Hallo Hamburg! Stadt neu bauen - der Podcast Archiv
69 Episoden
43 Minuten
Welche Themen für die Stadt von übermorgen eine zentrale Rolle spielen diskutiert Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg mit ihrem aktuellen Gast. „Veränderungsprozesse brauchen Leadership,“ sagt Dr. Julian Petrin, Gründer von Urbanista und Nexthamburg im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Städte wie Hamburg müssen sich grundsätzlich zukunftsfähig aufstellen, flexibler sein und Planungshorizonte länger denken, um Lösungen für Zukunftsfragen zu finden. Zentrale urbane Fragestellungen ergeben sich aus den fünf Themen Hypervielfalt, Zuwanderung, technologische Entwicklungen, innovative Produktionsformen und neue Mobilitätstrends. Julian Petrin möchte hier weiterdenken: „Wie organisiert man Stadtentwicklung unter Einbeziehung aller ökonomischen Kräfte anders und zwar gemeinwohlorientiert und nicht versteckt kommerzialisiert?“ Im Gespräch werden zudem Beispiele für zukunftsfähige Stadtplanung in Aarhus, Malmö und Offenbach erläutert. Julian Petrin schätzt das reale Experiment: „Wir müssen Dinge auch erproben.“ Darüber hinaus geht es auch um die Entwicklung von Hamburg Wilhelmsburg in den vergangenen Jahren.
39 Minuten
Hamburger Wohnstifte sind eine ideale Lösung für ältere Menschen mit kleinem Geldbeutel. Die Hansestadt verfügt über eine historisch gewachsene Wohnstiftkultur mit über 100 unterschiedlichen Stiftungen, die bezahlbare Mieten für ca. 8.000 bis 10.000 Wohnungen anbieten. So entstanden über die ganze Stadt verteilt Gebäude für beispielsweise Seefahrerwitwen, Waisen, unversorgte Frauen oder ältere Künstler mit niedrigem Einkommen. „Der Schwerpunkt vieler Wohnstifte ist tatsächlich die Vermietung von Wohnraum an ältere Menschen“, erläutert Christina Baumeister, Sprecherin des Hamburger Bündnis für Wohnstifte im aktuellen Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Im Gespräch mit Sabine de Buhr von der IBA Hamburg wird deutlich, dass Wohnstifte nicht nur über einen umfänglichen Bestand verfügen, sondern auch neue Wohnungen zumeist auf ihren eigenen Grundstücken bauen. Darüber hinaus wollen vier Stiftungen gemeinsam im Wilhelmsburger Rathausviertel ca. 200 Wohnungen für unterschiedliche Zielgruppen errichten. Die größte Herausforderung liege aber in der Sicherung der Existenz der Vielfalt der Wohnstifte. Diese müssen zeitgemäß weiterentwickelt werden insbesondere im Bereich der Barrierefreiheit und der energetischen Ausstattung, erläutert Christina Baumeister. Die IBA Hamburg-Podcasthörer:innen erfahren auch, wie man sich um Wohnraum bewerben kann. Wie überall gilt hier: „Es gibt immer mehr Bewerbungen als Wohnungen.“
32 Minuten
Die Aufgabe von Landschaftsplaner:innen ist wichtig: sie entwerfen grüne Orte, die von vielen unterschiedlichen Menschen jeden Alters genutzt werden und die über Jahrzehnte bestehen. Angebote für Aktivität sowie Orte der Begegnung zu schaffen ebenso wie Räume für Ruhe und Naturnähe im Park anzubieten, gehören zu den planerischen Aufgaben. „Wir arbeiten mit dem Bühne-Tribüne-Prinzip: Es gibt immer Menschen, die etwas machen und welche die zugucken wollen“. Landschaftsplaner und Partner des Berliner Planungsbüro Atelier Loidl Leonard Grosch ist zu Gast im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Leonard Grosch hält es für wichtig „nicht alle Angebote mit der Gießkanne über den Park zu verstreuen, sondern eine Hierarchie zu schaffen zwischen intensiven Hotspots und Naturnähe auf der anderen Seite“. Im Gespräch mit Sabine de Buhr wird deutlich, dass gute Sichtbeziehungen, Anpassungen an den Klimawandel und grüne Ruhezonen ebenso bedeutsam sind wie Spiel, Sport und Spaß. Das Planungsbüro Atelier Loidl hat u. a. den Berliner Gleisdreieckpark sowie den Baakenpark in der Hafencity geplant und gestaltet nun in Oberbillwerder den Grünen Loop und den Aktivitätspark.
