aufgabe für ein Jahr im Ausland übernehmen, obwohl mein Partner nicht mitkommen kann? Soll ich den sicheren, lukrativen Job nehmen oder den, für den ich mehr brenne? Egal, welche Wahl Du triffst – es gibt fast immer auch gute Gründe fürs Gegenteil. Trotzdem musst Du ja meist eine Wahl treffen. Wie? In diesem Podcast teile ich meine Überlegungen mit Dir. Auch von denen stimmt vielleicht das Gegenteil. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Du hoffentlich Ideen und Mut bekommst, mit mehr Selbstvertrauen Deine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ein Tipp aus der Hirnforschung: In unserem Gehirn gibt es Neuronenschichten, die für die pure Wahrnehmung zuständig sind, und andere, die dafür zuständig sind, aus den wahrgenommenen Daten bzw. Empfindungen logische Erklärungen zusammenzubauen, die uns beim Entscheiden helfen sollen. Außerdem bilden sich Dein Wollen, Deine Wertvorstellungen, Deine Bedürfnisse usw. in anderen Hirnarealen ab, als die logischen Gedankenketten. Falls Du feststellst, dass Du Dir zu viele Dinge schönredest oder „gruseligredest“, anstatt die Fakten und ein gewisses Gesamtbild genau wahrzunehmen, dann kann Dir Achtsamkeits-Meditation helfen. Sie hat das Ziel, die Impulse aus den verschiedenen Gehirnteilen zusammenzubringen zu einem stimmigen Ganzen.
11 Minuten
Wusstest Du, dass ein entscheidender Faktor bei Stress die Frage ist, ob Du noch Handlungsoptionen siehst? Unser Gehirn unterscheidet auf gewissen Ebenen nicht zwischen lebensbedrohlichem oder anderem Stress, wohl aber zwischen Ausweg - kein Ausweg. In diesem Podcast will ich Dir mit vier wahren Fallgeschichten Mut machen, kreative Ideen für Auswege zu finden. So wird aus einer Situation, die Megastress in Dir auslöst, eine Situation, mit der Du zurechtkommst. Bei einem dieser Fälle - der Sache mit der Wand - danke ich Rainer Pieritz, ohne dessen Resonanz die Wand wohl weiß geblieben wäre. Was ich damit sagen will: Manchmal kommst Du alleine nicht auf neue Handlungsoptionen. Schau Dich um, wer Dich unterstützen kann. Mit "Gute Frage" starte ich in unserem Podcast eine Serie von Episoden. In jeder davon geht es um eine Frage, auf die es keine einzelne richtige Antwort gibt. Ich gebe Dir meine, im Leben erprobte Antwort. Wie sieht Deine Antwort aus?
10 Minuten
Die Fähigkeit dankbar zu sein, ist immer da. Sie schlummert in uns. Dankbarkeit ist ein Wesenszug, der – so glaube ich - in jedem Menschen vorhanden ist. Sie ist allgegenwärtig und als innere Haltung in uns zu finden.
6 Minuten
Mein wichtigstes Gespräch in diesem Jahr waren wohl die Gespräche mit mir selbst. Diese innere Stimme, die zu jeder Tages- und Nachtzeit da ist, sie ist oft hilfreich und oft anstrengend, oft Freud und oft Feind. Diese innere Stimme ist das Sprachrohr meiner Gedanken und meiner Gefühle und vielleicht handelt es sich dabei um die wichtigste Form der Kommunikation für uns selbst. Dieser ständig ablaufende innere Dialog.