Bühne frei - Der Theater Dortmund Podcast Archiv
72 Episoden
44 Minuten
„Beim Komponieren ist es so, bevor die erste Note geschrieben ist, hat man das Gefühl, alles kann passieren.“ In der ersten Folge der Spielzeit 26|27 spricht Linda mit Matthew Aucoin, der neuer Featured Composer & Creative Partner bei den Dortmunder Philharmonikern ist. U.a. gehört zu Matthews Aufgaben in dieser Position die Leitung ausgewählter Konzerte der Philharmoniker. Er erzählt, was ihn bei der Planung inspiriert und warum es so besonders ist, dass die Europäische Erstaufführung seines Werks »Two Thresholds« im Juni vollständig von unserem Orchester gespielt wird. „Es ist nicht normal, dass ein neues Orchesterwerk so groß sein darf. Es gibt immer einen Druck für Komponist*innen, sehr kurze Stücke zu schreiben. Ich bin wirklich dankbar.“ Matthew Aucoin ist auf den großen Bühnen der Welt unterwegs: Nach seinem Studium an der Harvard University und der Juilliard School war er u.a. für die Metropolitan Opera in New York tätig, deren Orchester seine Oper »Eurydice« aufgenommen hat und damit 2023 für einen Grammy nominiert wurde. Warum und wie Matthew seinen Weg nach Dortmund gefunden hat, was seine Lieblingsplätze in der Stadt sind und was die Theater in Deutschland für ihn so besonders macht, berichtet er in dieser Folge.
57 Minuten
„Das, was Theater ja kann, ist ja, Behauptungen zu schaffen.“ Sar Adina Scheer ist seit der Spielzeit 2023|24 als festes Ensemblemitglied am Kinder- und Jugendtheater Dortmund und neben unzähligen Rollen, die sie* bisher auf unserer Bühne verkörpert hat, schlüpft Sar nun in die Rolle der Regieperson: Mit der Produktion »Miau« gibt Sar in der kommenden Spielzeit ihr* Regiedebüt und erzählt Linda, wie der Probenprozess läuft und welchen Twist Sar sich für die Besetzung überlegt hat. Beim renommierten Westwind-Festival räumte die KJT-Produktion »Das Gewicht der Ameisen« in diesem Jahr gleich zwei Preise ab und die Vorstellung vor Ort war gleichzeitig Sars Highlight der Spielzeit: „Das war so eine wilde Vorstellung, man war so: Ihr geht ja so heftig mit! Es gab so viele Lacher, wo man sich natürlich auch total drüber freut.“ Gerade noch eine Vorstellung im KJT gespielt, erzählt Sar in der letzten Folge der Saison 2025|26 von seinem* Weg ins Ensemble nach Dortmund, seinen* Filmprojekten und von den Besonderheiten, wenn man vor jungem Publikum spielt. Nach den Theaterferien geht es weiter mit Staffel 5 ‒ wir freuen uns drauf!
1 Stunde 6 Minuten
„Es kommt ein Moment, wo ich 25 Positionen auswendig kenne.“ Ivan Keim liebt Challenges: Er steht als Tänzer auf der Bühne, gleichzeitig arbeitet er als Dance Captain daran, dass die einstudierten Choreografien ab dem Zeitpunkt der Premiere weiterhin sitzen. Fällt z.B. ein*e Darsteller*in aus, kümmert sich Ivan darum, dass das Publikum dies in den Tanznummern nicht merkt. In »Grease« stand er mit dem Ensemble gemeinsam auf der Bühne und hat zugleich „wie mit einem Fischauge“ kontrolliert, ob die Choreos korrekt eingehalten werden. Als Dance Captain hält er mit seiner Energie außerdem die Stimmung in der Cast hoch. Eine ähnliche Stütze ist der gebürtige Argentinier in seinem Job als Souffleur der Oper. Braucht ein*e Darsteller*in Hilfe mit dem Text, ist Ivan da. Den Text ruft er dabei ein paar Takte vorher rein, sodass keine Gesangspause entsteht und das Publikum nichts mitbekommt. Mit einigen Darstellenden hat er dafür sogar Geheimcodes abgesprochen. Als Souffleur muss Ivan gleichzeitig alle Sänger*innen, den/die Dirigent*in und seine eigenen Noten im Blick haben, um im richtigen Moment auszuhelfen. Dieser Multitasking-Job sollte viel bekannter sein, findet er. „Der Souffleur ist der Feuerwehrmann. Ich bin immer da, ich helfe immer ein bisschen, aber wenn das Feuer brennt, springe ich ein.“ Neben seinen vielfältigen, aktuellen Tätigkeiten, sprechen Linda und Ivan in dieser Folge außerdem über Ivans Werdegang als Tänzer und seinen Weg ans Theater Dortmund.
