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48 Minuten
In diesem zweiten Teil wenden wir uns Marilyn McCord Adams' eigener Lösung zu. Im ersten Teil hat sie gezeigt, warum klassische Theodizee-Ansätze an horrenden Übeln zerbrechen. Jetzt stellt sie die Frage neu: Nicht mehr „Hat Gott moralisch hinreichende Gründe, Leid zuzulassen?" – sondern „Wie kann Gott zu jeder einzelnen Person gut sein, die Furchtbares durchlitten hat?" Mit spezifisch christlichen Ressourcen – Inkarnation, Kreuzestod, Auferstehung – entwirft Adams ein Szenario, in dem horrende Übel für jede betroffene Person überwunden werden. Ihr Fazit: Gott und horrende Übel lassen sich somit widerspruchsfrei zusammendenken.

Quelle: Adams, Marilyn McCord. Horrendous Evils and the Goodness of God. Cornell University Press, 1999.

00:00 Intro

01:23 Wiederholung: Definition horrendes Leid, Helen Keller, Überwindung vs. Aufrechnen

06:26 Wie kann das horrende Leid für jede Person überwunden werden?

07:49 1. Vorbemerkung: Kein abstrakter Gott der Philosophen (Brüder Karamasow, Jesusbezug)

11:54 2. Vorbemerkung: Die Beziehung zu Gott als das unermesslich Gute (Thomas von Aquin)

16:02 Die Beziehung zu Gott als Schlüssel für das Überwinden von horrendem Leid (Analogie zu Helen Keller)

18:40 Gottes Kreativität

22:21 Jesu Inkarnation und der Kreuzestod

23:38 Gottes Identifikation und Solidarität mit den horrend Leidenden

27:07 Gott und die Täter

32:43 Das Überwinden der Gottesferne (Jürgen Moltmann)

37:08 Einwand 1: Zwingt sich Gott auf? Übergeht er unseren freien Willen?

40:09 Einwand 2: Der christliche Gott ist unwahrscheinlicher als der Gott der Philosophen

42:34 Zusammenfassung

#Theodizee #Leid #Gott #Glaube #Atheismus #Philosophie #Religion
57 Minuten
In dem ersten Teil tauchen wir ein in das Denken von Marilyn McCord Adams und ihre schonungslose Kritik an den klassischen Antworten auf das Problem des Leids. Wir stellen uns einer Frage, die viele Theodizee-Ansätze außen vor lassen: Was, wenn Leid nicht einfach nur unangenehm ist, sondern so extrem, dass es den Sinn eines ganzen Lebens zu zerstören droht? Adams nennt solches Leid horrende Übel – und zeigt, warum weder die Theodizee der Charakterbildung noch rein global gedachte Rechtfertigungen oder klassische Free-Will-Defenses dem gerecht werden. Ihr methodischer Neustart verschiebt den Blick auf die Frage, ob und wie horrende Übel für den Betroffenen selbst überwunden werden können – nur so lassen sich, laut Adams, Gott und die Existenz horrender Übel widerspruchsfrei zusammendenken.

Quellen:

- Adams, Marilyn McCord. Horrendous Evils and the Goodness of God. Cornell University Press, 1999.

- Rasmussen, Joshua. How Reason Can Lead to God: A Philosopher's Bridge to Faith. InterVarsity Press, 2019.

0:00 Intro

0:56 Die Kluft zwischen der existentiellen und philosophischen Leidfrage

4:06 Wer war Marilyn McCord Adams?

5:21 Was sind horrende Übel?

11:10 Was macht eine gute Geschichte aus?

14:36 Klassische Theodizee-Ansätze: Warum lässt Gott Leid zu?

18:31 Inwiefern sind die klassischen Antworten zufriedenstellend?

20:09 Adams' Kritik Nr. 1: Theodizee der Charakterbildung (Soul Building)

21:49 Adams' Kritik Nr. 2: Globaler Fokus in klassischen Ansätzen (Iwan Karamasow)

23:39 Adams' Kritik Nr. 3: Free Will Defenses wälzen zu viel Verantwortung auf den Menschen ab

31:21 Adams' methodischer Neustart

34:38 Aufrechnen vs. Überwinden von Übeln

41:35 Fallbeispiel Helen Keller

49:03 Gott muss sicherstellen, dass horrende Übel für jeden überwunden werden

52:23 Zusammenfassung

#Theodizee #Leid #Gott #Glaube #Atheismus #Philosophie #Religion
54 Minuten
In diesem zweiten Teil tauchen wir weiter ein in Peter van Inwagens „The Problem of Evil". Wir stellen uns einer noch unbequemeren Frage: Nicht nur warum es Leid im Allgemeinen gibt – sondern warum es dieses konkrete, scheinbar sinnlose Leid gibt, das sich mit keinem höheren Zweck rechtfertigen lässt. Van Inwagen spricht hier vom lokalen Theodizeeproblem – und es stellt möglicherweise die größere philosophische Herausforderung dar.

Quelle: Peter van Inwagen, The Problem of Evil, Oxford University Press, 2006.

