Die Anständigen. Roman Archiv
10 Episoden
1 Stunde 32 Minuten
Morgens am 17. Dezember 2018 merkt Munk, dass der Dünne und der Kunde ihn betrügen wollen. Wütend drischt er die Wasseruhr im Keller aus der Verankerung, das Wasser steigt schnell. Munk stößt den Dünnen in den Kühlraum der Fleischerei. Klappe zu. Am Abend des 3. Juli 1946 werden Max Kowalski und Maria Gronewold getraut. Übermorgen soll ein Güterzug abfahren - in die sowjetische Besatzungszone. 1943-1945: Max begegnet Anwalt Bechstein wieder und erfährt vom Kampf des evangelischen Pfarrers Finck gegen die massenhafte Tötung von Psychiatrie-Patienten. Man solle die Öffentlichkeit informieren. Max verteilt Flugblätter: „Hört nicht auf zu fragen“. Bechstein verschwindet. Im Herbst 1944 fliehen Maria und Edith zu Max nach Pillau. Edith haut ab, Maria ihr nach. Max ist sehr geschwächt, als Edith und Maria Ende Januar wieder vor ihm stehen. Sie beschließen, die „Goya“ zu besteigen. Edith fährt allein weg. ---- Auf dem Höhepunkt von Olga Römers Geburtstagsfeier am 20. August 1968 erscheint HO-Direktor Birke. Er weiß Frau Römer zu schätzen; ihre Anzeige bringt Bert in die SED. 1959-1968: Olgas Fürsorge für die Enkelin verschafft den Eltern Bewegungsfreiheit zum Schmuggeln von Fleisch in den Westen. Als Olga ihren Ältesten. Ede, in dessen neuen Haus besucht, ahnt sie, dass ein Teil des Baugeldes aus Berts Schmuggeleinsätzen stammt. Daheim ist von der HO die Rede. Olga verweigert sich kategorisch, den Laden an den Staat zu übergeben. Schließlich entscheiden das Sohn und Schwiegertochter ohne sie. ---- 4. Juli 1946. Um Mitternacht feiern die Russen die Namensgebung ihrer neuen Stadt Kaliningrad. Max fiebert. Er fordert Maria auf, allein hinter Edith herzufahren. ----- Nach Olga Römers Geburtstagsfest versperrt eine Kolonne sowjetischer Fahrzeuge den Gästen den Heimweg. Kurz danach stirbt Olga Römer auf der Reise mit der „MS Völkerfreundschaft“. --- In der Nacht zum 3. November 1995 muss Edith Römer Bert die Augen schließen. ---- Am Abend des 8. Juni 2020 ertappt Elke Rieger drei junge Leute von der Antifa beim Besprayen ihres Elternhauses. Elke bietet an, es ihnen zu schenken. Einer gibt ihr seine Telefonnummer: Robby. ---- Zwischen 2006 und 2013: Während Edith sich in der Reha-Klinik von ihrer OP erholt, wird Hausfreund Roland beim Fremdgehen ertappt. 2013 beschließt Edith, das Haus zu verkaufen. Aber der Immobilienmarkt ist im Keller. 17. Dezember 2018. 5 Uhr. Marco Munk ist ratlos. Er rennt erst mal weg. Wohin? Zur Punkerin in den Pub? Bis zu dieser Tat hatte er sich im Griff. Denn eines Tages war er einem Verrückten begegnet, der sein Vater gewesen sein könnte - und auch Annette. Sie wollte nichts mehr von ihm wissen, sagte ihm aber, dass sie ihm damals geschrieben habe. Munk glaubt, die Fleischersfrau habe die Briefe verschwinden lassen. Das war der letzte Anstoß, sich an ihr zu rächen. Den Schlüssel für das große Haustor trug er immer bei sich. ----- Neun Uhr abends am 8. Juni 2020 sitzt Elke Rieger im „Irish Pub“. Sie bestellt Robby zu sich. ---- 2015-2018: Im Frühling 2015 erleidet Edith Römer einen ersten Schlaganfall. Sie stirbt 2018. Zur Beerdigung bringt Roland, der ehemalige Hausfreund, die Visitenkarte einer Maklerin. Drei Monate später führt Elke diese Frau durchs Haus. An einem Dienstag im Dezember 2018 wollen Paula und Jonas noch ein paar Dinge aus dem Haus holen. Schon im Hausflur hören sie Wasser rauschen. Am späten Nachmittag des 17. Dezember 2018 zerren zwei Typen Munk weg vom Tresen der Punkerin und wuchten ihn in einen Transporter. Er habe Marco Munk am Abend des 17. Dezember 2018 vor dem Haus gesehen, sagt Robby. Er ist Annettes Stiefbruder, gegenüber und kennt Munk. Jonas taucht auf und liest vor, was er herausgefunden hat: Dass Rechtsextreme sich auf der Suche nach Immobilien systematischen Vandalismus` bedienten. Munk war ein nützlicher Idiot für sie. Elke schläft im Bett ihrer Mutter ein. Es riecht feucht.