50 Minuten
„Man muss auch einen Tisch zum Leben erwecken können.“ (Mark Bednarz) Große Produktionen mit riesigen Bühnen- und wechselnden Szenenbildern, werden nicht nur von den Ensembles auf der Bühne dargeboten, sondern auch durch die Statisterie zum Leben erweckt. Von Kellner*innen und Soldat*innen über Bären, Trolle und sogar Möbelstücke ‒ was unser Ensemble der Statisterie alles verkörpert, lässt sich kaum in einer Podcastfolge erzählen. Mark Bednarz (Leiter der Statisterie) und David Litzenberg (stellv. Leiter) versuchen es trotzdem und erzählen Linda von ihren vielfältigen Aufgaben als Statist*innen der Oper und des Balletts, wie die spielerische Überbrückung von Umbauten oder das Doublen von Hauptrollen und erklären, wer alles zur Statisterie dazugehört. „Das Überraschende ist, man weiß vorher nie genau, was auf einen zukommt [...] man erlebt immer wieder was Neues.“ (David Litzenberg) Braucht man Vorerfahrung, um Statist*in zu werden? Wo kann man sich bei uns bewerben? Und unterscheidet sich die Arbeitsweise der Statist*innen im Ballett und in der Oper? Mark und David erzählen vom Ablauf der Proben, von Kartenspielen während der Vorstellungen und welches die verrücktesten Rollen waren, die die beiden bisher verkörpert haben. Du willst bei uns Statist*in für Opern- und Ballettproduktionen werden? Bewirb dich auf tdo.li/statisterie
1 Stunde 11 Minuten
„Das eine ist zu gucken, was war bisher und das andere ist zu gucken, was wird gewesen sein...“ Seit der Spielzeit 2020|21 leitet Julia Wissert das Schauspiel Dortmund. Die aktuelle Saison markiert einen der größten Umbrüche ihrer Intendanz: den Abschied vom Schauspielhaus und den Umzug in eine Ausweichspielstätte – das ehemalige C&A-Gebäude in der Dortmunder Innenstadt. Der Grund: Am Hiltropwall entsteht die Junge Bühne. Über die Herausforderungen, Chancen und Entscheidungsprozesse hinter diesem Schritt sprechen Julia und Linda in dieser Folge. Bevor es auf die neue Bühne geht, feiert Julias Produktion »Die Dreigroschenoper« am 04.06.26 Premiere im Salzlager auf der Kokerei Hansa. Im Gespräch geht es um die Besonderheiten ihrer Inszenierung, die aus vier unterschiedlichen Versionen des Originals entwickelt wurde. „Wir haben in der Vorbereitung versucht, dass wir Gesprochenes und Gesungenes gleichwertig auf der Bühne stattfinden lassen." Außerdem erzählt Julia von ihrer Arbeit als Regisseurin („Für mich beginnt die ganze konzeptionelle Arbeit damit, dass ich an etwas hängen bleibe, wo ich merke: "Ah, die Welt interessiert mich."), ihren Aufgaben als Intendantin („Eine Intendantin ist eine Krisenmanagerin.") und ihrer Vision für das Schauspiel Dortmund.