40 Minuten
„Wir sind mittendrin im Klimawandel“ Der diesjährige Sommer bietet erneut Anlass über die Themen Hitze, Starkregen und Frischluft in der Stadt zu sprechen. Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Umwelt, Energie, Klima und Agrarwirtschaft ist zu Gast im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ der IBA Hamburg. In den Blick genommen werden die städtischen Strategien zur Entsiegelung von Flächen, die Grundidee der Schwammstadt sowie die Auswirkung von grünen Dächern und Fassaden auf das Stadtklima. Dabei müsse die Umsetzung jetzt von erfolgreichen Pilotprojekten in die Breite gehen, sagt Jens Kerstan. Seine Behörde hat neben Klima, Umwelt und Energie auch die Aufsicht über große städtische Unternehmen wie Hamburg Wasser, die Stadtreinigung oder die Energiegesellschaften und verwaltet den Naturschutz, die Grünflächen, die Gewässer und die Luftqualität in Hamburg. Das bietet Moderatorin Sabine de Buhr viel Stoff für ein spannendes Podcastgespräch. Der Umweltsenator macht deutlich, dass Klimaschutz und Soziales immer zusammengedacht werden müssen, um ein nicht mehr zeitgemäßes gegeneinander ausspielen zu beenden. „Guter Klimaschutz ist gleichzeitig auch Sozialpolitik, wenn man es richtig macht.“ Diskutiert werden zudem die Energie- und Wärmewende in Hamburg mit der Tiefengeothermie in Wilhelmsburg sowie Förderprogramme zur Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien. „Mich stört immer an der Klimadebatte, dass nur über die Investitionskosten geredet wird und nicht über das, was man damit einspart.“ Kerstan lädt dazu ein, auf die Vorteile des erneuerbaren Stroms und der Wärme aus Hamburg zu setzen: „…von Hamburger Handwerker:innen auf das Dach oder in den Keller geschraubt, dann ist man unabhängig von den Schwankungen der Rohstoffmärkte“.
29 Minuten
„Wir haben eine deutlich gehemmte Bautätigkeit in Hamburg. Das dürfen wir nicht unterschätzen,“ sagt die Stadtentwicklungssenatorin Karen Pein. In der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ werden Lösungswege angesichts eines stagnierenden Wohnungsbaus diskutiert. Die Stadtentwicklungsbehörde erhöhte die öffentliche Wohnraumförderung und passte Förderdarlehen an, um Maßnahmen zu ergreifen. Laut Karen Pein ist der wichtigste Faktor die 1% Finanzierung, die für mehr geförderten Wohnungsbau sorgt. Die Hamburger Stadtentwicklungssenatorin beschäftigt sich seit Beginn ihrer Amtszeit intensiv mit dem Themenfeld Klimawandel und der Anpassung des Hamburgischen Klimaschutzgesetz. Karen Pein sieht es als ihre Aufgabe an den „Dreiklang der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales“ zusammenzubringen. Es gilt insbesondere Antworten zu finden, wie bestehende Gebäude Klimaneutralität erreichen, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger finanziell überfordert werden.
