BR24 Reportage Archiv
104 Episoden
29 Minuten
Inmitten der tropischen Chapare-Region im Herzen Boliviens, dort wo der Koka-Anbau blüht, hat sich ein Mann verschanzt, der das südamerikanische Land so lang regierte wie kein Präsident vor ihm - heute aber mit Haftbefehl gesucht wird: Evo Morales, Boliviens erster indigener Präsident. Umgeben von mit Holzspeeren bewaffneten Koka-Bauern, hinter Straßenblockaden, in einer Art Dschungelfestung, lebt er nun - fordert, trotz allem bei den Präsidentschaftswahlen am 17. August erneut antreten zu dürfen, was ihm das Gericht untersagt. Deswegen ruft er seine Anhänger zum Protest auf. Überall wurden Straßenblockaden errichtet, Bauern marschieren in die Metropole La Paz. Und das in einem Land, das ohnehin im Chaos steckt: Die Staatskasse ist leer, Benzin und Gas werden knapp, an Tankstellen bilden sich stundenlange Warteschlangen und die Lebensmittel werden immer teurer. Uns gelang es exklusiv, ex-Präsident Morales in seiner Dschungelfestung zu besuchen. Eindrücke aus einem Land im Chaos.
28 Minuten
Seit 2017 führt Deutschland eine NATO-Mission in Litauen. Bislang rotieren die Einheiten dafür alle sechs Monate. In der Zukunft soll sich das deutsche militärische Engagement in dem baltischen Land aber grundlegend ändern: Die dauerhafte Stationierung von rund 4.800 Soldatinnen und Soldaten wird vorbereitet. Dazu kommen nochmals etwa 200 Zivilangestellte. Ende 2027 soll die Brigade einsatzbereit sein. Die ersten Soldatinnen und Soldaten sind bereits vor Ort. Etwas derartiges gab es noch nie. Das Projekt gilt deshalb als ambitioniert. Manche Experten sprechen gar von einem "Gradmesser für die Zeitenwende". Militärischer Hintergrund ist die Stationierung von Truppen nah an der belarussischen Grenze. Davon soll das Signal ausgehen, dass ein Angriff auf die NATO nicht lohnt. Deutschland ist mit den Plänen innerhalb der NATO vorangeprescht. Für die Neuaufstellung der Brigade wird unter anderem das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach verlegt. Das Projekt hat also unmittelbare Auswirkungen auf Regionen und Standorte in Deutschland. Der Standort in Oberviechtach wird zwar erhalten bleiben, dort wird aber eine andere Einheit einziehen. Die Oberviechtacher Soldaten stehen nun vor der Frage, wie sie ihr Privatleben mit dem Dienst in Einklang bringen können. Die Litauen-Brigade bringt also auch für Soldatenfamilien bislang unbekannte Fragestellungen mit sich: etwa die, ob Angehörige mitkommen an die Ostflanke. Eine Reportage von Kilian Neuwert
23 Minuten
In Kambodscha löschten die kommunistischen Roten Khmer unter der Führung von Pol Pot zwischen 1975 und 1979 fast ein Viertel der Bevölkerung aus. Die Menschen verhungerten, starben an Überarbeitung oder wurden auf brutalste Weise hingerichtet. Die Roten Khmer wollten einen Neustart, sozusagen im Jahr Null; einen Agrarstaat, in dem Besitz keine Rolle spielt. Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte waren der Feind. Die Folgen der Schreckensherrschaft sind bis heute im Land zu spüren. Ein tief verwurzeltes kollektives Trauma prägt Generationen, die demografische Struktur wurde nachhaltig verändert und die wirtschaftliche sowie soziale Entwicklung blieb jahrzehntelang hinter den Möglichkeiten zurück. Eine BR24-Reportage von unserer ARD-Korrespondentin in Südostasien Jennifer Johnston
23 Minuten
In manchen Regionen von Mexiko herrscht Krieg, ein Krieg zwischen kriminellen Organisationen, in dem es um Einfluss, Geld und Macht geht. Wer darunter leidet: das ist die Bevölkerung selbst. 30.000 Menschen sterben jährlich in diesem Krieg. Die Waffen, die die Kriminellen benutzen, sind geschmuggelt - sie stammen zu 70 - 90 Prozent aus den USA. Wie ist es möglich, dass massenhaft Sturmgewehre, Maschinenpistolen und Kugeln in die Hände von Killern kommen, die unzählige Menschen auf dem Gewissen haben? Was heißt es, in einer der vielen von der Mafia kontrollierten Regionen zu leben? Wie herrschen die Kriminellen in ihren Gebieten? Und wieso landen nach wie vor auch deutsche Waffen in diesen von Gewalt gezeichneten Regionen? Mit diesen Fragen haben sich die ARD-Korrespondentin Anne Demmer und der Reporter Wolf-Dieter Vogel in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt.
