Damit die Guten gewinnen Archiv
45 Episoden
1 Stunde 48 Minuten
Was muss eigentlich noch passieren, damit wir begreifen, was auf dem Spiel steht? Und wie bleibt die Demokratie lebendig, wenn ihr die Streitlust abhandenkommt, Michel Friedman? In dieser Episode von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Michel Friedman, Rechtsanwalt, Philosoph und Publizist. Folge 45 ist zugleich unsere erste Live-Folge: Zum zweijährigen Jubiläum des Podcasts sind wir nach Düsseldorf gefahren und haben am 9. Oktober 2026 im Rahmen der ZOON PODCAST WEEK vor Publikum aufgezeichnet. Friedman erzählt, wie er „auf einem Friedhof aufgewachsen" ist: Seine Eltern überlebten, weil Oskar Schindler sie rettete. Sie lebten in Krakau, wurden nach der Rückkehr aus ihrer Wohnung geworfen und gingen nach Paris. Mit zehn Jahren kam Friedman nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch, mit einem UN-Staatenlosenpass. Heute, mit 70, versteht er sich als „Handelsvertreter der Demokratie". Eine Folge über Demokratie, Freiheit, Streitkultur und Erinnerung und die Frage, was jede*r Einzelne tun kann, solange das letzte Wort nicht gesprochen ist. Hauptthemen der Episode: Zäsur in Sachsen-Anhalt: Warum Friedman die Wahl eines AfD-Landtagspräsidenten als Zäsur und Generalprobe einordnet. Unbesorgt in die Krise: Weshalb ihn die niedrige Erregung im Land mehr beunruhigt als die Partei selbst. Freiheit heißt Wahl: Was Menschen verlieren, wenn Autoritäre regieren. Streit als Sauerstoff: Warum Demokratie im Alltag geübt wird, in Familie, Verein und Büro. Parteien im Zerbröseln: Wie Friedman die Lage von FDP, CDU, SPD und Grünen einordnet. Judenhass und Verantwortung: Warum er die Sicherheit jüdischen Lebens als Thermometer der Demokratie versteht. Bayreuth und der Mut zur Veränderung: Wie aus einer Ausladung die Rede im Festspielhaus wurde. Wichtige Stellen der Episode: 0:00 Begrüßung 00:02:50 AfD-Landtagspräsident: Vogelschiss oder Bedrohung? 00:11:26 Handelsvertreter der Demokratie 00:15:25 Die Wahl beim Frühstück: Croissant statt Graubrot 00:22:27 Frei oder unfrei? Und warum Streit Sauerstoff ist 00:27:53 Berlin, die Linke und der Judenhass 00:46:33 Aufgewachsen auf einem Friedhof 00:50:44 „Ich bin Ihr Drittwäldler" 00:54:32 Der Brief an die Söhne 01:04:00 Bayreuth: Die Rede im Festspielhaus 01:28:15 Der Stachel des Oskar Schindler 01:34:18 Was wir ab morgen tun können 01:41:50 Drei kurze Fragen zum Schluss Was wir besprochen haben: Live bei der ZOON PODCAST WEEK: Erste Live-Folge am 9. Oktober 2026 im Palais Wittgenstein in Düsseldorf. Friedman: „das letzte Wort wird tatsächlich nie gesprochen sein". Schild auf der Königsallee: Friedmans Vorschlag, ein Schild mit „Ich liebe die Freiheit, Sie nicht, wir müssen streiten" hochzuhalten oder mit einer Tasse Kaffee bei den Nachbarn zu klingeln. Der Friedhof als Kindheit: Seine Eltern waren „die Friedhofswärter", er „ihr jüngster Lehrling". Schon als Kind wusste er, dass die Ursache dieses Friedhofs einen Namen hatte. Oskar Schindler als Lebensbeweis: Warum „Was kann ich als Einzelner schon tun" für Friedman nur eine Entschuldigung ist, nichts zu tun. Der Drittwäldler: Wie ein Zuhörer ihm bei einer Uni-Veranstaltung zur doppelten Staatsbürgerschaft zeigte, welche rassistischen Bilder in einem einzigen Wort stecken. Brief an meine Söhne: Thomas liest das Ende von Friedmans Buch „Judenhass" vor, darunter den Gedanken, dass das Gegenteil von Hass Respekt ist. Bayreuth und Katharina Wagner: Vier Wochen nach der Ausladung, Friedman als „Überbrückungskabel" und Wagners Satz laut Friedman: „Schluss mit den Lügen, Schluss mit den Legenden". Herz-Emoji und der Erste: Friedmans Tipp gegen Hass im Netz, und warum bald Verstärkung kommt, wenn jemand als Erste*r Stopp sagt. Kein Ranking: Auf die Frage, wer ihn derzeit beeindruckt, nennt Friedman „Menschen, die was tun, die es versuchen". Kein Blick ins Jahr 2050: „Das ist Astrologie, was du von mir verlangst". Stattdessen bekennt er „Ich glaube an Zukunft" und rät: „Aufstehen. Immer wieder aufstehen."
