Risikobasierter Ansatz Archiv
438 Episoden
27 Minuten
Wir stellen Claude von Anthropic vor und vergleichen die kostenlose und die kostenpflichtigen Varianten. Dabei sprechen wir über Anmeldung und Preise sowie über die verfügbaren Modelle und deren Nutzungslimits. Wir weisen außerdem darauf hin, dass Nutzer selbst prüfen müssen, ob die Verarbeitung von Daten mit dem eigenen Datenschutz und Berufsrecht vereinbar ist. Anhand einer Checkliste für den Datenschutz in einem mittelständischen Unternehmen testen wir Claude mit einem standardisierten Prompt. Die kostenlose Version liefert zügig eine umfangreiche Aufzählung, während die kostenpflichtige Version ein deutlich ausführlicheres Ergebnis mit Quellen und einem interaktiven Artefakt erstellt. Der umfangreichere Test mit einem leistungsfähigeren Modell dauert etwa 15 Minuten. Wir betonen, dass KI-Ergebnisse geprüft werden müssen und dass wiederholte Anfragen unterschiedlich ausfallen können. Wir sprechen über die Quellenangaben und die Grenzen der Ergebnisse: Die kostenlose Variante verweist unter anderem auf Gesetzestexte, liefert aber keine weiterführenden Webquellen, anhand derer sich zusätzliche Hinweise nachvollziehen lassen. Die Bezahlversion bietet eine formatierte Checkliste, die sich bearbeiten, exportieren und mit Rückfragen ergänzen lässt. Einen systematischen Vergleich mit anderen KI-Systemen nehmen wir nicht vor; aus persönlicher Erfahrung gefallen uns Claudes Ergebnisse bei der Textarbeit gut. Zum Schluss gehen wir auf weitere Funktionen ein, darunter Projekte, Designwerkzeuge, geplante Aufgaben und interaktive Artefakte wie Dashboards. Außerdem beschreiben wir Claude Cowork, das mit freigegebenen Dateien und Verzeichnissen arbeiten und Aufgaben am Rechner ausführen kann. Ergänzend erwähnen wir Plugins für Word, Excel und PowerPoint, mit denen Claude innerhalb dieser Programme unterstützen kann.
14 Minuten
Wir besprechen die zweite Auflage des juristischen Handbuchs *Künstliche Intelligenz und Robotik*, herausgegeben von Martin Ebers, Christian A. Heinze und Björn Steinrötter. Das 2026 im Beck-Verlag erschienene Hardcover umfasst rund 1.520 Seiten und kostet 229 Euro. Es ist außerdem über die Online-Module IT-Recht Premium und KI-Recht+ verfügbar; eine PDF-Kaufoption gibt es nicht. Wir ordnen Aufbau und Themenbreite des Werks ein. Nach einer Einführung in die Geschichte und technischen Grundlagen von KI sowie den Regulierungsrahmen behandelt das Handbuch zahlreiche Rechtsgebiete, darunter Zivil-, Vertrags-, Verbraucher-, Arbeits-, Datenschutz-, Daten-, Urheber-, Wettbewerbs- und Steuerrecht. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf konkreten Anwendungsfällen, etwa Legal Tech, Smart Cities, Landwirtschaft, Medizin, Journalismus, Industrie und Robotik im Kriegseinsatz. Wir sprechen über den wissenschaftlichen Anspruch und den Praxisbezug: Die Themen werden ausführlich und mit zahlreichen Fußnoten behandelt, zugleich veranschaulichen Praxisbeispiele die juristischen Fragestellungen. Das Handbuch eignet sich damit als Nachschlagewerk, das Grundlagen, Rechtsgebiete und Anwendungsszenarien systematisch zusammenführt. Als Einschränkung nennen wir den überwiegenden Fließtext und den Mangel an erklärenden Grafiken, die komplexe Fragen anschaulicher machen könnten. Außerdem fällt das Überblickskapitel zur KI-Verordnung knapp aus; insbesondere die verbotenen KI-Praktiken hätten ausführlicher behandelt werden können. Insgesamt halten wir das Werk für eine umfassende Orientierung für Juristinnen und Juristen, die sich mit KI und Robotik befassen. Seine Anschaffung ist vor allem für diejenigen sinnvoll, die dieses spezialisierte Wissen benötigen.
