Haltung, bitte! Archiv
95 Episoden
40 Minuten
Wie macht man PR für ein Unternehmen, das sich selbst als „Female Empowerment Company" bezeichnet und vor allem für eine sog. Perioden-Unterwäsche bekannt ist, die gleichzeitig Binden und Tampons ersetzt? Darum geht es in dieser Folge von „Talking Digital". Kati Ernst, Co-Gründerin des Start-ups ooia, erzählt, wieso sie das Thema PR zu Beginn der Unternehmung trotz mangelnder Erfahrung in die eigenen Hände genommen hat, was das alles mit einer digitalen Pressemappe zu tun hat und wie man es über soziale Netzwerke schafft, Menschen dazu zu motivieren, neue und innovative Produkte auszuprobieren.
38 Minuten
Leaks gibt es gefühlt immer häufiger. Ständig werden in Unternehmen geheime Informationen an die Öffentlichkeit durchgestochen. Jüngstes Beispiel: Ende Juli wurde bei TikTok ein Dokument geleakt, in dem beschrieben wird, wie die PR-Abteilung Informationen kleinreden und zurückhalten soll. Zu Beginn des Jahres gab es außerdem noch zwei prominente Leaks bei Facebook und Uber, die die Titelseiten der Zeitungen füllten. Ganz zu schweigen von den Panama Papers, den Paradise Papers oder dem NSA-Leak rund um Edward Snowden. Welche Bedeutung haben Leaks heute eigentlich für die Kommunikationsbranche? Gibt es eine Leak-Inflation? Und wie geht man als Kommunikator:in mit Leaks um, wenn sie das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben?
40 Minuten
Vor gut zehn Jahren war Richard Gutjahr einer der ersten Journalist:innen, die die Macht von Social Media erkannten. Auch wegen Social Media gewann er den Titel „Journalist des Jahres" in der Kategorie Newcomer 2012. Nun aber gehört er zu den prominentesten Mahnern, wenn es um Facebook & Co. geht. Was ist passiert? Und ist Social Media noch zu retten?
33 Minuten
Mails checken, bei Slack reinschauen oder gar einen Call machen? Viele Deutsche arbeiten auch in der Urlaubszeit. Erst recht wenn sie in der PR tätig sind. Was sind die Vor- und Nachteile? Und wie halten es Kristin, Giuseppe und Sachar mit der permanenten Erreichbarkeit?
35 Minuten
Wie fühlt es sich an, inmitten eines Social-Media-Shitstorms? Wie beeinflusst diese Erfahrung die eigene Arbeit und was lernt man daraus? Der bekannte Fußball-Kommentator Jörg Dahlmann ist im vergangenen Jahr von seinem Arbeitgeber Sky nach einem veritablen Shitstorm rausgeschmissen worden. Wegen sexistischer und rassistischer Äußerungen, so Sky. In „Talking Digital" erzählt der erfahrene Reporter, wie er diese Zeit erlebt hat, warum er diese Erfahrung in einem Buch verarbeitet hat und warum er künftig auf Mallorca einer neuen Leidenschaft nachgehen möchte.
38 Minuten
Alles neu macht der Juli! Während einige Podcasts sich in diesen Tagen in die Sommerpause verabschiedet haben, melden wir uns nach einer längeren Pause zurück. Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, haben wir diese Pause genutzt, um mal inne zu halten und ein paar Veränderungen an Talking Digital vorzunehmen. Mit Giuseppe Rondinella haben wir einen neuen Co-Host am Start, der Timo künftig ersetzen wird. Außerdem haben wir uns mit neuem Cover und neuem Jingle eine kleine Frischzellenkur verpasst. In dieser Folge erfahrt ihr, wer Giuseppe genau ist, wieso er das neue, dritte Podcast-Gesicht ist und wie der Halb-Italiener aus Wiesbaden eigentlich so tickt. Viel Spaß beim Hören!