56 Minuten
„Ich bin tatsächlich jedes Mal, wenn ich ins Theater gehe, einfach aufgeregt [...] und ich hab immer wie so Schmetterlinge im Bauch, was eigentlich schön ist.“ Nach den erfolgreichen Produktionen »Woyzeck« und »Queens« kehrt Jessica in dieser Spielzeit mit der Uraufführung von »Pidor und der Wolf« zurück ans Schauspiel Dortmund, was für sie immer ein "Homecoming"-Gefühl ist. Die Regisseurin spricht mit Linda über das emotional und inhaltlich herausfordernde Stück von Sam Max, das die Verfolgung queerer Menschen in Tschetschenien thematisiert, die heute immer noch passiert. „Es ist für mich auch das allererste Mal, dass ich ein Stück inszeniere, das realpolitisch ist.“ Jessica erzählt von ihrer Arbeitsweise beim Inszenieren, von den Herausforderungen beim Proben eines solch schweren Stoffes und warum ihr die Teamarbeit am Theater Energie gibt, weiterzumachen. „Es ist manchmal wirklich, dass ich so denke: Wow, das ist schon wieder so ein Wunder, dass das jetzt tatsächlich geklappt hat.“
1 Stunde 10 Minuten
„Das ist so ein Geschenk, ich weiß auch gar nicht, wie ich das anders sagen soll.“ Wer in den letzten Jahren ein Musical an der Oper Dortmund gesehen hat, ist an Antonia Kalinowski eigentlich nicht vorbei gekommen. Aktuell steht sie als Sandy in »Grease« auf der Bühne, während ihres Studiums an der Folkwang Universität der Künste Essen war sie Teil von »Cabaret« und »RENT«. Und in der nächsten Spielzeit wird sie die Hauptrolle der Ich im Erfolgsmusical »Rebecca« an der Seite von Mark Seibert und Bettina Mönch verkörpern! In wenigen Jahren ging Antonias Bühnenkarriere steil nach oben, wofür sie jeden Tag dankbar ist, wie sie selbst sagt. Ein Ritual von ihr ist z.B., dass sie sich nach jeder Vorstellung die Zeit nimmt, um sich zu bedanken, dass sie den Beruf ausüben darf. „Ich bin auch ganz, ganz dankbar und ehrfürchtig auf eine Art, dass es einfach so viele spannende Projekte hintereinander jetzt gab [...]“. Mit Linda spricht sie in dieser Folge über ihre Aufnahmeprüfung an der renommierten Folkwang Universität der Künste, über ihr Studium und wie es ist, gemeinsam mit Kommiliton*innen nun auf den großen Bühnen zu spielen. Sie erzählt von ihren Engagements nach dem Studium (u.a. die China-Tour von »Rebecca«) und was ihr die aktuelle Rolle der Sandy in »Grease« bedeutet, in die sie sich sehr gut hineinversetzen kann und die vielschichtiger ist, als man auf den ersten Blick vermutet. „Weil es mir glaube ich auch persönlich hilft, gerade für diese Rolle auch zu schauen, was gibt es für Momente in meinem Leben, die sich vielleicht ähnlich angefühlt haben?“. Außerdem sprechen Antonia und Linda über ihre Vorsätze für das neue Jahr, warum die Vorfreude auf »Rebecca« so riesengroß ist und was die beiden mit dem Musical verbinden. Es geht auch um die Bedeutung von Theater, als Zuschauende und auch als Mitarbeitende („Das sind irgendwie so Momente, da verbindet man Job und Lebensereignisse auf eine gewisse Art, die total berührend sind und total besonders für mich waren und erfüllend.“) und darum, dass die Oper Dortmund für Antonia etwas ganz Besonderes ist, sodass es sich für sie anfühlt, wie nach Hause zu kommen. „Ich finde das auch irgendwie immer wieder ganz großartig zu sehen, von wie vielen Leuten einfach diese Gesamtleistung abhängt [...] und da so ein Zusammen zu entwickeln, das macht schon sehr viel Spaß.“
59 Minuten
