Zu viel! – der Mental-Health-Podcast Archiv
58 Episoden
35 Minuten
Häusliche Gewalt endet nicht in dem Moment, in dem die Beziehung endet. Für viele Betroffene beginnen die eigentlichen Herausforderungen erst danach. In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn gemeinsam mit Dr. Christian Utler und Nadine über die Folgen häuslicher Gewalt – körperlich, psychisch und sozial. Nadine erzählt von einem einschneidenden Erlebnis, das ihr Leben von einem Tag auf den anderen verändert hat. Dabei steht nicht die Tat selbst im Mittelpunkt, sondern die Zeit danach: die Folgen eines Traumas, die Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS), Angstzustände, Depressionen und der mühsame Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
33 Minuten
„Du bist einfach zu empfindlich.“
Ein Satz, den viele Menschen ihr Leben lang hören – in Beziehungen, im Beruf oder schon in der Kindheit. Doch was bedeutet „empfindlich“ eigentlich wirklich? Und wo liegt der Unterschied zu „empfindsam“? Lars, Simone und Christian sprechen darüber, warum emotionale Sensibilität häufig negativ bewertet wird – obwohl sie oft eine besondere Stärke sein kann. Gemeinsam geht es um Feinfühligkeit, emotionale Wahrnehmung, Reizempfindlichkeit und die Frage, warum manche Menschen intensiver fühlen als andere.
36 Minuten
Nach enttäuschenden oder verletzenden Beziehungen fällt es vielen Menschen schwer, sich wieder wirklich auf Nähe einzulassen. Vertrauen wird vorsichtiger, Gefühle werden kontrolliert – und manchmal entsteht daraus eine tiefe Bindungsangst. In dieser Folge sprechen Lars , Simone und Christian darüber, wie schlechte Erfahrungen unser Bindungsverhalten beeinflussen können. Lars teilt dabei offen eigene Erfahrungen aus vergangenen Beziehungen und spricht darüber, wie sich emotionale Verletzungen langfristig auf Vertrauen, Nähe und Partnerschaft auswirken können. Gemeinsam geht es um Rückzug, Verlustangst, Selbstschutz und die Frage, warum manche Menschen Nähe suchen – und gleichzeitig Angst davor haben. Dr. Christian Utler erklärt die psychologischen Hintergründe von Bindungsängsten, während Simone die emotionale und zwischenmenschliche Perspektive mit einbringt.
36 Minuten
Der Begriff „Narzisst“ ist heute überall – in Social Media, in Beziehungen, im Alltag. Doch was steckt wirklich dahinter? In dieser Folge sprechen Lars, Simone und Dr. Christian Utler darüber, was Narzissmus eigentlich ist – und was nicht. Gemeinsam nähern sie sich der Frage, wo gesunde Selbstliebe aufhört und problematisches Verhalten beginnt. Lars bringt eigene Beziehungserfahrungen mit ein. Warum fühlen sich Beziehungen mit narzisstisch geprägten Menschen oft so intensiv und gleichzeitig so verletzend an?
40 Minuten
In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn gemeinsam mit Dr. Christian Utler mit Maike über ihren Weg zur ADHS-Diagnose – und warum sie so lange unentdeckt geblieben ist. Schon als Kind bekam sie Rückmeldungen wie „zu viel“, „zu schnell“, „zu impulsiv“. Doch erst nach der Geburt ihres Sohnes wurde die Belastung so groß, dass sie sich Hilfe suchte. Der Alltag als alleinerziehende Mutter brachte sie an ihre Grenzen – und führte schließlich zur Diagnose ADHS im Erwachsenenalter. Maike erzählt offen von innerem Chaos, hoher Energie, Überforderung und dem Versuch, Struktur in ein Leben zu bringen, das sich lange schwer greifen ließ.