26 Minuten
Noch während ihres Masterstudiums hat Céline Flores Willers das Potenzial von LinkedIn erkannt und ist heute mit über 120.000 Follower:innen eine der deutschsprachigen Top-Stimmen der Plattform. Vor eineinhalb Jahren hat Céline die People Branding Company gegründet, mit der sie und ihr mittlerweile 15-köpfiges Team sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen zu mehr Sichtbarkeit in der digitalen Welt verhelfen. In dieser Episode von Talking Digital spricht Céline mit Sachar über ihre Anfänge auf der Plattform und wie sie heute mit ihre Kund:innen auf LinkedIn zusammenarbeitet. Dass viele, die sich eine Personal Brand aufbauen wollen, den Fokus fälschlicherweise auf die Content-Produktion legen, erlebt Céline dabei oft. Viel wichtiger sei aber der strategische Ausbau des eigenen Netzwerks: „Man kann super Content machen, aber mit nur 200 Kontakten schlägt das nicht durch.“ In Coachings der People Branding Company lernen CEOs und Kommunikator:innen, wie sie ihre Geschichten für die eigene People Brand nutzen können. Dass ihr Team darüber hinaus die Social-Media-Accounts einiger ihrer Kund:innen übernimmt, findet Céline legitim: „Denn die Gedanken und Statements kommen immer von den Leuten selbst und diese nicht zu erfahren, nur weil sie keine Zeit haben, das in Wort und Bild zu gießen, fände ich schade“. Wie aus Sprachnachrichten authentische Posts entstehen, welche Bedeutung LinkedIn-Umfragen für sie haben und wo sie LinkedIn und ihre Company in den nächsten Jahren sieht, berichtet Céline bei Talking Digital. Und auch Célines Tool-Tipp dreht sich um die Arbeit auf und mit LinkedIn.
35 Minuten
In der letzten Folge des Talking Digital-Podcasts 2021 sitzt Timo fast alleine vorm Mikrofon. Aber zum Glück hatte Mara Hollasch Zeit. Das freut Timo besonders, nicht nur, weil sie aus Hannover kommt, sondern auch ein spannendes Thema im Gepäck hat: Die Social Media Managerin von Wilkhan spricht mit Timo über Working out Loud: Was genau hat es damit auf sich und wie ist Mara überhaupt zu ihrem ersten WoL-Circle gekommen? Mara beschreibt WoL als ein Set an Methoden, „die einem dabei helfen, das eigene Netzwerk zu erweitern und wertschätzende Beziehungen aufzubauen“. Das Ganze funktioniert in einem WoL-Circle, der über einen Zeitraum von 12 Wochen läuft. Man trifft sich mit vier, fünf Personen in einer Peer Support Group, um sich gegenseitig bei dem Erreichen von Zielen zu unterstützen. Dabei geht es um zielgerichtetes Entdecken, den Aufbau und die Pflege von Beziehungen, Großzügigkeit, sichtbare Arbeit und wachstumsorientierte Denken, vielen auch bekannt als Growth Mindset. Für Mara dienen die Circle als eine Hilfestellung, um die Methodik zu erlernen, „die Treffen gehen aber weit darüber hinaus. Sie waren immer das Highlight meiner Woche, weil man so viel Unterstützung und ehrliches Interesse erfährt”. Die Social Media Managerin berichtet über ihre Erfahrung aus zwei unterschiedlichen WoL-Circlen, an denen sie teilgenommen hat. Anschließend diskutiert sie zusammen mit Timo, wie sich die WoL-Methodik in Unternehmen einsetzen lässt, um Change Prozesse voranzutreiben. Zum Abschluss teilt Mara noch ihren Tool Tipp. Wir wünschen allen Talking Digital-Hörer:innen entspannte Feiertage , eine erholsame Zeit und einen guten Start ins Jahr 2022, in dem wir wieder wundervolle Gäste begrüßen dürfen.
