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Zukunft Denken – Podcast Archiv

163 Episoden
38 Minuten
Erster Teil der Fragestellung: Was ist Pseudowissenschaft und wie grenzt sie sich von »richtiger« Wissenschaft ab. Und außerdem: warum ist das überhaupt wichtig? Wem und welcher Aussage können wir vertrauen?

Eine Abgrenzung ist aus philosophischer Sicht interessant, aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Sicht wichtig. Ohne eine einigermaßen saubere Trennung besteht die Gefahr dass wir

unsere Aufmerksamkeit und Zeit verschwenden

sachliche falsche politische Entscheidungen treffen

viel Geld verschwendet und Leid angerichtet wird

Menschen werden betrogen oder getäuscht werden

Anhand einiger Beispiele wie Astronomie im Vergleich zu Astrologie, Anthroposophie, Homöopathie, Kreationismus und anderen werden die Prinzipien erklärt.

Die Abgrenzung ist aber alles andere als einfach. Zunächst werden elementare Prinzipien moderner Naturwissenschaften angesprochen, wie die Idee des Naturalismus aber auch die Frage, wo die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnis liegen können. Dann gehen wir auf einige fundamentale philosophische Kriterien wissenschaftlicher Aussagen ein, wie:

Ockhams Rasiermesser

Gültigkeit von wissenschaftlichen Aussagen

Induktion und Deduktion (oder: wie kommen wir zu Gesetzmäßigkeiten und wie wenden wir diese an?)

Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit (auch mit der Idee des Falsifikationsimsus)

und nicht zuletzt: wie prüfen wir Behauptungen?

»In früheren Zeiten wurde der Träger der Theorie ausgeschieden. Jetzt können wir unsere Theorien an unserer Statt für uns sterben lassen.«, Karl Popper

Wir werden aber auch feststellen, dass in den modernen, komplexen und stark vernetzten Wissenschaften, einfache Ansätze nicht mehr ohne weiteres gültig sind – wie kommen wir hier voran? Eine wesentliche Indikation hat der Philosoph Betrand Russel schon vor längerer Zeit gegeben:

»Wissenschaft hat, seit der Zeit der arabischen Wissenschaft zwei Funktionen, sie ermöglicht uns Dinge zu wissen und sie ermöglicht uns Dinge zu tun«, Betrand Russel

Nach diesen sehr prinzipiellen Fragen kommen wir zu ganz konkreten und praktischen Anhaltspunkten, wie es uns auch als »normalen« Menschen ganz praktisch gelingen kann, glaubwürdige Aussagen und Systeme von unglaubwürdigen Pseudowissenschaften zu unterscheiden. Angesichts der anstehenden Herausforderungen und Probleme scheint dies von größter Bedeutung zu sein um unsere Kräfte in die richtige Richtung zu lenken.

Referenzen

Philosophische Betrachtungen

Alan Chalmers, What is this thing called science, Open University Press (2013)

Adam Morton, A Guide Through the Theory of Knowledge

Carol Tavris, Elliot Aronson, Mistakes Were Made (But Not by Me): Why We Justify Foolish Beliefs, Bad Decisions, and Hurtful Acts

Massimo Pigliucci, Nonsense on Stilts

Karl Popper, Alles Leben ist Problemlösen

Karl Popper, Auf der Suche nach einer besseren Welt

Bertrand Russell, The Impact of Science on Society

Stanford Encyclopaedia on Philosophy, Pseudoscience

Mario Bunge, Finding Philosophy in Social Science. New Haven, CT: Yale University Press (1996)

Skeptische Literatur

Carl Sagan, The Demon Haunted World

Believing Scripture but Playing by Science’s Rules, New York Times, Feb. 12, 2007

How Reliable are Psychological Studies?, The Atlantic (2015)

Reproducibility Project: Psychology

Astrologie

Peter Hartmann, Martin Reuter, Helmuth Nyborg, The relationship between date of birth and individual differences in personality and general intelligence: A large-scale study, Personality and Individual Differences 40 (2006) 1349–1362

PSIRAM Wiki zu Astrologie

Medizin

Ethnic difference

Autismus und Impfung (Wakefield Studie)

Artikel in Spiegel Online

PSIRAM Wiki zu Andrew Wakefield

Johan Hari, Lost Connection. Uncovering the Real Causes of Depression and the Unexpected Solutions
26 Minuten
In welcher Vorstellung von Zeit leben wir, beziehungsweise lebten wir? Die Vorstellung von Zeit, Geschichte, Vergangenheit und Zukunft einer Gesellschaft oder einer Kultur ist eine wesentliche Frage für den Umgang mit Erkenntnis, Technologie und Politik. Dies ist historisch interessant hat aber ebenso erhebliche Auswirkungen auf die Art und Weise wie sich technischer und wirtschaftlicher Fortschritt entwickelt und unsere heutige Kultur gestaltet hat. Wie gehen wir mit unserer Zukunft um? Das hängt in starkem Maße von unserem Bild der Zeit ab. 