1 Minute
In dieser Folge schauen wir uns Googles KI-Angebote an und vergleichen sie mit ChatGPT und Claude. Wir zeigen zunächst, wie Googles KI-Antworten inzwischen direkt in der Suche erscheinen und Quellen verlinken. Dabei prüfen wir eine Antwort zur DSGVO und finden eine ungenaue Angabe zum Zeitpunkt ihres Inkrafttretens. Das Beispiel zeigt, dass KI-Antworten trotz ihres sicheren Auftretens überprüft werden sollten. Anschließend testen wir Gemini als allgemeines KI-Chattool. Mit einem Prompt zur Arbeit eines Datenschutzbeauftragten vergleichen wir die kostenlose Variante mit unterschiedlichen Denkaufwands-Einstellungen. Die Antworten liefern einen stichpunktartigen ersten Überblick, enthalten aber in unserem Test keine Quellenangaben. Wir sprechen auch über Unterschiede bei Antwortlänge, Bearbeitungszeit und Nutzungslimits. Wir erläutern die Preisstufen von Google AI und die zusätzlichen Leistungen wie Speicherplatz und weitere Google-Dienste. Dabei weisen wir darauf hin, dass die Nutzung kostenloser und kostenpflichtiger Angebote jeweils datenschutz- und compliancebezogen geprüft werden muss. Geschäftsdaten und personenbezogene Daten sollten nicht ohne vorherige Prüfung eingegeben werden; rechtliche Einsatzfragen behandeln wir nicht. Außerdem stellen wir weitere Angebote im Google-Ökosystem vor: NotebookLM, Google AI Studio und Antigravity. Mit AI Studio und Antigravity lassen sich Anwendungen und automatisierte Abläufe entwickeln. Wir besprechen auch, wie Gemini mit vorgegebenen Wissensquellen aus NotebookLM arbeiten kann und dadurch die Ergebnisse stärker auf diese Quellen begrenzt werden. Zum Schluss ordnen wir Gemini im Vergleich zu ChatGPT und Claude ein. Wir sehen die Dienste bei Chatten und Funktionsumfang grundsätzlich auf Augenhöhe, wobei sich ihre Stärken je nach Aufgabe unterscheiden und sich mit neuen Modellen verändern können.
20 Minuten
In dieser Folge besprechen wir das Sachbuch „KI in Lehre, Weiterbildung und Training“ von Dominik Freinhofer. Wir ordnen den Inhalt für Menschen ein, die selbst unterrichten, Schulungen durchführen oder Lernangebote gestalten, und betrachten, wie KI bei der Vorbereitung und Vermittlung von Wissen eingesetzt werden kann. Wir stellen die Themen des Buches vor: Grundlagen generativer KI und großer Sprachmodelle, einen Überblick über Chatbots und weitere Werkzeuge sowie Prompt- und Context-Engineering. Anschließend sprechen wir über die Anwendung in der Bildung, darunter die Planung von Lehrkonzepten, die Gestaltung von Veranstaltungen und die Unterstützung bei der Erstellung von Präsentationen. Ein Schwerpunkt ist die Leistungsbewertung im KI-Zeitalter. Wir diskutieren, wie KI die Erstellung von Hausarbeiten verändert und weshalb Lehrende neue Formen der Aufgabenstellung und Prüfung berücksichtigen müssen. Dabei geht es auch um mögliche Regeln für den KI-Einsatz und die Rolle mündlicher Prüfungen. Wir besprechen außerdem die Abschnitte zu Datenschutz, Urheberrecht und geistigem Eigentum. Diese Themen werden im Buch angesprochen, bleiben nach unserer Einschätzung jedoch knapp und bieten nur einen grundlegenden Überblick. Auch Fragen zu Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Verzerrungen und Diskriminierung werden kurz behandelt. Zum Abschluss heben wir die klare Gliederung, die Quellenangaben und die weiterführenden Ressourcen hervor. Zugleich sprechen wir über die wenigen Abbildungen und Screenshots im Buch und darüber, dass zusätzliche Visualisierungen den Inhalt an manchen Stellen hätten ergänzen können.