1 Stunde 51 Minuten
Am 17. Dezember 2018 um 3.45 Uhr stellt Marco Munk fest, dass der Dünne eine Frau hat: Nur er ist allein. Aber heute kann er sich rächen. Zwar ist die Fleischersfrau tot, die Annette verraten hat. Dann kriegt ihre Tochter was ab. ---- Als Max Kowalski am 3. Juli 1946 im Schuppen des Kinderheims zu sich kommt, ist Maria bei ihm. Die Russen haben ihr ein Ultimatum gestellt: Entweder sie werde Leiterin des Kinderheims, und Sowjetbürgerin oder Kusmin käme zurück. Vorläufig entzieht sie sich der Entscheidung. Sie bringt den entkräfteten Max zu Pfarrer Finck. 1939 – 1942: Emil findet Max in Pillau.Max sieht durch ihn Marias illegale Arbeit gefährdet. Er entflieht Emil und wird ein lustiger Schnellzeichner. Der Krieg beginnt, Maria will zurück nach Dresden und wird auf dem Bahnhof verhaftet. Mit Hilfe des Anwalts Bechstein kommt sie wieder frei. Max verdingt sich bei der örtlichen Zeitung als Porträtzeichner der Reihe „Unsere Helden“ – Pseudonym: Kowax. Er mal die stolze Bauernsippe Jonischkeit in Öl. Mitte 1942 verliert Max den Job, versucht sich als Gerichtszeichner und erlebt eine Verhandlung um einen geistig behinderten Jungen, der seine Mutter umgebracht hat. . ----- Am Spätnachmittag des 20. August 1968 wird Olga Römer von ihrer Enkelin gefunden, die Feier kann weitergehen. Es gibt ein Geschenk der Söhne: Eine Reise auf der „MS Völkerfreundschaft“. Doyen Konrad stört mit seinem Toast auf Olgas Mut die Atmosphäre. 1948-1954: Als die Zwangsverwaltung über Römers Eigentum aufgehoben wird, ist Ede schon im Westen. Er floh vor der Entnazifizierung und weil seine Mutter sich zügig wieder ihrem Lieblingssohn zugewandt hat, als der Anfang 1947 aus der Gefangenschaft zurück war. Olga stört nur, dass ihr Goldsohn gleich ein Mädel ins Haus geschleppt hat. Auch als Edith ihre Schwiegertochter ist und im Laden mitarbeiten muss, ändert sich Olgas Missmut nicht. Erst Elkes Geburt söhnt Olga aus. ----- Am Abend des 2.November 1995 telefoniert Bert noch mit seiner Enkelin Paula. Elke muss zurück nach Köln – Edith ist unglücklich darüber, sie fürchtet, allein zu sein, wenn Bert stirbt. 1991/1992: Nach dem Mauerfall bekommen Römers das Geschäft zurück. Se sind Rentner, Christine soll es weiter betreiben, sie wäre sonst arbeitslos. Bert versucht, die alten Beziehungen in die neue Zeit zu retten. Edith und Bert holen in Stuttgart ihren ersten Mercedes ab. Ede kann den neuen Wagen nicht mehr bestaunen, er stirbt bei einem Verkehrsunfall und Bert wird von der jungen Freundin seines Bruders ums Erbe gebracht. David Vateyne taucht auf – Enkel von Sophie, Sohn von Benjamin. Er interessiert sich für das Schiffsgemälde, er bereitet eine Kowalski-Ausstellung vor. Edith fährt mit ihm zur Tochter des Galeristen Kahl, die sie abweist. Edith und Bert werden zur Eröffnung der Ausstellung nach New York eingeladen, aber Bert erkrankt an Darmkrebs. Als die Krankheit überwunden scheint, bucht er vor Freude drei Wochen Australien. Edith ist enttäuscht. Elke Rieger lauert am Nachmittag des 8. Juni 2020 der Maklerin auf. Ihr Enkel Jonas hat herausgefunden, dass die Maklerin die Mutter des Scheitelmenschen ist. Elke macht der Maklerin klar, dass sie nicht gewillt ist, an einen deutschnationalen Verlag zu verkaufen. ---- Zwischen 2000 und 2005 kommt Elke Rieger dem Psychiater Peter Nawrocki näher. Für Aufregung sorgt ihre Mutter: Im Haus gibt es Ärger, die Mieter Munk und Dittert prügeln sich, Munk zahlt keine Miete und keinen Strom. Glücklicherweise beschützt Hausfreund Roland ihre Mutter. In Maine ist der alte John gestorben, das Schiffsbild kommt zurück. Als Elke das Bild bei ihrer Mutter abliefert, erfährt sie, dass Munk mit Hilfe des Hausfreunds ausquartiert wurde. Im Frühjahr 2005 empfiehlt ein Arzt ihrer Mutter, sich eine neue Herzklappe einsetzen zu lassen.