42 Minuten
Was haben Märchen mit unserem echten Leben zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick denkt. In dieser Folge tauchen Lars, Simone und Dr. Christian Utler in die Welt der Märchen ein – allerdings nicht, um Geschichten nachzuerzählen, sondern um zu verstehen, welche inneren Bilder und Gefühle sich darin widerspiegeln. Gemeinsam erkunden sie bekannte Motive wie den „Auszug, das Fürchten zu lernen“ oder das „tapfere Schneiderlein“ und übertragen diese auf reale Erfahrungen: Was passiert, wenn Angst fehlt – oder früher zu viel da war? Wie entstehen Mut, Selbstvertrauen und der Wunsch, sich zu zeigen? Und welche „Zaubermagie“ tragen wir selbst in uns, um unseren Weg zu gehen? Die Folge zeigt eindrucksvoll, wie hilfreich es sein kann, Abstand zur eigenen Geschichte zu gewinnen – indem man sie durch die Linse eines Märchens betrachtet. So werden Gefühle greifbarer, Muster verständlicher und neue Perspektiven möglich.
48 Minuten
In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn gemeinsam mit Dr. Christian Utler mit Louisa (27) über ihren Weg durch eine Essstörung, die bereits im Jugendalter begann und sie über viele Jahre begleitet hat. Ohne ins Detail zu gehen, erzählt sie, wie sich der Druck entwickelt hat, die Kontrolle immer größer wurde – und wie schwer es ist, daraus wieder herauszufinden. Im Mittelpunkt stehen nicht Symptome, sondern das Erleben dahinter: Zwangsgedanken, der Wunsch nach Kontrolle und die Herausforderung, wieder ein gesundes Verhältnis zu sich selbst zu entwickeln. Louisa spricht auch darüber, warum sie das Gefühl hat, dass gesellschaftlicher Druck heute wieder zunimmt. Dr. Christian Utler ordnet ein, warum Essstörungen entstehen, warum sie so hartnäckig sein können und wie ein stabiler Umgang langfristig möglich wird.
27 Minuten
In dieser Folge sprechen Lars Tönsfeuerborn, Dr. Christian Utler und Simone Hoffmann über ein Gefühl, das viele Menschen aktuell begleitet: Die Welt scheint immer lauter, schneller und belastender zu werden. Nachrichten, Krisen und ständige Verfügbarkeit von Informationen führen dazu, dass viele sich überfordert, ohnmächtig oder innerlich erschöpft fühlen. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, was dieses „Zu viel Welt“ mit unserer Psyche macht, warum wir gleichzeitig alles wissen wollen – und doch daran erschöpfen – und wie ein gesunder Umgang mit Nachrichten aussehen kann.
41 Minuten
In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn gemeinsam mit Christian Utler mit Katti über eine der intensivsten Erfahrungen ihres Lebens: die letzten Wochen mit ihrem schwer kranken Vater. Über acht Wochen hinweg begleitete sie ihn gemeinsam mit ihrer Mutter täglich im Krankenhaus – zwischen Hoffnung, Realität und dem langsamen Abschied. Katti erzählt, wie sich diese Zeit angefühlt hat, warum sie versucht hat, die Situation klarer zu sehen als ihre Eltern und wie sich in dieser Phase eine neue, tiefere Verbindung zu ihrem Vater entwickelt hat. Es geht um das Warten auf den richtigen Moment, um den Tod als Erlösung – und um die Frage, die viele Angehörige kennen: War es richtig, dabei zu sein?
50 Minuten
In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn mit Jamy Neureuter offen über das Leben mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) – ausgelöst durch häusliche Gewalt und sexuelle Übergriffe. Jamy erzählt von ihrem Weg zur Diagnose, von Depression, ADHS, Suizidalität in der Jugend und von Drogen als früher Überlebensstrategie. Heute ist sie seit fast zwei Jahren clean und geht ihren Weg in Therapie Schritt für Schritt weiter. Es geht um Trigger, Flashbacks, Panikattacken und die Angst vor Nähe – aber auch um Hoffnung: um Traumatherapie, Exposition, Routinen und darum, dem eigenen Körper wieder Sicherheit beizubringen. Im zweiten Teil ordnet Dr. Christian Utler das Gesagte fachlich ein und erklärt, warum Trauma keine Schwäche ist, sondern eine normale Reaktion auf extreme Erfahrungen.