1 Stunde 11 Minuten
Was, wenn Geld nicht nur Rendite bringen, sondern Wälder schützen, Ökosysteme regenerieren und planetare Grenzen bewahren kann? Und wie schaffen wir es, ökologische Fakten so zu vermitteln, dass daraus gesellschaftliches Handeln entsteht? In dieser Episode von „Damit die Guten gewinnen“ spricht Thomas Mühlnickel mit Stefanie Hauer von NatureRe Capital über Impact Investing, Natur und Mut. Hauer arbeitete zuvor auf Vorstandsebene bei der „Zeit“ und beim Bauer Verlag. Schon früh beschäftigte sie sich mit der Abholzung der Regenwälder und setzte zunächst auf Medien und Aufklärung. Eine Titelgeschichte über das Insektensterben sowie die Erfahrungen mit Waldbränden in Kalifornien und Australien führten schließlich zu einem Perspektivwechsel: Heute sucht sie nach Geschäftsmodellen, mit denen sich Geld verdienen lässt, während Natur geschützt und wiederhergestellt wird. Eine Folge über Impact Investing, planetare Grenzen, naturpositive Geschäftsmodelle und gesellschaftliche Kommunikation – und die Frage, wie Geld zum Werkzeug für den Schutz unserer Lebensgrundlagen werden kann. Hauptthemen der Episode: Vom Medienbetrieb zum Impact Investing: Warum Stefanie Hauer ihre Karriere in der Verlagswelt hinter sich ließ. Geld für Natur: Wie Investitionen Geschäftsmodelle fördern können, die Ökosysteme schützen und wirtschaftlich tragfähig sind. Planetare Grenzen: Warum sieben von neun Grenzen überschritten sind und was ein Glas Wasser mit Kipppunkten zu tun hat. Das Great Barrier Reef als Warnsignal: Warum manche Schäden nicht innerhalb einer menschlichen Lebensspanne rückgängig gemacht werden können. Die Wirtschaft als Teil der Natur: Warum wirtschaftliche Entscheidungen nicht losgelöst von ökologischen Grundlagen funktionieren. Drei Hebel für Veränderung: Was Konsum, Geldanlage und berufliche Tätigkeit bewirken können. Hoffnung durch konkrete Lösungen: Was Beispiele wie Python-Leder und Enhanced Rock Weathering zeigen. Wichtige Stellen der Episode: 0:00 Begrüßung 0:01:00 Wer sind für Stefanie Hauer die Guten? 0:03:00 Vom Verlag zum Impact Investing 0:15:00 Naturpositive Geschäftsmodelle und Investitionen 0:24:00 Geld verdienen mit Naturschutz 0:32:00 Das Glas-Wasser-Experiment und planetare Grenzen 0:38:00 Negative Emissionen und neue Technologien 0:46:00 Was Einzelne über Konsum, Geld und Beruf verändern können 0:53:00 Desinformation, Kommunikation und demokratische Debatten 1:02:00 Python-Leder und Enhanced Rock Weathering 1:06:00 Stefanie Hauers Blick auf Deutschland und die Zukunft Was wir besprochen haben: Stefanie Hauer beschreibt die Guten als Menschen, die das ganze Bild sehen und ihr Handeln an den planetaren Grenzen ausrichten. Sie erzählt, wie sie schon früh über die Abholzung der Regenwälder nachdachte und zunächst glaubte, Medien und Aufklärung könnten die nötigen Veränderungen auslösen. Eine Geschichte über das Insektensterben blieb für sie ein Schlüsselerlebnis, weil die öffentliche Resonanz weit hinter der Bedeutung des Themas zurückblieb. Die Waldbrände in Kalifornien und Australien machten ihr deutlich, dass ökologische Krisen nicht abstrakt bleiben, sondern Menschen unmittelbar betreffen. Bei NatureRe Capital geht es um Investitionen in Geschäftsmodelle, die Natur schützen und zugleich wirtschaftlich tragfähig sind. An Lieferketten zeigt Hauer, dass ökologische Verbesserungen nicht zwangsläufig teurer sein müssen, sondern Unternehmen unter bestimmten Bedingungen sogar Geld sparen können. Für Kleinsparer*innen empfiehlt sie, genauer hinzusehen, welche Banken und Anlageprodukte das eigene Geld sinnvoll einsetzen. Als konkrete Handlungsmöglichkeiten nennt sie Konsum, Investitionen und berufliche Tätigkeit. Am Ende spricht Stefanie Hauer darüber, was ihr Mut macht: Menschen mit guten Ideen, ihre Kinder und der Glaube an das Mögliche. Links: Jetzt auf YouTube ansehen: https://youtu.be/eLXZOoj5ihE NatureRe Capital: https://nature-re.com/ LinkedIn Stefanie Hauer: https://www.linkedin.com/in/stefaniehauer/
1 Stunde 13 Minuten
Wo kommt mein Geld an? Diese Frage stellt Aysel Osmanoglu, Vorstandssprecherin der GLS Bank, und sie meint sie ernst. Für sie ist Geld kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, mit dem wir Gesellschaft gestalten. Was Geld bewirken kann, hat sie früh erlebt. Sie wächst als Teil der türkischen Minderheit in Bulgarien auf. Mit zwölf wandert die Familie in die Türkei aus und hat dort zunächst nichts. Eines Abends geht die Familie hungrig ins Bett, am nächsten Tag bringt ein Nachbar einen Karton voller Lebensmittel. Mit 18 kommt sie allein nach Deutschland, lernt in Freiburg Deutsch, holt das Abitur nach und studiert Wirtschaft. Bei der GLS Bank fängt sie als Werkstudentin an. Heute führt sie die Bank. Im Gespräch mit Thomas Mühlnickel erklärt sie, was hinter dem Begriff Geldqualität steckt. Kaufgeld ist Anerkennung, Kredit ist Vertrauen, Schenkgeld ist Liebe ohne Gegenleistung. Sie zeigt auch, was die GLS Bank als Genossenschaft anders macht. Die Mitglieder bestimmen mit, jeder gewerbliche Kredit wird veröffentlicht, und auch die Vorstandsgehälter sind öffentlich. „Guckt doch nach“, sagt sie. Darum geht es: - Geldqualität und die Frage, was dein Geld eigentlich bewirkt - Herkunft, Umbrüche und Menschen, die unterstützen - Wie die GLS Bank finanziert und was sie ausschließt - Transparenz bei Krediten und Gehältern - Wirtschaften in Verbundenheit und das Gutes-Morgen-Festival in Bochum - Nachhaltigkeit unter Druck und was Europa wirtschaftlich stark macht - Was jede und jeder Einzelne heute tun kann Und du? Weißt du, was deine Bank mit deinem Geld macht? Schreib es uns in die Kommentare. 0:00 Intro und wer sind die Guten? 5:12 Geldqualität: Kaufgeld, Kredit, Schenkgeld 12:37 Herkunft, Weg nach Deutschland und Umbrüche 27:11 Geld, Haltung und Loslassen 32:35 Die GLS Bank: Genossenschaft und Transparenz 42:56 Wirtschaften in Verbundenheit und das Gutes-Morgen-Festival 52:32 Freiheit, Wohlwollen und Nachhaltigkeit unter Druck 1:05:07 Was jede und jeder tun kann und Blick auf 2050 #GLSBank #Geldqualität #DamitDieGutenGewinnen
