Risikobasierter Ansatz Archiv
438 Episoden
14 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über einen juristischen Kommentar zu den Gesetzen DSGVO, BDSG und TDDDG. Wir besprechen dabei die fünfte neu bearbeitete Auflage des Werks aus dem Otto-Schmidt-Verlag, das sowohl gedruckt als auch über mehrere Online-Module zugänglich ist. Wir ordnen das Buch als umfangreichen 3-in-1-Kommentar ein, der drei eng miteinander verbundene Gesetze in einem Band zusammenführt. Besonders hervorgehoben wird, dass die Verzahnungen zwischen den Normen gut dargestellt werden und auch weitere aktuelle Rechtsakte wie der Data Act und die KI-Verordnung berücksichtigt werden. Ein Schwerpunkt der Besprechung liegt auf dem Praxisbezug. Wir betonen, dass das Werk nicht nur wissenschaftlich arbeitet, sondern viele ausdrücklich gekennzeichnete Praxishinweise bietet. Dadurch soll es nicht nur juristische Hintergründe erklären, sondern auch konkrete Orientierung für die Anwendung liefern. Gleichzeitig nennen wir auch Grenzen des Werks. Bei einzelnen Themen, etwa bei Artikel 32 DSGVO, wünschen wir uns noch mehr konkrete Beispiele und technische Hinweise. Insgesamt liegt der Fokus aber klar auf DSGVO und BDSG, während das TDDDG knapper behandelt wird. Zum Schluss sprechen wir über die sprachliche und strukturelle Qualität sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir halten das Werk trotz seines Umfangs für prägnant und gut gegliedert, mit hilfreichem Stichwortverzeichnis und fair eingeordnetem Preis.
28 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Prime Legal AI, ein KI-gestütztes Tool für juristische Arbeit, insbesondere im Umfeld von Datenschutz und anwaltlichen Tätigkeiten. Wir stellen die Bedienung, die grundlegende Funktionsweise und die Einsatzmöglichkeiten im Arbeitsalltag vor. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine rechtliche Bewertung der Zulässigkeit im Einzelfall, sondern um die praktische Nutzung des Systems. Wir schauen uns zunächst die Preisstruktur an. Prime Legal AI gibt es als Core- und Advanced-Variante mit monatlicher oder jährlicher Lizenz. Die Advanced-Version enthält zusätzliche Fachinhalte, vor allem von Otto Schmidt, während die Core-Version bereits viele juristische Quellen und Grundfunktionen bietet. Dazu gehören unter anderem Anonymisierung, Schnittstellen, ein Word-Add-in und ein persönlicher Video-Chat-Support. Anschließend testen wir die Oberfläche und die Arbeitsweise des Tools. Wir legen Akten an, laden Dokumente hoch und arbeiten mit einem Chatfenster, in dem sich gezielt Fragen zu einzelnen Vorgängen stellen lassen. Für jede Anfrage können Quellen ausgewählt werden, etwa Entscheidungen, Fachinhalte oder bestimmte Datenbanken, um die Ergebnisse einzugrenzen. Wir zeigen außerdem einen typischen Anwendungsfall aus dem Datenschutz: Wir lassen uns eine strukturierte Checkliste für die Arbeit als Datenschutzbeauftragter in einem mittelständischen Unternehmen erstellen und bauen darauf eine To-do-Liste auf. Die Ergebnisse lassen sich direkt als Word- oder PDF-Datei exportieren und enthalten Quellenangaben. Zum Schluss sprechen wir über die Einbindung in bestehende Arbeitsabläufe, etwa über Word, API-Anbindungen und Kanzleisoftware. Insgesamt bewerten wir das Tool als gut nutzbar, mit einer einfachen Oberfläche und einem klaren Fokus auf juristische Inhalte.
