Wiener Börse Podcast Archiv
700 Episoden
10 Minuten
Der Baustoffanbieter Wienerberger konnte gut ins Jahr 2021 starten: der Konzernumsatz in Höhe von 796,5 Mio. Euro ist leicht über Vorjahr und damit fast auf Rekordniveau. Vor allem Nordamerika ist dabei gut gelaufen. Das bereinigte EBITDA von 107,2 Mio. Euro ist in etwa auf Vorjahresniveau. Die aktuell anfallenden Anstiege bei Material- und Rohstoffkosten können weitgehend an die Kunden weitergegeben werden. CEO Dr. Heimo Scheuch: "Quartal 1 ist immer ein Stimmungsbarometer. Deshalb war es gut, dass wir das gut hingekriegt haben." Nun soll die Nachfrage auch im Neubau- und Infrastrukturbereich in Europa anziehen. Prognose: Das EBITDA soll zwischen 600 und 620 Mio. Euro liegen - und damit auf ein Vorkrisenniveau zurückkommen.
Österreichische Post: "Ab 2030 wird jeder Briefträger nur noch mit einem E-Auto um die Ecke kommen!"
8 Minuten
Harald Hagenauer, Leiter IR der Österreichischen Post: Ab 2030 wird jeder Briefträger nur noch mit einem E-Auto um die Ecke kommen. Und jetzt schon denken wir darüber nach, wie wir auch die Lkws und den Fernverkehr auf grüne Technologien umstellen. Wir wollen bis 2040 auf zero Emission sein, dass sich unser CO2-Fußabdruck Richtung null bewegt." Die Ö-Post ist voller Optimismus für das 2021: "15 % Wachstum werden heuer schon drin sein!" Beim Umsatz gab es im 1. Quartal 2021 ein Plus von 28,5 % auf 646 Mio. Euro. Das EBITDA stieg um 51,5 % auf 99 Mio. Euro. Brief schwächelt, aber das Paketgeschäft, Osteuropa und die neue Pakettochter ARAS in der Türkei haben das Ergebnis angeschoben.
58 Minuten
Die Oesterreichische Nationalbank und die Wiener Börse luden Vertreter der ältesten und jüngsten börsennotierten Unternehmen zu einer Talkrunde ein. Die Geschichte des Aktienhandels nahm in Österreich 1818 mit der Aktie der Oesterreichischen Nationalbank ihren Anfang. Mit über 150-jähriger durchgängiger Börsennotiz repräsentiert Porr AG das heute älteste Unternehmen an der Wiener Börse. Frequentis AG und Marinomed Biotech AG sind seit 2019 im Top-Segment prime market gelistet. Die Unternehmensvertreter berichten über ihre individuelle Kapitalmarktgeschichte, Erfolgsstrategien und Innovationen, die mithilfe von Kapitalmarktfinanzierungen Wirklichkeit wurden. Die Bedeutung von Eigenkapital als ein Weg aus der Krise für heimische Unternehmen und welche Rolle die Börse dabei spielt, steht im Fokus des Panels. Die Vorstände teilen ihre Erfahrungen und geben Tipps an Unternehmen, die einen Börsengang überlegen. Außerdem wird an die Wichtigkeit von Finanzbildung für (zukünftige) Investoren und Unternehmer appelliert. Die Diskussion fand im Kassensaal der Oesterreichische Nationalbank statt. Alle Personen vor Ort wurden negativ auf Covid-19 getestet. #WienerBoerse250 #TheNext250 #FutureForum Diskussionsteilnehmer: Robert Holzmann, Gouverneur, Oesterreichische Nationalbank Norbert Haslacher, CEO, Frequentis AG Eva Prieschl-Grassauer, CSO, Marinomed Biotech AG Karl-Heinz Strauss, CEO, PORR AG Christoph Boschan, CEO, Wiener Börse AG Moderation: Esther Mitterstieler, Ressortleiterin „Wirtschaft“ der ORF-Radio-Information
10 Minuten
Zuckerbrot und Peitsche. Das Corona-Jahr war ein sehr, sehr spannendes Jahr, sagt Agrana CEO Johann Marihart. "Im Lockdown haben einige Segmente gelahmt, andere haben geboomt." Covid bedingt ist der Zuckerabsatz europaweit 5 % zurückgegangen. "Ich rechne aber mit einem Preisschub für das laufende Jahr. Zucker wird ein deutlich besseres Ergebnis liefern." Doppelschlag bei Fruchtsaft: "Frost in Ungarn und 30 % weniger Absatz wegen der Pandemie." Nach 40 Jahren bei Agrana (und 30 Interviews beim Börsenradio) geht der 70-jährige Marihart in Pension. "Ich habe noch so viele Aufgaben, langweilig wird mir nicht, aber ich kann meine Freizeit etwas besser planen." Alles Gute, Herr Marihart!