1 Stunde 2 Minuten
In dieser Episode von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Gilda Sahebi, Journalistin und Autorin. Sie ist in Teheran geboren, ihre Eltern flohen aus politischen Gründen, als sie noch ein Kleinkind war. Sie studierte Medizin in Heidelberg, machte das Physikum, wechselte die Universität und nahm Politik dazu – Neurologin wollte sie werden. Im praktischen Jahr entschied sie sich gegen das System Klinik, Ende 20 war das, spät, wie sie selbst sagt. Eine schwere Erkrankung vor einigen Jahren hat sie noch einmal verändert. Heute arbeitet sie journalistisch, hält Hochzeits- und Trauerreden und versucht, durch die vier Türen zu sprechen: true, kind, necessary, complete. Eine Folge über Polarisierung, Machtgefälle, Emotionen und Autoritarismus und die Frage, warum eine Gesellschaft, die im Alltag erstaunlich gut funktioniert, sich selbst für zerrissen hält. Hauptthemen der Episode: Die Spaltung ist eine Erzählung: warum die Daten keine in zwei Hälften zerfallene Gesellschaft hergeben. Nur 25 Prozent kommentieren online: wie ein winziger Ausschnitt zur gefühlten Realität aller wird. Algorithmen sind Manipulation: was sich seit der Übernahme von Twitter durch Elon Musk verschoben hat. Der Beef mit den Demokraten: warum Sahebi die demokratischen Parteien härter kritisiert als die autoritären Kräfte. 70 Lobbyisten pro Abgeordnetem: wie wenig Einzelne im Finanzausschuss des Bundestages gegen Strukturen ausrichten. Deutschland ist emotional unterentwickelt: warum sie deshalb Hochzeits- und Trauerrednerin geworden ist. Hoffnung gibt es nur in der Gemeinschaft: was das Zusammenkommen im Iran gerade am Leben hält. Wichtige Stellen der Episode: 0:00 Begrüßung 0:16 „Ich glaube nicht an die Guten" 1:08 Die vier Türen: true, kind, necessary, complete 10:17 Warum affektive Polarisierung immer den Autoritären hilft 14:24 Die SPD und die Frage, ob sie es wirklich anders macht 18:09 Der Gedanke, Deutschland zu verlassen 21:32 Was die Parteien zuerst anerkennen müssten 33:45 Machtgefälle und 27 Millionen Ehrenamtliche 40:02 Warum Deutschland emotional unterentwickelt ist 44:16 Teheran, Flucht, Familie: Wer ist Gilda Sahebi? 46:38 Die Erkrankung, die vieles verändert hat 51:03 Die Lage im Iran nach drei Jahren Umbruch 58:39 Im Jahr 2050 am Brandenburger Tor Was wir besprochen haben: Warum Gilda Sahebi nicht an die Guten glaubt, sondern nur an Menschen, die sich öfter dafür entscheiden, gut zu handeln – und warum das niemanden zum besseren Menschen macht. Die vier Türen als persönlicher Maßstab: true, kind, necessary, complete. Für „kind" gibt es im Deutschen kein Wort. Der Verweis auf den Harvard-Politikwissenschaftler Daniel Ziblatt, nach dem in jeder Gesellschaft 20 bis 30 Prozent der Menschen autoritären Wegen zuneigen – das Problem entsteht erst, wenn demokratische Politiker*innen sich mit ihnen verbünden. Die Beobachtung, dass 30 bis 40 Prozent der Menschen in Deutschland keine Spareinlagen haben und eine kaputte Waschmaschine zur Existenzfrage wird. Deutschland liegt neben Estland an der Spitze der Vermögensungleichheit in Europa – eine Zahl, die aus ihrer Sicht keine Partei ernsthaft anerkennt. Die Szene auf dem Juso-Kongress, nach der ihr ein junger Teilnehmer sagte, sie sei die Einzige auf dem Podium gewesen, die sozialdemokratische Sachen gesagt habe. Der Supermarktbesitzer in Brandenburg, der Senior*innen zehn Prozent Rabatt gibt, außer auf Tabak. Für sie ein Beispiel dafür, wie viele Menschen sich täglich für gutes Handeln entscheiden. Mehmonie: das Zusammenkommen von Familien und Freund*innen im Iran, mit Musik, Tanz und Gesang – eine Lifeline, die wegen der wirtschaftlichen Lage seltener wird. Der Satz, der das Gespräch trägt: „Das kleinste Licht kann eine Dunkelheit erhellen, egal wie klein es ist." Der Blick ins Jahr 2050: Auf die Frage, welches Land sie am Brandenburger Tor sieht, antwortet sie „Das Land, das wir daraus machen." Eine Strategie dafür hat sie nicht – nur die Arbeit am eigenen Schatten und die vie
1 Stunde 41 Minuten
Kann Europa bei Künstlicher Intelligenz noch aufholen — oder müssen wir Europa tatsächlich retten? In dieser Folge von „Damit die Guten Gewinnen“ spricht Thomas Mühlnickel mit Alexander Thamm, Gründer und CEO der KI-Beratung Alexander Thamm GmbH, über die Zukunft von Künstlicher Intelligenz in Deutschland und Europa. Alexander Thamm beschäftigt sich seit vielen Jahren mit KI, Daten und digitalen Geschäftsmodellen. Mit mehr als 500 Mitarbeitenden und Standorten in mehreren europäischen Ländern begleitet sein Unternehmen Organisationen auf dem Weg zu einer tragfähigen KI-Strategie. Im Gespräch geht es nicht um kurzfristige KI-Hypes, sondern um die entscheidende Frage: Was muss Europa jetzt konkret tun, um bei Künstlicher Intelligenz souverän und wettbewerbsfähig zu bleiben? Alexander Thamm beschreibt KI als Werkzeug — eher als Akkuschrauber denn als Zauberstab. Gemeinsam sprechen Thomas Mühlnickel und er darüber, wie Unternehmen KI sinnvoll einsetzen können, warum Europa nicht nur regulieren, sondern selbst Lösungen bauen muss und welche Rolle Unternehmertum, Haltung und Verantwortung dabei spielen. In dieser Folge geht es unter anderem um: Künstliche Intelligenz in Deutschland und Europa Europas digitale und technologische Souveränität KI-Strategien für Unternehmen und Organisationen Chancen und Risiken generativer KI KI-Agenten, Agenten-Meshes und Automatisierung Robotik und die nächste Welle technologischer Disruption Machtkonzentration bei US-amerikanischen und chinesischen Tech-Konzernen Regulierung versus Innovation in der Europäischen Union Unternehmertum, Verantwortung und Haltung Die Frage, wie Europa bis 2030, 2040 und 2050 zukunftsfähig werden kann Kernthese des Gesprächs: Europa darf Künstliche Intelligenz nicht nur regulieren. Europa