„(Dortmund) ist eine einzigartige Stadt, weil sie lieben Kultur, aber sind noch offen genug, dass man neue Wege versuchen kann. Das kommt schon selten vor.“ Der nächste Intendant ist bei Linda zu Gast: Jordan de Souza hat im Sommer 2025 seine Stelle als neuer Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker angetreten und man merkt: Er ist motiviert, neue Wege zu gehen, möchte trotzdem gewisse Traditionen bewahren und hat einfach große Lust auf seinen Job! In dieser Folge erzählt er von seiner Vision für das Dortmunder Orchester und was er sich bei dem Spielplan 2025|26 gedacht hat. „Unsere Identität als Klangkörper deutlich zu gestalten, eine Verbindung mit dem Publikum zu schaffen, was wollen die Leute? [...] auch diese Entdeckungsfreude immer zu haben, nicht nur, was auf meiner Bucketlist steht.“ Neben neuen Formaten, wie »Deep Dive« oder den »Late Night Konzerten«, gibt es auch weiterhin die klassischen Philharmonischen Konzerte im Konzerthaus und die Kammerkonzerte, bei denen Musiker*innen an verschiedenen Orten in der Stadt musizieren. Auch die Angebote der Musikvermittlung liegen dem gebürtigen Kanadier am Herzen, denn ihm ist es besonders wichtig, die Musik in die Stadt hinauszutragen, um verschiedene Menschen damit zu erreichen. „Ich versuche, einen sicheren Ort zu schaffen, wo die Leute ihr eigenes Abenteuer oder ihr eigenes Erlebnis haben können.“ Jordan spricht mit Linda auch über seinen beeindruckenden Werdegang, über seine Liebe zum Theater und wie er diese Leidenschaft immer verfolgt hat und klärt grundlegende Fragen wie: Was macht eigentlich ein Generalmusikdirektor? Und was genau sind die Aufgaben eines Dirigenten? "Nur" schöne Konzerte spielen, reicht Jordan dabei nicht. „Die sechste Vorstellung am Mittwochabend soll sich wie eine Premiere anfühlen. Das ist mein Ziel, meine Verantwortung.“
1 Stunde 4 Minuten
„Wir wären nicht das Ballett Dortmund, wenn wir die Sachen normal machen würden.“ Mit dem Start der Intendanz von Jaš Otrin beginnt in dieser Spielzeit am Ballett Dortmund und NRW Juniorballett nach 20 Jahren Xin Peng Wang eine neue Ära. In welche Fußstapfen er tritt, ist dem ehemaligen Profi-Tänzer bewusst, er plant aber auch einige Veränderungen: Auf der Bühne werden voraussichtlich andere Tänzer*innen-Konstellationen zu sehen sein und andere Ensemble-Mitglieder werden Chancen auf große Rollen bekommen. Hinter der Bühne baut Jaš ein neues Team und auch ein Health Center, inklusive Mental Coach auf. „Wenn ich das in einem Wort übersetzen sollte, bin ich der Ermöglicher.“ Was macht ein Ballettintendant, der nicht selbst choreografiert und wie geht Jaš das ihm sehr wichtige Thema „Transition“, also den Weg von der Bühne in einen anderen Beruf, mit den Tänzer*innen an? Er selbst kann sich als ehemaliger Profi-Tänzer gut in das Ensemble hineinversetzen und auch, wie schwer der Schritt nach dem Karriere-Ende ist. „Wenn man eine gute Vorstellung hatte, geht man wie auf Wolken nach Hause.“ In dieser Folge sprechen Linda und er außerdem um den sehr abwechslungsreichen Spielplan 25|26, warum der Mix aus »Romeo und Julia« und Radiohead durchaus Sinn macht, warum Scheitern wichtig ist, wie intensiv und herausfordernd der Beruf eines/ einer Ballett-Tänzer*in ist und warum es wichtig ist, das immer wieder zu verdeutlichen. „Wir wollen wirklich zeigen, dass der Tanz heute noch relevant ist. Dass es nicht ein Beruf ist, wo man sagt: "Was machst du tagsüber, wenn du abends auf der Bühne stehst?". Das würde auch niemand einen Fußballer fragen, was er tagsüber macht, wenn er abends ein Spiel hat.“