34 Minuten
In dieser Folge stellen wir ChatGPT vor und ordnen die Nutzung aus juristischer Sicht ein. Wir sprechen über die unterschiedlichen kostenlosen und kostenpflichtigen Tarife, ihre Funktionen und Preise sowie darüber, dass private Varianten nicht ohne Weiteres für den geschäftlichen Einsatz geeignet sind. Dabei geht es auch um Datenspeicherung, die Möglichkeit, Eingaben vom KI-Training auszuschließen, und die zusätzlichen Vertragsbedingungen in Business- und Enterprise-Angeboten. Anhand eines allgemeinen Compliance-Prompts vergleichen wir kostenlose und kostenpflichtige Antworten. Wir sehen, dass beide umfangreiche Inhalte und Quellen liefern können, während kostenpflichtige Varianten tendenziell ausführlicher antworten. Zugleich besprechen wir, dass Ergebnisse unterschiedlich ausfallen und rechtliche Angaben geprüft werden müssen. Halluzinationen seien seltener geworden, aber veraltete oder unvollständige Informationen könnten weiterhin vorkommen. Anschließend erklären wir agentische KI-Funktionen: ChatGPT kann mit Dateien und, über Schnittstellen, mit Anwendungen und Cloud-Speichern arbeiten. Das kann die Nutzungsmöglichkeiten erweitern, erhöht aber auch die Anforderungen an Datenschutz und Compliance, da zusätzliche Daten an den Anbieter gelangen können. Für Berufsgeheimnisträger kommen insbesondere Fragen des Berufsrechts, der Verschwiegenheit und möglicher strafrechtlicher Risiken hinzu. Wir vergleichen diese Anforderungen mit spezialisierten juristischen KI-Tools und deren Vertrags- und Softwareintegrationen. Zum Schluss besprechen wir, wie sich allgemeine KI-Tools für unkritische, anonymisierte oder allgemeine Aufgaben einsetzen lassen, etwa für Datenschutzdokumentationen. Sobald Unternehmens- oder personenbezogene Daten verarbeitet werden, empfehlen wir, den Einsatz intern zu prüfen und eine passende Business-Lizenz in Betracht zu ziehen.
18 Minuten
In dieser Folge stellen wir das Buch **„Product Compliance“** vor, erschienen im Nomos Verlag. Es handelt sich um ein umfangreiches deutschsprachiges Praxiswerk mit Formulare, Checklisten und Erläuterungen rund um die Produktcompliance. Das Buch ist als Hardcover mit knapp 1500 Seiten angelegt und wurde von Hans Steege und Kuuya J. Chibanguza herausgegeben. Wir ordnen das Werk als sehr praxisnahes Nachschlagewerk ein, das sich am Produktlebenszyklus orientiert. Behandelt werden unter anderem der Compliance-Rahmen, Vertragsfragen, Konstruktion und Produktion, Zulassung und Zertifizierung sowie Produktvorfälle und Rückrufe. Auch Rechtsschutz, Krisenkommunikation, Versicherung und internationale Produktfragen spielen eine Rolle. Ein eigenes Kapitel behandelt digitale, vernetzte, automatisierte und KI-basierte Produkte. Dieses Thema wird als noch ausbaufähig beschrieben, weil viele Produkte heute bereits eine digitale Komponente haben. Insgesamt wird das Buch aber als solide und breit angelegt bewertet. Hervorgehoben werden die vielen Praxisbausteine wie Formulierungen, Checklisten, Tabellen, Grafiken und konkrete Beispiele aus Bereichen wie Lebensmittel, Kosmetik, Arzneimittel und Spielzeug. Zusätzlich wird betont, dass es einen Online-Zugang über Beck Online gibt, sodass Inhalte nicht nur gedruckt, sondern auch digital nutzbar sind.