24 Minuten
Prof. Dr. Andreas Grünbichler, CFO Wüstenrot Gruppe, gilt als Vater des ATX, denn er leitete 1991 die Arbeitsgruppe ATX: "Ich erinnere mich als junger Mann 1991 noch an das Lied Wind of Chance. Es war wichtig für den Finanzplatz Wien etwas Transparentes, Effizientes, Aktuelles und auch Professionelles zu schaffen und das war die Aufgabe der Arbeitsgruppe ATX". Martin Wenzel, Head of Listings & Indices: "Spannend ist die Balance im ATX, die haben wir heute noch genauso!" - 1991 gesucht: "Wer hat Erfahrung mit Real-Time Informationsübermittlung. Und da gab es Programmierhilfe von der Lottogesellschaft. Aber damit endet auch der Vergleich zwischen Casino und Börse." ATX oder ATX Total Return welcher Index ist Richtige? "Wir können nicht den ATX mit dem DAX vergleichen, wir müssen den ATX Total Return mit dem DAX vergleichen!"
13 Minuten
Flugzeugzulieferer FACC musste in Q1 2021 natürlich einen Rückgang hinnehmen im Vergleich zum Vor-Corona-Quartal im Vorjahr: -40 % beim Umsatz auf 118,1 Mio. Euro. CEO Robert Machtlinger sieht aber einen Silberstreif am Himmel: "Wir sehen eine stabile Nachfrage und das tut nach 2020 sehr gut." Das EBIT ist mit 0,4 Mio. Euro deutlich gefallen nach den 11,3 Mio. Euro aus dem Vorjahr, aber nach wie vor positiv. Geholfen haben Effizienz- und Kostensenkungsprogramme. Die sollen auch weiter geführt werden, zum Beispiel will FACC die Supply Chain optimieren und die Lagerbestände reduzieren. Wie schwierig ist es auch nach den Entlassungen aus 2020 das Geschäft wieder hochzufahren? Wie optimistisch ist der Ausblick?
17 Minuten
Die Startup300 AG ist seit Anfang 2019 in Wien am direct market plus gelistet, dem Segment für kleine und mittlere Unternehmen. Die betrieblichen Erträge lagen 2020 bei 866.000 Euro. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen deutlich Kosten gesenkt. Das hilft, den Nachsteuerverlust zu halbieren. Von 1,4 Mio. auf 750.000 Euro. CEO und Gründer Michael Eisler: "In Summe war das Jahr für die Beteiligungen sehr positiv und lässt auf weitere gute Entwicklung hoffen." Gelitten hat allerdings der Bereich Consulting, hier hatte das Unternehmen Unterstützung von staatlicher Seite in Höhe von 620.000 Euro erhalten. Die großen Events sind möglicherweise überholt und ein Relikt aus der Zeit, in der Start-ups mit großen Marketing Budgets gepusht wurden. "Da gibt es besser geeignete Möglichkeiten, um Start-ups mit Investoren zusammenzubringen. Die nutzen wir." Liegt der Fokus noch auf Wachstum wie zu Beginn? "Wir hatten ein großes Learning 2020 und konzentrieren uns auf die Wurzeln, noch bessere Investments zu machen, die sich dann mit Erfolg verkaufen."