Eine lineare Zeit mit Vergangenheit und offener Zukunft, die vor allem auch von Menschen beeinflussbar und gestaltbar ist eher eine moderne, zeitgemäße Vorstellung von Zeit, die wir nicht in allen Epochen der menschlichen Entwicklung finden. Vor der Aufklärung war etwa die europäische Kultur sehr an der Antike sowie an religiösen Mythen orientiert:

»Früher war nicht einfach nur alles besser, sehr viel früher war sogar nahezu alles perfekt.«, Achim Landwehr

Also ein Leben in der Orientierung einer vermeintlich perfekten Vergangenheit:

»Der Fortschritt musste also immer ein Rückschritt sein zu den Alten, den Antiken, den Vorfahren«, Achim Landwehr

Philip Blom schreibt, Ende 16. Jahrhundert sah man die »ruina mundi« kommen, den Untergang der Welt. Natürliche Beobachtungen wurden durch Zitate Bibel begründet, Naturkatastrophen theologisch interpretiert.

»Seit der Antike gilt: es ist egal wann sie geboren sind oder sterben, es läuft immer dasselbe Stück – Dies stimmt seit 200 Jahren nun nicht mehr.«, Peter Sloterdijk

Erst ab 1700 wird es für die Menschen erst langsam zur Möglichkeit, dass sich die Zukunft durch eigenes Handeln beeinflussen lässt. Moderne Wissenschaft beginnt sich somit in etwa ab der Neuzeit zu entwickeln und die empirischen Wissenschaften, wie Physik und Chemie beginnen langsam Form anzunehmen und nehmen ab dem 18. und 19. Jahrhundert enorm an Fahrt auf.

Heute leben wir in zahlreichen Widersprüchen, zwischen der Alternativlosigkeit politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen, der Hilflosigkeit bei ethisch schwierigen Fragen und einem neuen Hyper-Individualismus. Welche Rolle kann der Einzelne überhaupt noch wahrnehmen?

»Tatsächlich glauben die meisten Menschen in den reichen Ländern, daß es ihren Kindern schlechter gehen wird als ihnen.« Rutger Bregman, Zygmunt Bauman

Der Philosoph Byung-Chul Han beobachtet:

»Wir leben in einer besonderen historische Phase, in der die Freiheit selbst Zwänge hervorruft. Die Freiheit des Könnens erzeugt sogar mehr Zwänge als das disziplinarische Sollen, das Gebote und Verbote ausspricht. Das Soll hat eine Grenze. Das Kann hat dagegen keine.«

Wir leben, so hat es den Anschein, zwischen Verwirrung, vermeintlichem Zwang und fragwürdigen Retropien.

Aber ist das alles überhaupt begründet? Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? 

Referenzen

Zeitvorstellung

Thomas Maissen, Vom Werden der Zukunft, Spektrum der Wissenschaft, September 2010

Achim Landwehr, Geburt der Gegenwart: Eine Geschichte der Zeit im 17. Jahrhundert

Philip Blom, Die Welt aus den Angeln

Zygmunt Bauman, Retrotopia

Rushkoff, Douglas. Present Shock: When Everything Happens Now 

Peter Sloterdijk, Gespräch in den Sternstunden Philosophie

Weitere Referenzen

Carl Becker, die Welt von Morgen

Byung-Chul Han, Psychopolitik

Yuval Harari, Homo Deus

Jared Diamond: Lessons from Hunter-Gatherers

Shoshana Zuboff, Surveillance Capitalism

Pierre Casse, Leadership without concessions (2015)
23 Minuten
Ethik und Wissenschaft – eine überflüssige Episode?

Es gibt Wissenschafter, die sich auf die Position zurückziehen: Wissenschaft wäre nur Erkenntnisgewinn, Ethik beginnt bestenfalls mit der Anwendung. Ethik und Philosophie wären recht überflüssige Tätigkeiten, lästig und nicht hilfreich.