2 Stunden 6 Minuten
Um 3.30 Uhr am 17. Dezember 2018 ruft der Kunde an. Er komme später. Marco und der Dünne legen sich auf den Teppich im Salon. Munk überlegt, ob er das Schiffsbild einpacken soll. Das Bild war weg, als er das letzte Mal in dieser Wohnung war. Die Fleischersfrau hatte ihn wegen Mietschulden ins Gebet genommen. Die Fleischersfrau äußerte die Meinung, Annette habe wohl gelogen, als sie Dittert anzeigte. Munk hasst die Fleischersfrau. --- 3. Juli 1946 nachmittags: Max Kowalski wird nicht in das Kinderheim eingelassen, in dem Maria arbeitet. Helga, Marias Kollegin, erzählt ihm, dass Maria oben verhört werde: Sie hat den Heimleiter der Vergewaltigung einer Krankenschwester bezichtigt. Helga versteckt Max in einem Schuppen. 1932-1937: Im Spätherbst 1932 verlassen Maria und Edith Berlin Richtung Königsberg. Die Nazis haben Maria bedrängt. Sie will zu ihrem Onkel. Eine Adresse hinterlässt sie nicht. Im April 1933 kommt der Nazi wieder zu Max und stellt sich als neuer Inhaber der Galerie des „Juden Flechtheim“ vor. Max soll für ihn malen, deutsche Porträts. Max sucht Teschenberg auf, mit dem Maria noch immer verheiratet ist. Teschenberg ist schwul, er hat Maria gebeten, Edith als seine Tochter auszugeben. Im Herbst 1933 findet Max Maria und Edith in Königsberg. Vom Geld für die „deutschen Porträts“ mietet er eine kleine Wohnung. Sein Versuch, in der Künstlerkolonie Nidden zu landen, scheitert. Von einem alten Professor kauft Max ein Holzhäuschen in Pillau bei Königsberg.Hier wird Max auf Ediths Bitte die illegalen Zeitungen der Exil-SPD verstecken. --- Nach dem Kaffee am 20. August 1968 gratuliert Bert seiner Mutter, Olga Römer, zum Geburtstag – um ihr auch gleich die Zeitungsanzeige vorzuhalten. Der veröffentlichte Jubel über das Jubiläum der Fleischerei, die ihnen schon lange nicht mehr gehört, habe ihm großen Ärger eingebracht. Olga ist beleidigt. Als die Gäste sich zum Abendbüffet versammeln, ist sie verschwunden. 1945 bis 1947: Römers arbeiten jetzt für die Rote Armee und Ede bewährt sich als Stütze seiner Mutter. Denn im August 1945 stirbt Hugo, von Bert gibt es erst Anfang 1946 Nachricht aus der US-Gefangenschaft. Im Januar 1947 kehrt er zurück. Die Entnazifizierungswelle rollt, Haus und Laden werden enteignet. Ede bemüht sich um Fürsprache bei den neugegründeten Parteien. Am besten wäre ein schönes Zeugnis von Sophie Vateyne aus New York… --- Am Abend des 2. November 1995 bemühen sich Edith Römer und ihre Tochter, den kranken Bert zu baden. Christine schaut vorbei. Sie betreibt den Laden, den eine bayerische Firma gepachtet hat. Das Geschäft läuft schlecht. Edith will nicht, dass Bert das Aus des Ladens erlebt. 1984-1987: Weihnachten 1984 flammt Ediths Eifersucht auf Christine wieder auf. Kurz danach lässt sich ihre Tochter scheiden und Edith fragt sich, ob sie das nicht auch tun sollte. In der familiären Turbulenz kehrt Gisela Peschel aus dem Westen zurück, aus Sehnsucht nach ihrem Sohn. ---- Am Nachmittag des 8. Juni 2020 erlebt Elke Rieger den von Polizei und Antifa begleiteten Auszug einer rechtsextremen Zeitung aus einem Gebäude in der Kreisstadt. Unter den Helfern macht sie Marco Munk aus – am Steuer des Möbelwagens den Tätowierten. Elke lernt eine Punkerin kennen, die beteuert, Munk sei kein Nazi. Elke nimmt die Frau im Auto mit . 1997 bis 1999: Elke wechselt nach Köln, wird Leiterin eines Gynäkologischen Krebszentrums. Nur ein Mann fehlt. Aber Mutter und ihre Tochter halten sie in Atem: Ihre Mutter hat Sorgen wegen des Hauses, es gibt das Gerücht, dass Dittert seine Stieftochter missbrauche. Glücklicherweise hat ihre Mutter inzwischen einen „Hausfreund“, der ihr zur Seite steht. Paula wird aus den USA zurück erwartet - aber sie weigert sich zu kommen. Sie will bei Stephen bleiben, sie ist schwanger. Eine konzertierte Aktion der Familie Römer-Rieger bringt Paula am Ende zurück. Jonas, Elkes dunkelhäutiger EnkeIsohn, wird geboren – die Uromas stürzen sich auf ihn.
2 Stunden 21 Minuten
Marco Munk und der Dünne stoßen am 17. Dezember 2018 in der Fleischerei auf Kühlraum und Räucherkammern. Er rieche nach Räucherei, hatte Annette manchmal zu Munk gesagt, Und dann war Annette weg. Nur die Punkerin hörte ihm zu. Sie versteckte ihn auch vor der Polizei. Dittert war aufgetaucht, Munk hatte ihn niedergeschlagen und ausgeraubt. ---- Am 3. Juli 1946 wird Max Kowalski von Bechstein abgeholt. Der Anwalt steckt in einer sowjetischen Uniform. Max wird zu dem Kinderhaus gefahren, in dem Maria arbeitet. 1926 bis 1930: Max und Maria geht es in Berlin gut. Die DADA-Aktion hat Max etwas Geld eingebracht, er kauft Maria einen kleinen Blumenladen. Freund Emil führt Max bei Liebermann ein, den Emil nur „der Jude“ nennt. Max macht sich Sorgen wegen Marias Betätigung für die KPD. Sie fordert ihn auf, Plakate zu malen, „Schulspeisung statt Panzerkreuzer“. Modell sitzen ihm die fünf Kinder eines jungen Genossen von Maria. Das kleine Mädchen Inge entzückt Max: Ihn überkommt die tiefe Sehnsucht nach einer Tochter. Im Januar 1929 wird Edith geboren. Bei Max taucht ein Braunhemd auf, das von ihm NSDAP-Propagandabilder fordert. Der Nazi sät in Max Zweifel an seiner Vaterschaft. ----- Bei der Feier am 20. August 1968 lässt Ede seine Mutter, Olga Römer, hochleben und verweist auf das zweite Jubiläum: 50 Jahre Fleischerei Römer. Die