muss konkrete KI-Produkte, Unternehmen und Anwendungen entwickeln — in Deutschland und im gesamten europäischen Raum. Über Alexander Thamm Alexander Thamm ist Gründer und CEO der gleichnamigen KI-Beratung. Das Unternehmen unterstützt Firmen und Institutionen bei Datenstrategie, Künstlicher Intelligenz, Machine Learning und der Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle. Über den Podcast „Damit die Guten Gewinnen“ ist der Podcast mit Thomas Mühlnickel über Menschen, Ideen und Entscheidungen, die unsere Zukunft prägen. Es geht um Haltung, Verantwortung, Politik, Wirtschaft, Technologie und die Frage, wie Fortschritt gelingen kann. Jetzt abonnieren, wenn du Gespräche über Zukunft, Verantwortung und echte Veränderung nicht verpassen möchtest. Was muss Europa tun, damit wir bei KI nicht den Anschluss verlieren? Schreib es in die Kommentare. Kapitelmarken: 0:00 Superintelligenz, KI-Hype und die Frage nach der Angst 0:34 Wer sind die Guten? Europas Werte und unternehmerische Haltung 10:14 Alexander Thamm: DDR, Unternehmertum und der Weg zur KI 35:03 Authentizität, Vorbilder und Verantwortung in der KI 51:57 Demokratie, Diskurs und Europas digitale Souveränität 1:00:04 KI als Akkuschrauber: Robotik, Agenten und die Zukunft Europas
59 Minuten
In dieser Folge von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Kristina Lunz, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy, über Frauenhass im Netz, organisierte Mobs und die Frage, was jede und jeder Einzelne dagegen tun kann. Kristina Lunz kommt aus einem Dorf mit 60 Einwohner*innen, studierte in London und Oxford und war die erste in ihrer Familie, die studiert hat. 2014 legte sie sich mit einer Kampagne gegen Sexismus in der Bild-Zeitung mit dem größten Medienkonzern Deutschlands an. 2016 gehörte sie zu den Stimmen, die die Änderung des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip „Nein heißt Nein" durchgesetzt haben. Acht Jahre lang baute sie das Centre for Feminist Foreign Policy auf, mit über 60 internationalen Projekten zu Abrüstung, Menschenrechten und Klimagerechtigkeit. Im Gespräch geht es nicht um abstrakte Debatten über Hass im Netz, sondern um die Mechanik dahinter: Wie aus wenigen Accounts ein scheinbarer Massenprotest wird, warum Extreme belohnt werden und was das mit Frauen macht, die sich öffentlich äußern. Kristina Lunz beschreibt Frauenverachtung als Glut, die in patriarchalen Gesellschaften ohnehin überall liegt. Es brauche wenig, um daraus ein Feuer zu machen. In ihrem Buch zieht sie gemeinsam mit ihrer Co-Autorin die Parallele zu den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit — mit dem Unterschied, dass ein Mob heute an einem Nachmittag organisiert ist. In dieser Folge geht es unter anderem um: Digitale Gewalt gegen Frauen in Deutschland Der Unterschied zwischen Shitstorm und orchestriertem Mob Algorithmic Literacy und wie kleine Accounts Reichweite erzeugen Aufmerksamkeitsökonomie, Desinformation und moralisches Kapital Der Silencing-Effekt: Warum sich Frauen aus Politik und Öffentlichkeit zurückziehen Die Solidaritätsaktion mit über 250 Frauen aus Kultur, Politik und Medien Zehn Forderungen: Femizid als Straftatbestand, sexualisierte Deepfakes, „Ja heißt Ja" Feministische Außenpolitik zwischen Koalitionsvertrag 2021 und heutiger Bedeutungslosigkeit Klassendynamiken in Oxford und die Rolle von Fürsprecher*innen Rechtsextremismus, Ungleichheit und der Kampf um gesellschaftlichen Zusammenhalt Hoffnung als Haltung: der Havel-Satz und ein Blick ins Jahr 2050 Kernthese des Gesprächs: Digitale Gewalt gegen Frauen ist kein Nebeneffekt sozialer Medien, sondern ein Anreizsystem. Wer sie eindämmen will, braucht Gesetze, Schutzstrukturen und Menschen, die die Verteidigungslinie halten. Über Kristina Lunz Kristina Lunz ist Autorin, Aktivistin und Mitgründerin des Centre for Feminist Foreign Policy. Sie schrieb das erste deutschsprachige Buch zu feministischer Außenpolitik, arbeitete für die Vereinten Nationen in New York und Myanmar sowie als Beraterin im Auswärtigen Amt. Zuletzt erschien ihr gemeinsames Buch „Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?", entstanden in nur zweieinhalb Monaten nach der Solidaritätsaktion für Coline Fernandes. Über den Podcast „Damit die Guten gewinnen" ist der Podcast mit Thomas Mühlnickel über Menschen, Ideen und Entscheidungen, die unsere Zukunft prägen. Es geht um Haltung, Verantwortung, Politik, Wirtschaft, Technologie und die Frage, wie Fortschritt gelingen kann. Jetzt abonnieren, wenn du Gespräche über Zukunft, Verantwortung und echte Veränderung nicht verpassen möchtest. Was hilft gegen organisierten Hass im Netz? Schreib es in die Kommentare. Kapitelmarken 0:00 Wer sind die Guten? Integrität und Beispiel statt Meinung 2:44 Vom Dorf mit 60 Einwohner*innen nach Oxford 8:16 Klassendynamik, Habitus und unfaire Vorteile 10:27 Wie feministische Außenpolitik vom Nischenthema zur Debatte wurde 14:22 Die Kampagne gegen die Bild-Zeitung und der erste Gegenwind 18:24 Drohungen, Rückzug und die Frage, ob es weitergeht 20:48 Warum Trolle sich immer Frauen aussuchen 22:04 Die Glut der Frauenverachtung und die digitalen Hexenjagden 25:18 Ein Wochenende, 250 Frauen, zehn Forderungen 29:09 Shitstorm oder orchestrierter Mob? Die Mechani
1 Stunde