Ich teile diese Ansicht nicht – ich hoffe auch Sie nicht, nachdem Sie diese Episode gehört haben.

Zwei Thesen zu Beginn:

Nassim Taleb: »Wissenschaft ist großartig, aber einzelne Wissenschafter sind gefährlich« 

Daraus folgt aus meiner Sicht: wir dürfen Wissenschaft als Gesellschaft keinesfalls den Wissenschaftern alleine überlassen sondern müssen uns energisch einbringen

Warum ist das so?

Wir beginnen mit einem kurzen Blick in die jüngere Vergangenheit bevor wir uns in die Gegenwart und Zukunft begeben. Dazu drei wesentliche Aspekte:

Erkenntnisse die unter ethisch sehr fragwürdigen Rahmenbedingungen entstanden sind (»Nazi« Forschung, Experimente an Menschen in den 1960er und 1970er Jahren!) – wie gehen wir damit um? Wissenschafter mit problematischen politischen oder ethischen Ansichten (wie Martin Heidegger, Johannes Stark und Philipp Lenard, die Agitatoren einer deutschen versus »jüdischen« Physik) Und der Blick in Gegenwart und Zukunft: wie gehen wir mit dem enormen Potential wissenschaftlicher Möglichkeiten um, die aber ethisch umstritten sind, z.B. die Stammzellenforschung, aber auch mit ethischen Herausforderungen, die sich aus unserem kapitalistischen System ergeben. Dies betrifft etwa die Pharma-Industrie, aber auch sehr stark die Digitalisierung und Innovationen im Bereich der Informatik.

In 20 Minuten wie immer, ein erster Gedankengang, den wir später noch vertiefen können.

Referenzen

Eduard Pernkopf und der medizinische Atlas

Gustav Spann, Untersuchungen zur Anatomischen Wissenschaft in Wien 19381945, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, Jahrbuch 1999

Chris Hubbard, Eduard Pernkopf’s atlas of topographical and applied human anatomy: The continuing ethical controversy, The Anatomical Record, Volume 265, Issue 5, pages 207–211, 15 October 2001

William E. Seidelman, Medicine and Murder in the Third Reich, Jewish Virtual Library

Eduard Pernkopf in SA Uniform und Hitlergruß vor der Vorlesung (Dokumentationsarchiv des österr. Widerstands)

Mary Roach, Stiff: The Curious Lives of Human Cadavers, W. W. Norton & Company (May 2004)

Tuskegee Syphillis Studie

CDC Zusammenfassung (inkl. Entschuldigung des US Präsidenten Bill Clinton 1997)

Christian Reinboth, Das Tuskegee-Experiment und die Grenzen medizinischer Forschung

Jüdische Physik und »Nazi-Wissenschafter«

SEP: Martin Heidegger

Armin Hermann, die Jahrhundertwissenschaft; Werner Heisenberg und die Geschichte der Atomphysik, rororo (1993)

Nobel Prize: Philipp Lenard

Nobel Prize: Johannes Stark

beachten Sie die nur minimale Erwähnung der Thematik in der Vorstellung der Wissenschafter auf den Seiten des Nobelpreises.

Digitalisierung

Shoshana Zuboff, Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus (2018)

Moshe Y. Vardi, To Serve, Communications of the ACM, July 2019, Vol. 62 No. 7, Page 7

Verschiedenes

Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Penguin (2007)
30 Minuten
  ”Wie alles sich zum Ganzen webt, Eins in dem andern wirkt und lebt“, Goethe, Faust, erste Szene 

Ich habe in vorigen Episoden immer wieder den Begriff der »Komplexität« verwendet. Es ist daher höchst an der Zeit dass wir uns eine erste Episode mit diesem Begriff auseinandersetzen.

In dieser Episode stelle ich drei Fragen:

Ist Komplexität und Kompliziertheit dasselbe? Was ist Komplexität, genauer: wo finden wir komplexe Systeme und wie verhalten sie sich Was bedeutet das für die wissenschaftliche und rationale Betrachtung der Welt, vor allem auch für die Herausforderungen der Zukunft?

Am Anfang steht die Frage: wie verhalten sich eigentlich die wichtigen Systeme, die unser Leben ermöglichen?