1 Minute
In dieser Folge sprechen wir über das KI-Tool anwaltgpt.de und ordnen ein, wofür es eingesetzt werden kann. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein solches System Juristen bei Datenschutz, Compliance und anderen juristischen Themen unterstützen kann. Wir besprechen außerdem die rechtlichen und datenschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung von Cloud-KI-Tools. Dazu gehören Auftragsverarbeitung, Verschwiegenheitspflichten und die Frage, ob die Nutzung mit berufsrechtlichen Vorgaben vereinbar ist. Der Anbieter stellt dafür nach Angaben im Gespräch passende Unterlagen bereit. Danach schauen wir auf die Preise und den Funktionsumfang. Es gibt eine kostenlose Version mit begrenzten Anfragen, außerdem kostenpflichtige Stufen mit mehr täglichen und monatlichen Anfragen. Zusätzlich werden Handelsregister und Bundesanzeiger durchsucht, während große juristische Datenbanken wie Beck oder Otto Schmidt nicht enthalten sind. Besprochen werden auch die Funktionen des Systems. Dazu zählen eigene Wissensdatenbanken, Vorlagen, Aktenfunktionen, Fristenverwaltung, Prozesskostenrechner, Zeiterfassung und E-Mail-Funktionen. Außerdem gibt es einen Desktop-Agenten, der mit lokalen Dateien arbeiten kann, ohne alles in die Cloud hochzuladen. Zum Schluss testen wir das System an einem Beispiel und sehen, dass es Quellen aus Gesetzgebung und Rechtsprechung einbezieht. Gleichzeitig wird betont, dass die Ergebnisse immer geprüft werden müssen, weil KI Fehler machen kann. Insgesamt wird das Tool als besonders interessant für kleine Kanzleien und Einzelanwälte beschrieben.
1 Minute
In der Folge wird das Buch **„Musik, Recht und Verträge“** vorgestellt, herausgegeben von Florian Drücke und René Huarot. Es handelt sich um die zweite Auflage aus dem Jahr 2026, erschienen im R&W Verlag. Das Werk kostet 39 Euro als gedrucktes Buch und 32,99 Euro als E-Book. Die Sprecher betonen, dass sie unabhängig darüber sprechen und keine Werbung machen wollen. Das Buch ist als **FAQ-Sammlung** aufgebaut und enthält über 150 Fragen mit kurzen, praxisnahen Antworten. Es richtet sich laut Titel an Interessierte, Einsteiger und Profis. Besonders hervorgehoben werden die verständliche Sprache, die klaren Erklärungen und der starke Praxisbezug. Zusätzlich gibt es Musterverträge, Praxisbeispiele und Grafiken. Inhaltlich behandelt das Buch zentrale Themen des Musikrechts, etwa Verträge, die Rolle der GEMA, File-Sharing, Privatkopie, Streaming und das Thema Sampling. Auch der langjährige Rechtsstreit um Moses Pelham und Kraftwerk wird angesprochen, insbesondere die Frage, unter welchen Bedingungen Sampling als Pastiche zulässig sein kann. Die Sprecher sehen das Werk als nützliches Nachschlagewerk für viele Fragen aus der Musikpraxis. Kritisch angemerkt wird, dass das Thema **KI und Musik** nur sehr knapp behandelt wird. Zwar gibt es Abschnitte zu modernen Technologien wie NFTs und Blockchain sowie drei Fragen zu KI und Musik auf wenigen Seiten, doch das wird als zu wenig empfunden. Gerade angesichts aktueller Entwicklungen und neuer Tools hätten sich die Sprecher deutlich mehr dazu gewünscht. Zum Schluss wird das Buch insgesamt positiv bewertet, vor allem wegen der klaren Struktur und der kurzen, präzisen Antworten. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung, dass eine mögliche dritte Auflage das Thema KI ausführlicher aufgreift.