Jutta Croll ist eine der profiliertesten Vorkämpferinnen für digitale Gerechtigkeit in Deutschland. Seit über 25 Jahren leitet die studierte Literatur- und Politikwissenschaftlerin die Stiftung Digitale Chancen. Ende der 90er-Jahre erkannte sie bereits die Gefahr einer sozialen Spaltung durch Technologie. Seither widmet sie sich der Mission, dass niemand auf dem Weg zurückbleibt. In dieser Folge von „Damit die Guten gewinnen“ sprechen Thomas Mühlnickel und Jutta Croll über das große Versprechen des Internets. Es geht um die Utopie, dass jede*r Sender und Empfänger sein kann. Sie beleuchten den historischen Kipppunkt, an dem aus einem demokratischen Raum ein kommerzielles Spielfeld wurde. Echte Teilhabe ist heute keine Frage des technischen Zugangs mehr, sondern eine Überlebensfrage für unsere Demokratie. Darüber hinaus geht es um die konkreten Herausforderungen unseres Alltags. Die Flut an Desinformation und Hass im Netz geht uns alle an. Wir brauchen dringend eine Medienkompetenz-Offensive für die Generation WhatsApp. Jutta erklärt, wie der europäische Digital Services Act (DSA) die großen Plattformen endlich in die Pflicht nimmt. Nur so können wir Kinder und Jugendliche im digitalen Raum wirksam schützen. Und dann ist da noch die persönliche Seite. Jutta teilt ihren besten Ratschlag „Play to your strengths“ und berichtet von ihrer Arbeit bei den Vereinten Nationen. Sie erzählt, wie eine digitale Schnitzeljagd mit Tablets älteren Menschen neue Lebenswelten eröffnet. Thomas wiederum beichtet eine höchst unterhaltsame Gesangseinlage aus seiner Podcast-Vergangenheit. Diese überlebt im Netz als unfreiwilliges Lehrstück für Medienkompetenz. Es ist ein Gespräch über den wachen Blick auf technologische Entwicklungen, die Notwendigkeit von Regulierung, und den unerschütterlichen Optimismus. Am Ende steht die Hoffnung, dass die Guten die Oberhand behalten. Themen dieser Folge Wer sind „die Guten“? – Juttas positive Definition in jeder Lebenslage Vom Buch per Fernleihe zum Desktop-Klick: Die Anfänge des Internets in den 90ern Der digitale Graben: Warum soziale Spaltung nicht erst im Netz beginnt Kommerzialisierung ohne Gatekeeper: Wie Big Tech die Gesellschaft verändert hat Zugang vs. Kompetenz: Warum über 90 Prozent Netzabdeckung nicht ausreichen „Play to your strengths“: Der beste Ratschlag, und Thomas’ Gesangs-Fauxpas im Netz Tablets an Schulen: Warum „Bring Your Own Device“ soziale Unterschiede verschärft Der YouTube-Babysitter beim Italiener: Was echte Medienerziehung ausmacht Die Generation WhatsApp: Warum auch 50- bis 70-Jährige Medienkompetenz brauchen Regulierung mit Zähnen: Wie der Digital Services Act (DSA) die Plattformen zähmen soll UN-Beraterin im Silicon Valley: Juttas Arbeit im Internet Governance Forum Deutschland 2050 am Brandenburger Tor: Eine optimistische Vision für unsere Demokratie. Links zur Folge: Jutta Croll Stiftung Digitale Chancen: https://www.digitale-chancen.de/ Jutta Croll LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jutta-croll-1b10721/ Ganze Folge auf Youtube sehen: https://youtu.be/HBzhI5BtOkA LinkedIn Thomas Mühlnickel: https://www.linkedin.com/in/thomas-m%C3%BChlnickel-75048a176/ ASK Berlin: www.ask-berlin.de
1 Stunde 4 Minuten
Was kann ein Fußballverein für den Zusammenhalt einer ganzen Stadt leisten? Und was hat ein Stadion mit echter Freiheit zu tun – jenseits von Regeln, Blasen und Belehrungen? In dieser Episode von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Christian Arbeit, Stadionsprecher und Geschäftsführer Kommunikation des 1. FC Union Berlin, über einen Verein, der anders ist. Angefangen hat alles 1986 auf einem Stehplatz an der Mittellinie. Heute führt Christian außerdem die Unionstiftung „Schulter an Schulter" – nach einem einfachen Motto: Der Starke hilft dem Schwachen. Eine Folge über Gemeinschaft, Haltung, Frauenfußball und die Frage, was Solidarität wirklich bedeutet – im Stadion und weit darüber hinaus. Hauptthemen der Episode: - Vom Fan zur Stimme des Vereins: Christians ungewöhnlicher Weg zum Stadionsprecher durch Zufall und Zufälle. - Das Stadion als sozialer Raum: Warum Fußball Menschen zusammenbringt, die sonst nichts verbindet. - Union bleibt anders: Identität, Haltung und Aufstieg ohne Identitätsverlust. - Haltung bewahren – nicht nur als Slogan, sondern als tägliche Entscheidung. - Frauenfußball konkret fördern: Gemeinsames Trainingszentrum und 8.200 Zuschauende im Schnitt. - Die Stiftung Union Vereint: Wie Fußballkraft gesellschaftliche Kraft werden kann. Wichtige Stellen der Episode: 0:00 Begrüßung 00:06:17 Fanwerdung in der Försterei: Warum Fußball für Christian nie Sport war, sondern Freiheit 00:13:32 Der Weg zur Sprecherstimme: Zweieinhalb Zufälle und ein Abend im Zoopalast 00:30:03 Union bleibt anders: Keine Tormusik – und das aus Überzeugung, nicht aus Trotz 00:41:55 Haltung bewahren im Konflikt: Was der Satz vor dem Leipzig-Spiel wirklich bedeutet 00:45:59 Frauenfußball konkret fördern: Weniger reden, mehr tun – das Union-Prinzip 00:53:32 Die Stiftung als Kraftquelle: Wie ein Fußballverein gesellschaftliche Verantwortung übernimmt 01:02:19 Solidarisches Land im Jahr 2100: Was Christian sich für die Zukunft wünscht Was wir besprochen haben: Christians Definition der Guten: Menschen, die andere freundlich und solidarisch zusammenbringen. Das erste Stadionerlebnis 1986 – und warum er seitdem nie aufgehört hat, Union-Fan zu sein Warum Union keine Tormusik spielt und was das über Vereinsidentität aussagt Aufstieg ohne Kulturschock: Wie Union seinen Charakter auch in der Champions League bewahrte. Der feine Unterschied zwischen Haltung zeigen und PR-Aktionismus 8.200 Zuschauende im Schnitt beim Frauenfußball – zweithöchster Wert in Europa Wie die Stiftung Union Vereint von Müllsammelaktionen bis zur Finanzierung von Teilnahmegebühren für die Special Games wirkt. Warum Christian mit „Work-Life-Balance" nichts anfangen kann – und was ihn wirklich ausgleicht. Seine Hoffnung für 2100: Eine Gesellschaft, die Armut nicht hinnimmt und Solidarität zur Grundlage macht. Links: Jetzt auf Spotify hören: https://open.spotify.com/show/1dLFdwUDlNQNag44RAibgx 1. FC Union Berlin: https://www.fc-union-berlin.de Stiftung Union Vereint – Schulter an Schulter: https://fc-union-stiftung.de/ LinkedIn Christian Arbeit: https://www.linkedin.com/in/christian-arbeit-62371097/ LinkedIn Thomas Mühlnickel: https://www.linkedin.com/in/thomas-m%C3%BChlnickel-75048a176/ Podcast abonnieren: Abonniere „Damit die Guten gewinnen" auf: Spotify Apple Podcasts ️ YouTube und verpasse keine Folge über Menschen, die unsere Gesellschaft positiv verändern.
