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klarheitstattcoaching Archiv

18 Episoden
19 Minuten
Das Gespräch ist vorbei. Die Tür fällt zu. Und plötzlich fallen dir all die guten Argumente und treffenden Formulierungen ein, die du eigentlich hättest sagen wollen. Warum haben wir ausgerechnet in entscheidenden Gesprächen manchmal nicht die richtigen Worte? Warum rechtfertigen wir uns, geben nach oder versuchen, unserem Gegenüber zu gefallen, obwohl wir uns etwas ganz anderes vorgenommen hatten? In dieser Folge geht es um emotionale Belastung, unterschiedliche Perspektiven, Körpersprache und die Frage, was gute Gesprächsvorbereitung wirklich ausmacht. Anhand eines möglichen Kündigungsgesprächs und meiner Erfahrungen aus dem Theater zeige ich, warum es nicht reicht, nur die eigenen Argumente zu kennen. Denn dein Gegenüber hat möglicherweise ein ganz anderes Drehbuch. Wie können wir lernen, auf unerwartete Reaktionen beweglicher zu antworten? Was lässt sich durch praktische Gesprächsproben verändern? Und warum kann ein menschlicher Sparringspartner dabei besonders hilfreich sein? Eine Folge über Status, Anerkennung, Improvisation und die Fähigkeit, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben.
15 Minuten
Wie schnell reagierst du, wenn du unter Druck gerätst? Wir erklären uns, rechtfertigen uns, machen Zugeständnisse oder antworten, bevor wir überhaupt wissen, was wir eigentlich sagen wollen. Im Theater gibt es dafür ein interessantes Gegenprinzip: das Retardieren. Eine erwartete Reaktion wird bewusst verzögert - und genau dadurch entsteht Spannung. In dieser Folge geht es darum, was wir davon für Gespräche, Konflikte und Verhandlungen lernen können. Um Hoch- und Tiefstatus, Mimik und Gestik, das Aushalten von Stille und um ein erstaunlich wirksames Wort in Verhandlungen: “schwierig”. Denn Souveränität zeigt sich vielleicht nicht nur darin, dass wir wissen, was wir sagen wollen. Sondern auch darin, dass wir selbst entscheiden, wann wir es sagen.

Melio...was?

10 Minuten
“Alles wird gut.” Vielleicht. “Es bringt doch sowieso nichts.” Vielleicht nicht. Zwischen blindem Optimismus und resigniertem Pessimismus gibt es eine dritte Haltung: Meliorismus. Die Idee dahinter ist erstaunlich einfach: Es könnte besser werden. Aber dafür müssen wir wahrscheinlich etwas tun. In dieser Folge geht es darum, warum Veränderung keine Erfolgsgarantie braucht, warum Scheitern zum Verfahren gehört und weshalb irgendwann der Punkt kommt, an dem Denken nicht mehr reicht und wir eine echte Erfahrung brauchen. Und um eine Entdeckung: Vielleicht beschreibt Meliorismus ziemlich genau die Haltung, die hinter “Klarheit statt Coaching” schon die ganze Zeit steckt. Nicht perfekt. Aber besser.
1 Stunde 8 Minuten
In Folge 17 von “Klarheit statt Coaching” treffe ich Alexander Simon. Wir kennen uns seit dem Jahr 2000 aus dem Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Alexander ist Schauspieler, Regisseur und Professor für Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Ausgangspunkt unseres Gesprächs ist meine These aus der letzten Folge: “Spiel schafft Klarheit.” Alexander bestätigt sie - aber viel interessanter ist, wie er sie erweitert. Wir sprechen darüber, warum 98 Prozent einer Probe verworfen werden können und trotzdem wertvoll sind. Warum Schauspiel ein Übungsberuf ist. Warum Sicherheit für junge Schauspielstudierende heute oft wichtiger geworden ist als Freiheit. Warum Angst nicht immer verschwinden muss. Wie Feedback funktioniert, ohne Menschen kleinzumachen. Warum Wut früher ein Motor im Probenprozess war. Und weshalb Beziehung, Status und Situation entscheidend dafür sind, ob Spiel überhaupt lebendig wird. Am Ende verlassen wir das Theater und fragen: Was kann jeder Mensch vom Schauspiel lernen? Vielleicht vor allem das: Wir sind situative Wesen.
