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Hallo Hamburg! Stadt neu bauen - der Podcast Archiv

69 Episoden
42 Minuten
Bei steigenden Benzinpreisen und einem 9-Euro-Ticket rückt der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ins Blickfeld vieler Menschen. Im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ hat IBA-Geschäftsführerin Karen Pein mit Anna-Theresa Korbutt eine Fachfrau des ÖPNV zu Gast, die seit 2021 hvv-Geschäftsführerin ist. Der hvv ist der älteste Verkehrsverbund der Welt und weiterhin quicklebendig. Er übernimmt für drei Bundesländer, acht Kreise und fast 30 Verkehrsunternehmen das Management des gesamten Verkehrsangebots, d. h. für alle Bus-, Fähr-, U-, S-, A- und Regionalbahnleistungen im hvv. Dazu zählen beispielsweise 9.693 km² Verbundgebiet mit rund 10.000 Haltestellen sowie ca. 4.609 Fahrzeugen, wie Busse, U- und S-Bahnen sowie die Fähren. Das Mobilitätsangebot ist erweiterbar mit Sharing-Angeboten für Auto, Rad oder Roller, die u. a. über die Switch App gebucht werden. Die hvv-Geschäftsführerin möchte hier noch mehr Überzeugungsarbeit leisten und vermitteln, dass Sharing Mobility für jeden funktionieren kann. Karen Pein befragt ihren Gast u. a. zu den Plänen des Verkehrsverbundes angesichts der wachsenden Stadt. „Der Hamburg Takt ist das Versprechen, das jede:r Hamburger:in innerhalb von fünf Minuten Wegezeit Zugang zur öffentlichen Mobilität mit einem ÖPNV- Anschluss haben,“ erläutert Anna-Theresa Korbutt. Dies werde in mehreren Intervallen umgesetzt. Ein Blick in die Schweiz oder in die skandinavischen Länder zeige, dass ein Angebotsausbau des ÖPNV in dünnbesiedelten Regionen kostenintensiv sei, aber die Nutzung dann deutlich erhöhe und zur Änderung des Mobilitätsverhaltens beitrage. Eine der großen Herausforderungen in den kommenden Jahren liegt darin, dass die Menschen der ÖPNV-Nutzung gegenüber aufgeschlossener sein müssen und ihr eigenes Mobilitätsverhalten ändern. „ÖPNV muss man nutzen wollen, weil man die Vorteile des Systems erkennt“, sagt Anna-Theresa Korbutt. Sie berichtet auch, dass das 9-Euro-Ticket in den ersten zwei Juniwochen 30% Zuwachs an Fahrgästen gebracht habe. „Wenn der Preis bisher ein blockierender Faktor war, dann sollte man auch darüber reden.“
42 Minuten
Wohnungsbaugenossenschaften stehen in dem Ruf günstige und stabile Mieten zu bieten. Das Genossenschaftsprinzip ist inzwischen von der UNESCO auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes in Deutschland gesetzt worden. Allein in Hamburg gibt es mit rund 40 Baugenossenschaften eine breite Vielfalt an genossenschaftlichen Wohnungsangeboten. In der Hansestadt haben die städtische SAGA und die Baugenossenschaften mit rund 300.000 Wohnungen zusammen einen Anteil von 46% an allen Mietwohnungen. „Wir machen das mal gemeinsam ist auch das Selbsthilfeprinzip, das in Genossenschaften steckt“, sagt Marko Lohmann, Vorstand der gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille. Er ist zu Gast im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ und diskutiert gemeinsam mit IBA-Geschäftsführerin Karen Pein über die aktuellen Probleme beim Wohnungsneubau. Hier sind die Auswirkungen durch Preissteigerungen, die Umstellung bei staatlichen Fördergeldern, der Fachkräftemangel, der Anstieg der Fremdkapitalzinsen und die größeren Materialengpässe deutlich zu spüren. Die Genossenschaft Bergedorf-Bille verfügt über fast 9500 Wohnungen in Bergedorf, Hamm-Horn sowie auch in Geesthacht oder in der HafenCity. Der Mietpreis im Bestand liegt derzeit bei durchschnittlich 7,13 Euro netto Kaltmiete pro Quadratmeter. Im Neubau variieren die Mietpreise derzeit je nach Herstellungskosten zwischen 11,50 Euro bis zu 14 Euro netto kalt. Marko Lohmann erläutert die Vorteile des Genossenschaftsprinzips und wie ein lebenslanges Wohnen ermöglicht wird bei sich verändernden Ansprüchen an die Größe oder Ausstattung einer Wohnung. In dieser Podcastfolge kann man erfahren, wie auch heute noch Traum der Mitgliedschaft in einer Wohnungsbaugenossenschaft Realität wird.