11 Minuten
Lange Zeit waren tiefe Preise und zum Teil historische Tiefstände im Fasermarkt eine Belastung für Lenzing. Nun hört man überall von steigenden Rohstoffpreisen und davon profitiert auch Lenzing: CEO Dr. Stefan Doboczky: "Der Commodity-Bullmarkt hat auch die Fasern nicht verschont." Das Periodenergebnis ist um 69 % auf 29,9 Mio. Euro gestiegen. Nun kann man nicht Q1 2020 als Vor-Corona-Quartal sehen, weil Lenzing viel Geschäft in Asien macht und da war schon Q1 2020 ein echtes Corona-Quartal. Eigentlich muss man den Gewinn mit Q1 2019 vergleichen und damals waren es 42,8 Mio. Euro. "Man muss zwei Dinge in Betracht zeihen: wir sind von der Preisseite sogar deutlich über Vor-Corona-Niveau. Aber bei den Rohstoffen sind wir auch deutlich über Vor-Corona-Niveau." So ist auch die Prognose: das Ergebnis soll zumindest auf Vor-Krisen-Niveau landen.
14 Minuten
Letzter Börsentag im April, da kommt automatisch die Farge auf, ob im Mai das alte Sell in May an go away gilt. Aber ist das eigentlich ein Medienspruch oder ist was dran am alten Börsenspruch? Kapitalmarktanalyst Helge Rechberger: "Wenn man sich das genauer anschaut: es ist in sehr vielen Jahren nachgewiesen, dass es da einen Zusammenhang gibt." Kann man Saisonalität also als Anlagestrategie anwenden? Immerhin gibt es ja noch mehr Saisonalitätseffekte an der Börse: Halloween-Effekt ("Remeber to be back by November", Jahresendrallye etc. Außerdem: Inflation, Notenbanken, Mangel an Anlagealternativen – was ist zu erwarten für die Börsen?
12 Minuten
Baukonzern Strabag SE hat im Coronajahr 2020 deutlich weniger Rückgang verzeichnet, als ursprünglich gefürchtet: -7 % bei der Leistung auf 15,4 Mrd. Euro. Beim Auftragsbestand ist sogar ein Rekord erreicht: 18,4 Mrd. Euro und +5 %. Trotz Rückgang bei Leistung und Umsatz wurde mehr Gewinn erzielt: EBIT +5 % auf 630, 7 Mio. Euro, Konzernergebnis +6 5 auf 395,2 Mio. Euro. Sie konnten also profitabler arbeiten. EBIT Marge 4,3 %. CEO Dr. Thomas Birtel: "Beim EBIT haben wir paradoxerweise neben dem Auftragsbestand einen zweiten Rekord erzielt." Das lag unter anderem am Auftragsmix und ist für 2021 nicht aufrechtzuerhalten. Zumal aktuell Preissteigerungen bei Baumaterialien zu verzeichnen sind. "Das macht sich bemerkbar, aber nicht so, dass wir substanzielle Beeinträchtigungen unserer Bautätigkeit haben." Dennoch wird die Marge 2021 wieder unter 4 % liegen. Für 2020 soll mit 1,90 je Aktie die höchste Dividende seit dem Börsengang gezahlt werden.
11 Minuten
Palfinger CFO Felix Strohbichler: "Kunden haben das Thema Corona im Bestellverhalten hinter sich gelassen. Wir sehen ein extrem positives Marktumfeld. Wir sind quasi aus dem Tal der Tränen aus Q2/2020 unmittelbar in ein Konjunkturhoch in unserer Industrie gesprungen. Und somit stellt sich die Marktsituation besser dar, als es 2019 im absoluten Hoch war. Bis zu einem gewissen Grad ist das ein Nachholeffekt, aber Tatsache ist, dass wir mit unseren Produkten auch bei Megatrends mitmischen, wie zum Beispiel in der Bauindustrie ist es so, dass hier enorme Auftragsbestände bei unseren Kunden bestehen." Das Konzernergebnis bei dem Kranhersteller lag im Corona-Jahr 2020 bei 50 Mio. Euro. Im 1. Quartal 2021 schon bei 24,5 Mio. Für das Gesamtjahr plant Palfinger einen Umsatz von 1,75 Mrd. Euro und ein EBIT von 149 Mio. Euro, die Zahlen liegen somit über dem Rekordjahr von 2019.