29 Minuten
In Folge 16 von “Klarheit statt Coaching” geht es um eine Grundhaltung, die mich seit meiner Theaterzeit begleitet: SPIELEN. Nicht im Sinne von “Entdecke das Kind in dir”. Sondern im Sinne von: Entdecke den Spieler in dir. Eine Probe ist kein Ort, an dem einfach so lange wiederholt wird, bis etwas irgendwann richtig ist. Sie ist ein Möglichkeitsraum. Varianten werden ausprobiert, verworfen, verändert. Und selbst eine schlechte Idee kann wertvoll sein, weil wir danach mehr wissen als vorher. Was im Theater selbstverständlich ist, lässt sich auch auf Unternehmen, Führung und den Alltag übertragen. Gerade dort, wo viel auf dem Spiel steht, müssen wir nicht aufhören zu spielen. Wir müssen nur die Größe des Spielzugs dem Risiko anpassen. Pilotprojekte, Testphasen, Prototypen und Simulationen sind im Grunde genau das: Spielräume mit begrenztem Risiko. Und vielleicht wird diese Fähigkeit in Zeiten künstlicher Intelligenz sogar wichtiger. Denn wenn Struktur, Vorbereitung und Variantenbildung immer stärker unterstützt werden können, bleibt uns Menschen mehr Raum für das, was wir besonders gut können: reagieren, improvisieren und gemeinsam etwas entstehen lassen, dessen Ergebnis vorher nicht vollständig feststeht. Die Kernthese dieser Folge: “Spiel schafft Klarheit.”
15 Minuten
Wenn Menschen unterschiedlich sind - warum sollten wir sie dann alle gleich führen? In Folge 15 von “Klarheit statt Coaching” geht es um einen verbreiteten Irrtum in der Führung: die Vorstellung, Fairness bedeute Gleichbehandlung. Der eine Mitarbeiter braucht Freiraum und möchte einfach gute Arbeit machen. Der nächste braucht ständig neues Futter, Herausforderungen und größere Zusammenhänge. Ein anderer testet permanent Grenzen und braucht gerade deshalb Klarheit und Konsequenz. Das gemeinsame Ziel kann für alle dasselbe sein. Der Weg dorthin muss es nicht sein. Ausgehend von meinen Erfahrungen als Theaterregisseur geht es um individuelle Führung, unterschiedliche “Regieanweisungen”, Körpersprache und die Frage, warum Führungskräfte tatsächlich eine kleine Bedienungsanleitung für jeden ihrer Mitarbeiter im Kopf haben sollten. Denn individuelle Führung bedeutet nicht Verhätschelung. Sie bedeutet, herauszufinden, was ein Mensch braucht, um seinen Teil zu einem gemeinsamen Ziel möglichst gut beitragen zu können. Die Kernthese: “Nicht jeder Mensch braucht dieselbe Regieanweisung.”
20 Minuten
Wir sprechen ständig davon, Menschen “entwickeln” zu wollen. Mitarbeiter sollen wachsen, Verantwortung übernehmen, strategischer denken, Führung übernehmen oder ihr Potenzial besser ausschöpfen. Aber wer hat eigentlich entschieden, wohin diese Entwicklung führen soll? In dieser Folge geht es um die Grenze zwischen Förderung und Fremdbestimmung. Um Führungskräfte, die Potenziale sehen. Um Mitarbeiter, die vielleicht etwas anderes wollen. Und um die Frage, warum sich die Entwicklung eines Unternehmens, die Anforderungen einer Rolle und die persönliche Entwicklung eines Menschen nicht automatisch decken. Ausgehend von meinen Erfahrungen als Regisseur geht es auch darum, wie sehr sich unser Verständnis von Autorität verändert hat - vom Regisseur mit einer klaren Vision bis zur heutigen Führung, in der Verantwortung stärker geteilt wird. Am Ende bleiben drei Fragen: Was braucht das Unternehmen? Was verlangt die Rolle? Was will der Mensch? Wenn diese Antworten zusammenpassen, kann Entwicklung enorme Kraft entfalten. Wenn nicht, haben wir nicht automatisch ein Coachingproblem. Dann haben wir zunächst eine Differenz, über die gesprochen werden muss.
59 Minuten
Ich melde mich aus der Sommerpause zurück - mit einem Gespräch, auf das ich mich besonders gefreut habe. Andreas Baehr ist Inhaber von Bärenkälte, mein ehemaliger Chef, heute mein Freund und mein Gesprächspartner aus 42 gemeinsamen Folgen des internen Bärenkälte-Podcasts. Wir kommen aus ziemlich unterschiedlichen Welten. Andreas aus Handwerk, Unternehmertum, Technik, Konsequenz und wirtschaftlicher Verantwortung. Ich aus Theater, Beratung, Personalarbeit und einem deutlich stärkeren Harmoniebedürfnis. In dieser Folge sprechen wir darüber, was diese Unterschiede mit unserer Zusammenarbeit gemacht haben. Über die härteste Entscheidung seines Unternehmerlebens. Über Druck und Konflikte. Über Vertrauen und Verlässlichkeit. Über Fachkräfte, die plötzlich Führungskräfte werden. Darüber, warum ein Meisterbrief kaum auf Mitarbeiterführung vorbereitet. Und darüber, wie aus einem internen Podcast irgendwann ein Instrument der Unternehmenskultur wurde. Am Ende landen wir bei einer gemeinsamen Erkenntnis: Gute Führung entsteht wahrscheinlich weder durch möglichst viel Druck noch durch möglichst viel Harmonie. Sie entsteht dort, wo Konsequenz und Vertrauen gleichzeitig möglich sind.