37 Minuten
„Das Thema Nachhaltigkeit kontra Bezahlbarkeit ist die falsche Frage. Wir können uns gar nicht mehr erlauben nicht nachhaltig zu bauen,“ sagt Karin Loosen, Präsidentin der Hamburgischen Architektenkammer. Im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ wird deutlich, dass Architektur und Städtebau sich derzeit nicht besonders schnell verändern lassen. Hohe Standards verteuern das Bauen und Genehmigungsprozesse der Verwaltung machen es zäh und langwierig. In der Diskussion wird gefordert, dass alle viel stärker sektorübergreifend agieren müssten, um Zielkonflikte zeitnah erfolgreich zu lösen. Sabine de Buhr, Städtebauliche Leitung der IBA Hamburg fragt kritisch nach, ob in Hamburg ausreichend innovative Bauten realisiert werden, die Antworten zum Thema Klimaschutz und Klimaanpassung in der Stadt geben. Dazu Karin Loosen „Was wir im Moment wirklich brauchen, sind mutige Bauherren, die auch Chancen und Möglichkeiten sehen.“ Dabei könnten auch ein überzeugende Grün- und Freiraum eine Lösung für Hitzeperioden und Stress in der Stadt bieten. Die Menschen wünschen sich auch mehr Zugänge zum Wasser in Hamburg. Gefordert sei Mut für neue Wege.
35 Minuten
Über Mobilität und Verkehr lässt sich jederzeit streiten. In dieser Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ wird mit dem Verkehrsexperten und -planer Konrad Rothfuchs über die kritischen Stellschrauben der Mobilitätswende diskutiert. In Hamburg entwickelt sich laut einer aktuellen Studie der Individualverkehr mit dem PKW deutlich zurück. Die erfolgreiche Stärkung des Radverkehrs bei Entfernungen bis zu 8 km sind laut Rothfuchs von großer Bedeutung. Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, sieht die Akzeptanz der Bevölkerung als bedeutsam für die Verkehrsentwicklung an, setzt aber auch auf mutige Verkehrsversuche, um Erfahrungen sammeln zu können. Gemeinsam diskutiert werden die Dauerbrenner der Verkehrsplanung wie sichere Radwege, Geschwindigkeitsbeschränkungen, der Ausbau des ÖPNV, Parkverbote sowie Anwohnerparken. „Verkehr ist ein Thema, das man behutsam entwickeln muss“, sagt Konrad Rothfuchs, der seine Arbeit auch mit Verkehrspsychologie beschreibt. Ein weiteres Thema im Podcast ist das autonome Fahren mit seinen Chancen und Risiken.
39 Minuten
Expertinnen des Gender Planning entwickeln und realisieren Projekte, die auf die Bedürfnisse aller Menschen und deren unterschiedliche soziale Rollen eingehen. „Man kann sich planerische Themen auch durch die Geschlechterbrille anschauen,“ sagt Eva Kail von der Stadtbaudirektion Wien im aktuellen Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen.“ Gender bedeutet mehr als Geschlecht. Es geht dabei um Lebensphasen, Alter, kulturelle Prägung, soziale Rollen, d.h. Unterschiede, die es erforderlich machen, zielgruppengerecht zu bauen. Die Planungsansätze der gendergerechten Stadt sind nicht überall bekannt. Die Themen sind es schon: Fragen zur Nutzung öffentlicher Freiräume, der Gestaltung öffentlicher Straßen und des Verkehrsnetzes, die Einstellung der Gehgeschwindigkeit bei Ampelschaltungen sowie Qualitäten der lokalen Nachbarschaft bzw. der unmittelbaren Wohnumgebung. Wo schafft die Planung Angsträume oder Wohlfühlräume, auf welche Nutzungswünsche im öffentlichen Raum geht sie ein und welche Wegeketten und „Fußgehwunschlinien“ finden bei der Planung Beachtung. Sabine de Buhr, Städtebauliche Leiterin der IBA Hamburg, diskutiert mit ihrem Gast konkrete Beispiele zur Umsetzung vom gendergerechten öffentlichen Raum. Ziel ist es, möglichst verschiedene Nutzer:innengruppen parallel zu erreichen und eine Angebotsvielfalt zu schaffen, die unterschiedlichen Bedürfnissen einen Raum gibt. „Es muss eine Chancengleichheit für das Nutzungsangebote geben“, sagt Eva Kail. Das Sportangebot sollte sich nicht nur auf Fußballplätze und Skaterpark beschränken, die überwiegend von Jungen genutzt werden. Mädchengruppen fühlen sich laut einer Wiener Studie stärker von anderen Angeboten angesprochen. Die Stadt Wien hat inzwischen konkrete Handlungsempfehlungen und Richtlinien für die Stadtplanung veröffentlicht. Neben Wien finden sich auch in Barcelona, Paris, Umea (Schweden), München und Berlin Beispiele für eine zielgruppenorientierte und damit gendergerechte Stadtplanung.