52 Minuten
Sein Herz schlägt für die Zukunft. Und weil Tilo Bonow die Zukunft der Agenturwelt in Deutschland und international mitgestalten möchte, hat er zusammen mit Michael Young in diesem Jahr einen Fond aufgelegt, der Agentur-Startups in der Kommunikationsbranche unterstützen soll. Mit diesem Joint Venture namens MXP Ventures stellen die beiden rund zehn Millionen US Dollar für Gründer:innen zur Verfügung, „die Entrepreneur-Material haben und die die Welt durch innovatives Denken verändern wollen“. In der neuen Episode von Talking Digital spricht der CEO von Piabo PR mit Kristin und Sachar darüber, warum es einen (oder genau diesen) Millionen-Fonds für Agentur-Start-ups braucht. „Ich will nicht nur Dienstleister sein, sondern auch ein echter Teil der Community und etwas zurückgeben“, erklärt Tilo den Antrieb, gemeinsam mit seinem US-Partner den Fonds für Kommunikationsunternehmer:innen ins Leben zu rufen. Tilo wendet seine Erfahrungen als Angel-Investor an, indem er nun Inkubator für angehende Agenturgründer:innen in der Kommunikations- und Marketingbranche wird. Dabei wollen sie aber „keine Klone von Piabo kreieren“, sondern schauen auch in andere Branchen und Spezialisierungen. Nach wenigen Monaten ist die Resonanz groß, aktuell gilt es die Unternehmer:innen mit dem größten Potenzial herauszufiltern. Dafür braucht es einen klaren Plan und Entrepreneurial Spirit und klar, die Nachfrage auf dem Markt, also ein bestehendes Netzwerk und Kund:innen. Zum Abschluss teilt Tilo noch seinen Tool-Tipp und entfacht damit eine hitzige Diskussion über Elektroautos.
51 Minuten
Vier Wochen ist es mittlerweile her, dass Kristin, Timo und Sachar unter drei gesprochen haben. Dementsprechend gibt es viel nachzuholen und zu diskutieren: In Episoden 81 geht es um mangelnde Vielfalt in der Kommunikationsbranche, immer gleiche Expert:innen in der Medienberichterstattung sowie mangelhafte Telefongewohnheiten des PR-Nachwuchses. Kristin war Anfang November in der Jury des 30u30-Wettbewerbs. Die Aufgabe dieses Jahr griff ein Thema auf, mit dem sich Kristin schon in verschiedenen Arbeitsumfeldern beschäftigt hat: Ist die deutsche Kommunikationsbranche divers genug? Was können wir aktiv für ein vielfältiges Umfeld tun? Die drei diskutieren konkrete Impulse, um den Zugang zum Beruf Kommunikator:in für mehr Menschen zu öffnen, schauen aber auch auf den wachsenden Anspruch von Auftraggeber:innen mit Blick auf vielfältige Teams bei ihren Dienstleiter:innen. Nicht ganz so offen ist der PR-Nachwuchs was das Thema „Telefonieren“ angeht. Mit dieser These greift Timo eine aktuelle Debatte rund um ein Gespräch mit Wigan Salazar im PR-Report Podcast auf. Die Diskussion reicht von Telefon verfechten bis abschwören, und vielleicht ist es gar nicht so sehr ein Generationenkonflikt, als persönliche Präferenz, denn auch Sachar fühlt sich durch spontane Anrufe in einem eng getakteten Tag nicht nur in der Konzentration gestört, sondern auch aus seinem Schutzraum gerissen. Er schätzt die asynchrone Arbeit, bei der jede:r dem eigenen Tempo folgen kann. Zu guter Letzt geht es um die gute alte Filterblase. Sachar sieht in Medien und Netzwerken die immer gleichen Expert:innen zu Wort kommen Auf der Suche nach Lösungen diskutieren die drei das Lesen internationaler Medien für zusätzliche Perspektiven und das bewusste Beschäftigen mit Inhalten, zu denen man sich regulär nicht angezogen fühlt.