19 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über ein juristisches Fachbuch zum Thema Datenschutz für Führungskräfte in Marketing, Sales und Vertrieb. Wir ordnen das Werk als praxisnahen Leitfaden ein, der sich nicht mit Datenschutz allgemein, sondern gezielt mit diesem Teilbereich beschäftigt. Wir stellen das Buch von Karl-Heinz Ferenz vor, erschienen im R&W Verlag in der DFV Mediengruppe. Es umfasst 318 Seiten, ist als Broschüre im Format 5 gehalten und sowohl gedruckt als auch als E-Book erhältlich. Inhaltlich wird der Anspruch eines kompakten Praxisleitfadens mit Checklisten, Vorlagen und Beispielen aus unserer Sicht erfüllt. Wir heben hervor, dass das Buch stark auf die praktische Arbeit in Unternehmen ausgerichtet ist. Behandelt werden typische Themen wie Datenflüsse, Datenquellen, E-Mail-Werbung, Newsletter, Consent-Management und der Umgang mit Datenpannen. Dabei werden auch Risiken und die Abwägung von Aufwand und Nutzen angesprochen. Wir sprechen außerdem darüber, dass das Buch neben der DSGVO auch weitere Regelungen wie das TDDDG und das UWG mitdenkt, wenn es um Werbung und elektronische Kommunikation geht. Positiv fällt uns die Struktur mit griffigen Überschriften, Grafiken, Mustern und Checklisten auf, die das Buch als Nachschlagewerk nutzbar machen. Zum Schluss betonen wir, dass das Buch nicht nur für Führungskräfte, sondern auch für Inhouse-Rechtsabteilungen und externe Berater hilfreich sein kann. Kritik gibt es daran, dass die Vorlagen offenbar nicht als Download angeboten werden und daher manuell übernommen werden müssen.
26 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Libratec.ai als KI-Tool für Juristen und Datenschützer. Zu Beginn ordnen wir ein, dass der Einsatz in Bezug auf Datenschutz, Berufsrecht und Compliance im Einzelfall selbst geprüft werden muss und wir keine Rechtsberatung geben. Wir gehen dann auf die Preisstruktur ein. Es gibt die Tarife Starter, Professional und Team, mit monatlichen Kosten pro Nutzer. Die Starter-Version enthält bis zu 100 Chat-Nachrichten und 100 Dokumente pro Monat, während in der Professional-Version unbegrenzte Nutzung sowie Deep-Thinking-Modi und weitere Funktionen verfügbar sind. Ein wichtiger Unterschied liegt bei den Integrationen. In der Professional-Version gibt es Word- und Outlook-Add-ins sowie SharePoint-Anbindung. Außerdem können juristische Inhalte von Verlagen wie Wolters Kluwer und Otto Schmidt eingebunden werden, diese müssen jedoch zusätzlich lizenziert werden. Anschließend schauen wir uns die Oberfläche und die Arbeitsweise an. Das Tool ist stark an ChatGPT angelehnt, bietet Projektverwaltung, Recherchefunktionen und die Einbindung von Dateien und Quellen. Wir testen außerdem eine Anfrage im Bereich Datenschutz und sehen, dass die KI mit juristischen Quellen arbeitet und Ergebnisse direkt verlinkt. Wir sprechen auch über Vorlagen und Assistenten für verschiedene Rechtsgebiete und typische Aufgaben wie Schriftsätze, Vertragsprüfungen oder spezifische Workflows. Insgesamt bewerten wir das Tool als übersichtlich und nützlich, besonders wenn bereits juristische Datenbanken im Einsatz sind. Zum Schluss erwähnen wir die Testmöglichkeit. Es gibt eine kostenlose Demo mit zeitlicher Begrenzung, die automatisch ausläuft. Dadurch kann man das Tool zunächst ausprobieren, bevor man sich für eine kostenpflichtige Lizenz entscheidet.