»Die Natur macht keine Sprünge«, Carl von Linné

Ist das so? Einfache mechanische und simple Systeme zeigen einfache Ursachen/Wirkungszusammenhänge – im Gegensatz zu komplexen Systemen:

Wieso wird die Sahara nach langer Zeit mit stabilem Bewuchs in kurzer Zeit zu einer Wüste? 

Warum kollabieren Seen oder Korallenriffe 

Wie sieht es mit der Vorhersagekraft von technischen und sozialen Systemen aus? 

Wer hat den Fall der Berliner Mauer, Flash-Crashs an der Börse oder Donald Trump als Präsidenten korrekt vorhergesagt?

”In der großen Verkettung der Ursachen und Wirkungen darf kein Stoff, keine Thätigkeit, isoliert betrachtet werden.“, Alexander von Humboldt im 18. Jahrhundert 

Wir leben also nicht in einer Welt der simplen, sondern der wicked problems. Wie kommt das? Fragen wir konkreter nach

Was ist ein System? Was sind Systemgrenzen? …und dann noch Skaleneffekte?

Kompliziert oder komplex? Fassen wir einfach nochmals zusammen: was ist jetzt der Unterschied?

Warum interessiert uns das alles? Heute und in der Zukunft?

Wir kämpfen nicht nur mit dem drohenden Kollaps lebenswichtiger natürlicher Systeme, heute werden auch die »künstlichen«, die technischen und sozialen Systeme immer komplexer. So ist es extrem wichtig zu unterscheiden ob wir es mit komplexen Systemen, komplexen Problemen zu tun haben denn sie

verhalten sich sehr unterschiedlich

müssen mit unterschiedlichen Methoden untersucht werden

Management, Kontrolle und Fehlersuche in solchen Systeme erfordert ebenfalls sehr unterschiedliche Strategien 

Was ist daher das größte Problem unserer Zeit? Das größte Problem ist es, wenn Menschen fragen, welches das größte Problem unserer Zeit ist.

Denn fast alle Herausforderungen die unsere Zukunft bestimmen sind in komplexer Weise miteinander verbunden. Wir lösen sie also mehr oder weniger gemeinsam, oder gar nicht

Und wie immer, sehen wir nach dieser Episode betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen.

Referenzen

Rich Hickey: Simple made easy

Donella Meadows, Thinking in Systems, Chelsea Green Publishing (2008)

Warren Weaver, Science and Complexity, American Scientist, 36: 536 (1948)

Andrea Wulf, Alexander Humboldt

G. Cumming, Unifying Research on Social-Ecological Resilience and Collapse (2017)

Chris Clearfield, Meltdown: Why our systems fail and what we can do about it

Charles Perrow, Normale Katastrophen

Rupert Riedl, Strukturen der Komplexität (2000)

Nassim Taleb, Skin in the Game

Peter Kruse, next practice. Erfolgreiches Management von Instabilität
28 Minuten
Eine nächste »Guerilla-Attacke« auf die Festung Wissenschaft, mit Blick in die Zukunft:

Welche Rolle spielt Abstraktion für das moderne, wissenschaftliche Denken?

(1) Wir beginnen mit der Frage, wie sich das Denken vom Speziellen zum Allgemeinen, oder vom »Mythos« zum »Logos« entwickelt hat, besuchen dazu das antike Griechenland, Plato, Aristoteles und die Pythagoräer.

(2) Dann machen wir einen Zwischenstopp während der kommunistischen Revolution in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Entfernte Regionen der Sowjetunion wurden durch radikale soziale und ökonomische Änderungen gezwungen. Dazu gehört auch ein Bildungsprogramm, das die entferntesten russischen Regionen mit einschließt. Der russische Psychologe Alexander Luria begleitet diese Entwicklung und sieht dies als »natürliches Experiment«. Er fragt sich wenn man die Arbeit der Menschen verändert und ihnen mehr Abstraktion beibringt: welchen Einfluss wird das auf ihr Denken und ihren Geist haben?

»Vormoderne Menschen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, moderne Menschen die Bäume nicht im Wald.« 

(3) Wir kehren dann in die Gegenwart um zu sehen, warum Abstraktion fundamental für einen erfolgreichen Umgang mit unserer Zukunft ist

John Dewey: Über das Lösen von Problemen

Flynn Effekt – und unser Lernen von der komplexen Umgebung in der wir uns bewegen

Wie reagieren Schule und Universität?