1 Stunde 3 Minuten
Worte können Brücken bauen, oder unsichtbare Mauern hochziehen. In dieser Folge von „Damit die Guten gewinnen“ spricht Thomas Mühlnickel mit der Schriftstellerin und Dramaturgin Hannah Dübgen über die oft unterschätzte Macht der Sprache. Hannah Dübgen hat in Oxford, Paris und Berlin gelebt und gearbeitet. Aus diesem europäischen Blickwinkel analysiert sie messerscharf, wie stark Sprache in Deutschland und anderen Ländern als sozialer Code funktioniert. Warum ist Sprache eine Klassenfrage? Und wie beeinflusst unsere Herkunft, wie wir gehört werden? Gemeinsam blicken die beiden hinter die Kulissen des Schreibprozesses und sprechen über die „Stunde der Wahrheit“ am Schreibtisch. Sie diskutieren, wie wir in Zeiten von Social Media und digitaler Reizüberflutung unsere Aufmerksamkeit verteidigen können und warum ein philosophisches Grundtraining unserer Debattenkultur guttun würde. Am Ende steht eine entscheidende Frage: Was gibt uns in unruhigen Zeiten wirklich Mut? Für Hannah Dübgen liegt die Antwort in der Kraft der echten, positiven Begeisterung und dem unbändigen Willen, die Gesellschaft gemeinsam zu gestalten. Ein tiefgründiges Gespräch über die Verbindung von Wort und Tat, die Zukunft der Kommunikation und den Mut zum Aufbruch.
1 Stunde 2 Minuten
Diana Kinnert gehört zu den ungewöhnlichsten Stimmen im deutschen Politikbetrieb. Seit fast 15 Jahren CDU-Mitglied, aufgewachsen in Wuppertal, Büroleiterin von Peter Hintze mit 24 – und heute Autorin, Herausgeberin beim Medienhaus Pioneer und unbequeme Beobachterin der eigenen Partei. In dieser Folge von „Damit die Guten gewinnen" sprechen Thomas Mühlnickel und Diana Kinnert über die Momente, die politische Haltung formen: Was es bedeutet, wenn die eigene Partei am Holocaust-Gedenktag Standing Ovations für einen Entschließungsantrag gibt, der Remigration normalisiert. Wo für Diana persönlich die rote Linie liegt. Und warum sie trotz allem noch CDU-Mitglied ist. Darüber hinaus geht es um das Große: Welchen Fortschrittsbegriff braucht Europa wirklich – jenseits von KI-Hype, Mondmissionen und Koffein-Mundsprays? Was macht soziale Infrastruktur aus – Kneipen, Nachbarschaften, Gemeinschaft? Und warum sind Plattformmonopole im Kern antimarktwirtschaftlich? Und dann ist da noch „Die Achtsamkeitsfalle", Dianas neues Buch. Eine gesellschaftspolitische Analyse dessen, wie wir systemisches Versagen auf Individuen abwälzen – und warum Supplements, Schlaftracker und Infrarotmasken kein Ersatz für kollektiven Widerstand sind. Ein Gespräch mit intellektueller Tiefe, persönlicher Offenheit und dem festen Glauben: Einfach Mensch sein – das ist ein politisches Ziel.
Wir haben die Menschen allein gelassen – Thomas Losse-Müller über Spaltung, Solidarität & Optimismus
1 Stunde 15 Minuten
Was passiert mit einer Gesellschaft, wenn immer mehr Menschen das Gefühl haben, mit den Risiken des Lebens allein gelassen zu werden? Thomas Losse-Müller, Direktor der Stiftung Klimaneutralität und Gründer des Sozialklimarats, hat darauf eine unbequeme Antwort: „Wir haben ganz viele Leute alleine gelassen." Der Ökonom war bei der Weltbank, in Washington, London und Afrika, wurde Spitzenkandidat der SPD in Schleswig-Holstein – und macht heute aus seiner Haltung kein Geheimnis: Die wirklich Guten sind für ihn jene, die wissen, dass die großen Dinge nur gemeinsam gelingen. Im Gespräch mit Thomas Mühlnickel erzählt Losse-Müller von seinem ungewöhnlichen Weg: vom Investmentbanker zum Klimastrategen, vom Wechsel der Grünen zur SPD und von der bitteren Lehre eines verlorenen Wahlkampfs. Er spricht offen darüber, dass er kein geborener Frontmann ist, warum er „mindestens drei Sätze" braucht, um Vertrauen aufzubauen, und was ihm eine ältere Wählerin auf einem Marktplatz über Politik beigebracht hat, das er bis heute nicht vergisst. Vom Dorfleben in den Hüttener Bergen spannt sich der Bogen zu seinem zentralen Thema: dem sozialen Riss in der Klimapolitik. Losse-Müller erklärt, warum bestehende Instrumente vor allem wohlhabende Haushalte erreichen – und zwei Drittel der Menschen schlicht überfordern. Es sei „keine Frage von noch mehr Überzeugung", sondern davon, wie wir Klimaschutz als Daseinsvorsorge für alle organisieren. Er beschreibt den welthistorischen Moment, in dem Sonne und Wind die ganze Welt mit billiger Energie versorgen könnten – und warum wir uns nur trauen müssten, die Fesseln zu lösen. Am Ende geht es um die große Frage hinter allem: Warum wählen Menschen die Zerstörung? Wie hängt das mit 40 Jahren falsch verstandener Sicherung zusammen – und mit den „Peter Thiels dieser Welt"? Und warum bleibt Losse-Müller trotz allem zutiefst optimistisch? Ein Gespräch über Solidarität und Spaltung, Klimaschutz für alle und den Rechtsruck, über Mut, Demut und die Frage, warum 2050 ein besseres Land möglich ist – wenn wir die Menschen nicht länger alleinlassen. Themen dieser Folge 0:00 Solidarität: Der Kitt, der Gesellschaften zusammenhält 0:19 Globale Ungleichheit und Solidarität 1:07 Podcast-Auftakt mit Thomas 3:57 Wer sind die Guten? 8:38 Leben auf dem Dorf 10:26 Neugier statt Langeweile 17:22 Der Wechsel zur SPD 23:23 Streit, Solidarität und Demokratie 25:47 Politische Bühne und Wahlkampf 36:22 Gute Ratschläge fürs Leben 42:44 Zurück zur Klimapolitik 50:47 Klimaschutz für alle 57:50 Soziale Marktwirtschaft neu denken 1:00:47 Der überforderte Staat 1:04:37 Demokratie unter Druck 1:09:59 Disruption und Hoffnung 1:12:45 Mut, Zukunft und 2050 Links: Jetzt auf Spotify hören: https://open.spotify.com/show/1dLFdwUDlNQNag44RAibgx Sozial-Klimarat: https://sozial-klimarat.de LinkedIn Thomas Losse-Müller: https://www.linkedin.com/in/thomas-losse-m%C3%BCller-b74637129/ LinkedIn Thomas Mühlnickel https://www.linkedin.com/in/thomas-mühlnickel-75048a176/ #Klimaneutralität #Solidarität #Klimaschutz #Klimapolitik #Energiewende #Demokratie #Rechtsruck #Populismus #Optimismus #ThomasLosseMüller #StiftungKlimaneutralität #Sozialklimarat #Podcast