0:00 Intro

1:15 Rückblick auf das Inwagens Ansatz zur Theodizeefrage

7:05 William Rowe: Der "friendly" Atheist

9:21 Das lokale Theodizeeproblem nach William Rowe

10:15 Der skeptische Theismus zweifelt an Prämisse 1

11:56 Peter van Inwagen zweifelt Prämisse 2 an

12:38 Hiob

14:38 Wo muss die Grenze des realisierten Leides verlaufen? Inwagens These: Die Grenze ist arbiträr

19:45 William Hasker: Unterminiert sinnvolles Leid unsere moralische Motivation?

22:12 Ist Gott ein kalter Utilitarist?

28:31 Wie versteht Inwagen den evolutionären Prozess und den Fall des Menschen?

31:46 Das Problem des Tierleides

32:53 Ist eine Welt mit höherentwickelten Lebewesen möglich, in der kein Leid vorkommt?

33:58 Eine regellose Welt hat Defizite

41:23 Ist eine gesetzmäßige Welt möglich, in der es höherentwickelte Tiere gibt und in der kein Leid vorkommt

42:23 Inwagen ist skeptisch, ob unsere modalen Urteile in kosmischen Fragen verlässlich sind.

44:17 Ist Leid in einer indeterministischen Welt unvermeidbar (ohne massives Eingreifen Gottes)?

45:36 Ist eine deterministische physikalische Welt möglich?

#Theodizee #Leid #Gott #Glaube #Atheismus #Philosophie #Religion
46 Minuten
In dieser Folge beschäftigen wir uns mit dem Buch „The Problem of Evil" des Philosophen Peter van Inwagen. Er argumentiert, dass das Theodizeeargument gegen Gottes Existenz erfolglos bleibt – und liefert dabei spannende, teils unerwartete Gedanken.

Quelle: Peter van Inwagen, The Problem of Evil, Oxford University Press, 2006.

0:00 Intro

1:05 Rückblick: Die Theodizeedebatte zwischen Mackie und Plantinga

2:08 Das Erdbeben von Lissabon

3:39 Peter Van Inwagens Anspruch

6:47 Was bedeutet gut und böse?

9:39 Inwagens Kriterium für ein erfolgreiches/erfolgloses philosophisches Argument

14:26 Wann wäre das Theodizee-Argument gegen Gottes Existenz erfolgreich?

16:10 Das globale Argument des Übels

16:44 Die einfache Free-Will Defense

18:22 Einwand 1: Gott könnte freie Wesen schaffen, die immer das Richtige tun, wenn der Kompatibilismus stimmt

24:19 Einwand 2: Ist Gottes Allwissenheit mit der menschlichen Freiheit kompatibel?

31:01 Einwand 3: Der Freie Wille rechtfertigt das Ausmaß und die Intensität des Leides nicht.

32:03 Die erweiterte Free-Will Defense

36:55 Bewertung der erweiterten Free-Will Defense aus Sicht des Agnostikers

40:20 Einwand: Ist die erweiterte Free-Will Defense bizarr?

43:53 Fazit und Ausblick

#Theodizee #Leid #Gott #Glaube #Atheismus #Philosophie #Religion
42 Minuten
J.L. Mackie formulierte das Theodizeeproblem besonders scharf und argumentierte, dass der Theist einen logischen Widerspruch akzeptieren müsse – und damit letztlich fundamental irrational sei. Doch hat Mackie recht? Alvin Plantinga stellte sich dieser Herausforderung in einer bemerkenswerten Debatte und konnte Mackies Argument entkräften.

Du möchtest persönlich mit uns Kontakt aufnehmen? Dann schreib uns gerne an: phifutter@gmail.com

1:55 Was bedeutet Theodizee?

3:20 Die Leidfrage in der analytischen Philosophie

4:03 J.L. Mackie vs. Alvin Plantinga

5:46 Was wollte J.L. Mackie zeigen?

10:31 Mackies logisches Argument gegen die Existenz Gottes

12:17 Zu Prämisse 1: Hat ein allmächtiger Gott keine Grenzen? Descartes vs. Aquin

15:13 Mackies 2. Prämisse hinterfragt: Eliminiert eine gute Person das Übel sofern sie es kann?

18:35 Mackie muss zeigen, dass es unmöglich ist, dass Gott gute Gründe hat Leid zuzulassen

21:41 Was kann der Theist tun, um das logische Problem zu lösen?

22:15 Plantingas Free Will Defense

26:21 Kann Gott einen Welt schaffen in der freie Wesen immer das Richtige tun?

31:33 Kennt Gott die Zukunft?

36:15 Transworld Depravicy

38:38 Zusammenfassung

#Gott #Leid #Theodizee #Atheismus #Plantinga #Mackie #Philosophie #Religion
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Über diesen Podcast

Die faszinierende Frage nach Gott ist tief verwurzelt in der Geschichte der Philosophie. Aber wie nähern wir uns dieser Frage in unserer modernen Welt? In diesem Podcast tauchen Alex und Simon in die zeitgenössische Philosophie ein, um die Gottesfrage zu durchdenken. Jede Episode ist eine Entdeckungsreise durch spannende Gedankenwelten, die Brücken zwischen Philosophie und Glauben schlagen. Ganz gleich, ob du gläubig, skeptisch oder auf der Suche bist – in unserem Podcast findest du spannende Perspektiven. Hast du Feedback oder Anregungen? Schreib uns gerne: phifutter@gmail.com
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