Was muss eigentlich noch passieren, damit wir begreifen, was auf
dem Spiel steht? Und wie bleibt die Demokratie lebendig, wenn ihr
die Streitlust abhandenkommt, Michel Friedman? In dieser Episode
von „Damit die Guten gewinnen" spricht Thomas Mühlnickel mit Michel
Friedman, Rechtsanwalt, Philosoph und Publizist. Folge 45 ist
zugleich unsere erste Live-Folge: Zum zweijährigen Jubiläum des
Podcasts sind wir nach Düsseldorf gefahren und haben am 9. Oktober
2026 im Rahmen der ZOON PODCAST WEEK vor Publikum aufgezeichnet.
Friedman erzählt, wie er „auf einem Friedhof aufgewachsen" ist:
Seine Eltern überlebten, weil Oskar Schindler sie rettete. Sie
lebten in Krakau, wurden nach der Rückkehr aus ihrer Wohnung
geworfen und gingen nach Paris. Mit zehn Jahren kam Friedman nach
Deutschland, ohne ein Wort Deutsch, mit einem UN-Staatenlosenpass.
Heute, mit 70, versteht er sich als „Handelsvertreter der
Demokratie". Eine Folge über Demokratie, Freiheit, Streitkultur und
Erinnerung und die Frage, was jede*r Einzelne tun kann, solange das
letzte Wort nicht gesprochen ist. Hauptthemen der Episode: Zäsur in
Sachsen-Anhalt: Warum Friedman die Wahl eines
AfD-Landtagspräsidenten als Zäsur und Generalprobe einordnet.
Unbesorgt in die Krise: Weshalb ihn die niedrige Erregung im Land
mehr beunruhigt als die Partei selbst. Freiheit heißt Wahl: Was
Menschen verlieren, wenn Autoritäre regieren. Streit als
Sauerstoff: Warum Demokratie im Alltag geübt wird, in Familie,
Verein und Büro. Parteien im Zerbröseln: Wie Friedman die Lage von
FDP, CDU, SPD und Grünen einordnet. Judenhass und Verantwortung:
Warum er die Sicherheit jüdischen Lebens als Thermometer der
Demokratie versteht. Bayreuth und der Mut zur Veränderung: Wie aus
einer Ausladung die Rede im Festspielhaus wurde. Wichtige Stellen
der Episode: 0:00 Begrüßung 00:02:50 AfD-Landtagspräsident:
Vogelschiss oder Bedrohung? 00:11:26 Handelsvertreter der
Demokratie 00:15:25 Die Wahl beim Frühstück: Croissant statt
Graubrot 00:22:27 Frei oder unfrei? Und warum Streit Sauerstoff ist
00:27:53 Berlin, die Linke und der Judenhass 00:46:33 Aufgewachsen
auf einem Friedhof 00:50:44 „Ich bin Ihr Drittwäldler" 00:54:32 Der
Brief an die Söhne 01:04:00 Bayreuth: Die Rede im Festspielhaus
01:28:15 Der Stachel des Oskar Schindler 01:34:18 Was wir ab morgen
tun können 01:41:50 Drei kurze Fragen zum Schluss Was wir
besprochen haben: Live bei der ZOON PODCAST WEEK: Erste Live-Folge
am 9. Oktober 2026 im Palais Wittgenstein in Düsseldorf. Friedman:
„das letzte Wort wird tatsächlich nie gesprochen sein". Schild auf
der Königsallee: Friedmans Vorschlag, ein Schild mit „Ich liebe die
Freiheit, Sie nicht, wir müssen streiten" hochzuhalten oder mit
einer Tasse Kaffee bei den Nachbarn zu klingeln. Der Friedhof als
Kindheit: Seine Eltern waren „die Friedhofswärter", er „ihr
jüngster Lehrling". Schon als Kind wusste er, dass die Ursache
dieses Friedhofs einen Namen hatte. Oskar Schindler als
Lebensbeweis: Warum „Was kann ich als Einzelner schon tun" für
Friedman nur eine Entschuldigung ist, nichts zu tun. Der
Drittwäldler: Wie ein Zuhörer ihm bei einer Uni-Veranstaltung zur
doppelten Staatsbürgerschaft zeigte, welche rassistischen Bilder in
einem einzigen Wort stecken. Brief an meine Söhne: Thomas liest das
Ende von Friedmans Buch „Judenhass" vor, darunter den Gedanken,
dass das Gegenteil von Hass Respekt ist. Bayreuth und Katharina
Wagner: Vier Wochen nach der Ausladung, Friedman als
„Überbrückungskabel" und Wagners Satz laut Friedman: „Schluss mit
den Lügen, Schluss mit den Legenden". Herz-Emoji und der Erste:
Friedmans Tipp gegen Hass im Netz, und warum bald Verstärkung
kommt, wenn jemand als Erste*r Stopp sagt. Kein Ranking: Auf die
Frage, wer ihn derzeit beeindruckt, nennt Friedman „Menschen, die
was tun, die es versuchen". Kein Blick ins Jahr 2050: „Das ist
Astrologie, was du von mir verlangst". Stattdessen bekennt er „Ich
glaube an Zukunft" und rät: „Aufstehen. Immer wieder aufstehen."
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