18 Minuten
Transformation zum integrierten Gas- Öl- und Chemiegeschäft. Zahlen zum ersten Quartal 2021. Vorwürfe der Bespitzelung von Umweltaktivisten und das Hickhack um die zurückgezogene Klage gegen die Medienplattform Dossier. OMV Finanzvorstand Reinhard Florey nimmt im Interview mit dem Börsenradio ausführlich Stellung zu den derzeit wichtigsten Themen. "Wir setzen auf umweltfreundliches Gas und Wasserstoff. Unsere Peergroup ist jetzt eine BASF!" Der Kauf der Borealis war die größte Übernahme in der Geschichte der OMV. "Trotzdem haben wir den Bogen der Verschuldung nicht überspannt." Q1/2021: Das operative Ergebnis stieg um 24 % auf EUR 870 Mio. "Die Nachfrage nach Flugbenzin ist nach wie vor niedrig. Die Wirtschaft ist aber global im Aufwind." Hat OMV Umweltaktivisten bespitzelt? "Die Vorwürfe hat das Unternehmen ganz deutlich zurückgewiesen und entkräftet. Es geht darum, dass die Sicherheit des Unternehmens gewährleistet werden muss. Das hat in keinster Weise mit Bespitzelung oder Überwachung zu tun." Warum hat OMV die Klage gegen "Dossier" zurückgezogen? "Einige Darstellungen auf Dossier entsprechen einfach nicht der Wahrheit. Dagegen sind wir vorgegangen. Wir haben die Klage zurückgezogen, um ein finanziell schwaches Medienunternehmen nicht in Schwierigkeiten zu bringen."
Porr mit Verlust und ohne Dividende - CEO Strauss: "Konnten nicht das Jahr liefern, das wir wollten"
13 Minuten
Für die Porr AG war das Coronajahr 2020 kein einfaches: eigentlich sollte nach dem Jahr 2019 mit Wachstumsschmerzen wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt werden, dann kam Corona mit Betriebsunterbrechungen sowie Projektverschiebungen durch Reisebeschränkungen, lokale Lockdowns und Ausfälle von Subunternehmen. Somit rutschte Porr ins Minus: 51 Mio. Euro Verlust vor Steuern. Eine Dividende gibt es deshalb auch keine. Schon 2019 gab es keine Dividende. 2021 soll wieder die Erfolge bringen. Die Argumente: die Bilanzstruktur wurde gestärkt, Kosten eingespart und Porr hat den größten Auftragsbestand aller Zeiten mit 7,1 Mrd. (+12,2 %). Außerdem wurden einige Zukunftsthemen wie Digitalisierung und papierlose Baustelle vorangetrieben. CEO Karl-Heinz Strauss blickt optimistisch auf das Jahr 2021: "Wir konnten nicht das Jahr abliefern, das wir wollten - aber das wird heuer passieren".
13 Minuten
Die UBM Development AG hat sich 2020 neu erfunden: weg von Hotel hin zu "green, smart and more". Und es ging schnell: So macht das herkömmliche Geschäft mit Hotel nur noch 14 % aus. CEO Thomas Winker: "2020 war der Gamechanger." Auch UBM kam an Corona nicht vorbei: -18,6 % auf 40,8 Mio. Euro Nettogewinn, was aber besser ist als vom Markt erwartet. Die Akte legt entsprechend zu, auch weil die Dividende trotz Gewinnrückgang mit 2,20 Euro konstant gehalten werden soll. "Neben der Dividendenkontinuität gibt das auch einen Ausblick auf unsere Ergebniserwartung. Spätestens 2022 wollen wir zurück auf dem Vor-Corona-Niveau sein". 2021 soll allerdings noch eine Coronadelle mit sich bringen. Nach dem schwachen Projektjahr 2020 sind nun auch die ersten Meldungen hinzugekommen.
11 Minuten
Der Tiroler Herbert Schmarl ist Fondsmanager seit 30 Jahren. Derzeit berät die Erste Asset Management beim gemischten Fonds TIROLEFFEKT. Der Contrairian, wie er genannt wird, ist skeptisch geworden bei Aktien. "Zu geringe Volatilität, zu viele Teilnehmer im Aktienmarkt, zu viele Warnsignale." Im Interview erklärt er, warum und wie Anleger der drohenden Inflation begegnen sollten. "Was tun? Hausaufgaben machen, nicht auf Hypes setzen und mit mindestens 25 % Rohstoffen absichern. Rohstoffe können sich verdoppeln oder verdreifachen."