Und zuletzt stellt Franz Wuketits die These in den Raum, dass Abstraktion für unseren Umgang mit der Zukunft fundamental ist.

Referenzen

Griechenland

David C. Lindberg, The Beginnings of Western Science, Univ. of Chicago Press (1992)

Luciano de Crescenco, Geschichte der griechischen Philosophie, Diogenes (2016)

Günter Küppers (Hrsg.), Chaos und Ordnung, Formen der Selbstorganisation in Natur und Gesellschaft, Reclam (1996)

Die sozialistische Revolution und die soziologische Beobachtung

David J. Epstein, Range, Penguin (2019)

J. R. Flynn, The Mean IQ of Americans: Massive Gains 1932 to 1978, Psychological Bulletin 95, no. 1 (1984)

Alexander Luria, Cognitive Development. Its Cultural and Social Foundations, Harvard University Press (1976)

Lernen, Gesellschaft und Zukunft

John Dewey, Theory of Inquiry (1938)

Franz M. Wuketits, Animal irrationale. Eine kurze (Natur-)Geschichte der Unvernunft, edition unseld (2013)

Weiteres

Nassim Taleb, Fooled by Randomness, Penguin (2007)

Alfred North Whitehead, The Education of an Englishman, The Atlantic Monthly, Vol. 138 (1926), p. 192.

 

 

 
24 Minuten
Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? Wird alles im wesentlichen immer besser? Oder das Gegenteil: sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?   Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.   Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.   »Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.   Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: Narrative.   »Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philipp Blom   »Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.   Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.   In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können.    Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:  

Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.

Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern

Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)

Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.

Dies ist eine gewaltige Herausforderung.   Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.     Referenzen  

Hans Rosling, Factfulness

Steven Pinker, Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit

Gregg Easterbrook, It's Better Than It Looks: Reasons for Optimism in an Age of Fear

George Monbiot, Out of the Wreckage

Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht

Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen (Teil 1 und Teil 2)

Kate Raworth, Doughnut Economics

Johan Rockström et al, Planetary Boundaries (e.g. Nature: A safe operating space for humanity)

Big World Small Planet, Johan Rockström, Matthias Klum

Johan Rockström, TED Talk: Let the environment guide our development

Yuval Noah Harari, Homo Deus

Yuval Noah Harari, 21 Lessons for the 21st Century

Michael Specter, Denialism

Jared Diamond, Kollaps

Norman Borlaug, Nobelpreise Acceptance Speech

Jeffrey D. Sachs, Kommentar: Es ist nicht genug, einfach mehr Nahrung zu produzieren, Spektrum der Wissenschaft, 11.01.2010

Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Robert B. Reich, Rettet den Kapitalismus

Tim Jackson, Prosperity without Growth

 
25 Minuten
Ist die Menschheit auf dem richtigen, oder wenigstens auf einem guten Weg? Wird alles im wesentlichen immer besser? Oder das Gegenteil: sind wir gerade dabei uns systematisch zu zerstören?   Diese Frage schließt einerseits unmittelbar an unsere Episode über Fakten, Daten und Wissenschaft an. Eigentlich sollte sie also einfach zu beantworten sein. Es stellt sich heraus: es ist alles gar nicht so einfach und es gibt lautstarke unterschiedlichen Lager.   Wir werden erkennen, dass, selbst wenn alle Seiten in einer Diskussion sich tatsächlich auf Fakten berufen, der Schluss, der daraus gezogen werden kann, in vielen Fällen alles andere als trivial ist.   »Keine Lüge, die etwas auf sich hält, enthält Unwahres. Was letztlich präpariert wird, ist vielmehr das Weltbild als Ganzes […] Dieses Ganze ist dann weniger wahr, als die Summe der Wahrheiten seiner Teile […] Die Aufgabe derer, die uns das Weltbild liefern, besteht also darin, aus vielen Wahrheiten ein Ganzes für uns zusammenzulügen.«, Günther Anders Lassen wir den Begriff der »Lüge« weg und transformieren wir das Zitat zu: selbst wenn alle Fakten in einer Argumentationskette korrekt sind, kann die Summe, das Ganze irreführend oder gar falsch sein. Und dies muss nicht notwendigerweise aus bösem Willen geschehen.   Die Frage, die wir an den Anfang gestellt haben, hat aber eine zweite wichtige Komponente: Narrative.   »Menschen sind die Produkte der Geschichten, die sie über sich selbst erzählen, die ihre Gemeinschaft über sich erzählt. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle.«, Philipp Blom   »Bewegungen, welche die Welt zu verändern suchen, beginnen oft damit, dass sie die Geschichte umschreiben und die Menschen damit in die Lage versetzen, sich die Zukunft neu auszumalen.«, Yuval Noah Harari Ich denke nicht, dass Fakten in der öffentlichen Diskussion nutzlos oder wirkungslos sind, sie haben nur nicht die Wirkung, wie es sich manche wünschen würden – und das durchaus auch aus guten Gründen, wie wir sehen werden.   Es ist daher von großer Bedeutung für gesellschaftlich zentrale Fragen nicht nur die Daten und Fakten kritisch zu hinterfragen, sondern dann auch deren Interpretation und Deutung konstruktiv zu diskutieren. Allzu leicht fällt man hier in zu einfache ideologische Raster.   In den beiden Teilen dieser Episode werden wir uns etwas genauer mit den Argumenten »beider Seiten« auseinandersetzen. Denn es erscheint mir wichtig, diesen intellektuellen Konflikt einmal durchzuspielen, da wir einige Prinzipien typischer Probleme des 21. Jahrhunderts erkennen können.    Außerdem sind diese Aspekte sind eine wesentliche Motivation für diesen Podcast. Ein paar Thesen, die in späteren Episoden vertieft werden, können vorweggenommen werden:  