18 Minuten
Wir sprechen über die dritte, aktualisierte und erweiterte Auflage von „Content Creation mit KI – Das umfassende Handbuch“. Das Buch richtet sich an alle, die mit KI Inhalte erstellen oder dafür Werkzeuge einsetzen, und wir ordnen es als stark erweitertes Werk ein. Wir gehen auf die Eckdaten ein: Die Hauptautoren sind Andreas Behrens und Carsten Beuth, ergänzt um ein längeres juristisches Kapitel von Thomas Schwenke. Das Buch umfasst 705 Seiten und ist in Schwarz-Weiß gedruckt; das PDF im Bundle ist farbig. Preislich liegt die gedruckte Ausgabe bei 39,90 Euro, ebenso das E-Book, das Bundle regulär bei 44,90 Euro. Inhaltlich deckt das Buch viele Bereiche der Content-Erstellung mit KI ab. Dazu gehören Prompting, Texten mit und ohne KI, sowie der Einsatz aktueller Tools wie Gemini, Perplexity, OpenAI und Anthropic. Wir besprechen auch den Wandel hin zu multimodalen Systemen, die mit Text, Bild, Audio und Video arbeiten können. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Unterschied zwischen klassischer SEO und GEO, also der Optimierung für generative KI-Systeme. Außerdem behandelt das Buch Bild-, Audio-, Musik- und Videoanwendungen, den Aufbau einer eigenen Marke sowie den Einsatz von KI-Agenten für Aufgaben, bei denen das Ergebnis vorgegeben wird und die KI selbst arbeitet. Besonders hervorheben wir das Kapitel zu den rechtlichen Aspekten der Content-Erstellung mit KI. Die rund 60 Seiten sind prägnant, praxisnah und mit Checklisten, Illustrationen und konkreten Tipps versehen. Zusätzlich erwähnen wir das Kapitel zu neuen Kreativberufen durch generative KI, das zeigt, welche neuen Tätigkeiten und Fähigkeiten in diesem Feld entstehen können.
24 Minuten
In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Rolf Schwartmann über sein Buch **„Überleben mit KI“**. Das Buch ist im FAZ-Buchverlag erschienen, umfasst 286 Seiten und richtet sich ausdrücklich an ein breiteres Publikum. Wir ordnen das Werk als allgemein verständliche Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz ein, nicht als rein juristisches Fachbuch. Wir erklären, warum das Thema für uns vor allem rechtlich interessant ist: KI ist aus unserer Sicht kein ausschließlich juristisches Thema, sondern berührt verschiedene Bereiche. Wir schildern, dass wir uns schon länger mit KI befassen und dass insbesondere der Begriff der Autonomie für uns zentral ist. Darauf aufbauend wollten wir die rechtlichen Fragen in eine verständliche Form bringen. Wir sprechen auch über die Entstehung des Buchs. Wir berichten, dass wir das Manuskript neben der Arbeit, an Wochenenden und in der Freizeit geschrieben haben. Dabei war uns wichtig, komplexe Inhalte so aufzubereiten, dass sie auch außerhalb eines Fachpublikums verständlich bleiben. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Struktur des Buches. Wir erklären, dass sich ein Drei-Stufen-Plan erst im späteren Verlauf herausgebildet hat: KI verstehen, KI kontrollieren und mit KI leben. Dazu kommen Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen, die das Thema in konkrete Kontexte übertragen. Zum Schluss sprechen wir über die Veröffentlichung und den Weg zum Verlag. Wir berichten, dass der FAZ-Buchverlag das Projekt schnell aufgegriffen und professionell umgesetzt hat. Außerdem erwähnen wir eine besondere Verbindung des Buches zu einem Pferdemotiv im Coverkonzept und eine persönliche Anekdote dazu.
16 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über ein juristisches Fachbuch zur neuen EU-Verordnung über künstliche Intelligenz. Wir stellen das Werk „Die neue Verordnung der EU zur künstlichen Intelligenz, Rechtsfragen und Compliance“ in der zweiten Auflage vor, nennen die Herausgeber, den Umfang von 307 Seiten und ordnen auch den Preis ein. Wir halten fest, dass die zweite Auflage bereits die finale Fassung der KI-Verordnung und die bis zum Erscheinen veröffentlichten Leitlinien der EU-Kommission berücksichtigt. Die späteren Omnibus-Änderungen sind noch nicht enthalten, aber ein großer Teil des Inhalts ist nach unserer Einschätzung weiterhin aktuell. Inhaltlich bewerten wir das Buch als klar strukturiert und gut lesbar. Es bietet eine fundierte Auseinandersetzung mit der KI-Verordnung, schaut auch auf Entwicklungen in den USA und behandelt zusätzlich Fragen der zivilrechtlichen Haftung beim KI-Einsatz. Kritisch sehen wir, dass das Werk wenig praxisnah ist. Uns fehlen konkretere Beispiele und vor allem eine ausführlichere Darstellung der Pflichten von Betreibern, also derjenigen, die KI-Systeme nutzen. Der Schwerpunkt liegt deutlich auf den Anbieterpflichten. Positiv heben wir das Sachverzeichnis, den Index und ein eigenes Kapitel zu Sanktionen hervor. Insgesamt sehen wir das Buch als guten Einstieg und verlässlichen Überblick, aber eher als Rechtshandbuch denn als Praxishandbuch.