1 Stunde
Was hält eine Gesellschaft zusammen, wenn der Hass lauter wird? Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland, hat darauf eine klare Antwort und eine, die bei ihm selbst beginnt. Als Theologe und Sozialmanager steht er einem der größten Wohlfahrtsverbände des Landes vor und macht aus seiner Haltung kein Geheimnis: Die Diakonie äußert sich nicht parteipolitisch, aber sie ist parteilich in der Anwaltschaft für Menschen, die in Not sind. Im Gespräch mit Thomas Mühlnickel erzählt Rüdiger von seiner persönlichen Glaubensgeschichte und davon, dass Glaube für ihn nichts Selbstsicheres ist. Er spricht über die Momente, in denen ihn der Zweifel übermannt, über die Kraft des Zuhörens und darüber, warum Kompromissfähigkeit keine Schwäche, sondern eine demokratische Tugend ist. Es ist ein Gespräch, das zeigt, wie eng persönliche Verletzlichkeit und öffentliche Verantwortung zusammenhängen. Rüdiger erklärt, warum die Diakonie dort einschreitet, wo die Würde von Menschen verletzt wird und was das konkret bedeutet, wenn Rechtsextremismus salonfähig zu werden droht. Er macht deutlich, warum Anwaltschaft für Benachteiligte kein politisches Bekenntnis zu einer Partei ist, sondern eine Grundüberzeugung des Glaubens. Und er benennt, wo für die Diakonie die roten Linien verlaufen, wenn jemand gegen diese Haltung verstößt. Ein Gespräch über Glauben und Zweifel, Menschenwürde und Zusammenhalt, die Bürgergeld-Debatte und den gesellschaftlichen Rechtsruck und darüber, warum der Tod nicht das letzte Wort hat. Themen dieser Folge 0:00 Nicht parteipolitisch, sondern parteilich 2:07 Wer sind eigentlich „die Guten"? 3:52 Ruhrgebiet: Solidarität und sozialer Abstieg 6:45 Vom Pfarrhaus zur Berufung: sein Glaubensweg 13:27 Die unterschätzte Kraft des Zuhörens 17:00 Was die Diakonie wirklich leistet 19:15 Christliche Nächstenliebe – heute noch zeitgemäß? 23:10 Klare Haltung gegen Rechtsextremismus 27:29 Ehrenamt, das Sinn stiftet 31:06 Was ihn an der Bürgergeld-Debatte traurig macht 35:20 Konkurrenz oder Zusammenhalt der Wohlfahrtsverbände? 37:15 Kompromiss: die Königsdisziplin der Demokratie 43:20 Verunsicherte Demokratie in schweren Zeiten 48:21 Kirche und Diakonie: Wer braucht wen? 49:36 Glaube, Zweifel und die Würde des Menschen 54:18 Was ihm Mut macht – und der Blick auf 2050 #RüdigerSchuch #Diakonie #DiakonieDeutschland #Wohlfahrt #Sozialstaat #Nächstenliebe #Ehrenamt #Glaube #Kirche #Theologie #Zusammenhalt #Demokratie #Menschenwürde #GegenRechts #Bürgergeld #Zuhören #Kompromiss #Zivilgesellschaft #Hoffnung
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Kann Liebe eine politische Kraft sein? Daniel Schreiber, einer der prägenden Stimmen des literarischen Essays in Deutschland, ist überzeugt davon. Seine Spiegel-Bestseller „Nüchtern", „Zuhause", „Allein" und „Die Zeit der Verluste" haben eine neue Form des persönlichen Essays im deutschsprachigen Raum begründet. In seinem aktuellen Buch „Liebe – ein Aufruf" stellt er eine radikale Frage: Wie können wir in einer Zeit des Hasses und der Ohnmacht die Liebe als Gegenkraft wiederentdecken? Im Gespräch mit Thomas Mühlnickel erzählt Daniel von seiner Kindheit auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern, den prägenden Baseballschlägerjahren der 90er und dem Freiheitsgefühl, das er zum ersten Mal in New York erlebte. Er spricht über seine literarischen Vorbilder Christa Wolf und Joan Didion, über den schmerzhaften Prozess des Schreibens – und darüber, warum ihm irgendwann „die Fähigkeit abhandengekommen war, die Welt zu lieben". Daniel erklärt, warum Vernunft und gute Argumente allein dem grassierenden Hass nicht beikommen. Warum Solidarität, Fürsorge und Gemeinwohl keine naiven Abstraktionen sind, sondern die Grundpfeiler jeder funktionierenden Gesellschaft. Und warum eine Politik der Liebe konkreter ist, als sie klingt – von innergesellschaftlicher Solidarität über Verantwortung für nachfolgende Generationen bis hin zum leidenschaftlichen Widersprechen, wenn politische Begriffe umgewertet werden Ein Gespräch über ostdeutsche Identität, politische Ohnmacht, die Bürgergeld-Debatte, fehlende politische Repräsentation – und darüber, warum die Zukunft nicht vorgeschrieben ist. Themen dieser Folge 00:00:00 – Intro: Warum Liebe eine politische Kraft ist 00:02:13 – „Wer sind die Guten?" – Engagement statt Egoismus 00:04:31 – Aufwachsen in der DDR: Kindheit auf dem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern 00:10:39 – Ostdeutsche Identität und die Fehler der Wiedervereinigung 00:14:37 – New York und Queerness: Zum ersten Mal wirklich frei 00:18:34 – Bestseller schreiben als innere Arbeit: Von „Nüchtern" bis „Liebe" 00:26:42 – „Mir war die Fähigkeit abhandengekommen, die Welt zu lieben" 00:29:24 – Liebe als Gegenkraft zum Hass: Warum Vernunft allein nicht reicht 00:35:08 – Neoliberalismus, Umverteilung und fehlende politische Repräsentation 00:44:09 – Fünf Sätze vervollständigen: Von Luisa Neubauer bis zum Generationenvertrag 00:55:36 – Was bedeutet Freiheit wirklich? Persönliche Definition eines Ostdeutschen 00:58:00 – Raus aus der Ohnmacht: Wie Engagement unser politisches Grundgefühl verändert 01:06:48 – Die Zeitkapsel 2050: Warum Daniel keine Prognosen macht