47 Minuten
In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn mit Chiara (29) über ein Leben mit psychischen Erkrankungen, die nicht einfach „vorübergehen“. Chiara lebt mit rezidivierender, teils chronischer Depression, einer Borderline-Persönlichkeitsstörung und ADHS – und teilt offen, was diese Diagnosen im Alltag bedeuten: in Beziehungen, in der Arbeit und im Umgang mit sich selbst. Es geht um lange Therapiewege, Rückfälle, das Aushalten von Wiederholungen – und darum, warum Stabilität nicht heißt, dass alles gut ist, sondern dass man bleibt. Im Anschluss ordnet Christian Utler das Gespräch mit Lars ein.
31 Minuten
Diese Folge ist anders als die anderen – sie lädt dich ein, nicht nur zuzuhören, sondern aktiv mitzumachen. Simone Hoffmann führt dich gemeinsam mit Lars Tönsfeuerborn durch eine geführte Atemmeditation. Zu Beginn erklärt Simone, warum bewusste Atmung so einen starken Einfluss auf unser Nervensystem hat und wie sie uns helfen kann, wieder mehr bei uns selbst anzukommen. Im Anschluss geht es direkt in die Praxis: eine ruhige, alltagstaugliche Atemübung, die dir helfen kann, Stress loszulassen, deinen Körper besser zu spüren und für einen Moment aus dem „Zu viel“ auszusteigen. Du brauchst nichts weiter als ein paar Minuten Zeit und einen Ort, an dem du kurz zur Ruhe kommen kannst. Eine Folge zum Innehalten – und zum Mitmachen.
31 Minuten
In dieser Folge spricht Lars Tönsfeuerborn mit Simone Hoffmann über ein Gefühl, das viele Menschen kennen: Der Tag ist voller Termine, Nachrichten, Erwartungen und To-dos – und der Kopf kommt trotzdem nie wirklich zur Ruhe. Gemeinsam schauen sie darauf, warum unser Alltag heute so schnell überfordernd werden kann, was hinter Begriffen wie Mental Load und Reizüberflutung steckt und weshalb unser Nervensystem irgendwann einfach nur noch funktioniert. Simone erklärt, warum wir unsere eigenen Grenzen oft erst sehr spät wahrnehmen – und wie kleine Veränderungen im Alltag helfen können, wieder mehr Raum für sich selbst zu schaffen.
45 Minuten
Diese Episode macht sichtbar, wie belastend Hypochondrie und Angststörungen sein können – besonders dann, wenn sie lange nicht erkannt oder falsch eingeordnet werden. Sina erzählt offen von ihrem Alltag zwischen Arztterminen, Googlen von Symptomen, Herzangst und dem ständigen Zweifel am eigenen Körper. Gemeinsam mit Dr. Christian Utler ordnen sie ein, warum Hypochondrie oft spät diagnostiziert wird, wie sie sich von „normaler Sorge“ unterscheidet und warum sie medizinisch wie psychisch ernst genommen werden muss. Ziel ist Aufklärung, Entstigmatisierung und Entlastung für Betroffene und ihr Umfeld.
42 Minuten
In dieser Folge sprechen Lars Tönsfeuerborn, Dr. Christian Utler und Simone Hoffmann über Manie und bipolare Störungen – psychische Erkrankungen, die oft missverstanden, verharmlost oder romantisiert werden. Gemeinsam erklären sie, wie sich manische Phasen anfühlen, warum sie für Betroffene und ihr Umfeld so herausfordernd sein können und weshalb viele Erkrankungen erst spät erkannt werden. Es geht um typische Warnzeichen, den Absturz nach dem Hoch, Scham und Schuldgefühle – aber auch um Hoffnung: um Behandlungsmöglichkeiten, Stabilität und den Umgang mit Frühwarnsignalen im Alltag. Eine aufklärende, ehrliche Folge über Energie, Kontrollverlust und die Bedeutung von Selbstschutz statt Selbstoptimierung.