Wiener Börse Podcast Archiv
697 Episoden
23 Minuten
Markus Huemer, CEO von Polytec AG, spricht über die Entwicklung des Unternehmens, seine Herausforderungen im Automobilsektor und die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Kapital. Dabei geht es um innovative Kunststofflösungen, Recycling und Mehrwegverpackungen sowie um die Anpassung an den schrumpfenden europäischen Automobilmarkt. Ein wichtiges Zukunftsziel von Polytec ist es, das Geschäft außerhalb der Automobilindustrie auszubauen und durch neue Produkte und Märkte langfristiges Wachstum zu sichern.
22 Minuten
Wenn die Mitarbeiter gehen, produzieren die Maschinen weiter. RICO setzt auf vollautomatisierte Fertigung ohne Licht und Personal. Ob Medizintechnik, Hörgeräte oder Kaffeeautomaten: Silikonbauteile verlangen höchste Präzision. Managing Director Dr. Thomas Pfatschbacher erklärt, wie das österreichische Unternehmen seine technologische Spitzenposition behauptet. Und welche Rolle RICO im Semperit-Konzern spielt.
25 Minuten
Airbus und Boeing setzen auf Hightech aus Österreich. FACC fertigt komplexe Bauteile für den A350 und den Dreamliner. Doch die Kapazitäten werden knapp. CEO Robert Machtlinger erklärt die globale Wachstumsstrategie. Bis 2030 investiert FACC 350 Millionen Euro. Wie rüstet sich der Luftfahrtzulieferer für die nächste Flugzeuggeneration?
15 Minuten
Aus Aluminiumschrott wird bei AMAG in Ranshofen hochwertiges Material für Autos und Flugzeuge. Das Geschäft lebt weniger vom Rohstoffpreis als von der Verarbeitung: Sortieren, Legieren, Walzen und Veredeln schaffen die Marge. Finanzvorständin Claudia Trampitsch erklärt, warum AMAG trotz der Schwäche in der Autoindustrie zusätzliche Aufträge gewinnt und die EBITDA-Prognose für 2026 auf 200 bis 220 Mio. Euro angehoben hat. Der höhere Aluminiumpreis in Kanada hilft, doch auch die Wertschöpfung in Österreich trägt zum Ergebnis bei. Eine Besonderheit: Vom Rohmaterial bis zum fertigen Blech vergehen drei bis sechs Monate. Das bindet Kapital und verlangt eine präzise Absicherung gegen Preisschwankungen. Für das Recycling von Aluminium werden nur rund 5 % der Energie benötigt, die für die Primärproduktion erforderlich ist. Dennoch bleiben hohe Gaspreise ein Wettbewerbsfaktor. Börsenradio on Tour zeigt, warum der eigentliche Wert nicht im Metall steckt, sondern in dem, was AMAG daraus macht.
12 Minuten
Am Automaten einkaufen ist einfach - aber warum die UKO-Aktie? CEO Moritz Unterkofler erklärt seinen Wachstumscase: 80 Prozent wiederkehrende Einnahmen, digitale Mietautomaten und zusätzliche Werbeerlöse. UKO investiert in Software, neue Märkte und die Aufbereitung gebrauchter Geräte. Rumänien dient als Sprungbrett nach Osteuropa, eine eigene Produktion ist geplant. Doch die Expansion kostet viel Kapital. Wann schlagen Investitionen in höhere Margen um?
13 Minuten
"Zucker ist mittlerweile unser deutlich kleinstes Geschäftssegment. Wir reduzieren unser Engagement in Bereichen, wo wir wenig bis gar keine Profitabilität haben und reinvestieren das in unsere Wachstumsfelder", so Agrana-CEO Stephan Büttner. Ein strategischer Wachstumsbereich ist Food & Beverage Solutions. Bei AGRANA wird die Rechnung wieder süßer: Das Halbjahres-EBIT hat sich mehr als verdoppelt, im Zucker ist das zweite Quartal wieder positiv. Aber Dürre drückt auf die Rübenernte, Food & Beverage verdient weniger und die Verschuldung steigt. Das Nahrungsmittel- und Industriegüterunternehmen AGRANA steigerte das Ergebnis im ersten Halbjahr 2026|27 deutlich. Bei einem stabilen Konzernumsatz von 1.700,2 Mio. Euro stieg das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) von 28,0 Mio. auf 63,5 Mio. Maßgeblich dafür waren die EBIT-Verbesserungen in den Segmenten ACS-Stärke auf 17,2 Mio. (Vorjahr: 3,1 Mio. ) und ACS-Zucker auf -2,0 Mio. (Vorjahr: -36,3 Mio. ). "Wir arbeiten permanent an einer Reduktion unserer Verschuldung."