23 Minuten
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Robert Faustner über sein Buch und seine Dissertation zum datenschutzrechtlichen Schadensersatzanspruch nach Artikel 82 DSGVO. Wir ordnen das Werk ein, das sich mit der Forschung und Rechtsprechung in Deutschland und Österreich befasst, und sprechen über die zentralen Fragen rund um den Schadenersatz im Datenschutzrecht. Wir erzählen außerdem, wie Faustner als Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Datenschutzrecht zu diesem Thema gekommen ist. Er beschreibt, dass ihn die Verbindung verschiedener Rechtsgebiete und die Entwicklung eines neuen Rechtsgebiets seit Einführung der DSGVO besonders interessiert haben. Die Arbeit habe er bewusst praxisnah angelegt, damit sie nicht nur wissenschaftlich, sondern auch für die anwaltliche Praxis relevant ist. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entstehung der Dissertation an der Universität Innsbruck. Faustner schildert, wie wichtig ihm ein Betreuer mit engem fachlichem Austausch war, und warum er sich schließlich für die Betreuung dort entschieden hat. Im Zusammenhang damit erklärt er auch, weshalb er neben dem deutschen Recht den österreichischen Schadensersatzanspruch mit untersucht hat. Wir sprechen auch über die praktische Umsetzung während seiner Berufstätigkeit. Faustner hat die Arbeit größtenteils in seiner Freizeit, an Wochenenden und im Urlaub geschrieben. Er berichtet von viel Vorarbeit, umfangreicher Rechtsprechungs- und Literaturauswertung sowie dem zusätzlichen Aufwand durch Zitate, Fußnoten und Formatierung. Ein weiterer Punkt ist der Umgang mit aktueller Rechtsprechung während der Schreibzeit. Faustner erläutert, dass ihn Entscheidungen des EuGH und anderer Gerichte teils bestätigt, teils dazu gezwungen haben, einzelne Passagen anzupassen. Am Ende geht es auch um seine Erfahrungen mit der Verlagssuche, kleinere Nacharbeiten vor der Veröffentlichung und seine Hinweise für andere, die neben dem Beruf promovieren möchten.
22 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über das Buch **„Cyberspionage – Wie Nachrichtendienste um Informationen und Kontrolle kämpfen“** von Florian Dallweg. Wir ordnen ein, für wen das Buch interessant sein kann, und machen klar, dass es nicht als Anleitung zum Schutz vor staatlichen Angriffen zu verstehen ist, sondern vor allem einen Überblick über das Thema gibt. Wir gehen zunächst auf die Einordnung des Buchs ein: Es ist im Rheinwerk Verlag erschienen, umfasst 484 Seiten und enthält neben einem gedruckten Buch auch eine digitale Version. Außerdem erwähnen wir, dass das Buch in Farbe digital und gedruckt schwarz-weiß vorliegt und dass es mit QR-Codes auf begleitende Videos verweist. Inhaltlich behandeln wir zuerst Grundlagen wie Begriffe rund um Spionage und Hacker, die deutschen Nachrichtendienste und deren Auswahl- und Sicherheitsverfahren. Dazu kommen Rechtsgrundlagen, strafrechtliche Fragen sowie die Abgrenzung zu Whistleblowing und Geheimnisverrat. Auch die Sicherheitsarchitektur in Deutschland und das Zusammenspiel der Behörden wird erläutert. Danach sprechen wir über den größeren Teil des Buchs mit technischen und politischen Themen. Dazu gehören Malware, Trojaner, staatliche Akteure aus verschiedenen Ländern, bekannte Fälle wie Stuxnet, Einflussoperationen und die Frage der Attribution. Ein eigenes Kapitel widmet sich OSINT, außerdem geht es um menschliche und technische Quellen, SIGINT, IMSI-Catcher, Drohnen, operative Sicherheit und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Cyberspionage. Zum Schluss fassen wir zusammen, dass das Buch viele unterschiedliche Perspektiven verbindet und sowohl für beruflich Interessierte als auch für Leserinnen und Leser mit allgemeinem Interesse an Cybersicherheit und Nachrichtendiensten geeignet sein kann.