45 Minuten
In dieser Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ ist Andreas Hofer zu Gast. Der Geschäftsführer und Intendant der Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart sieht bei seiner Arbeit aktuelle Parallelen zur Stuttgarter Weißenhofsiedlung, wo im Jahre 1927 Architekten eine Blaupause für moderne Architektur schufen. Er erwartet von den neuen IBA-Projekten eine innovative Architektur bezogen auf die aktuellen Fragen zu Klimawandel, Materialität und Struktur. Im Gespräch mit IBA Hamburg Geschäftsführerin Sabine de Buhr werden Lösungsansätze zu Themen wie Nutzungsmischung, produktive Stadt sowie Flächenkonkurrenz diskutiert. Die IBA27 sucht mit ihren Projekten Antworten für Maßstab und Dichte von Quartieren, für rationelles Bauen sowie zur Zukunft der Zentren. Andreas Hofers positive Utopie zur Innenstadtentwicklung beschreibt das Florenz des 16. Jahrhunderts, „wo gebetet, geschlachtet, gehandelt, diskutiert, gestritten und geliebt wird.“
37 Minuten
„Wir müssen daran arbeiten, dass eine Vielfalt in die innere Stadt zurückkommt“, fordert Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft. Mit dem aktuellen Zwischennutzungsprogramm „Freiflächen“, dass in 50 Einzelprojekten Kreativen günstige Räume und Flächen insbesondere in zentralen Lagen vermittelt, ist die erfolgreiche Arbeit der Kreativ Gesellschaft in der Stadt sichtbarer geworden. In dieser Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ wird deutlich, dass es weiterhin eine große Nachfrage nach bezahlbaren Räumen gibt. Sabine de Buhr, Interims-Geschäftsführerin der IBA Hamburg, diskutiert mit ihrem Gast, wie auch in Neubauquartieren Angebote für Kreative geschaffen werden können. Wichtig sei ein Angebot an unterschiedlich großen Flächen, die Lage im Quartier, eine bauliche Flexibilität sowie Standards, die niedrige Mietpreise ermöglichen, so Egbert Rühl. Zumeist stehen Neubauquartiere in der Anfangsphase vor der Herausforderung, die Flächen in den Erdgeschosszonen zu beleben. Seit 2010 sorgt die Hamburger Kreativ Gesellschaft dafür, dass es eine eigene Wirtschaftsförderung für die Kreativen in der Hansestadt gibt. Dabei sollen die Rahmenbedingungen für die Kreativwirtschaft u. a. mit Hilfe von mehr als 60 Mitarbeiter:innen verbessert werden.
36 Minuten
Mobility Hubs könnten sich zu belebten Treffpunkten der Nachbarschaft entwickeln: Parken, ein- und umsteigen, einkaufen, Sport treiben und Nachbar:innen treffen. Hier sollen sich idealerweise Funktion und Freizeit verbinden. In der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ geht Sabine de Buhr von der IBA Hamburg mit ihren Gästen der Frage nach, wie das gelingen kann. Christian Scheler, von 1komm2, erläutert die Idee und das Konzept von Mobility Hubs am Beispiel von Hamburgs 105. Stadtteil Oberbillwerder. Dabei gehe es für ihn nicht nur um das Thema der parkenden PKW, sondern er fragt grundsätzlicher: „Was für Mobilitätsangebote brauche ich, um meinen Alltag zu organisieren?“ Ein Mobility Hub muss als zusätzlicher Stadtbaustein noch seine Form und Funktion in neuen Quartieren finden. Neben dem Parkraumangebot gilt es hier weitere Leistungen anzubieten. Von der Fahrradwerkstatt und Paketstation kann es im Gebäude zusätzliche Angebote wie Kultur, Sport, Gastronomie, Einzelhandel etc. geben. „In den Erdgeschosszonen soll das Platz finden, was ein lebendiges Quartier braucht“, sagt Andrea Soyka von der steg Hamburg. Es wird ein Ort der Begegnung, an dem sich idealerweise die alltäglichen Wege der Bewohner:innen kreuzen. Sabine de Buhr stellt darüber hinaus zusätzliche Funktionen und Nutzungen für die Dächer der Mobility Hubs in Oberbillwerder vor. Hier seien Energiegewinnung, Regenretention durch begrünte Dächer sowie öffentliche Sportflächen als Dachnutzungen denkbar. Gemeinsam diskutiert werden auch bereits realisierte Mobility Hubs in Kopenhagen, Aarhus und Wien. Da das Thema noch neu ist, fördert das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebau 2018/19“ das Hamburger Projekt „Mobility Hubs für eine nachhaltige Quartiersentwicklung“.