38 Minuten
„Wir brauchen in den Stadtentwicklungs- und Quartiersentwicklungsprojekten viel stärker den Kontakt zu den Menschen, um die es geht: dass es ein mit den Menschen wird und nicht ein für die Menschen,“ sagt Johanna Debik, Vorständin der Montag Stiftung, im aktuellen Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ der IBA Hamburg. Die in Bonn ansässige Montag Stiftung Urbane Räume konzentriert sich seit 2017/18 auf das Initiieren und Realisieren von Immobilienprojekten mit dem Ziel eine langfristige Perspektive für mehr Gemeinwohl im Stadtteil zu entwickeln. Die Projekte werden von der Montag Stiftung dabei gemeinsam mit Menschen vor Ort und zukünftigen Nutzer:innen entwickelt. IBA-Geschäftsführerin Karen Pein diskutiert mit ihrem Podcastgast welche zentralen Bausteine eine lebendige Nachbarschaftsentwicklung im Quartier langfristig und nachhaltig unterstützen. Dabei geht es nicht nur um finanzielle, sondern auch um strukturelle, bauliche und organisatorische Unterstützung, die den Bewohner:innen bzw. dem Quartier ganz unmittelbar zugutekommt. Die gemeinsame Projektentwicklung mit Akteuren vor Ort brauche vor allem Zeit und die Möglichkeit des Ausprobierens, betont Johanna Debik. Dabei gilt es auch, die auftauchenden Interessenskonflikte „einfach auszuhalten und auch willkommen zu heißen“. Im Podcastgespräch wird deutlich, dass bei aller Unterschiedlichkeit der Standorte als auch der Gebäude häufig bestimmte Nutzungen für und von der Nachbarschaft gewünscht würden: kleine günstige Räume für Existenzgründer:innen, günstige gewerbliche Räume, ein großer Anteil gemeinschaftlicher Fläche im Gebäude und im Freiraum sowie bezahlbarer Wohnraum. Johanna Debik erläutert, wie eine Mischfinanzierung in den bereits realisierten Gebäuden es ermögliche, Räume gemeinnützigen Projekten und Vereinen dauerhaft kostenlos zur Verfügung zu stellen.
49 Minuten
Malte Siegert, 1. Vorsitzender des NABU ist zu Gast bei IBA-Geschäftsführerin Karen Pein in der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Der NABU ist Deutschlands größter Naturschutz und Umweltverband und hat in Hamburg knapp 30.000 Mitglieder. Hier übernehmen zudem 500 Ehrenamtliche wichtige Aufgaben im Naturschutz. In der Stadtentwicklung gibt es viele Schnittstellen mit Naturschutzverbänden wie dem NABU. Er wird u. a. bei Bebauungsplanverfahren formal eingebunden und prüft dabei beispielsweise naturschutzrechtlichen Belange, die Ausgleichsmaßnahmen und ob gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen auch umgesetzt werden. „Da sind wir eine Art Korrektiv im Sinne des gesamtgesellschaftlichen Interesses“, betont Malte Siegert. Gemeinsam diskutiert werden die Konflikte bei Flächenkonkurrenzen, wie sich die Biodiversität in der Stadt anhand konkreter Beispiele steigern lässt und welche Argumentationen es für und gegen Projektentwicklungen auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen in Hamburg gibt. Malte Siegert macht deutlich: „Erstmal steht für uns im Vordergrund, dass wir so wenig wie möglich Fläche verbrauchen.“ Zudem wird der Neubau von Einfamilien- und Reihenhäusern in Hamburg thematisiert.