38 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Weiterbildung im weitesten Sinne und besonders über KI-Kompetenz. Unser Gast ist Prof. Dr. Rolf Spatmann, mit dem wir die jüngsten Änderungen in der KI-Verordnung und die Frage diskutieren, was Artikel 4 in der Praxis für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen bedeutet. Wir erklären, dass sich durch den sogenannten Omnibus die Formulierung verändert hat: Statt KI-Kompetenz in einem bestimmten Niveau sicherzustellen, sollen wir nun unterstützende Maßnahmen ergreifen, um sie zu fördern. Inhaltlich bleibt für uns aber wichtig, dass nicht irgendeine allgemeine Maßnahme reicht, sondern dass wir uns an technischen Kenntnissen, Erfahrungen und dem jeweiligen Einsatzkontext orientieren. Ein großer Schwerpunkt ist das von Rolf Spatmann geprägte Bild des „KI-Seepferdchens“. Wir sprechen darüber, wie daraus die Idee eines kindgerechten Online-Zertifikats entstanden ist, das Kinder früh an KI heranführt. Das Seepferdchen steht dabei für ein erstes Mitmachen und Verstehen, nicht für vollständige Kompetenz. Wir besprechen außerdem, wie sich dieses Konzept auf Erwachsene übertragen lässt. Dabei geht es um konkrete Lerninhalte wie Prompting, Missalignment, Automatisierungsbias und den Ankereffekt. Wichtig ist uns, dass wir KI nicht nur theoretisch erklären, sondern auch praktisch erfahrbar machen, damit wir sehen, wie sich Eingaben auf Ergebnisse auswirken und warum diese Ergebnisse nicht immer zuverlässig sind. Zum Schluss betonen wir die Verantwortung der Menschen, die KI einsetzen oder bereitstellen. Für uns ist KI-Kompetenz nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern vor allem notwendig, damit wir die Systeme sinnvoll und verantwortungsvoll nutzen können.
17 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über das Buch **„Digitale Sicherheit – Governance, Recht und Technik“**. Es handelt sich um einen **Stichwortkommentar**, also ein Werk, das die Themen nicht paragrafenweise, sondern über einzelne Begriffe und Schlagworte erschließt. Wir ordnen dieses Format als eher selten ein und sehen darin gerade für das Thema digitale Sicherheit einen sinnvollen Ansatz, weil rechtliche, technische und organisatorische Fragen zusammengeführt werden. Wir gehen auf die Eckdaten des Buches ein: Herausgeberin ist **Dr. Judith Nink**, erschienen ist das Werk im **Nomos Verlag** in **erster Auflage 2026** mit **521 Seiten**. Es gibt mehrere Autorinnen und Autoren, ein Hardcover sowie eine frei verfügbare Leseprobe. Wir betonen, dass wir das Rezensionsexemplar ohne Einflussnahme erhalten haben. Inhaltlich überzeugt uns vor allem die **breite und praxisnahe Anlage**. Das Buch behandelt **44 Stichworte** und deckt damit die wichtigsten Bereiche ab, auch wenn einzelne Themen an anderer Stelle noch ausführlicher hätten behandelt werden können. Positiv heben wir den **interdisziplinären Ansatz** hervor, da nicht nur Juristinnen und Juristen, sondern auch technische Perspektiven einfließen. Besonders nennen wir Beispiele wie **Anonymisierung, Pseudonymisierung, Löschen, Risikomanagement, künstliche Intelligenz, BCM und Informationssicherheitsmanagementsysteme**. Wir sehen das Werk als gut lesbar, gut strukturiert und mit vielen **Praxishilfen, Checklisten und Beispielen** ausgestattet. Kritik üben wir nur punktuell, etwa bei den **technisch-organisatorischen Maßnahmen** und bei der **künstlichen Intelligenz**, wo uns einzelne Bezüge zu gesetzlichen Definitionen zu knapp erscheinen. Abschließend bewerten wir das Buch als **sinnvoll für alle, die mit digitaler Sicherheit beruflich zu tun haben**. Gerade für Nicht-Juristinnen und Nicht-Juristen ist das Stichwortformat aus unserer Sicht zugänglicher als klassische Kommentare. Wir sehen das Werk als hilfreiche Grundlage für den Überblick über Risiken, rechtliche Anforderungen und technische Zusammenhänge.