Anwesenden schweigen betreten. Bert ist nicht da. 1939 und 1945: Die Fleischerei will anständig durch den Krieg kommen. Man steigt zum Wehrmachtslieferanten auf. Das tröstet Olga nicht darüber hinweg, dass zuerst ihr Ältester einrückt - freiwillig, als Flieger - und dann, unfreiwillig, auch noch Bert. Auch der Geselle Wieland ist im Krieg und wird dort umkommen.Das fehlende Personal sollen zwei französische „Fremdarbeiter“ und ein junger Wolgadeutscher ersetzen. Letzterer petzt bei der Gestapo: Römers würden die Franzosen zu gut behandeln. Olgas Bruder Hermanns stirbt bei dem Versuch, Sachen aus seinem zerbombten Restaurant zu bergen. Im Februar 1945 kehrt Ede zu seinen Eltern zurück – von Bert keine Spur. ---- Am Abend des 2.November 1995 hat Bert die Bilanz seines Lebens gemacht. Er hat, sagt Edith ihrer Tochter, phantasiert. Zuviel vom Krieg gelesen. Ein letztes Telefonat Berts mit Paula in den USA. 1969 und 1973: Nach dem Tod Olga Römers gesteht sich Edith ein, dass sie das Haus hasst und froh ist über Elkes Desinteresse an der Fleischerei - obwohl Bert in der Mangelwirtschaft auch als HO-Angestellter sehr gut verdient. Er hat auch eine tüchtige Vertretung: Christine. Eine junge Verkäuferin, auf die Edith eifersüchtig ist. Edith fühlt sich elend. Sie schreibt ihrer Mutter, fragt sie um Rat: Soll sie ihren Mann verlassen? Spontan kündigt Maria ihren Besuch an. Aber sie kommt erst, als Elke beim alten Galeristen Kahl Arbeiten von Max Kowalski aufgetan hat. Maria stirbt kurz nach ihrer Ankunft. Sie hat Edith noch sagen können, dass die Signatur auf dem Schiffsbild im Salon von ihr stammt. ---- Am Nachmittag des 8.Juni 2020 sucht Elke Rieger Kommissar Zimmermann auf. Sie legt ihm ihren Fund, den Kontoauszug hin. Zimmermann hat keine Zeit – er muss in zu einem Einsatz in die Kreisstadt. 1996 fliegt Elke mit ihrer Mutter in die USA. In New York wollen sie die Galerie David Vateyne aufsuchen. die über Werke Max Kowalskis verfügt. Elke will außerdem zu Paula, ihre Mutter an Marias Grab. In New York erfahren sie, dass der Galerist, Enkel von Sophie Vateyne, bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Max Kowalskis Werke sind an Marias Ehemann, John Kelly gegangen. Edith sieht sich betrogen. Sie fahren zu John Kelly. Er ist dement. Das einzige, was ihn erfreut, ist Max Kowalskis Schiffsbild. Kellys zweite Ehefrau erzählt, dass Vateynes Nachlassverwalter ihnen 80 000 Dollar und das Bild gegeben habe. Sie hätten einen gebrauchten Bus für die Kirchgemeinde gekauft, auch im Sinne Marias. Der Besuch bei Paula verläuft ambivalent: Paula hat eine strenge Gastmutter und einen Freund: Stephen.
1 Stunde 58 Minuten
Viertel nach zwei am 17. Dezember 2018 bestaunt der Dünne den Laden. Auch Annette hat die bunten Bilder geliebt. Als sie verschwunden war, hatte Marco gegen Dittert ausgesagt. Aber auch er wurde beschuldigt, Annette missbraucht zu haben, außerdem wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung gegenüber Dittert.Er bekam anderthalb Jahre Jugendhaft auf Bewährung und einen Bewährungshelfer. ---- Der Verhör-Offizier konfrontiert Max Kowalski am 3. Juli 1946 mit Zeichnungen von Wehrmachts-Helden, die er aus Geldnot für eine Nazi-Zeitung angefertigt hat. Er sei kein Faschist, beteuert Max und zählt als Zeugen Pfarrer Finck, eine Frau namens Waltraud und Bechstein, einen Anwalt, auf. „Und Maria Gronewold nicht?“ fragt der GPU-Mann. Max wird schwindlig. 1920 begibt sich Max Kowalski nach Berlin. Er findet Maria, sie verkauft Blumen und klebt Plakate für die USPD. Sie verbringen eine Nacht miteinander, doch Max hat Maria nichts vorzuweisen. Er gerät in die Vorbereitungen der „1. Internationalen DADA-Messe“. Was da geboten werden soll, scheint ihm so absurd, dass er das Glas mit seinem amputierten Unterschenkel aus Dresden holen lässt.Die DADAisten helfen ihm bei der Vorbereitung einer Aktion zur „Kunstwerdung“ von Max` Formalin-Unterschenkel. ------ Nach der Vormittagsgratulation an ihrem Fünfundsiebzigsten am 20. August 1968 sucht Olga Römer Bert. Der steht im Laden und scherzt mit den Kundinnen. Er würdigt Olga keines Blickes. Zwischen 1926 und 1939 geht es im Laden der Familie Römer auf und ab. Bert wird geboren, 1926, in einer Zeit des Aufschwungs. Ede fühlt sich um die Liebe seiner Eltern betrogen. Die Mutter bevorzugt den Kleinen, der Vater verlangt von ihm, Fleischer zu werden. Ede gerät unter die Fittiche des neuen Gesellen, Wieland - ein Nazi wie Olgas Bruder Hermann. Hugo sieht sich genötigt, der NSDAP beizutreten; auch Olga macht in der Frauenschaft eine gute Figur. Beide helfen heimlich den Kommunisten der Straße - man will keine Kunden verlieren. Olga erfährt, dass das Bankhaus Vateyne und Goldberg, bei dem sie noch Schulden haben, den Namen gewechselt hat. Sie fragt nicht, warum. ---- Am 2. November 1995 nachmittags ist ihre Tochter an Berts Sterbebett eingetroffen. Jetzt kann Edith Römer die persönlichen Gegenstände der toten Gisela entgegennehmen. So also macht man das, denkt Elke, als sie sieht, wie die Krankenschwester Gisela die Augen schließt. Im Januar 1961 erfährt Edith, dass ihre Mutter in einer Kleinstadt in den USA lebt. Sie will sie besuchen und sichert sich einen Anteil an Römers Westgeld. Maria und sie wechseln viele Briefe. Maria berichtet auch von der Dresdnerin Sophie Vateyne, die mit