45 Minuten
Die aktuelle Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ beschäftigt sich mit der Frage nach Konzepten für zu viel und zu wenig Wasser in Hamburg. Prof. Antje Stokman von der HafenCity Universität erläutert das Prinzip der Schwammstadt mit ihren Vorteilen für geregelten Abfluss von Regenwasser, Verdunstung und Kühlung. IBA-Geschäftsführerin Karen Pein diskutiert mit ihrem Gast wie man die funktionellen Maßnahmen der Schwammstadt um eine ästhetische Komponente erweitern kann. Gestaltete Projekte der Wasserrückhaltung sollen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wecken und es gibt einige gebaute Beispiele, bei denen Entwässerung erlebbar inszeniert wird. Zentraler Bestandteil der Regenrückhaltung ist das Gründach als Zwischenspeicher. Wie weit Hamburg mit seiner Gründachstrategie im Bestand und im Neubau fortgeschritten ist, wird kritisch betrachtet. Prof. Antje Stokman erläutert anhand von Beispielen, dass Fassadenbegrünung nicht nur ökologische sondern auch ökonomische Vorteile für Bauherr:innen und Immobilienbesitzer:innen haben kann. „Große Zukunftsthemen sind aus meiner Sicht Dürren und Hitzeereignisse im Sommer“, sagt die Landschaftsarchitektin. Die Versiegelung in der Stadt ist ein weiteres zentrales Gesprächsthema. Diskutiert wird, wie Neubauquartiere auch zur Biodiversität in einer Stadt beitragen können.
38 Minuten
Im Fokus der Podcastfolge von „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ steht das Handwerk und dessen Bedeutung für die Stadtentwicklung. Allein in Hamburg gibt es 120 unterschiedliche Handwerksberufe. Dazu zählen im Bau- und Ausbau (z. B. Maurer:in, Heizungstechniker:in,...), im Bereich Ernährung (z. B. Bäcker:in, Bierbrauer:in,..), im Themenfeld Gesundheit (z.b. Optiker:in, Zahntechniker:in, …) sowie viele Berufsgruppen wie Reinigung, Schuster:in, Bestatter:in, Fotograf:in usw. In gemischt genutzten Neubauquartieren spielt die Ansiedlung von Handwerksbetrieben eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen auf kurzem Wege die Nahversorgung der Bewohnerinnen und Bewohner. Hjalmar Stemmann, Präsident der Hamburger Handwerkskammer, weist darauf hin, dass eine bequeme Erreichbarkeit von Optiker, Hörgeräteakustiker, Bäckerei, oder Schuster eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen jeden Alters spielen. IBA-Geschäftsführerin Karen Pein diskutiert mit ihrem Gast Lösungen der potenziellen Konflikte von Wohn- und Gewerbenutzung in unmittelbarer Nachbarschaft. Hjalmar Stemmann sieht bei der Mischung in der heutigen Zeit deutlich geringere Konflikte, da insbesondere im Handwerk die Lärmimmissionen durch technischen Fortschritt zurückgegangen sind. Im Gespräch wird deutlich, dass in der Stadtplanung die Ansiedelung von Handwerksbetrieben individuell zu betrachten ist. Die Bandbreite an räumlichen wie technischen Anforderungen für einzelne Betriebe sei sehr groß. In Hamburg hat sich die Parksituation für Handwerker durch die umfänglichen Anwohnerparkzonen verschärft. Hier fordert der Präsident der Handwerkskammer dringend Lösungen ein, die teilweise erst auf Bundesebene gefunden werden müssen. Hjalmar Stemmann macht deutlich, dass die Klimawende nur gelingen kann, wenn auch die entsprechenden Handwerksbetriebe ausreichend Nachwuchs ausbilden könnten. Das Handwerk biete eine große Bandbreite an nachhaltigen Berufen, die einzelnen Bausteine der Klimawende konkret zu realisieren.