46 Minuten
Hamburg, Hannover, San Francisco, Berlin. Andreas Weck hat nicht nur schon an vielen verschiedenen Orten gelebt und gearbeitet, sondern auch schon über viele unterschiedliche Themen geschrieben. Seit einigen Jahren treibt er die Themen Arbeit, Karriere und Management bei t3n, quasi DEM Magazin für Digitalwirtschaft, voran. In der aktuellen Episode spricht Andreas mit Timo und Sachar über seinen Karriereweg, die Historie von t3n, was es bedeutet, als Journalist:in eine Marke geworden zu sein und beantwortet Fragen interessierter Hörer:innen. Damit wären wir auch schon mittendrin. Denn Andreas macht durchaus einiges anders als seine Kolleg:innen. So hat er schon früh gewusst, Soziale Medien für sich zu nutzen und Fragen, die ihn beschäftigen und über die er gerne schreiben würde, in den öffentlichen Raum zu transportieren. Ihm war es wichtig, Leser:innen zu Wort kommen zu lassen. „Ich habe ein Türchen gefunden, um in die Köpfe der Leute zu gelangen und dadurch super viele interessante Antworten und Gedanken erhalten.” Das ist ein Baustein, wie es Andreas gelungen ist, eine Marke und 2019 sogar Top Voice von LinkedIn zu werden. Dennoch findet er, dass Journalist:innen erst einmal gute Arbeit machen und gute Artikel schreiben sollten, bevor sie anfangen, sich zu vermarkten. „Dann kommt der Rest von alleine. Ich finde es aber nie verkehrt, den Weg zu gehen – wenn man Bock drauf hat.” Sich selbst zu vermarkten, passt schließlich nicht zu jeder Person. „Es ist aber auf jeden Fall eine Möglichkeit, sich in seiner Karriere besser zu positionieren.” In Andreas’ Tür kommt man übriges via Twitter, wenn er mal wieder eine Frage an die User:innen stellt oder als PRler via E-Mail, ein unvorbereiteter Anruf mit unbekannter Nummer ist nicht so sein Ding. New Work dagegen schon viel mehr. Schließlich schreibt er über dieses Thema schon einige Jahre, weil er gemerkt hat, dass er in diesem Bereich selbst Nachholbedarf und einfach Lust hatte, besser zu werden. Es sei aber auch wichtig, den Kopf mal aus seiner New-Work-Bubble herausziehen. Daher spricht er auch viel mit Menschen, die nicht in seiner Branche arbeiten. „Mein Bruder ist Koch. Wenn ich ihm was von New Work erzähle, dann zeigt er mir den Vogel. Er hat Schichtarbeit, arbeitet an Wochenenden und Feiertagen. Für ihn und meine Eltern bin ich ein Alien. Aber ich finde es gut, dass sie mich aus dem Start-up Szene mal rausholen.“ Andreas nimmt sich außerdem viel Zeit für die Fragen, die ihm Timo und Sachar mitgebracht haben. Neben der angesprochenen New-Work-Bubbel diskutieren die drei unter anderem darüber, ob Journalismus Haltung zeigen muss oder Objektivität bewahren sollte. Andreas hat da eine klare Meinung: „Journalist:innen müssen eine Haltung haben!” Schließlich besitzt jeder Mensch eine Meinung – und diese wird dann logischerweise auch in einem Artikel sichtbar. Das gelte übrigens auch für Medien, die eher in eine konservative (FAZ), linke (TAZ) oder libera (ZEIT) Richtung gehen. In die Richtung PR geht die Frage von Kristin, die diesmal leider nicht beim Podcast dabei sein kann: Wie sieht es mit der Digialkomperenz der PRler aus? „Leider gibt es nach wie vor Agenturen, die Themen ins Blaue schießen und bei Nachfragen einfach gar keine Ahnung haben. Das ist super schade, denn damit ist die Geschichte eigentlich schon für mich erledigt, weil im Vorfeld zur Identifikation schon so viel Zeit drauf geht, dass ich lieber ein anderes Thema mache. Es gibt aber auch auf jeden Fall andere Agenturen, die das richtig gut machen und wissen, wovon sie sprechen.“
52 Minuten