ihrem Sohn in New York eine Galerie betreibe. Der 13. August 1961 macht Ediths Reisepläne zunichte. Die folgenden Jahre bescheren ihr Briefe und Fotos einer fremden Mutter, die mit einem schwarzen Pfarrer in Bar Harbor, Maine, gute Werke tut. Am 21. August 1968, in der Nacht nach dem fünfundsiebzigsten Geburtstag ihrer Schwiegermutter, als sowjetische Panzer an ihrem Haus vorbeifahren, stirbt Ediths letzte Hoffnung, Maria je wiederzusehen. ---- Am frühen Nachmittag des 8. Juni 2020 machen die Kunden Elke Rieger ein unseriöses Kaufangebot.Elke fühlt sich bestätigt in der Annahme, hier laufe ein abgekartetes Spiel. Im November 1989 lebt Elke mit Paula in Ostberlin. Sie ist Oberärztin in einem Krankenhaus und hat all die Demos um sich herum vor lauter Arbeit kaum bemerkt. Umso mehr ihre Tochter Paula, die sofort nach dem Mauerfall nach Westberlin will. Richard ist dort Abgeordneter der AL Weil die Dreizehnjährige mit den Neonazis im Osten und den ratlosen Lehrern nicht klarkommt, ziehen Elke und Paula von Marzahn nach Schöneberg. Elkes Ostberliner Chef nimmt eine Stelle in Köln an und fordert sie auf, mitzukommen. Elke lehnt ab - wegen Paula und einer Krebserkrankung ihres Vaters. Als er genesen ist, nimmt er Elke auf eine Reise nach Australien mit, wo sie mit den tiefen Ängsten ihres Vaters konfrontiert ist.
1 Stunde 47 Minuten
Marco Munk und der Dünne arbeiten am frühen Morgen des 17. Dezember 2018 Hand in Hand. Der Transporter füllt sich. Munk hält sich mit Schnaps wach. Seine Gedanken kreisen um die Nacht, als Annette in einem Polizeiwagen verschwand. ---- Am 3. Juli 1946 wird Max Kowalski einem GPU-Mann vorgeführt. Hinter dem Verhörbeamten steht Gorenstern, der sowjetische Offizier, der Max den Posten als Kalinin-Maler verschafft hat. Gorenstern zittert. Max übersteht die Jahre 1917 bis 1919 mit Hilfe der Lebensmittelspenden aus Marias Gärtnerei, des Fleischer-Matrosen Hugo, der Frau Vateyne und der Fürsorge seiner Zugehfrau, über die er bis zu deren Tod nichts weiß. Frau Vateyne interessiert sich vor allem für die Arbeiten von Otto Gottschalk. Ihr Mann will von Max ein heroisches Gefechtsgemälde. Seitdem Max Ottos Skizzen aus dem Krieg gesehen hat, kann er so etwas nicht mehr liefern. Im Januar 1919 erspäht Max Maria zufällig auf einer Spartakisten-Demonstration. Fast beiläufig teilt sie ihm mit: Ihre Eltern seien tot, sie werde sich von ihrem Mann trennen und nach Berlin gehen. ----- Um 9 Uhr an ihrem Geburtstag am 20. August 1968 sitzt Olga Römer empfangsbereit in ihrem Salon. Ab jetzt kommen Gratulanten – als erster Fritze, ihr alter Hausfreund. Er bringt die Zeitung mit und gratuliert Olga nicht nur zum Fünfundsiebzigsten, sondern auch zum Geschäftsjubiläum: Sie hat das fünfzigjährige Bestehen der Fleischerei Römer annonciert und dankt allen Geschäftspartnern für treue Gefolgschaft. Ede applaudiert, Bert knallt wortlos die Tür hinter sich zu, er fürchtet Ärger. Seit acht Jahren gehört die Fleischerei zur sozialistischen Handelsorganisation. Mitte der 1920er Jahre prosperiert der Laden, allerdings verhindert Mitinhaber Karl jegliche Investition. Man muss ihn auszahlen – dazu ist Kapital nötig. Außerdem drängt Olgas Bruder Hermann auf den versprochenen Kredit. Hermann weiß auch, wer Geld geben kann: „Dein Jude“. Vateyne. Tatsächlich gewährt das Bankhaus Olga eine erkleckliche Summe. Trotzdem gibt es Krach mit Hugo, weil Olga ihrem Bruder unter die Arme greifen will. Olga will sich scheiden lassen, Hugo kriegt ein Magengeschwür. Als Olga zurückkehrt, ist die Polizei da. Feldmann, der alte Geselle, ist tot. Er hat mit Hugos Lieferwagen einen Unfall verursacht, absichtlich, wie es heißt. Es gibt ein zweites Opfer: Karl, Hugos Bruder. ---- Am späten Nachmittag des 2. November 1995 trifft Ediths Tochter Elke ein, um am Bett ihres Vaters zu sitzen. Es meldet sich das Städtische Krankenhaus: Gisela Peschel ist gestorben. Anders als Edith ist Gisela einsam geblieben. 1960 erfährt Edith endlich, dass ihre Mutter Maria lebt. Der Brief mit dieser Botschaft kommt in einem ungünstigen Moment: Edith wird gebraucht, um gemeinsam mit Bert den Laden dem staatlichen Handel zu übergeben. Die Abgesandten der HO deuten an, dass sie von Römers Waren-Schmuggel nach Westberlin wissen. Bert und Edith unterschreiben – Olga wird nicht gefragt. Edith erfährt mit Hilfe ihres Schwagers Ede, dass ihre Mutter in Stuttgart wohnt. Aber alle Briefe laufen ins Leere. Ede soll helfen. ---- Der Rundgang am 8. Juni 2020 endet im denkmalgeschützten Laden, dem Prachtstück des Hauses. Die Kunden sind begeistert. Zwischen 1984 und 1987 beendet Elke ihr Medizinstudium – und schließt, zum Ärger ihres Mannes, gleich noch eine Promotion an: Das Thema liegt ihr am Herzen: sanfte Geburt, Erfahrungen mit Geburtshäusern in Westeuropa, die in der DDR anwendbar Allerdings ist es eine Promotion zu dritt, und Rita, die dritte im Bunde, stellt sich als Aufpasserin ohne fachlichen Ehrgeiz heraus. Ihr Schwiegervater rät Elke, die Arbeit für Rita mit zu erledigen, man werde sie nicht los. Elke arbeitet ununterbrochen und entfremdet sich von ihrem Mann. Ein anderer ist Feuer und Flamme für Elke und ihr Thema – sie verliebt sich in ihn und trennt sich von Richard. Die Liebe zu Thomas hält nur kurz, bald ist Elke allein mit Paula. Und Richard hat sich in den Westen abgesetzt.