39 Minuten
Die Abfallvermeidung sowie die getrennte Sammlung von Müll trägt maßgeblich zur Einsparung von CO2 bei und spielt eine wichtige Rolle beim Klimaschutz. In Hamburg fallen pro Jahr durchschnittlich 240 kg pro Kopf an Restmüll an, die es zu entsorgen gilt. Dazu kommen für jeden von uns pro Kopf noch ca. 52 kg Papier, 42 kg Bioabfälle und 23 kg im gelben Sack. „Das soll und muss auch weniger werden“, sagt Sven Winterberg, Vertriebsleiter der Stadtreinigung im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“. Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg diskutiert mit ihrem Gast, welche Stellschrauben beim Thema Abfall und Quartiersentwicklung noch verändert werden müssen. Ein Unterflursystem zur Müllentsorgung bringt vor allem in Neubauquartieren viele Vorteile mit sich, erläutert Sven Winterberg. Die unterirdischen Gefäße sind deutlich größer, werden seltener angefahren und können zudem maschinell geleert werden. Die Einwurfschächte sind flächeneffizient, ansprechend im Aussehen und barrierefrei zugänglich. Damit werden Mülltonnen auf der Straße und Müllräume im Keller oder Erdgeschoss der Wohngebäude vermieden. „Müllentsorgung muss simpel, einfach und komfortabel sein. Die Systeme müssen in den Alltag der Menschen passen, sagt Sven Winterberg. Recycling und Kreislaufwirtschaft spielen zusätzlich eine immer größere Bedeutung und sollen weiter zukünftig weiter verbessert werden. „Müll ist wirklich Müll: das was irgendwo an einer Stelle versäumt wurde anders intelligenter zu nutzen.“
41 Minuten
„Wir haben nicht mehr so viel Zeit, um uns um zukunftsfähige Städte zu kümmern“, sagt Prof. Dr. Agnes Förster und fordert, dass die wichtigen Zukunftsthemen deutlich früher in Planungen integriert werden müssen. In dieser Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ diskutiert IBA Hamburg Geschäftsführerin Karen Pein mit ihrem Gast aktuelle Herausforderungen der Stadtentwicklung sowie Gestaltung von Beteiligungsprozessen und Nachbarschaftsentwicklung. Professor Dr. Agnes Förster, Inhaberin des Lehrstuhls für Planungstheorie und Stadtentwicklung an der RWTH Aachen University, legt ihren Fokus darauf, den Raum mit den Prozessfragen zusammen zu bringen bzw. Räume und Prozesse zu gestalten. „Wir können in den Räumen vor Ort etwas lernen. Insofern ist Stadt immer auch eine Baustelle, in der wir gemeinsam daran arbeiten wie Zukunft ist und sein soll,“ sagt die studierte Architektin. In ihren Forschungsarbeiten ist Prof. Dr. Förster unter anderem der Frage nachgegangen, wie sich Planungsprozesse wirkungsvoller gestalten lassen. Ihre Erkenntnisse machen deutlich, dass sich durch einen anhaltenden Lernprozess die Planung und Umsetzung verändernden Gegebenheiten idealerweise anpasst. Pein und Förster vertiefen die Frage, welche Elemente zur Bildung und Stärkung lebendiger Quartiere und einer guten Nachbarschaft beitragen. Hier spielen zunächst Städtebau und Freiraumplanung eine zentrale Rolle, da sie unter anderem Begegnungsorte in einem Quartier definieren und gestalten. Zur Stärkung von Nachbarschaften sollten zudem im sogenannten Wohnumfeld (jenseits der eigenen Wohnungstür) die richtigen Impulse gesetzt werden. Prof. Dr. Förster hat in dieser Frage sechs Bedürfnisse identifiziert, die es dabei zu beachten gilt. Sie fordert Planer:innen grundsätzlich dazu auf, robuste Gerüste und Rahmen zu entwerfen, in denen eine lebendige Nutzungsvielfalt auch ermöglicht wird. Partizipation ist ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeit von Prof. Dr. Förster, die die Vorteile der Partizipation auch als eine Form der Co-Kreation beschreibt, von der alle profitieren können. Insbesondere die Vermittlungsarbeit und das verständliche erklären spiele in komplexen Planungsprozessen eine immer größere Rolle und sollte in seiner Bedeutung nie unterschätzt werden.