13 Minuten
Wir sprechen in dieser Folge über einen juristischen Kommentar zum Data Act und zum Data Governance Act. Es handelt sich um ein umfangreiches Werk mit über 1300 Seiten, das in gedruckter Form und als E-Book zu einem hohen Preis angeboten wird. Herausgeber ist Berang Ratschi, und an dem Buch sind mehrere Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Bereichen beteiligt. Wir ordnen das Werk als klassischen Kommentar ein, also eine Darstellung Norm für Norm mit wissenschaftlicher Aufarbeitung. Die verschiedenen beruflichen Hintergründe der Mitautorinnen und Mitautoren, darunter Praxis, Wissenschaft und Aufsicht, werden als Stärke beschrieben, weil sie unterschiedliche Perspektiven einbringen. Wir besprechen auch den Nutzen für die Praxis. Positiv hervorgehoben wird, dass das Buch die beiden Regelwerke gemeinsam behandelt und ihre Verbindung deutlich macht. Außerdem werden Verweise zu angrenzenden Themen wie Datenschutz, personenbezogene Daten und KI-Regulierung berücksichtigt. Wir nennen als wichtigen Praxispunkt die Frage, was unter „Daten“ im Sinne des Data Act fällt und was nicht. Ebenfalls angesprochen werden mögliche vertragliche Regelungen sowie Abgrenzungen bei Geschäftsgeheimnissen und personenbezogenen Daten. Insgesamt sehen wir das Werk als solides und fachlich zuverlässiges Kommentarwerk mit praktischem Bezug.
51 Minuten
Dr. Christiana Klingenberg berichtet zunächst von ihrem Wunsch, Biologie zu studieren, und von der Zeit nach dem Abitur, in der sie nicht direkt mit dem Studium beginnen konnte. Stattdessen ging sie für fast zwei Jahre nach Brasilien und arbeitete dort in einem Zentrum mit Frauen, die alkohol- oder drogenabhängig waren. Sie beschreibt diesen Aufenthalt als prägendes Abenteuer und erklärt, dass sie sich das Portugiesische vor Ort und mit Hilfe von Kursen, geduldigen Menschen und späteren Freunden aneignete. Zurück in Deutschland begann sie ihr Biologiestudium in Tübingen. Während des Studiums und später in der Promotion blieb Brasilien ein wichtiger Bezugspunkt: Sie absolvierte ein Austauschjahr dort, arbeitete an Teilen der Diplomarbeit und promovierte schließlich ebenfalls in Brasilien. Inhaltlich beschäftigte sie sich vor allem mit Ameisen, genauer mit pilzzüchtenden und blattschneidenden Ameisen. Sie berichtet, dass ihre Arbeit aus Feldforschung, Laborarbeit und etwas Genetik bestand. Den Übergang aus der Wissenschaft beschreibt sie als schrittweise. Über Kontakte zum Naturkundemuseum Karlsruhe arbeitete sie zunächst weiter an Ameisenprojekten. Dort kam sie auch erstmals intensiver mit Digitalisierung und Datenbanken in Berührung, als museale Sammlungen digital erfasst werden sollten. Sie betont, dass sie Computer und digitale Arbeit schon während des Studiums spannend fand. Der Wechsel in die Datenwelt führte sie später zu Uniserv, wo sie im Bereich Pre-Sales begann und sich mit Datenqualität, Dublettenfindung und Beratung beschäftigte. Eine mehrjährige Weiterbildung zum Thema Datenqualität vertiefte ihr Interesse. Sie erklärt, dass sie die strukturierte Herangehensweise an Probleme und die Verbindung von Daten, Methoden und praktischer Anwendung besonders reizvoll findet. Ab 2018 arbeitete sie in neuen Rollen, später auch mit starkem Bezug zur DSGVO. Sie schildert, dass Datenschutz und Datenmanagement für sie zwei Perspektiven sind, die zusammengehören. Heute ist sie bei Edigma tätig und beschäftigt sich dort mit Datenmanagement und Data Governance in Kundenprojekten, vor allem mit der operativen Umsetzung von Regeln, Anforderungen, Datenqualität und organisatorischen Strukturen. Zum Abschluss spricht sie auch über ihr Buch zu Data Governance und kündigt ein weiteres Buch zur Datenqualität an. Sie betont, dass Datenmanagement und Datenqualität eng zusammenhängen und dass das Thema weiterhin wichtig und spannend bleibt.