59 Minuten
In dieser Episode des Podcasts "Damit die Guten gewinnen" spreche ich mit Franziska Engehausen, der Geschäftsführerin der Parkinson-Stiftung und Gesundheitsökonomin. Unser Gespräch dreht sich um die Herausforderungen und Chancen im Umgang mit Parkinson, einer neurodegenerativen Krankheit, die in Deutschland etwa 400.000 Menschen betrifft und weltweit rapide zunimmt. Franziska setzt sich für mehr Forschungsanstrengungen, bessere Versorgung und erhöhte Sichtbarkeit der Krankheit ein, mit dem ehrgeizigen Ziel, in zehn Jahren die Botschaft „Parkinson ist jetzt heilbar“ auf der Website der Stiftung zu präsentieren. Wir diskutieren die oft vernachlässigten Symptome von Parkinson und die Schwierigkeiten bei der Diagnose dieser Krankheit. Franziska betont, dass viele Frauen und junge Menschen an Parkinson leiden, jedoch die Erkrankung häufig spät oder gar nicht erkannt wird. Wir beleuchten die Rolle unseres Gesundheitssystems und die Dringlichkeit, dass Männer und Frauen unterschiedlich behandelt werden, da ihre Krankheitsbilder variieren. In diesem Kontext ist auch das Ehrenamt ein wichtiges Thema für Franziska, da sie sich sowohl politisch als auch praktisch für das Wohl chronisch kranker Menschen engagiert. Ein weiteres zentrales Thema ist die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit psychischen Erkrankungen, die häufig als Tabuthemen behandelt werden. Wir sprechen über die Relevanz von Aufklärung und Unterstützung für Menschen mit Parkinson und deren Angehörige, insbesondere in Bezug auf die unglaublichen Herausforderungen, die diese Menschen in ihrem Alltag bewältigen müssen. Franziska erläutert, wie die Parkinson-Stiftung aktuell Projekte fördert, die innovative Ansätze für die Behandlung und Behandlung der Erkrankung aufzeigen. Ein faszinierender Aspekt unserer Diskussion ist die Einführung des kleinen Chatbots "James", der Patienten rund um die Uhr zur Verfügung steht, um ihre Fragen zu beantworteten. Dieses digitale Tool wird als Beitrag zur Aufklärung und Unterstützung von Parkinson-Betroffenen angesehen, um ihnen schnelle und fundierte Informationen zu bieten. Zusammenfassend glauben wir, dass Gesundheitspolitik nicht nur aus der Verteidigung des Bestehenden besteht, sondern auch fortlaufende Reformen und Verbesserungen erfordert. Wir fordern ein Umdenken in der Gesellschaft, um Parkinson und ähnliche Krankheiten nicht nur als Patientenzahlen, sondern als Teil eines sozialen Ganzen zu betrachten, das ebenfalls Anerkennung und Respekt verdient. Abschließend führt Franziska aus, dass wir uns als Gesellschaft Gedanken darüber machen müssen, wie wir Menschen mit schweren Krankheiten wahrnehmen und unterstützen können, sodass wir schließlich eine gesündere und verständnisvollere Gesellschaft schaffen. 00:00:07 Einführung in Parkinson und Engagement 00:00:27 Die Rolle der Demokratie in der Gesellschaft 00:00:42 Ehrenamtliche Tätigkeiten und persönliche Erfahrungen 00:00:53 Franziska Engehausen und ihr Werdegang 00:06:41 Herausforderungen im Gesundheitssystem 00:08:50 Aktuelle Entwicklungen im Gesundheitssystem 00:10:31 Wünsche für das Gesundheitssystem 00:12:06 Einblick in die Parkinson-Stiftung 00:13:45 Parkinson als Thema in der Gesellschaft 00:16:34 Symptome und Diagnose von Parkinson 00:19:08 Forschung zu Ursachen von Parkinson 00:22:01 Einsatz von KI in der Parkinson-Stiftung 00:25:00 Aktivitäten zum Weltparkinson-Tag 00:28:08 Die Rolle der Stiftung in der Forschung 00:31:16 Unterstützung der Parkinson-Stiftung 00:33:43 Bedeutung der Stiftung in der Forschung 00:35:50 Frank Elstner als Botschafter der Stiftung 00:37:52 Zukunftsvisionen für Parkinson 00:40:18 Vergleich zu HIV/AIDS und Hoffnung auf Heilung 00:45:22 Sport und Bewegung bei Parkinson 00:49:05 Sensibilisierung für Parkinson in der Öffentlichkeit 00:52:09 Respekt gegenüber Erkrankten in der Gesellschaft 00:55:25 Abschließende Gedanken und Zukunftsausblick
Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser - Verena Bentele (VdK) über Grenzen, Empathie, Zusammenhalt.
1 Stunde 2 Minuten
Fünf Goldmedaillen und trotzdem kein Interesse an einer Karriere als TV-Star? Was bewegt eine der erfolgreichsten deutschen Paralympionikinnen dazu, die große Bühne gegen die Berliner Sozialpolitik zu tauschen? In dieser Episode von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Verena Bentele – fünffache paralympische Goldmedaillengewinnerin, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland und Vizepräsidentin des Deutschen Olympischen Sportbunds. Verena erzählt, wie sie ein Jahr nach einem schweren Unfall in Vancouver alles abräumte, warum sie danach bewusst den politischen Weg wählte und weshalb ihr Lebensmotto „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser" nicht nur im Sport, sondern auch für unseren Sozialstaat gilt. Sie spricht über die Grenzen der Empathie, die sie verschieben möchte, über Leistungsgerechtigkeit jenseits von Prestige und Porsche – und darüber, warum Olympische Spiele in Deutschland dem Zusammenhalt guttun würden. Eine Folge über Vertrauen, Verantwortung, Gemeinschaft und die Überzeugung, dass der Sozialstaat unser größtes gemeinsames Vermögen ist.