43 Minuten
Hamburg hat ca. 316 Grünanlagen, 225.000 Straßenbäume, 750 Spielplätze und über 5700 grüne Dächer. Dazu kommen 35.000 Kleingärten. In der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ spricht IBA-Geschäftsführerin Karen Pein mit ihrem Gast darüber, ob die Hansestadt aktuell genug Stadtgrün für ein gutes Klima und eine ausreichende Erholung seiner Bewohnerschaft besitzt. Aus Sicht von Hans Gabányi, Leiter des Amts für Naturschutz, Grünplanung und Bodenschutz, ist die grüne Infrastruktur Hamburgs schon sehr gut aufgestellt aber noch nicht ausreichend auf die Herausforderungen des Klimawandels und wachsenden Erholungsbedürfnisse der Menschen vorbereitet. Das Grün spiele in Hamburg für die Lebensqualität eine große Rolle und diene der Erholung, dem Klima und der Biodiversität. In dieser Podcastfolge wird der unlängst erfolgreich geschlossene Vertrag für Hamburgs Stadtgrün erläutert. Er ermöglicht eine Stärkung des Grünen Netzes und erreicht eine kontinuierliche Verbesserung der bestehenden Grünräume mit unter anderem jährlich zusätzliche 17 Millionen Euro Budget. In Hamburg zeigt sich aktuell, dass die Nutzung des öffentlichen Raums in den Parks, Grünanlagen oder auf den Wasserflächen zunehmend konfliktbeladener zwischen allen Nutzergruppen ist. Hier gilt es wieder eine bessere Kultur des Miteinanders zu finden. Hans Gabányi wünscht sich, dass auch das Bewusstsein der Menschen für die Grüne Infrastruktur noch weiter gestärkt wird und stellt die aktuellen Ideen dafür vor.
37 Minuten
Als aktueller Gast im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ erläutert Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, wie in den kommenden Jahren die Wende gelingen soll und welche Herausforderungen noch zu meistern sind. Bei der Mobilitätswende geht es ihm im engeren Sinne darum, dass die Menschen in Hamburg mobil bleiben können. Wenn der Einzelne seine Fahrtwege nicht allein im Auto verbringt, sondern Alternativen nutzt, verbraucht er erheblich weniger Platz. Das sei die Voraussetzung dafür, dass alle gemeinsam überhaupt mobil bleiben können, betont Tjarks. Die Flächen für Mobilität würden in Hamburg nicht größer, während sich seit Jahren zunehmend mehr Autos diese Flächen teilen. IBA-Geschäftsführerin Karen Pein diskutiert mit ihrem Podcastgast welche Lösungsansätze die Stadtplanung für die Mobilitätswende leisten kann. Die Projektgebiete der IBA Hamburg liegen u. a. jeweils an bestehenden S-Bahnlinien. Ein Dauerbrenner in der Diskussion bleibt die Verbesserung des Angebots der S-Bahn. Gerade die ÖPNV Entwicklungen im Hamburger Süden sind im Fokus des Verkehrssenators, der detailreich über Planungen und Entwicklungen zum Ausbau der U-Bahn nach Wilhelmsburg und zur Verbesserung der Linien S 3 und S 31 berichtet. Thema ist auch der ruhende Verkehr mit seinem Flächenverbrauch. In Hamburgs neuem Stadtteil Oberbillwerder gibt es das Konzept der Mobility Hubs, damit die Straßen frei von parkenden Autos bleiben und die Flächen besser für die Gemeinschaft genutzt werden. Laut Anjes Tjarks helfe es der Mobilitätswende, wenn das Auto nicht das allererste erreichbare Verkehrsmittel ist. Es gehe darum tägliche Routinen der Mobilität aufzubrechen und den Zugang und die Erreichbarkeit von alternativen Angeboten zu vereinfachen.