28 Minuten
In der Sendung wird das KI-Tool logicc.com vorgestellt. Zu Beginn wird darauf hingewiesen, dass die rechtliche und datenschutzrechtliche Einordnung von den Nutzenden selbst geprüft werden müsse; im Fokus der Folge stehen Funktionen, Einsatzmöglichkeiten und Preise. Das Tool richtet sich nicht speziell an Juristen, sondern an verschiedene Branchen mit sensiblen Daten, etwa Medizin, Finanz- und Steuerberatung, Immobilien und öffentliche Einrichtungen. Es wird als Plattform beschrieben, auf der große KI-Modelle verschlüsselt, EU-gehostet und DSGVO-orientiert genutzt werden können. In höheren Tarifen sind auch eine Verschwiegenheitsvereinbarung und ein Bezug zu § 203 StGB vorgesehen. Bei den Preisen werden monatlich vier Stufen genannt: Business für 30 Euro, Secure Plus für 50 Euro, Max für 90 Euro sowie ein individuell verhandeltes Enterprise-Modell. Je nach Tarif steigen Nutzungslimits und Funktionsumfang; im Max-Tarif gibt es außerdem Zugang zu Frontier-Modellen. Die Oberfläche wird als sehr aufgeräumt und einfach beschrieben. Nutzer können zwischen „Smart Select“ und einzelnen Modellen wählen, erhalten Modellinfos per Mouseover und finden Funktionen wie Chat, Promptbibliothek, Assistenten und Projekte. Spezielle juristische Zusatzfunktionen oder Office-Plugins werden nicht gezeigt. Im Praxistest wird eine Compliance- und Datenschutzanfrage gestellt. Das System liefert schnell eine Antwort mit Quellenangaben, etwa aus offiziellen Rechts- und Datenschutzquellen. Kritisch angemerkt wird, dass die Antworten teilweise stark in Bullet Points gehalten sind und das genutzte Modell nicht angezeigt wird. Abschließend fällt das Urteil insgesamt positiv aus: Das Tool wird als preislich angemessen, übersichtlich und für Nutzer geeignet beschrieben, die allgemeine KI-Modelle in einer sichereren Umgebung verwenden wollen, ohne eine spezielle juristische Lösung zu benötigen.
1 Minute
Es wird ein Buch über Datenqualität besprochen: „Datenqualität – Der Leitfaden für die Praxis“ von Christiana Klingenberg, erschienen im Hansa Fachbuchverlag. Das Buch kostet 49,99 Euro und umfasst in der E-Book-Version etwas über 200 Seiten. Die Autorin war bereits zuvor im Gespräch, unter anderem zu Datenqualität und zu ihrem beruflichen Werdegang. Im Mittelpunkt der Besprechung steht, dass das Buch den Anspruch „für die Praxis“ erfüllt. Es verbindet Grundlagen mit konkreten Hinweisen zur Umsetzung in Organisationen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Datenfelder oder Benennungen, sondern um den gesamten Rahmen, der für belastbare Datenqualität nötig ist. Hervorgehoben wird, dass das Thema vor allem in größeren Organisationen komplex ist, etwa in Unternehmen oder Behörden. Dort müssen verschiedene Fachbereiche, Anforderungen und Beteiligte berücksichtigt werden. Ein System, das ohne Einbindung der Betroffenen eingeführt wird, werde auf Dauer nicht funktionieren. Das Buch behandelt nach Aussage der Besprechung auch Themen wie Metadatenpflege, Datenmanagement und den Aufbau eines langfristig funktionsfähigen Vorgehens. Es enthält viele Grafiken, Checklisten und Praxishinweise. Dadurch werde der Inhalt anschaulich und leichter verständlich. Außerdem wird der Zusammenhang zu rechtlichen und organisatorischen Anforderungen angesprochen, etwa zu DSGVO, Data Act, Data Governance und der KI-Verordnung. Datenqualität wird als Grundlage beschrieben, um solche Vorgaben zu erfüllen und hochwertige Daten auch für KI-Anwendungen nutzbar zu machen. Abschließend wird empfohlen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, auch wenn man das Buch nicht kauft. Es wird als hilfreicher Leitfaden für alle beschrieben, die Datenqualität oder Data Governance in einer Organisation aufbauen oder verbessern wollen.