1 Stunde 3 Minuten
„Es ist eigentlich nicht so, dass wir immer nur in einer Realität unterwegs sind.“ (Anna-Carolin Weber) Performances in mehreren Realitäten gleichzeitig? Das geht! In dieser Folge ist Linda mal wieder zu Besuch in der Akademie für Theater und Digitalität. Dort machen die Choreografin Anna-Carolin Weber und der Interaktionsdesigner Tobias Kopka vom VR Dance Club gerade eine Residenz und forschen an ihrem Projekt „We Are In This Together – Neue Empfindungen für Remote-Audiences in VR- und Tanz-Performances”. Die beiden beschäftigen sich damit, wie sich Zuschauer*innen digital und interaktiv in künstlerische Aufführungen einbinden lassen – egal, ob vor Ort oder online. Sie erforschen, wie Prinzipien aus der Gaming-Welt das Publikum aktivieren und zu echten Mitgestalter*innen der Performances machen können. Durch interaktive Elemente sollen die Zuschauer*innen den Verlauf und die Bewegungsdynamik der Erzählung beeinflussen und gemeinsam das Bühnengeschehen formen. Ziel ist eine gleichberechtigte, kreative Teilhabe – auch für das Remote-Publikum. „Da passiert [...] etwas mit mir, was mich bereichert nach Hause gehen lässt, Fragestellungen, die was mit mir machen.“ (Tobias Kopka) Den Auftakt für „We Are In This Together – Neue Empfindungen für Remote-Audiences in VR- und Tanz-Performances” bildet das Teilprojekt „Press X to Push Dancers Off Stage“ (gefördert vom NRW KULTURsekretariat), bei dem fünf Akteur*innen erproben, wie räumlich getrennte Besucher*innen das Bühnengeschehen durch den Einsatz virtueller Technologien sinnlich intensiv erleben und mitgestalten können. „We Are In This Together – Neue Empfindungen für Remote-Audiences in VR- und Tanz-Performances” wird von der Kunststiftung NRW gefördert und kooperiert mit der Akademie für Theater und Digitalität (Dortmund), dem Cologne Game Lab der Technischen Hochschule Köln und dem Spiel- und Produktionsort TanzFaktur (Köln). Entworfen wurde das künstlerische Forschungsprojekt gemeinsam mit dem US-amerikanischen Experten für „Playful Interactive Media and Performance“ Richard Lemarchand. Alle Infos zu den Projekten des VR Dance Club findet ihr unter: https://vrdanceclub.de/de/
1 Stunde 15 Minuten
„Auf jeden Fall war mir klar, schon als Kind, ich muss auf der Bühne stehen.“ Antje Prust ist seit 2020 Ensemblemitglied am Schauspiel Dortmund und hat seitdem viele unterschiedliche Rollen auf der Bühne verkörpert. Aktuell spielt sie neben »Antigone«, »ON AIR« und »Schwindel« auch in »Der zerbrochne Krug«. Die Probenarbeit mit dem Team um Regisseurin Lola Fuchs an dieser Produktion bezeichnet Antje als eine der schönsten in ihrer bisherigen Laufbahn und erzählt auch von ihrem eigenen Regiestil („Ich nenne es eine emotionale Dramaturgie“) und was ihr bei der Arbeit mit Regiepersonen wichtig ist: „Das Ideal für mich als Schauspielerin ist immer, wenn ich mit Regiepositionen zu tun habe, die mich weder alleine lassen, noch mir das Gefühl geben, dass ich ein Requisit bin, das man irgendwie durch die Gegend schieben kann und dem man alles so vorgibt.“ Antje spricht mit Linda auch über das Handwerk des Schauspielens und warum sie vor den Vorstellungen lieber nur einmal tief durchatmet, anstatt sich lange in ihre Rolle hineinzufinden („Ich versuche, mich [...] so krass wie möglich in eine Präsenz zu bringen [...] also mich so möglichst in den Moment reinzuholen, damit ich das wieder neu greifen kann.“). Es geht in dieser Folge außerdem um die Wichtigkeit von Theater in der heutigen Zeit „Wir reden ja viel über das, was Theater verändern kann oder ob das überhaupt was verändern kann...“ und für die Gesellschaft „[...] wieder zu spüren, dass man, zum Beispiel in Kontakt mit jungen Menschen [...], ein wichtiger Ankerpunkt wird für bestimmte Themen. Dass man einen Gesprächsraum öffnet.“