52 Minuten
Hamburgs Stadtteil HafenCity kann schon auf eine Geschichte zurückblicken und befindet sich dennoch im Bau. Giselher Schultz-Berndt hat als Geschäftsführer der HafenCity GmbH die Entwicklungen mitgeprägt und berichtet im Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen“ welche Veränderungen Hamburgs Stadtteil an der Elbe in den letzten 20 Jahren erlebte und welche Herausforderungen zukünftig zu meistern sind. Seit der Masterplanung wurde die HafenCity kontinuierlich weitergeplant, was u. a. durch eine höhere Dichte oder einer deutlich größere Infrastruktur für Familien inklusive neuer Schulstandorte sichtbar wird. Der geförderte Wohnungsbau hat im Laufe der Jahre Einzug gehalten. Auch atmosphärisch entwickelt sich die HafenCity kontinuierlich weiter. Für Giselher Schultz-Berndt persönlich besteht eine Qualität der HafenCity darin, dass Elbwasserflächen systematische integriert worden sind. IBA-Geschäftsführerin Karen Pein diskutiert mit ihrem Podcastgast die notwendige Flexibilität von langfristiger nachhaltiger Stadtentwicklung und welche Trends und Entwicklungen bereits heute antizipiert werden. „Das Thema Klimawandel und Auswirkungen des Klimawandels wird in den kommenden zehn Jahren alle Bereiche der Stadtentwicklung berühren und durchdringen,“ sagt Giselher Schultz-Berndt. Co²-Emissionen, graue Energie, klimaverträgliche Mobilität sowie autonomes Fahren sind wichtige Bereiche, in denen eine flexible Anpassung an bestehende Planung möglich sein muss. Dabei werden die Quartiere für und mit Menschen geplant. Mit Einzug der ersten Bewohner:innen muss sich ein sozialer Zusammenhalt in der neuen Nachbarschaft erst entwickeln. Dafür braucht es seitens der Stadtplanung Impulse und Unterstützung mit Begegnungsorten und -angeboten für alle.