Ohne Wissenschaft und Technologie kann es keine Zukunft für 9-11 Milliarden Menschen geben.

Wir haben natürliche Ressourcen weit überstrapaziert und müssen hier dramatisch gegensteuern

Auch die menschlichen Systeme haben eine Komplexität erreicht, die wir teilweise nicht mehr im Griff haben. (Komplexität ist nicht dasselbe wie Kompliziertheit – was ist der Unterschied?)

Die Kernfrage der nächsten Jahrzehnte wird also wahrscheinlich lauten: Wie können wir die wesentlichen ökologischen wie gesellschaftlichen Systeme gesund halten wesentlich mehr Resilienz ins System bringen und dabei die Fortschritte, die die Menschheit unbestritten erreicht hat nicht zu einem Einsturz bringen.

Dies ist eine gewaltige Herausforderung.   Ich hoffe, ich werde in diesem Podcast einige Anregungen zum Weiterdenken und eine Brücke für zukünftige Episoden liefern können.     Referenzen  

Hans Rosling, Factfulness

Steven Pinker, Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit

Gregg Easterbrook, It's Better Than It Looks: Reasons for Optimism in an Age of Fear

George Monbiot, Out of the Wreckage

Philipp Blom, Was auf dem Spiel steht

Günther Anders, Die Antiquiertheit des Menschen (Teil 1 und Teil 2)

Kate Raworth, Doughnut Economics

Johan Rockström et al, Planetary Boundaries (e.g. Nature: A safe operating space for humanity)

Big World Small Planet, Johan Rockström, Matthias Klum

Johan Rockström, TED Talk: Let the environment guide our development

Yuval Noah Harari, Homo Deus

Yuval Noah Harari, 21 Lessons for the 21st Century

Michael Specter, Denialism

Jared Diamond, Kollaps

Norman Borlaug, Nobelpreise Acceptance Speech

Jeffrey D. Sachs, Kommentar: Es ist nicht genug, einfach mehr Nahrung zu produzieren, Spektrum der Wissenschaft, 11.01.2010

Andrea Wulf, Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Robert B. Reich, Rettet den Kapitalismus

Tim Jackson, Prosperity without Growth

 
34 Minuten
Was ist Wissenschaft?

Diese Frage ist erstaunlich schwierig zu beantworten und wir werden uns aus dem Hinterhalt nähern und das Ziel von mehreren Seiten angreifen. Als Basis von empirischen Wissenschaften, also etwa den Naturwissenschaften, gelten Experimente, Daten und messbare Fakten. Versuchen wir unser Glück einmal an dieser Stelle.

In dieser Episode ist die ergänzende Frage, die für unsere Zukunft von großer Bedeutung ist: wie hilft sie uns in der Entscheidungsfindung? Denn wir wollen uns nicht alleine in der Theorie verlieren.

»Messen was messbar ist, messbar machen was nicht messbar ist« – fälschlich Galileo zugeschrieben – gilt als eines der traditionellen Prinzipien empirischer Wissenschaft.