48 Minuten
Den Beruf der Dramaturgin kann man nicht oft genug erklären, da es am Theater wohl kaum einen vielfältigeren gibt. Deswegen spricht Linda immer wieder gerne mit Menschen aus der Dramaturgie, in dieser Folge mit Jacqueline Rausch aus dem Kinder- und Jugendtheater (KJT). Jacky erzählt von ihren Aufgaben während des Probenprozesses, von der Arbeit und dem Austausch mit dem (jungen) Publikum, der Spielplanerstellung, dem Verfassen von allen möglichen Texten u.v.m. „Wir funktionieren in der Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Abteilungen und das ist auch das Schöne daran.“ Im KJT stehen sowohl lustige als auch ernste Themen auf dem Programm: Von der abenteuerlichen Reise rund um Käpten Knitterbart oder einer Safari durch das Theater bis hin zu dem tiefgründigen Märchen der Schneekönigin von Hans Christian Andersen oder den Gefahren von Social Media... Durch die Stücke und mit vor- und nachbereitenden Workshops und Gesprächen bekommen die Kinder und jungen Erwachsenen im KJT wichtige gesellschaftliche Themen vermittelt. Das kann nur Theater! „Wir haben ein sehr berührendes Familienstück mit den Themen Freundschaft, Treue und natürlich auch die Kraft der Liebe. Und wir erleben, wie wichtig Mut ist und Hoffnung. Dass man einen geliebten Menschen nicht abschreibt und ihm zur Hilfe eilt, wenn er in Not gerät.“
54 Minuten
Wir starten in die Spielzeit 25|26 und auch in Staffel vier von »Bühne frei«! Für diese Folge hat Linda sich wieder einen besonderen Gesprächspartner vor das Podcastmikrofon geholt: Heribert Germeshausen, Intendant der Oper Dortmund, spricht über die sehr erfolgreiche letzte Saison und kommende Produktionen. Sein Highlight der letzten Spielzeit kann Heribert ganz klar festmachen: Der Ring des Nibelungen, im Mai zyklisch aufgeführt, bildete mit vielfältigem Rahmenprogramm den Höhepunkt des Wagner Kosmos, den Heribert mit dem Start seiner Intendanz 2018 initiierte. Worauf sich der Intendant in der kommenden Saison seiner Sparte am meisten freut, kann er aber nicht so genau festlegen: Neben großen Opern wie »Die Hochzeit des Figaro« oder »Turandot« stehen auch Highlights wie die spartenübegreifende Kooperation »Carmina Burana« und das Musical »Grease«, inszeniert von Gil Mehmert, auf dem Spielplan. „Theater ist auch einfach etwas Flüchtiges. Und deshalb ist der Ansporn da, auch bei »Grease«, kann ich jetzt schon sagen, egal wie erfolgreich es wird, es wird in dieser Inszenierung nach dieser Spielzeit nie wieder hier in Dortmund auf dem Spielplan sein.“ Außerdem sprechen die beiden über die renommierten Bayreuther Festspiele, mit denen die Oper und die Akademie für Theater und Digitalität im Sommer 2026 kooperieren, die Deutsche Erstaufführung von »Alle reden nur noch von Jamie« der OpernYoungsters und wie schwer es ist, an solche Aufführungsrechte zu kommen, warum der junge Wagner gar nicht so unsympathisch war und was die Aufgaben eines Opernintendanten sind. Exklusive Infos werden auch geteilt: Heribert verrät nämlich zum ersten Mal eine Produktion, die in Planung ist! „Man muss [...] auch ein gutes Gespür für einen Ort haben und das Publikum sehr gut kennen. Diese Verbindung zum Publikum ist wichtig. Dass man weiß, dass man das Theater, das man macht, tatsächlich für die Menschen vor Ort macht.“