42 Minuten
„Die Vorteile liegen auf der Hand: Ich ziehe mit Gleichgesinnten zusammen und kann auch etwas mitbestimmen über meine Wohnung und mein Haus.“ In Städten wie Hamburg gibt es eine große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Zudem gibt es Menschen, die gemeinsam mit Freunden, Familie oder im thematischen Team in einem Haus (zur Miete oder im Eigentum) leben wollen. In der aktuellen Folge des Podcast „Hallo Hamburg! Stadt neu bauen!“ diskutiert Katrin Brandt von der STATTBAU Hamburg mit IBA Hamburg Geschäftsführerin Karen Pein die Vor- und Nachteile von Baugemeinschaften. Welche gemeinsamen und auch innovativen Konzepte verfolgen Baugemeinschaften? Wie kann die Finanzierung gelingen? Welche Aufgaben übernehmen Baubetreuer:innen im Planungs- und Bauprozess? Auf welche Zeiträume muss man sich von der Idee bis zum Einzug als Baugemeinschaft einstellen? Was bedeuten die aktuellen Baukostensteigerungen für das Bauen? Wer Antworten auf diese Fragen sucht oder sich allgemein von der Idee der Baugemeinschaft inspirieren lassen möchte, ist bei dieser Podcastfolge genau richtig. Katrin Brandt verfügt über jahrelange Erfahrung in der Betreuung von Baugemeinschaften und die Entwicklung und Realisierung von sozialen Bauprojekten: “In der Coronazeit hat sich gezeigt, wie resilient diese Form des nachbarschaftlichen Wohnens ist.“ In den letzten 30 Jahren sind in Hamburg über 3.000 Wohneinheiten in Baugemeinschaften entstanden. Allein in den IBA-Projektgebieten in Wilhelmsburg könnten fast 1.000 Wohneinheiten für Baugemeinschaften dazukommen, berichtet Karen Pein. Im Gespräch wird deutlich, dass sich Baugemeinschaften stabilisierend auf eine Nachbarschaft auswirken würde. Handele es sich doch häufig um eine Hausgemeinschaft, die sich aktiv für ein gemeinsames Leben in dem Quartier entschieden habe und die sich dann in Quartiersentwicklungsprozesse einbringe.
39 Minuten
Der Kleingarten begeisterte schon vor der Pandemie als kleinen grüne Insel des privaten Glücks mitten in der Großstadt. Die Hamburger Kleingartenlagen in Zahlen: ca. 1400 Hektar (zumeist städtische) Fläche mit 311 Vereinen, die rund 33.500 Parzellen mit rund 44.000 Mitgliedern selbstverwalten. Hier treffen sich alle Gesellschaftsschichten und die einzelnen Gärten tragen zur biologischen Vielfalt bei. Doch Konkurrenz um wertvolle Flächen in der Stadt ist groß und war schon oft Thema im Podcast "Hallo Hamburg! Stadt neu bauen". Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg, geht im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Landesbundes der Gartenfreunde der Frage nach, ob Kleingartenanlagen dem Stadtwachstum mit Wohnungsbau und Ausbau der Infrastruktur oft weichen müssen und welche zukunftsfähigen Konzepte es für den klassischen Schrebergarten gibt. Für Dirk Sielmann hat Hamburg hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen deutschen Städten. Hier regelt ein Vertrag, dass die Anzahl der Kleingärten nicht kleiner werden darf. Selbst wenn Gärten für Baumaßnahmen wegfallen, müssen sie an anderer Stelle ersetzt werden. Zudem regt er an, Flächenkonkurrenzen intelligent zu lösen und nicht das eine durch das andere ersetzen. Multicodierung und Mehrfachnutzung bieten neue Lösungsansätze. Modellprojekte können beispielsweise naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen mit Kleingärten verbinden in Form von Streuobstwiesen in den Parzellen. Das Konzept des Kleingartenparks bietet zudem neue Nutzungsmöglichkeiten. Eine Nachverdichtung im Bestand - wie sie in den Wilhelmsburger Projektgebieten der IBA Hamburg erfolgreich abgeschlossen wurde - ist ein überzeugender Weg, Kleingärten bei heranrückendem Wohnungsbau zu sichern. Karen Pein und Dirk Sielmann fordern beide, dass bestehende Kleingartenanlagen sich stärker für Nachbarschaft und Öffentlichkeit öffnen, „das berühmte verschlossene Eingangstor soll es nicht mehr geben“.