Timo hat eine Twitterperle entdeckt. Der Journalist Alex Lieberman hat erfolgreiche Gründer:innen auf Twitter gefragt, welche großen Fehler sie beim Aufbau ihres Business gemacht haben. Diese Learnings nehmen Kristin, Timo und Sachar in dieser Folge zum Anlass, um auf die PR-Branche schauen. Timo startet seine PR-Fails damit, dass nett sein nicht immer hilfreich ist. „Ich war häufig viel zu nett, anstatt Dinge direkt zu benennen.“ Schließlich sei es ja sogar sehr hilfreich, bei Mitarbeiter:innen wie Kund:innen konstruktives Feedback zu äußern. Das spielt auch bei seinem zweiten Learning eine Rolle: Denn eine direkte Kommunikation beim Erwartungsmanagement und bei der Zielsetzung hätte er gerne schon früher angewendet. Kristin Learnings beziehen sich auf fehlende Kommunikation anstatt von Reputationsbildung das Finden von richtigen Kommunikationsanlässen für größere Agenda Setting-Kampagnen und wie das Tagesgeschäft in Kommunikationsabteilungen auch in Krisenzeiten erfolgreich weiterlaufen kann, anstatt das eine ganze Abteilung lahm zu legen. Sachar größter Fail bestand im Beharren und Verharren an einer Strategie, die man initial erstellt hat. Klar, braucht es für eine substanzielle Kommunikation eine Basis, die auf den Status quo ausgelegt ist. Aber viele Businesses sind heute so agil, dass eine gute Strategie fortwährend auf den Prüfstand gestellt werden sollte. Kristin bringt außerdem das Thema Weiterbildung in der Kommunikation in die Diskussionsrunde ein. Dabei geht es vor allem darum, wie es gelingen kann, lebenslanges Lernen zu institutionalisieren. Nach der Ausbildung (einem Traineeship oder einem Volontariat) steht in der Kommunikation regelmäßig ein Kongress oder eine Weiterbildung an. Kristin beschäftigt aber die Frage, wie man es schaffen kann, Teams ständig weiterzuentwickeln. Und zum Schluss muss Sachar zugeben, dass er sich in Rage geärgert hat, als er bei W&V auf ein Interview mit Alexandra Groß, Präsidentin der GPRA, gestoßen ist. Es ging dabei um die Forderung, dass Agentur-Mitarbeiter:innen nun endlich wieder zurück ins Büro sollten, da nur so kreative Arbeit entstehen könne. Sachar sieht das grundlegend anders. Seiner Meinung nach entsteht so ein Arbeitsbild, das sich gegen jegliche Veränderungen und Technologie sträube. Ja, ein Büro als Ort der Zusammenkunft kann Sinn machen, ist aber bei weitem kein Muss. Sowohl ein gutes Onboarding und als auch hervorragende strategische und kreative Arbeit funktionieren Dank vieler Tools heute mindestens genauso gut.
50 Minuten
In der aktuellen „Talking Digital“ Episode ist Regine Kreitz bei Sachar und Timo zu Gast. Sie ist hauptberuflich Director Marketing and Communications bei „Climate-KIC“, einer Initiative der EU für klimafreundliche Innovationen. Zusätzlich ist sie Präsidentin des Bundesverbandes der Kommunikatoren e. V. (BdKom), welcher den Themenschwerpunkt der heutigen Folge ausmacht. Zunächst spricht Regine mit Sachar und Timo über ihren beruflichen Werdegang, erklärt was hinter dem BdKom steckt und verweist auf deren Namensänderung. In diesem Zusammenhang bittet Sachar Regine noch einmal historisch zurückzublicken und neben dem Wandel des BdKom auch auf die Veränderung der Kommunikationsbranche einzugehen. Darauf folgt eine kurze Erläuterung des „Kom“ Magazins und des Kommunikations-kongress des BdKom. Der Kommunikationskongresses 2021 fand in diesem Jahr Corona geschuldet als Hybrid unter dem Motto „Aufbrechen“ statt. Was genau das bedeutet erklärt Regine, schildert Eindrücke und nennt thematische Schwerpunkte. Doch wie sieht die Zukunftsplanung des Kommunikationskongresses aus? Wieder ausschließlich Präsenz oder bleibt es bei Hybrid? Diese Frage stellte sich Sachar und bekam von Regine ihre ganz persönliche Einschätzung. Ein weiteres Thema, welches Timo und Sachar merklich unter den Nägeln brannte, war die diesjährige Berufsfeldstudie des BdKom. Themenschwerpunkte waren unter anderem Gehalt, Auswirkungen der Coronakrise auf die Kommunikator:innen und Entwicklung der Geschlechterverteilung. Zahlen, Daten, Fakten und interessante Erkenntnisse entfachen eine spannende Diskussion, bei der alle beteiligten ihre Erfahrungen schildern.