1 Stunde 57 Minuten
Marco Munk zerstört am 17. Dezember 2018 Ditterts Wohnung. Dittert ist Annettes Stiefvater, er hat sie missbraucht. Jedenfalls behauptet sie das, als Marco an ihrem 15. Geburtstag das erste Mal mit ihr schläft. Während Marco in Annettes altem Kinderzimmer wirtschaftet, taucht der Dünne aus dem Transporter auf. ---- Max Kowalski, der wochenlang für die Russen Kalinin-Porträts gemalt hat, findet am Vormittag des 3. Juli 1946 keine Farbe vor – im Gegenteil: er wird eingesperrt. 1916 in Dresden. Max hat keine Aufträge mehr. Er muss sich an der Elbe um Zufallskunden werben. Maria und ihre Mutter kommen vorbei, in Schwarz. Marias Bruder ist gefallen, Maria muss Teschenberg, einen Gärtner von der Konkurrenz, heiraten, um das elterliche Geschäft weiterzuführen.. Sie beauftragt Max, Beileidskarten zu entwerfen. Im Atelier kommt ein Konvolut Arbeiten von Otto Gottschalk an, einem jungen Künstler, der im Schützengraben tuscht und zeichnet. Max sieht, dass er mit Ottos Werk niemals wird mithalten können. Das lassen ihn Kahl, sein Galerist, und die Mäzeninnen Ida Mienert und Sophie Vateyne spüren. Avantgardistisch könnte nur eines sein: Max` in Formalin eingelegter Unterschenkel mit dem kaiserlichen Orden, den er sich aus dem Hamburger Spital hat kommen lassen. ---- Am Morgen ihres Geburtstages, am 20. August 1968, lässt sich Olga Römer von ihrer Schwiegertochter das neue Korsett anlegen. Vor der Tür lauert Ede, ihr ältester Sohn, extra aus dem Westen angereist.. Wer sich nicht sehen lässt ist Bert, der Jüngere. 1922 bis 1924 nimmt Olga Römers Traum Gestalt an: das eigene Haus entsteht gegenüber der gepachteten alten Fleischerei. Sie muss von ihren prächtigen Plänen viele Abstriche machen, die Inflation bringt das Projekt in Gefahr. Immerhin: Die Dekoration der Ladendecke liefert Max Kowalski als Dank für Hugo Römers Hilfe in Kriegszeiten kostenlos. Als das Haus steht, sind die Schulden bei der Bank geschmolzen – nicht aber der Privatkredit bei Hugos Brüdern. Vor allem Karl will Anteile am Geschäft. Zu allem Überfluss erwartet Olgas Bruder, Hermann, dass sie ihm Geld gibt, er will ein Restaurant kaufen. Während Hugo mit seinen Brüdern verhandelt, wartet Olga mit Feldmann, dem alten Gesellen, in einer Kneipe und erfährt so allerhand. --- Am Mittag des 2. November 1995 telefoniert Bert das letzte Mal mit Handwerkern: Das Dach des Hauses ist marode. Edith Römer ist 66 und völlig abhängig von ihrem Mann. Sie fürchtet sich vor den Mietern Dittert und Munk, die einander regelmäßig anbrüllen. 1958 hat sich Edith als Frau des Chefs etabliert. Sie macht mit Bert immer wieder Ausflüge nach Westberlin - sie schmuggeln Fleisch dorthin und horten im Geldschrank Westgeld und Westkaffee. Materiell geht es Edith gut, aber sie hat große Sehnsucht nach ihrer Mutter, nach Maria, von der sie seit ihrer Flucht nichts gehört hat. Die Suchdienste schweigen. Die alte Frau Peschel zeigt ihr Postkarten aus Ostpreußen, die sie gerade aus dem Westen bekommen hat. Edith glaubt, die Motive habe Maria gemalt. Sie erfährt von einem Suchdienst in Bayern. ---- Der Hausrundgang am 8. Juni 2020 ist auf dem Dach angekommen. Elke Rieger findet Schnipsel eines Kontoauszugs, die ihr beweisen, dass Marco Munk im Dezember 2018, Jahre nach seinem Rauswurf, im Haus war. Ihr Enkel Jonas schickt ihr immerzu SMS-Nachrichten, die sie jetzt nicht lesen kann. Vor dem Medizinstudium muss Elke 1972 ein Praktikum als Hilfsschwester in der Psychiatrie absolvieren. Es endet in einem Fiasko. Dass sie dennoch Ärztin werden will, Gynäkologin, liegt an dem Mathematikstudenten Richard und dessen Vater, Chefarzt einer Frauenklinik. 1976 heiratet sie Richard, der von ihrem Studieneifer nicht begeistert ist. Er möchte mit ihr das Leben genießen – sie büffelt und ist schwanger. Paula wird geboren – Richards Mutter kümmert sich um sie. Richard zieht es zu einer kirchlichen Umweltgruppe, Elke theoretisiert mit ihrem Schwiegervater