38 Minuten
„Wenn wir Inklusion richtig wahrnehmen, dann müssen wir alle von Anfang an immer mitdenken,“ fordert Ingrid Körner, als ehemalige Senatskoordinatorin für Gleichstellung behinderter Menschen. In Hamburg sei die Integration von Menschen mit Behinderungen in den letzten Jahrzehnten nicht immer gut gelungen. Gerade in Planungsprozessen wird Inklusion häufig nicht von Beginn an, sondern erst zu spät betrachtet. Dies gilt es zukünftig zu ändern und alle Akteure zu sensibilisieren, frühzeitig die entsprechenden Expertinnen und Experten in den Planungsprozess einzubinden. Karen Pein, Geschäftsführerin der IBA Hamburg berichtet inwieweit die Projektentwicklungsgesellschaft den inklusiven Gedanken in der Quartiersentwicklung berücksichtigt. Neue Quartiere in Oberbillwerder, Wilhelmsburg und Neugraben-Fischbek gilt es mit dem Ziel zu entwickeln, dass möglichst alle Menschen in allen Bereichen am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben können. Inklusive Quartiere zeichnen sich u. a. durch diskriminierungsfreie öffentliche Räume und Mobilitätsangebote aus. Sie bieten erlebbare und inklusive Freiräume, die barrierearme und barrierefreie Angebote integrieren. Inklusion spielt auch beim Wohnungsbau mit Lage und Anzahl von barrierearmen und barrierefreien Wohnungsangeboten eine zentrale Rolle. Die Hansestadt verfügt über ein Kompetenzzentrum für ein barrierefreies Hamburg, das von drei Hamburger Organisationen getragen wird, die bereits seit Jahrzehnten beratend in die barrierefreie Stadtgestaltung eingebunden sind: der Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V. und dem Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg e.V. und Barrierefrei Leben e.V..
38 Minuten
In der aktuellen Folge des Podcast "Hallo Hamburg! Stadt neu bauen" überlegen die IBA Hamburg Geschäftsführerin Karen Pein und Innen- und Sportsenator Andy Grote gemeinsam, wie Sport und Stadtplanung sich ideal ergänzen können. Ideen und „Wir wollen, dass in der Stadtplanung - auch in neuen Quartieren - Bewegungsfreundlichkeit und Motivation zur Bewegung mitgedacht wird,“ sagt Hamburgs Innen- und Sportsenator Andy Grote. In der aktuellen Folge des Podcast "Hallo Hamburg! Stadt neu bauen" diskutiert er mit IBA Hamburg Geschäftsführerin Karen Pein, wie sich Sport und Stadtentwicklung ideal ergänzen. Dabei spielt Hamburgs Leitbild Active City eine zentrale Rolle. Hier soll unter anderem das Angebot, Hamburg sportlich zu erleben deutlich ausgebaut werden: „Auf attraktiven Wegen aktiv durch die Stadt“. Neben den Investitionen in klassische Sportstätten gehe es zudem darum, neue Ideen umzusetzen und in Aktivzonen in den öffentlichen Räumen zu investieren. Dann können zukünftig unter überdachten Sportflächen in Freiräumen auch Gruppenangebote für Yoga oder Tanz im Park angeboten werden. Zudem brauche es in der Stadt mehr barrierefreie Bewegungsangebote im öffentlichen Raum sowie für Menschen jeden Alters. Mit Hamburgs erweitertem Verständnis von Sport und Sportförderung lassen sich konkrete Projekte im Rahmen von Stadtplanung realisieren. Sport ist dann im Stadtbild erlebbar und präsent mit wohnortnahen Sportmöglichkeiten, die über klassische Sportanlagen hinaus gehen. Im neuen Stadtteil Oberbillwerder will die IBA Hamburg das Leitbild der Active City umsetzen. Hier kann es beispielsweise auch im Wohnungsbau oder im Bereich der Arbeitsplätze Modellprojekte geben, die die Idee mittragen und Bewegungsangebote und -räume schaffen. Für Andy Grote ist „Oberbillwerder ist ein Geschenk, bei dem eine Active City modellhaft denken kann. Wie würde ein ganzer, großer Stadtteil aussehen, der sich an dem Thema Sport, Bewegungsförderung, Aktivierung der Menschen, die dort Leben, ausrichtet.“ Dazu zähle auch mindestens eine Modellschule, die in ihrer ganzen baulichen Gestaltung bewegungsfördernd ist.