39 Minuten
In der derzeitigen Situation von Preissteigerungen lohne sich eine Überprüfung der Nebenkostenabrechnung immer, betont Dr. Rolf Bosse, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Mietervereins zu Hamburg. Ca. 75-80% des Wohnungsbestandes in der Hansestadt sind Mietwohnungen. In der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ diskutiert IBA-Geschäftsführerin Karen Pein mit ihrem Gast Strategien für bezahlbares Wohnen, Forderungen von Mieter:innen an die Quartiersentwicklung und die Erreichung von Klimaschutzzielen. Der Mieterverein zu Hamburg bietet Beratung für Mieter:innen rund um ihre Rechte und umfasst mehr als 73.000 Mitgliedshaushalte. Dabei liegen die Schwerpunktberatungen bei den Themen Nebenkostenabrechnung, Mieterhöhungen, Wohnungsmängel, Mietpreisbremse und Modernisierungen. Das Selbstverständnis umfasst mehr als Verbraucherschutzinformationen zum Thema Mietrecht. „Der Mieterverein macht sich stark für Mieter:innen und versucht sich Gehör zu verschaffen bei der Politik und der Wohnungswirtschaft“ erläutert Dr. Rolf Bosse. Gemeinsam besprochen wird, wie Wohnen und Wohnungsbau bezahlbar bleiben kann bei gleichzeitiger Einhaltung der Klimaschutzziele. Das Energieversorgungskonzept für Oberbillwerder beispielsweise zeige, dass eine vollständig erneuerbare Wärme- und Kälteversorgung bereits in naher Zukunft in einem Neubauquartier umsetzbar ist, hebt Karen Pein hervor.
27 Minuten
Im aktuellen Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ geht es um die Fragen, ob eine Stadtentwicklung ein Branding braucht und was eine erfolgreiche Markenentwicklung für Städte und Quartiere ausmacht. „Branding ist im Grunde das neue Wort für Identitäten bzw. Identitätsfindung“, sagt Claudia Fischer-Appelt, die in der Werbe- und Kommunikationsbranche wohl jede:r kennt. Sie arbeitete als Kreativchefin der Agentur fischerAppelt und ist Gründerin von Karl Anders, einer Hamburger Agentur für Design und Kommunikation. Markenentwicklung in der Stadtplanung sei wichtig, da es sich hier um viele sehr fachliche und abstrakte Themenbereiche handelt, die nicht für jede:n verständlich sind. „Branding schafft die Möglichkeit, Visionen sichtbar zu machen“, hebt Claudia Fischer-Appelt hervor. So gelingt es, komplexe Dinge vereinfacht herunterzubrechen. Beispielsweise werde die Marke Oberbillwerder u. a. durch diesen Podcast sehr gut sichtbar und erlebbarer gemacht. IBA-Geschäftsführerin Karen Pein bestätigt die positiven Effekte von Kommunikation und Marketing auf die Quartiersentwicklung. Diskutiert wird u. a. welche Trends im Marketing von Stadtentwicklung zukünftig zu erwarten sind. Das Thema Partizipation wird wichtig bleiben, sagt Claudia Fischer-Appelt. Das gelte nicht nur für Stadtteilmarken, sondern eigentlich überall in der Markenkommunikation: „Das Wir-Gefühl ist entscheidend“.