51 Minuten
„(Künstliche Intelligenz) verändert unsere sozialen Interaktionen [...] es nimmt einfach auf sehr viel Einfluss und so wird es auch auf den Theaterkontext Einfluss nehmen.“ (Kristina Malyseva) Mit wenigen Begriffen ein komplettes Theaterstück schreiben? Das funktioniert mithilfe der KI-gestützten Software „amazing plays“, die die technische Dramaturgin Kristina Malyseva und der Software-Entwickler Benedikt Mildenberger gerade im Rahmen ihrer Residenz an unserer Akademie für Theater und Digitalität entwickeln. „Unglaublich viel Kreativität steckt da drin und da kann man sich für alle möglichen Situationen Ideen abholen.“ (Benedikt Mildenberger) Und Linda durfte die Software in dieser Folge sogar testen: Die KI wird mit einem übergeordneten Thema und dem Zeitpunkt, in dem die Geschichte spielen soll, gefüttert und innerhalb von Minuten generiert sie u.a. eine Kurzgeschichte, ausführliche Rollenprofile und am Ende mehrere Szenen inklusive Regieanweisungen – eben einen vollständigen, dramatischen Text für die Bühne. Wie genau das funktioniert, was „amazing plays“ kann und z.B. ChatGPT nicht, in welche spannenden Projekte Kristina und Benni sonst noch involviert sind und was sie genau in ihrer Residenz an der Akademie machen, erfahrt ihr in dieser Folge. Außerdem stellt Linda die Frage: Besteht nicht die Gefahr, dass Softwares wie „amazing plays“ bald Dramaturg*innen und Texter*innen ablösen werden?
35 Minuten
„[...] und dann kommen wir hierher und machen alle das Gleiche: Weil wir tanzen. Und das ist super schön, dass einen das dann doch verbindet.“ Das JugendTanzTheater Ballett Dortmund hat das Motto: Jede*r, die oder der tanzen will, soll die Möglichkeit haben zu tanzen. Egal, wie alt man ist, egal wie viel Tanzerfahrung jede*r mitbringt, alle finden einen Platz in der Gruppe. Unter der Leitung von Tanzpädagoge und Choreograf Justo Moret entstehen dabei jedes Jahr wunderschöne und abwechslungsreiche Choreografien. Nicole Ellen Wells ist seit vier Jahren Teilnehmerin des JugendTanzTheaters und erzählt Linda, wie die Tänzer*innen gemeinsam mit Justo die diesjährige Produktion »LAMENTOS« kreiert haben. Vorlage war dieses Mal ein Gedicht, dass sie in Bewegungen und kleine Choreografien umgewandelt haben. In ihre Produktionen fließen auch immer die Gedanken und Sorgen der Teilnehmenden ein, die sie dann gemeinsam in einem Tanzabend auf der Opernhausbühne verarbeiten. »LAMENTOS« steht für Zusammenhalt, Reue, Klage und unterschiedliche Arten von Glauben, der einen am Ende doch immer verbindet. Und diese Verbundenheit macht für Nicole auch das JugendTanzTheater Ballett Dortmund aus, denn jede*r Teilnehmer*in findet hier seinen Platz, wird von der Gruppe aufgenommen und individuell gefördert. „Es ist auch einfach immer super spannend, was da entsteht. Also wenn da so dreißig verschiedene Leute sind, die alle einen verschiedenen Hintergrund haben, die alle mehr oder weniger Tanzerfahrung haben [...].“ Die Vorstellung von »LAMENTOS« ist am 02.07.25. Tickets und Infos unter: tdo.li/lamentos