2 Stunden 2 Minuten
Marco Munk inspiziert in der Nacht zum 17. Dezember 2018 jetzt die verrottete Wohnung, die er einmal seine war. Hier hielt er die Nachbarstochter, die 14-jährige Annette, wochenlang versteckt. Beschützt vor ihrem Stiefvater. Jetzt beginnt er, die Kupferrohre der Heizungsanlage abzuschrauben. Noch wartet der Dünne in dem Transporter, mit dem das Material abgefahren werden soll. --- Am 3. Juli 1946 wird Max Kowalski durch das zerstörte Königsberg chauffiert. Der Bursche am Steuer ist ein anderer als sonst, er kann Max offensichtlich nicht leiden. Max macht sich keine Gedanken darüber. Im Jahr 1914 stellt Max Kowalski im Hause Vateyne die Skizzen des Schlachtschiffs „SMS Derfflinger“ vor. Vergeblich hält er Ausschau nach Maria, die er hier das erste Mal sah. Sie ist in der Gärtnerei ihrer Eltern unabkömmlich, keine Zeit mehr für Zeichenstunden. Ein Auftrag Vateynes führt Maria dann doch in Max` Atelier. Sie erweist sich als Sozialdemokratin und teilt ihm mit, dass er bei seinem Sturz zwei Arbeiterkinder schwer verletzt hat. Max verspricht zu helfen. Das Geld für die Arbeiterfamilie überbringt der Matrose Hugo Römer, der nach Weihnachten wieder auf sein Schiff muss. Auf die „Derfflinger“. Er hat – vielleicht? – Max` Sturz gesehen. ------ Die erste Gratulantin am Morgen des 20. August 1968 ist die Postbotin. Aber sie gratuliert Olga Römer nicht zum Geburtstag, sondern wegen der halbseitigen Anzeige, die Olga in der SED-Bezirkszeitung geschaltet hat. Zwischen 1915 und 1918 erlebt Olga die Kriegseuphorie des jüdischen Bankiers, die Skepsis von Sophie Vateyne und die Trauer ihrer Mutter um drei tote Söhne. Nur Hermann, Olgas ältester Bruder, kommt aus dem Krieg zurück. Und Hugo – sogar vor Kriegsende. Schon 1917 wird geheiratet. Zum Abschied aus Vateynes Diensten erhält Olga das Gemälde mit dem Passagierschiff – schließlich hat Vateyne ja ein neues Schiffsbild. Olga findet sich als Fleischersgattin hinter der Theke eines kleinen Ladens wieder. Eduard wird geboren, ein unscheinbares Kind, für das Hermine eingestellt wird. ---- Am 2. November 1995 rutscht Edith Römer mit dem schwerkranken Bert unter dessen Pflegebett. Eine Art finaler Liebesakt. Der Notdienst wird gerufen. Zwischen 1948 und 1954 lebt sich Edith halbwegs im Haus ein. Sie verschafft auch Gisela Peschel und deren Mutter, ihren Fluchtgefährtinnen, hier Unterkunft. Sie lernt Kindergärtnerin, wird schwanger und weigert sich, nur deswegen zu heiraten. Sie verliert das Kind. Die Heirat erfolgt im März 1953. Erst mit Elkes Geburt entspannt sich das Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter. Die vereinnahmt das Kind für sich und verschafft Edith eine zweifelhafte Freiheit als die Frau des Chefs. ----- Elke Rieger stößt am 8. Juni 2020 auf Indizien, dass die beiden vermeintlichen Käufer Marco Munk kennen. Munk konnte nicht nachgewiesen werden, dass er das Haus ruiniert hat. Sie erlebt zwischen 1969 und 1972 das Ende ihrer Schulzeit und ersten Liebeskummer. Die Tatsache, dass sich ihr Held Gunter von ihr trennt, weil sie Westverwandtschaft hat und er eine Karriere beim Ministerium für Staatssicherheit anstrebt, macht aus Elke, der fleißigen FDJlerin, einen Teenager, der den Staat DDR ablehnt. Ihr Einserabitur verschafft Elke einen Medizinstudienplatz.