17 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über den juristischen Kommentar zum EU Data Act von David Bomhardt und Martin Schmidt-Kessel. Wir ordnen das Werk als umfangreichen Kommentar ein und sprechen darüber, dass das Thema trotz seiner Bedeutung im digitalen Regulierungsumfeld bisher oft weniger im Fokus steht als DSGVO, KI-Verordnung oder NIS-II. Wir gehen auf den Aufbau des Buchs ein: Es erscheint beim Beck-Verlag, umfasst viele Seiten und ist als klassischer Kommentar mit einer Vielzahl an Autorinnen und Autoren angelegt. Dabei kommentieren wir den Data Act Norm für Norm und heben hervor, dass sich das Werk bewusst auf dieses Gesetz konzentriert und den Data Governance Act nicht mitbehandelt. Ein Schwerpunkt liegt auf Artikel 2 mit den Begriffsbestimmungen. Wir betonen, dass diese Definitionen für das Verständnis des Gesetzes zentral sind und im Kommentar sehr ausführlich und schrittweise erläutert werden. Positiv erwähnen wir auch die ungewöhnliche, aber hilfreiche Aufteilung der Kommentierung in kleinere Abschnitte. Außerdem sprechen wir über Kapitel 2 des Data Act, also die Artikel 3 bis 7 zum Datenzugang und zur Datenweitergabe. Wir heben hervor, dass diese wenigen Vorschriften für Unternehmen große praktische Bedeutung haben und im Kommentar sorgfältig und gut nachvollziehbar behandelt werden. Zum Schluss ordnen wir das Werk für die Praxis ein: Es kann für Unternehmen, Berater und Datenschutzbeauftragte relevant sein, vor allem wegen der Schnittstellen zur DSGVO und zur KI-Verordnung. Wir erwähnen auch, dass das Buch über Beck-Online im Modul Datenwirtschaftsrecht Plus verfügbar ist und empfehlen es allen, die sich mit dem Data Act befassen müssen.
13 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über das Buch **„Praxishandbuch Künstliche Intelligenz“**. Es handelt sich um die zweite Auflage eines gedruckten Werks mit 621 Seiten im Bund Verlag. Neben den Hauptautorinnen und -autoren gibt es mehrere Gastbeiträge, unter anderem von Vertreterinnen und Vertretern aus dem gewerkschaftlichen Umfeld. Wir ordnen das Buch als praxisnahes Nachschlagewerk ein, das Künstliche Intelligenz nicht nur technisch erklärt, sondern vor allem aus der Perspektive von Beschäftigten betrachtet. Dabei geht es auch um den Einsatz von KI in Unternehmen und Verwaltungen, um Change Management, Erwartungen und Ängste von Beschäftigten sowie um mögliche Diskriminierungsfragen durch Datenverarbeitung und Bias. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den rechtlichen Themen. Wir sprechen über die KI-Verordnung, Datenschutz und Fragen der Mitbestimmung für Betriebs- und Personalräte. Das Buch behandelt damit sowohl technische als auch juristische und ethische Aspekte und richtet sich klar an eine arbeitsweltbezogene Praxis. Hervorgehoben werden außerdem die Gestaltung und Nutzbarkeit des Buches. Es enthält Tabellen, Checklisten, Musterformulierungen, Grafiken und Praxisbeispiele. Besonders hilfreich finden wir die thematische Gliederung nach Leitfragen, die das gezielte Nachschlagen erleichtert. Insgesamt bewerten wir das Buch als sinnvolle Ergänzung zu anderen Fachwerken, wenn man KI-Projekte im betrieblichen oder behördlichen Kontext betrachtet.