45 Minuten
Timo befindet sich im wohlverdienten Urlaub und wird in der aktuellen Folge “Talking Digital unter drei” gebührend vertreten von Solveig Gode vom Business Insider. Als Gast-Host ergänzt Solveig die Diskussionen von Sachar und Kristin und ordnet die aktuellen Debatten journalistisch ein. Eine Diskussion, die zuletzt an kaum einer Redaktion oder einem Kommunikationsteam vorbeigegangen ist, war die Forderung des Beirats der jungen Digitalwirtschaft nach einer Disziplinierung der Presse in einem Positionspapier für das Wirtschaftsministerium, um so die positive Berichterstattung zu Börsengängen junger Digitalunternehmen zu fördern. Eine Steilvorlage für Solveig, die diese Story nicht nur einordnet, sondern noch einmal deutlich aufzeigt, wo die Grenzen der Zusammenarbeit von Redakteur:innen und Unternehmer:innen erreicht sind. Parallel fragt sich Sachar, ob der fahrlässige Umgang mit der Verantwortung, die mit der Arbeit und dem Amt als Beirät:in einhergeht, symptomatisch ist für eine mögliche Hybris von Digitalunternehmer:innen. Mehrere der Beiratsmitglieder hatten zugegeben, nicht an der Beiratssitzung teilgenommen, das Positionspapier vor Veröffentlichung nicht gelesen und dennoch mit ihrem Namen unterzeichnet zu haben. Im zweiten - themenverwandten - Teil, diskutieren Kristin, Sachar und Solveig über Thought Leadership und Expert:innenpositionierung. Häufig nennen Unternehmer:innen dieses selbst gesteckte Ziel, wenn es darum geht sie selbst oder ihre Unternehmen in die Öffentlichkeit zu bringen. Solveig teilt Einblicke, welche Rolle eigentlich Expert:innen in der Berichterstattung spielen, warum die Gründung eines Unternehmens nicht zwingend eine Qualifizierung zum Expert:innenstatus ist, wie sich Wissenschaftler:innen und Unternehmer:innen in ihren Expert:innenstatements unterscheiden und wonach konkret sie für ihre Berichterstattung sucht. Gemeinsam überlegen sie, warum es noch immer mehr Experten als Expertinnen in den Medien gibt und wie Schweizer Medientreibende dem entgegen arbeiten wollen. Links zu dieser Folge: https://www.businessinsider.de/themen/macht-und-millionen/ https://www.businessinsider.de/autoren/solveig-gode/2/?order=popular
43 Minuten
WDR, NDR, SWR, HR … die Liste der Sender des ersten öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramm Deutschlands – der ARD – ist lang. 15 Sender sind es insgesamt, mehr als 100 Kanäle gilt es zu bespielen und täglich unzählige Themen zu bearbeiten. Die ARD-Kommunikation unterliegt einer sehr komplizierten Stakeholder-Landschaft mit unterschiedlichen Ansprüchen, die es gilt im Blick zu behalten. „Gerade das macht es doch spannend”, findet Birand Bingül, seit 2020 Leiter der ARD-Kommunikation. Der ehemalige Journalist und Buchautor ist mit seinem Team für den direkten Austausch mit Medien und Zuschauer:innen über Social Media, Content auf eigenen Kanälen und durch Kampagnen und bei Events zuständig. Social Media spielt dabei auch in der ARD-Kommunikation eine immer größere Rolle. Von frühmorgens bis in die späten Abendstunden betreibt das ARD Social Media Team Monitoring und Community Management, um angemessen und schnell auf Hate Speech im Netz, genauso aber auch auf berechtigte Kritik reagieren zu können. „Schweigen auf Social Media ist keine Antwort”, findet Bingül. Gerade in Hinblick auf „Trolle“ im Netz, die bewusst Krach um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk machen. Außerdem sei man viel glaubwürdiger, wenn man zu den Zeiten im Netz unterwegs ist, zu denen es auch die Community ist. Bei seiner Kommunikation versucht das Team von Bingül, immer sachlich zu agieren, wenn möglich aber auch mit einem kleinen Augenzwinkern und Haltung: „Wir sagen offen und ehrlich, wenn wir etwas nicht richtig gemacht haben. Keiner gibt Fehler gerne zu. Aber schließlich machen wir unseren Content im Auftrag der Bürger:innen, die dafür zahlen.” Und die größten Herausforderungen für die Unternehmenskommunikation in der Zukunft? Zum einen gehe es darum, folgende Fragen beantworten zu können: „Gibt es Klarheit und Commitment auf allen Ebenen, was kommuniziert wird und bin ich in der Lage, das richtig rüber zu bringen“? An zweiter Stelle nennt Bingül die Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI), die aus seiner Sicht großes Potenzial besitzt. „KI wird unsere Kommunikation nicht übernehmen, uns aber sicherlich dabei unterstützen.“