35 Minuten
In der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ geht IBA Hamburg Geschäftsführerin Karen Pein der Frage nach, wie innovativ der Schulbau in Hamburg ist. Bei Schulgebäuden wird häufig ihre große Bedeutung betont: „Konjunkturprogramm Schulbau: für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes“ und „Innovative Schulbauten für die Bildung der Zukunft“ lauten dann die Schlagzeilen. „Wir sind schon seit langem dabei, nicht nur Klassenräume zu denken, sondern gemeinsam mit den Schulen Lernräume, Lernfelder, Lernwelten zu entwickeln“, sagt Jan Schneck, Leiter des Bereich Nord bei Schulbau Hamburg. Der Landesbetrieb unter dem Dach der Finanzbehörde der Stadt Hamburg ist verantwortlich für den Bau, Betrieb und die Instandhaltung von 365 Schulen mit rund 3000 Gebäuden. Der Klimawandel hat auch in Hamburg Einfluss auf Gebäude, Technik und Schulhofgestaltung. Jan Schneck berichtet von der Umsetzung der Gründachstrategie, so dass bis Ende 2022 rund 100 Schulgebäude ein Gründach haben. Ebenso gibt es die Nutzung von Photovoltaik in Verbindung mit Wärmepumpen beim Schulneubau sowie eine Energieeffizienz von kfw 40. Bei der Materialauswahl wird verstärkt Holz genutzt, um Schulen in Holzbauweise zu errichten. Der Podcastgast macht deutlich: „Gute Räume sind wichtig für gute Bildung.“ Weitere Gesprächsthemen im Podcast sind u. a. Beteiligung bei Planungen, Finanzierung sowie die Rolle von Schulen in der Quartiersentwicklung.
49 Minuten
„Die Seestadt versteht sich sehr stark auch als lernendes urbanes Labor, in dem man neue Dinge ausprobieren kann.“ sagt Lukas Lang, Planungsleiter bei Wien 3420 aspern development AG und verantwortlich für die Seestadt aspern. Sie ist mit 240 ha Gesamtfläche eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Europa. Aktuell leben dort 10.000 Menschen, von denen die ersten 2014 eingezogen sind. Bei Fertigstellung werden es rund 25.000 Bewohner:innen sein. Der aktuelle Podcast “Hallo Hamburg! Stadt neu bauen” thematisiert u. a. die Herausforderungen zu Beginn von großen Quartiersentwicklungen. Am Beispiel von Wien wird deutlich, dass frühzeitige Öffentlichkeitsarbeit, Raumbildung, Beteiligung und die Markenentwicklung bedeutsam sind. Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg befragt ihren Gast zu den Qualitätsversprechen der Seestadt aspern. Die anfänglichen Ziele und große Visionen spielen für jedes Stadtentwicklungsprojekt eine zentrale Rolle. Diese müssen aber auch in operationalisierbare Ziele und Instrumente verwandelt werden, betont Lukas Lang. Lebenslanges Lernen sei wichtig sowie sich Zeit für Evaluationen mit Expert:innen und Kritker:innen zum bisher Erreichten zu nehmen. Von 2008 bis 2009 entwickelte beispielsweise Jan Gehl Architects das Handbuch „Partitur des öffentlichen Raums“ für aspern. Im Jahr 2018 wurde eine Evaluierung in der gebauten Seestadt vorgenommen und die Ergebnisse veröffentlicht. Die Seestadt aspern ist auch ein Wirtschaftsstandort mit rund 20.000 geplanten Arbeitsplätzen. Aktuell angesiedelt haben sich rund 300 Unternehmen - auch im produzierenden Gewerbe - mit 4000 Arbeitsplätzen. In neueren Quartieren der Seestadt gibt es mittlerweile bis zu 20% nicht Wohnnutzung mit kleinteilige Gewerbeflächen sowie einen gestapelten Gewerbehof für Handwerksbetriebe. Die Steuerung der Nutzungsmischung stand von Planungsbeginn an im Fokus. Dazu zählt das eigene Management für ausgewählte Erdgeschosszonen, um von Beginn an eine Vielfalt an gewerblichen Angeboten zu ermöglichen.