30 Minuten
Wir stellen mit Dolpner KI-Associate ein KI-basiertes Tool vor, das sich vor allem an Juristinnen und Juristen richtet. Wir weisen dabei direkt auf unseren Zusammenhang mit dem Deubner Verlag und auf den vollwertigen Testzugang hin und sagen, dass wir das Tool so objektiv wie möglich betrachten. Das Tool kostet 199 Euro pro Mitarbeiter und Monat, monatlich kündbar, und bietet einen 14-tägigen Testzeitraum. Es gibt außerdem eine größere Variante mit 7.500 Credits für 349 Euro. Mit einem Credit-Rechner lässt sich vorab abschätzen, ob das jeweilige Paket für die eigene Kanzlei reicht. Wir zeigen, dass Dolpner KI-Associate stark auf aktenbasierte juristische Arbeit ausgerichtet ist. Man kann Akten anlegen, Dokumente wie PDF oder Word-Dateien hochladen und dann mit einer automatisch erzeugten Übersicht, einem Zeitstrahl, Beteiligteninformationen und geführten Chats arbeiten. Auch einfache Chat-Anfragen sind möglich, allerdings innerhalb einer Akte. Wir nennen die aktuellen Anbindungen an anwaltliche Software, darunter RA-MICRO, Advo, VerA, Actaport, Kleos und YourNotes. Außerdem erwähnen wir Rahmenbedingungen wie Auftragsverarbeitungsvertrag und Verschwiegenheitsvereinbarung, damit hochgeladene Dokumente nicht anonymisiert werden müssen. Wir beschreiben, dass das System mit spezialisierten KI-Agenten arbeitet und bei Anfragen transparent zeigt, welche Quellen und Themen es prüft. Im Test mit einer datenschutzrechtlichen Anfrage werden unter anderem DSGVO, BDSG, TDDDG, Rechtsgrundlagen, Informationspflichten, Betroffenenrechte und Datenschutzfolgenabschätzung berücksichtigt. Zum Schluss ordnen wir das Tool ein: Für Anwälte, die mit Akten arbeiten, ist es nach unserer Einschätzung besonders sinnvoll, weil es Arbeit und Zeit sparen kann und sich gut in typische Kanzleiabläufe einfügt. Für Datenschutzbeauftragte oder andere Nutzer ohne aktenbasierte Arbeit ist es weniger passend.
1 Minute
In dem Gespräch wird ein aktuelles Buch über OSINT vorgestellt. OSINT steht für Open Source Intelligence und bezeichnet das Auffinden, Verifizieren und Verknüpfen von Informationen aus offenen Quellen, vor allem aus dem Internet. Das Buch stammt aus dem Rheinwerk Verlag, umfasst 448 Seiten und kostet gedruckt 34,90 Euro; als Bundle mit E-Book wird es für 39,90 Euro empfohlen. Zunächst wird erklärt, warum das Thema für IT-Sicherheit relevant ist. Anhand von Social Engineering wird beschrieben, dass Angreifer Informationen über Personen oder Organisationen aus öffentlichen Quellen sammeln und daraus Profile erstellen können. Genannt werden unter anderem Namen von Mitarbeitern, Social-Media-Daten, Hobbys, Urlaubsorte oder andere verstreute Angaben, die zusammengefügt ein aussagekräftiges Bild ergeben können. Das Buch wird inhaltlich grob entlang eines Arbeitsablaufs beschrieben: Planung, Sammlung, Verarbeitung, Analyse und Auswertung. Besprochen werden außerdem operative Sicherheit und die Frage, welche Spuren die eigene Recherche hinterlassen kann. Ein kurzes Kapitel behandelt rechtliche Rahmenbedingungen, wird aber als zu knapp empfunden. Ein großer Teil des Buches widmet sich der praktischen Suche nach Informationen. Genannt werden erweiterte Google-Recherchen, alternative Suchmaschinen wie Yandex sowie die Suche in sozialen Netzwerken und anderen Quellen. Das Buch soll viele konkrete Beispiele enthalten, etwa zur Auswertung von Bildern, Verkehrsmitteln, Gerichtsurteilen oder öffentlichen Spuren in Diensten wie Strava. Hervorgehoben wird, dass Open Source nicht kostenlos bedeutet. Manche nutzbaren Quellen oder Dienste sind kostenpflichtig, und professionelle OSINT-Tools können sehr teuer sein. Das Buch wird insgesamt als praxisnah, gut recherchiert und lesenswert beschrieben. Es soll den Blick darauf schärfen, welche Informationen man selbst preisgibt und wie leicht sie verknüpft werden können.