12 Minuten
Der Begriff “Team” gehört zu den meistbenutzten Wörtern der Arbeitswelt. Kaum eine Stellenanzeige kommt ohne ihn aus. Doch was macht ein gutes Team wirklich aus?
12 Minuten
Status hat wenig mit Hierarchie zu tun. Warum wirken manche Menschen souverän, obwohl sie wenig sagen? Warum verlieren andere ihre Wirkung, obwohl sie fachlich völlig recht haben? In dieser Folge geht es um die unsichtbaren Dynamiken zwischen Menschen. Um Führung, Einfluss, Unsicherheit und die Frage, warum Respekt oft weniger mit Macht als mit innerer Sicherheit zu tun hat. Anhand von Erfahrungen aus Theater, Unternehmenspraxis und Führung zeige ich, wie Status entsteht, warum wir unter Druck oft Wirkung verlieren und weshalb echte Autorität selten laut ist. Eine Folge über Verhalten, innere Sicherheit und die Freiheit, nicht immer stark wirken zu müssen.
32 Minuten
Warum gute Fragen manchmal wichtiger sind als gute Antworten. Was eine gute von einer schlechten Frage unterscheidet. Warum Menschen Veränderung wollen und gleichzeitig Angst davor haben. Warum Kreativität oft romantisiert wird. Weshalb Klarheit allein noch keine Veränderung bewirkt. Warum Sicherheit und Freiheit ständig miteinander ringen. Welche Fragen Katrin Wilkens heute wichtiger findet als früher.
8 Minuten
Viele Menschen wünschen sich Veränderung. Mehr Freiheit. Mehr Selbstbestimmung. Einen anderen Job. Ein anderes Leben. Doch sobald Veränderung konkret wird, passiert oft etwas Überraschendes: Der Widerstand wächst. Warum verteidigen wir plötzlich genau das, was uns zuvor gestört hat? In dieser Folge spreche ich über Veränderungsprozesse, die Angst vor den Konsequenzen guter Entscheidungen und eine Beobachtung, die mich aus vielen Jahren Beratungsarbeit bis heute beschäftigt: Oft wünschen wir uns nicht die Veränderung selbst - sondern nur die Vorteile der Veränderung. Eine Folge über Sicherheit, Freiheit, kleine Schritte und die Frage, warum nicht jede Sehnsucht automatisch ein Auftrag ist.
20 Minuten
Warum sollen wir heute zu allem sofort eine Meinung haben?Warum bestehen soziale Netzwerke fast nur noch aus klaren Ansagen, schnellen Urteilen und permanenten Handlungsaufforderungen? Eine sehr persönliche Folge über Dating, Elternschaft, Führung, Theater, Jura, KI - und die Frage, warum der Konjunktiv vielleicht die ehrlichere Sprache ist. Jetzt auf Spotify & allen Plattformen.
8 Minuten
Warum fallen Menschen immer wieder in alte Muster zurück, obwohl sie genau wissen, dass sie ihnen nicht guttun? In dieser Folge geht es um Stress, alte Reflexe, Kontrolle, Gefallsucht und die Frage, warum Veränderung unter Druck oft wieder verschwindet. Ausgehend von Erfahrungen aus dem Theater spreche ich darüber, warum Menschen in schwierigen Situationen fast immer auf das zurückgreifen, was ihnen vertraut ist - selbst dann, wenn sie sich längst anders verhalten wollen. Eine Folge über Muster, Nervensysteme und die Schwierigkeit, echte Veränderung dauerhaft zu leben. „Unter Druck werden wir selten die beste Version von uns. Sondern meistens die vertrauteste.“
11 Minuten
Die meisten Menschen brechen Veränderung genau an dem Punkt ab, an dem sie anfangen würde, echt zu werden. In der neuen Folge von „Klarheit statt Coaching“ erzähle ich von einer Theaterproduktion am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, bei der wir wochenlang kurz davor waren zu scheitern. Nichts fühlte sich richtig an. Alles wirkte künstlich. Kontrolliert. Anstrengend. Und genau darum geht es in dieser Folge: Warum echte Veränderung sich am Anfang oft falsch anfühlt. Warum Menschen unter Druck immer wieder in alte Muster zurückfallen. Und warum Entwicklung oft einfach bedeutet, lange genug dranzubleiben.
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Sebastian Schlösser