24 Minuten
Der Terroranschlag von New Orleans, verübt von einem Armee-Veteranen. Der öffentlich inszenierte Suizid vor dem Trump-Tower in Las Vegas, begangen von einem Afghanistan-Veteranen. Die beiden Gewalttaten zum Jahresauftakt werfen ein Schlaglicht auf ein Problem, das die USA seit vielen Jahrzehnten beschäftigt: seine Veteranen. Das Verhältnis zu den Rückkehrern aus Kriegen und Konflikten ist ambivalent. Einerseits zur Schau getragene Wertschätzung, in Reden und an Feiertagen. Andererseits offensichtliche Hilflosigkeit. Veteranen begehen deutlich häufiger Suizid, sind deutlich häufiger drogenabhängig und wohnungslos. Und das, obwohl die Zahl der Veteranen heute deutlich niedriger ist als noch in den 90er Jahren, die staatlichen Ausgaben für sie aber deutlich höher. Viele Veteranen fühlen sich von ihrem Land im Stich gelassen, viele setzen ihre Hoffnung auf Donald Trump. Aber welche Hilfe können sie tatsächlich erwarten? Was läuft bislang schief? Und ist Amerikas Veteranen-Problem überhaupt lösbar? Unsere ARD-Washington Korrespondentin Julia Kastein ist diesen Fragen nachgegangen.
22 Minuten
Direkter Nachbar der USA zu sein, ist in Zeiten von Donald Trump wahrlich kein Vergnügen. Das trifft auf Kanada zu, aber vor allem auf Mexiko. Seit einem guten halben Jahr sieht sich Mexiko unter ihrer Präsidentin Claudia Sheinbaum einem beständigen politischen wie wirtschaftlichen Sperrfeuer Trumps ausgesetzt - und versucht darauf eine angemessene Antwort zu finden. Mexiko befindet sich derzeit an einem Scheideweg: Das Land muss entscheiden, mit welchen Partnern es künfitg enger zusammenaerbeiten will. Stephan Lina, der die Entwicklung in Mexiko seit vielen Jahren verfolgt, ist dieser komplexen Frage nachgegangen.
22 Minuten
Der Völkermord von Srebrenica war das größte Massaker in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen dem 11. und 19. Juli 1995 töteten bosnisch-serbische Soldaten und Milizen und serbische Paramilitärs mehr als 8300 Menschen, vor allem bosniakische Männer und Jungen. Am 11. Juli gibt es nun in Srebrenica in der Gedenkstätte Potocari einen großen Gedenkakt zum 30. Jahrestag des Verbrechens. Erwartet werden viele Angehörige von damaligen Opfern, auch aus der Diaspora und es kommen bosnische Politiker. Als Ehrengast wird der damalige US-Präsident Bill Clinton erwartet. Serbische Vertreter werden wohl keine unter den Besuchern sein, denn obwohl es sich beim Genozid von Srebrenica um das in seiner Grausamkeit herausragende Verbrechen der Jugoslawien-Kriege handelt, gibt es in Serbien und unter den bosnischen Serben einen äußert problematischen Umgang damit. Der Genozid wird weitgehend kleingeredet, zum Teil auch geleugnet oder verherrlicht. Unser Korrespondent Oliver Soos hat das selbst erlebt auf einer Reise durch Bosnien und Serbien.
23 Minuten
Erst kürzlich warnte das Bundeskriminalamt vor einer Kokainschwemme in Deutschland. Die Drogen aus Südamerika kommen in großen Containerschiffen in Bremerhaven, Antwerpen oder Hamburg an und immer häufiger auch in Fischerbooten in kleinen ostfriesischen Häfen. Drehkreuz des Drogengeschäftes ist neben dem Stadtstaat Bremen mittlerweile ganz Ostfriesland. Auch kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Clans sind am Kokain-Handel beteiligt, der sich von der Nordseeküste nach ganz Europa verzweigt. Wie Zoll und Polizei versuchen, den Schmuggel zu überwachen und unterbinden, hat Vanja Budde recherchiert.