2 Stunden 1 Minute
Mit 17 hat Marco Munk eine kleine Wohnung im Haus des Fleischers bezogen. Jetzt, am 17. Dezember 2018 nachts, wandert er durch die große leere Wohnung des Ehepaars Römer. Hier wollte er mit Annette leben. Das Haus steht zum Verkauf – die letzte Gelegenheit für ihn, sich an seiner Feindin, der Fleischersfrau Edith Römer, zu rächen. Auch wenn die schon tot ist. --- Wie jeden Tag seit Kriegsende in Königsberg, holt auch am 3. Juli 1945 ein russischer Jeep Max Kowalski ab; er malt für die Rote Armee. Seit 1913 ist Max ein Krüppel: Beim Versuch, den Stapellauf der „Derfflinger“ zu malen, stürzt er von einer hohen Mauer und verliert seinen tätowierten rechten Unterschenkel. Sein Freund Emil holt ihm aus dem Krankenhaus in Hamburg zurück nach Dresden. Max bezieht Emils Atelier, ein eigenes kann er sich nicht mehr leisten. Im Atelier steht das Passagierdampfer-Bild, das dem Bankier Vateyne gehört. Vateyne wollte, dass Max dem Schiff ein paar Kanonen verpasst. Aber Max entschied sich für ein neues Gemälde. Auf dem alten Bild findet er Marias Adresse vor. Als er sie aufsuchen will, wird er von ihrem Vater abgewiesen. ---- Am Morgen ihres Geburtstages am 20.August 1968 kramt Olga Römer in Devotionalien von Hugo, ihrem verstorbenen Mann. Am meisten liebt sie die Bänder seiner Matrosenmütze. Im Sommer 1914 beobachtet sie im Hause Vateyne den Auftritt des Malers Kowalski. Im Dezember lernt Olga den Kaiserlichen Matrosen Hugo Römer, im Zivilleben Fleischer, kennen. Drei ihrer Brüder sind im Krieg. ---- Am 2. November 1995 fragt sich Edith Römer, warum sie Berts Tod so fürchtet: Aus Liebe – oder aus Angst vor Verantwortung für dieses ungeliebten Haus. Edith ist 1947 gegen den Willen von Olga Römer in deren Haus eingezogen. Die Quartierkommission hat die Aufnahme von Flüchtlingen angeordnet, und Bert hat Edith hier untergebracht. Sie schläft zunächst im Salon, unter dem Schiffsbild, das sie an ihre Flucht erinnert. Es könnte ein Bild ihres Vaters sein - aber auf der Rückseite steht ein anderer Name. Sie sehnt sich nach ihrer Mutter, nicht nach dem Vater, dem sie die Schuld am Zurückbleiben der Mutter gibt. ---- ---- Elke Rieger geb. Römer steht am 8. Juni 2020 mit der Maklerin und deren Kunden in dem großen Zimmer, das ihre Oma „Salon“ nannte. Das Schiffsbild und die altdeutschen Möbel gefallen den Interessenten sehr. Sie wollen das Haus angeblich für einen Verlag für Heimatliteratur kaufen. Zwischen 1964 und 1968: Das Mädchen Elke erleidet die FKK-Begeisterung ihrer Eltern und liebt die Geschichten ihrer Oma Olga. Fast so sehr liebt sie Frau Faber, ihre Deutschlehrerin, die sie zu einer glühenden Sozialistin macht. Elke lernt, dass ihre Eltern Opportunisten sind, die zu Hause ganz anders reden als nach außen hin.
1 Stunde 43 Minuten
Marco Munk entert am 17. Dezember 2018 nachts 1 Uhr das Haus mit der Fleischerei. Er hat einen Auftrag zu erfüllen, geschäftlich wie persönlich. Der Dünne, ein Handlanger und, wie er glaubt, ein Aufpasser seines Kunden, sitzt ihm im Nacken. --- Am 3. Juli 1946 will der alte und gebrechliche Kunstmaler Max Kowalski Maria Gronewold heiraten. Er liebt sie seit über dreißig Jahren und lebt mit ihr in den Katakomben einer Kirche im zerstörten Königsberg. Von Max Kowalski stammt das Bild mit dem Passagierschiff, das im Salon des Hauses mit der Fleischerei hängt. Das 1. Kapitel erzählt sein Leben in Dresden bis 1913, bis zu dem Tag, an dem er das größte Schlachtschiff der Kaiserlichen Marine malen will. Da ist er schon ein berühmter Schiffsmaler, Träger eines kaiserlichen Ordens, den er sich in die rechte Wade tätowiert hat. Maria, einer sehr jungen Frau, der er dank Vermittlung des Bankiers Vateyne Zeichenunterricht gibt, hat er zum Stapellauf ein Billett geschickt: „Ich warte auf Sie!“ --- Im Morgengrauen des 20. August 1968, beginnt Olgas Römers Tagesgeschichte. Es ist ihr 75. Geburtstag, der 23. Todestag ihres Mannes Hugo – und für sie noch ein weiterer denkwürdiger Tag. Aber das weiß noch niemand. Die Fleischermeisterswitwe ist die Bauherrin des Hauses in der sächsischen Industriestadt. Als unerreichtes Vorbild diente ihr die Dresdner Villa des Bankiers Vateyne und dessen Gattin Sophie. Hier hat Olga vor ihrer Ehe als Hilfsköchin gedient. Im 1. Kapitel, 1913/14, erlebt sie die Villa ihrer Träume und Sophie Vateyne, die sie anhimmelt. --- Am 2. November 1995 wacht Edith Römer am Bett ihres Mannes Bert, er hat Leberkrebs. Sie ist Max Kowalskis Tochter mit Maria. 1945 flieht sie allein, 16-jährig, aus Königsberg auf dem zum Truppentransporter umgebauten Passagierschiff „Goya“ über die eisige Ostsee. Sie strandet mit zwei anderen Frauen, Gisela Peschel und deren Mutter, in Sachsen und begegnet Bert, Olga Römers Sohn, Fleischer von Beruf wie sein Vater. --- Am 8. Juni 2020 empfängt Elke Rieger eine Maklerin und zwei dubiose Kunden, die ihr Geburtshaus kaufen wollen. Es ist durch einen Wassereinbruch geschädigt. Elke Rieger ist Ediths Tochter, Enkelin von Olga Römer und Max Kowalski, Ärztin in Köln. Das 1. Kapitel erzählt ihre Geschichte als Grundschulkind 1961, ihre Liebe zur Oma Olga und die Angst, von den Eltern verlassen zu werden.