Schon in der Antike wurde fallweise empirisch gearbeitet, wir sehen das am Beispiel von Hippokrates und der Beschreibung der Malaria. Eine wirklich systematische, über verschiedene Disziplinen gehende empirische und statistische Betrachtung der Welt ist allerdings eher der Neuzeit zuzuschreiben.

Wir werfen in dieser Episode beispielhaft den Blick auf Erklärungen der Pest im Mittelalter sowie auf Cholera und medizinische Versorgung im 19. Jahrhundert, am Beispiel von Dr. John Snow und Florence Nightingale.

Zuletzt reißen wir die wichtige Frage an: wie sieht das Thema Daten und Entscheidungen eigentlich heute aus? Stichwort: Datenüberfluss, Big Data, künstliche Intelligenz? Diese Fragen werden uns noch weiter beschäftigen müssen.

 

Referenzen

Hippokrates und die Malaria

Cunha CB, et al. J Vector Borne, Brief history of the clinical diagnosis of malaria: from Hippocrates to Osler.

Malariasite

Johns Hopkins Lecture on Malaria

Georgios Pappas et al, Insights into infectious disease in the era of Hippocrates, International Journal of Infectious Diseases Vol 12, Issue 4, (2008)

Pest und Erklärungen der Zeit

Rosemary Horrox, The Black Death, Manchester University Press (1994)

Florence Nightingale

The Lady with the Lamp (Wikipedia)

Florence Nightingale Museum London

Presentation by Prof. Lynn McDonald at Gresham College. (30. Oct., 2014)

Florence Nightingale, datajournalist: information has always been beautiful

Dr. John Snow (no, not Game of Thrones!)

In the time of cholera (BBC)

Sandra Hempel, The Medical Detective, Granta Books, London (2006)

John Snows Cholera Karte (Wikipedia)

Gerd Gigerenzer über Risiko, Bauchentscheidungen und anderes

Gerd Gigerenzer im Interview mit Tim Pritlove (Podcast: Forschergeist)

Gerd Gigerenzer, Wie trifft man gute Entscheidungen? (Präsentation)

Gerd Gigerenzer, Risiko: Wir man richtige Entscheidungen trifft (Buch)

Nassim Taleb, Black Swan

Aristoteles: Nikomachische Ethik: Genauigkeit

Steven Chu über Forschung

Byung-Chul Han, Psychopolitik
29 Minuten
Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in Symbiose mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?   Wer hat die Kontrolle?   Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.   Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.   Drei Thesen von Kelly werden diskutiert: »Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.« Technik und Menschheit leben in einer Symbiose »Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.« Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.  

Referenzen

Kevin Kelly, What Technology Wants

Kevin Kelly, Inevitable

Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt

Andrea Wulf, Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur

Douglas Ruskoff, Team Human

Sternstunde Philosophie 16.9.2018, Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Richard David Precht, Harald Welzer & Katja Gentinetta)
27 Minuten
Thema dieser Episode ist, wenn man so möchte, eine erste »Iteration«, der Frage, wie sich das Zusammenspiel zwischen Menschen und Technik gestaltet, vor allem hinsichtlich der Formung neuer Technologien in der Zukunft. Leben wir in Symbiose mit Technik? Treibt uns die Technik oder treiben wir die Technik?   Wer hat die Kontrolle?   Ein Buch, auf das ich dabei immer wieder zurückkomme ist »What Technology Wants« von Kevin Kelly.   Dabei ist ein Buch ist nicht unbedingt deshalb wertvoll, weil man den Thesen zustimmt. Ein Buch ist wertvoll, wenn man einen neuen Blickwinkel, neue Argumente bekommt, an die man selbst zuvor in dieser Form nicht gedacht hat, weil es einen originellen Blick auf Technologie und unsere Gesellschaft wirft. Das trifft auf dieses Buch zu.   Drei Thesen von Kelly werden diskutiert: »Vor etwa 10.000 Jahren haben die Menschen einen Wendepunkt überschritten, an dem unsere Fähigkeit, die Biosphäre zu verändern, die Fähigkeit des Planeten, uns zu verändern, überstieg.« Technik und Menschheit leben in einer Symbiose »Wir sind an einem zweiten Wendepunkt, an dem die Fähigkeit der Technik, uns zu verändern, unsere Fähigkeit, die Technik zu ändern, übersteigt.« Am Beispiel von radikalen Technologiekritikern (der Vergangenheit wie Jean Jacques Rosseau, dem Ludismus, sowie dem »Una Bomber« Ted Kaczynski) aber auch Techno-Optimisten (des 17. Jahrhunderts, bis zu den Singularisten der Gegenwart) bespreche ich Technik-Kritik, die Rolle die Technik für unsere Gesellschaft spielt und was wir überhaupt noch beeinflussen können.  