23 Minuten
Im Mai jährte sich der Militärputsch in Mali zum vierten Mal. Seit die ehemalige Kolonialmacht Frankreich abgezogen ist und auch die Bundeswehr 2023 den Einsatz beendete, haben wir kaum Informationen darüber, was in dem Sahelstaat passiert. Ein Pakt der Sahelstaaten, gemeinsam mit Niger und Burkina Faso, vereint seither drei Militärregierungen, die nach Staatsstreichen an die Macht kamen. Sie sind aus der westafrikanischen Wirtschaftsunion ECOWAS ausgetreten, wollen gemeinsam eine 5000 Mann starke Truppe gegen Islamisten aufstellen und sogar eine neue Währung schaffen. Diese Allianz wurde auch im Kulturbereich besiegelt: Martina Zimmermann war in Ségou dabei, als Mali eine "Woche der Brüderlichkeit der Sahelallianz" feierte.
24 Minuten
Am 19.12. vergangenen Jahres stimmte eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag für Grundgesetzänderungen, um unseren Rechtsstaat resilienter zu machen. Denn zahlreiche Experten und Politiker sehen ihn in Gefahr. Jetzt ist zumindest besser vorgebeugt gegen Gefälligkeitsurteile, und die Wahl von Verfassungsrichterinnen und -richtern wird durch den Bundesrat abgesichert. Die AfD kritisierte das heftig. Denn die laut Bundesamt für Verfassungsschutz rechtsextreme Partei möchte den freiheitlichen Rechtsstaat unterwandern, um ihn in ihrem Sinn zu verändern. Mit Organklagen sollen Gerichte lahmgelegt werden, in Thüringen versucht die AfD, das Landesverfassungsgericht zu delegitimieren. Wolfram Schrag klopft in seiner BR24 Reportage die Wehrhaftigkeit unserer Justiz ab und fragt Experten, wie der freiheitliche Rechtstaat geschützt werden kann.
33 Minuten
Am 15. Juni wird zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein "Veteranentag" stattfinden. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr beschlossen, mit diesem Tag fortan Veteranen zu ehren. In Berlin soll es eine zentrale Veranstaltung geben. Vorangegangen war ein längeres Ringen um mehr Anerkennung von Soldaten. Ohne eine Veteranenbewegung, die sich in den letzten Jahren gebildet hat, wäre es wohl nie zu so einem Tag gekommen. Kilian Neuwert begibt sich für diese Reportage auf eine Spurensuche. Wer sind die Männer und Frauen, die hier aktiv sind? Was treibt sie um? Verändert sich hierzulande gerade etwas im Umgang mit dem Militärischen? Und wenn ja, was genau?
23 Minuten
Als Putin die Ukraine überfiel, schloss Würzburg Städtepartnerschaft mit Lwiw in der Westukraine. Seither unterstützten die Würzburger den Bau von Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen in Lwiw. Erst im April erlebte eine Delegation in Lwiw erschütternde Szenen.
22 Minuten
Bis 2032 müssen alle Bundesländer zwei Prozent ihrer Fläche für Windkraftanlagen ausweisen, damit die Wende hin zu klimaneutraler Energiegewinnung zu schaffen ist. Im Ebersberger Forst, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet im Raum München, sind fünf Windräder geplant. Dieser Bannwald ist als Naturschutzgebiet klassifiziert. Umweltschützer fürchten, dass die Windräder das endgültige Aus für bedrohte Vogel- und Fledermausarten bedeuten. Gibt es aber auch ein Miteinander von Klimaschutz und Naturschutz? Eine Recherche von Hans Häuser
25 Minuten
Donald Trump hat die Welt in den ersten vier Monaten seiner Amtszeit extrem erschüttert. Durch markige Drohungen und eine irrsinnig erscheinende Zollpolitik. Versprochen hatte er MAGA - make America great again. Für Trump-Anhänger ist er schon heute einer der größten US-Präsidenten. Für Trump-Kritiker zeigt sich dagegen: Trump gefährdet die Demokratie und hat bislang nicht die versprochenen Jobs gebracht. Unsere USA-Korrespondenten sind in verschiedene Bundesstaaten gereist, um zu drei Schwerpunkt-Themen die Stimmung einzufangen: zu Trumps Strafzöllen, zur angedrohten Massenabschiebung illegal Eingewanderter und zur Kündigung tausender Regierungsmitarbeiter durch Elon Musks DOGE-Behörde. Aus dem ARD-Studio Washington berichten Nina Barth, Sebastian Hesse und Ralf Borchard.
23 Minuten
Le Général wusste es besser - in Frankreich steht General Charles de Gaulle bei den Feiern zum Kriegsende im Fokus. Wie er dann sein Land auf die Zukunft ausrichtete, ist jetzt wieder sehr aktuell.