23 Minuten
In dem Gespräch wird das KI-Tool Beck-Noxtua vorgestellt, das sich an Juristen und gegebenenfalls auch an Datenschützer richtet. Die Gesprächspartner betonen, dass jeder Nutzer selbst prüfen muss, ob der Einsatz mit Datenschutzrecht, Berufsrecht und anderen Vorgaben vereinbar ist. Das Tool wird als juristisch spezialisiertes System beschrieben, das auf Inhalten des Beck-Verlags basiert und laut Darstellung auf eigenen Servern in Europa betrieben wird. Genannt werden unter anderem Zertifizierungen, AV-Vertrag und weitere Unterlagen, die den rechtlichen Einsatz erleichtern sollen. Bei den Preisen wird hervorgehoben, dass es nur eine Lizenzvariante gibt, jedoch mindestens drei Lizenzen gekauft werden müssen. Das Drei-Lizenzen-Paket kostet 1050 Euro pro Monat zuzüglich Umsatzsteuer, später steigt der Preis auf 1230 Euro. Eine vierte Lizenz kostet zusätzlich 410 Euro. Die Gesprächspartner ordnen das als sehr teuer ein. Inhaltlich kann die KI auf juristische Inhalte des Beck-Verlags zugreifen, unter anderem auf zahlreiche Kommentare aus verschiedenen Rechtsgebieten. Wenn zusätzliche Module nicht lizenziert sind, lassen sich verlinkte Inhalte zwar anzeigen, aber nicht vollständig aufrufen. Die Inhalte werden nach Angaben fortlaufend aktualisiert. Die Oberfläche wird als schlicht und übersichtlich beschrieben und erinnert an ChatGPT. Man kann eigene Dokumente einbinden, den Editor-Modus nutzen und die Jurisdiktion wechseln. Insgesamt sind die Einstellmöglichkeiten aber begrenzt, und umfassende Workflow- oder Kanzlei-Management-Funktionen fehlen. Im Test erzeugt das System nach Eingabe eines juristischen Prompts schnell eine Antwort, die auf den ersten Blick überzeugend wirkt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass es sich weiterhin um generative KI handelt, die Fehler machen kann, und dass die Verantwortung für die Prüfung bei den Nutzern bleibt. Abschließend wird Beck-Noxtua als spezialisiertes Arbeitsmittel für juristische Recherche und Unterstützung eingeordnet, besonders nützlich für Nutzer, die ohnehin Beck-Online-Inhalte verwenden. Kritisiert werden vor allem der hohe Preis und die fehlende Ein-Personen-Lizenz.