Referenzen

Kevin Kelly, What Technology Wants

Kevin Kelly, Inevitable

Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt

Andrea Wulf, Alexander Humboldt und die Erfindung der Natur

Douglas Ruskoff, Team Human

Sternstunde Philosophie 16.9.2018, Der Philosophische Stammtisch: Schöne neue digitale Welt? (mit Richard David Precht, Harald Welzer & Katja Gentinetta)
22 Minuten
In dieser Episode werfen wir zunächst wieder einen Blick in die Vergangenheit – allerdings in die jüngere Vergangenheit.

Die Entdeckung des Ozonlochs in den 1980er Jahren als Anhaltspunkt für unerwartete Konsequenzen wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften aber auch als Beispiel für den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit globalen Problemen.

Referenzen

Smithsonian Magazin: »Ein Mann erfindet zwei der tödlichsten Substanzen des 20. Jahrhunderts«

James Lovelock, Paul Crutzen, F. Sherwood Rowland, Mario Molina entdecken, dass FCKWs die Ozonschicht abbauen können und warnen vor dem weiteren Einsatz: Nature, Artikel Univ. Berkeley

Nobelpreis 1995 für Crutzen, Rowland und Molina 
22 Minuten
In der ersten »regulären« Episode werfen wir einen Blick auf die Frage: was wissen wir? Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blicken wir hin? Und warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?   Zur Zeit mündlicher Überlieferungen war eine Entwicklung komplizierterer Ideen über längere Zeiträume noch nicht möglich. Dies beginnt mit den ersten Hochkulturen. Mit der Entwicklung von Schrift, Zahlensystemen und letztlich Büchern.   Die Enzyklopädien nehmen in der Geschichte der Darstellung des aktuellen Wissenstandes eine wichtige Rolle ein, beginnend mit Plinius dem Älteren und dann vor allem die bahnbrechende Ezyklopädie des Diderot in der Zeit der französischen Aufklärung.   In der heutigen Zeit hat die Wikipedia diese Rolle weitgehend übernommen, und dies mit positiven aber auch problematischen Aspekten.   Der Umgang mit Wissen, oder besser gesagt, der Frage, wie der aktuelle Stand des Wissens repräsentiert wird ist ein wesentlicher Faktor sein, wie unsere gesellschaftliche Zukunft aussehen wird.   In dieser Episode ein erste Wurf über unseren Umgang mit der Vergangenheit, weitere werden folgen.   Referenzen

David C. Lindberg, The Beginnings of Western Science

Philipp Blom, Böse Philosophen

Manfred Geier, Aufklärung, das europäische Projekt

Hans Joachim Störig, Kleine Weltgeschichte der Wissenschaft
22 Minuten
Willkommen zur Ersten Episode von Zukunft Denken. 

Wer mehr über mich wissen möchte, besucht bitte meine Homepage unter www.schatten.info.

Worum geht es?

Fortschritt oder Untergang. Nie in der Geschichte der Menschheit lagen diese beiden Möglichkeiten danke Wissenschaft und Technik so nahe beieinander.

In diesem Podcast beschäftige ich mich mit beiden Seiten dieser Medaille. Wie sind wir an den Punkt gelangt, an dem wir heute stehen? Welche Rolle hat Wissenschaft gespielt und vor allem: warum ist das für uns als »normale« Bürger wichtig?

Wo stehen wir heute? Was sind die Herausforderungen der Zeit, aber noch wichtiger: was sind die Ursachen und Zusammenhänge?

Und zuletzt das wichtigste: Was können wir daraus für unsere Zukunft lernen, können wir Zukunft wieder positiv denken?

Es wird keine einfachen Antworten, aber interessante Fragen und Anregungen geben.

Die nächsten Episoden beschäftigen sich mit folgenden Fragen:

Was wissen wir? Wenn wir den Stand des Wissens verstehen möchten – wo blick(t)en wir hin? Warum ist diese Frage nicht nur geschichtlich von großer Bedeutung?

Unerwartete Konsequenzen: Die 1980er Jahre, das Ozonloch und was wir daraus aus dem Umgang mit Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft lernen können.