57 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über ein juristisches Werk zum Cyber Resilience Act, also zur Cyberresilienzverordnung. Wir ordnen das Buch als Kommentar aus dem Nomos Verlag ein, herausgegeben von Meinhard Schröder und Korbinian Hartl, und stellen fest, dass das Thema im Vergleich zu Datenschutz und Künstlicher Intelligenz noch zu wenig Beachtung bekommt. Wir erklären zunächst den Inhalt des Cyber Resilience Act: Die EU-Verordnung stellt Sicherheitsanforderungen an bestimmte vernetzte Produkte und gilt unmittelbar in den Mitgliedstaaten. Sie betrifft den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, von der Entwicklung über die Herstellung bis nach der Veröffentlichung. Besonders wichtig werden ab dem 11. September 2026 Meldepflichten für Hersteller bei Schwachstellen und Sicherheitsvorfällen. Anhand von Beispielen wie Routern oder Apps machen wir deutlich, dass nicht nur große Unternehmen betroffen sein können, sondern auch kleinere Entwickler oder Anbieter spezialisierter Lösungen. Wir sprechen darüber, dass vernetzte Geräte immer stärker vernetzt sind und dadurch auch angreifbar werden. Das Buch wird dabei als klassischer Kommentar beschrieben, der den Act Norm für Norm erläutert und auch Erwägungsgründe sowie Anhänge mit abdruckt. Positiv heben wir hervor, dass der Kommentar trotz seines juristischen Charakters praxisnah ist. Er enthält Abbildungen, Tabellen und konkrete Hinweise für die praktische Umsetzung. Außerdem berücksichtigt er Zusammenhänge mit anderen Regelungen wie NIS2 und der DSGVO. Abschließend ordnen wir die Zielgruppe ein: Das Werk richtet sich vor allem an Hersteller, Anbieter, Rechtsabteilungen und spezialisierte Berater. Für Käufer von Produkten ergeben sich ihre Rechte eher aus den allgemeinen zivilrechtlichen Regeln. Ergänzend erwähnen wir, dass auch eine deutsche Durchführungsverordnung und delegierte Rechtsakte mit abgedruckt sind.
23 Minuten
Im Gespräch stellt sich Prof. Dr. Alexander Golland vor und berichtet von seinem Wechsel von der FH Aachen an die Hochschule Osnabrück. Dort liegt sein Schwerpunkt nun stärker auf dem Datenschutzrecht, außerdem übernimmt er Lehrveranstaltungen zu Künstlicher Intelligenz und Wettbewerbsrecht. Er beschreibt, dass die neue Stelle näher an seinen Forschungsinteressen liegt. Anschließend geht es um die Frage, wie Datenschutz und KI im beruflichen Alltag zusammenhängen. Als Beispiel wird die Suche nach einem geeigneten Handwerker über ein KI-System genannt. Golland erklärt, dass im beruflichen Kontext bereits dann personenbezogene Daten verarbeitet werden können, wenn Suchergebnisse auch inhabergeführte Betriebe oder konkrete Namen enthalten. Dann greifen die Pflichten der DSGVO, etwa Rechtmäßigkeit, Transparenz und Verantwortlichkeit. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz von KI bei Bewerbungen und Personalentscheidungen. Wird etwa ein Lebenslauf in ein KI-System eingegeben, um Informationen aus dem Internet abzugleichen, kann das eine datenschutzrechtlich relevante Verarbeitung sein. Als mögliche Rechtsgrundlage werden vor allem berechtigtes Interesse und in bestimmten Fällen Erforderlichkeit für die Vertragsanbahnung diskutiert. Bei sensiblen Daten, Behörden oder im Beschäftigungskontext gelten zusätzliche Einschränkungen. Danach wird Artikel 22 DSGVO besprochen. Die Runde diskutiert, wann eine ausschließlich automatisierte Entscheidung vorliegt und wann ein Mensch ausreichend eingebunden ist. Golland betont, dass ein „Human in the Loop“ echte Eingriffsmöglichkeiten haben muss. Er verweist zudem auf die KI-Verordnung, die bei Hochrisiko-Anwendungen menschliche Aufsicht verlangt. Zum Schluss geht es um praktische Maßnahmen für Unternehmen. Golland empfiehlt, wenige KI-Tools gezielt zu nutzen, kostenpflichtige Versionen einzusetzen, Training soweit möglich zu deaktivieren und Beschäftigte zu schulen. Wichtig seien klare Richtlinien, Dokumentation, ein Verzeichnis der eingesetzten KI-Systeme sowie ein Widerspruchsmanagement. Außerdem wird das Risiko von Datentransfers in die USA und die mögliche Zukunft des Transatlantic Data Privacy Frameworks angesprochen.