25 Minuten
Aus organischen Reststoffen werden Proteine, Fette und Dünger - und REPLOID will daraus ein internationales Kreislaufgeschäft bauen. CEO und Gründer Philip Pauer erklärt, warum sich der Fokus von Landwirten hin zur Lebensmittelindustrie verschiebt: Dort fallen große Reststoffmengen an, Entscheidungen fallen schneller und Aufträge werden teils mit 40 bis 50 % angezahlt. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz nur leicht auf 10,6 Mio. Euro, das EBIT sank auf 3,9 Mio. Euro und der Periodenüberschuss auf 1,8 Mio. Euro. Gleichzeitig steht ein Auftragsbestand von 108 Mio. Euro zu Buche. Das Wachstum kostet jedoch Kapital: mehr Personal, Internationalisierung und Zukäufe lassen Kosten, Working Capital und Schulden steigen. Pauer setzt auf vertikale Integration, weitere M&A-Schritte und neue Märkte. Für Anleger wichtig: Der Aktiensplit 1:15 soll die Handelbarkeit verbessern; der Streubesitz soll von rund 15 auf über 25 % steigen.
13 Minuten
Fondsmanager Alois Wögerbauer von 3 Banken-Generali bleibt gelassen. Höhere Ölpreise und Zinsen bremsen Aktien nicht automatisch. Und die Jahresendrallye? Wögerbauer bleibt entspannt: "Brauchen tun wir die Jahresendrallye nicht."
19 Minuten
EVN stellt die Energiewende neu auf. Finanzvorständin Alexandra Wittmann erklärt "Energy Orchestration" und die Milliardeninvestitionen bis 2030. Im Fokus stehen Netze, Speicher, Wind, Photovoltaik und Digitalisierung. Dazu kommen mögliche Rechenzentren an alten Kraftwerksstandorten. Wie viel Rendite bringt das? Wie stark steigt die Verschuldung? Und was bekommt der Aktionär? Wittmann sagt: "EVN is Ready."
12 Minuten
ReGuest wächst weiter, verdient im ersten Halbjahr aber deutlich weniger. Der Umsatz steigt um 4%, das EBT hat sich fast halbiert. CEO Michael Mitterhofer verweist auf höhere Buy-and-Build-Kosten. Gleichzeitig treibt ReGuest die ComOP-Plattform und weitere Übernahmen voran. Dafür soll frisches Kapital kommen. Im Podcast erfahren Anleger, wie belastbar der Wachstumskurs ist und wo die größten Chancen und Risiken liegen.
29 Minuten
IPO Spotlight - gemeinsam mit Trending Topics sprechen wir mit einigen der besten Expertinnen und Experten über den Weg von Unternehmen und Scale-ups an die Börse. Ein Unternehmen, dessen Aktie man bisher nur auf der firmeneigenen Plattform kaufen kann, und ein CEO, der sich selbst als großen Börsenfan bezeichnet: Die oekostrom AG. Ein von der FMA gebilligter Kapitalmarktprospekt liegt vo - das Listing kann erfolgen. Zu Gast ist Ulrich Streibl, CEO der oekostrom AG.
14 Minuten
China baut seine Energie- und Industrievorteile aus. In den USA wachsen zugleich die Risiken durch Schulden, Zinsen und teure KI-Investitionen. Wolfgang Matejka erkennt am Anleihemarkt einen "Staffellauf der Angst". Einen großen Börsenkrach erwartet er jedoch nicht. Der "leise Crash" läuft bereits über sinkende Bewertungen. Europa profitiert von besseren Wachstumsdaten, steigenden Aufträgen und möglichen Kapitalzuflüssen: "It's a good place to be again."
5 % Rendite? Warum Schleifer nicht nervös wird. Midterms im Blick: Erst Nervosität, dann Rückenwind?
19 Minuten
Öl über 100 Dollar, US-Renditen bei 5 % und Nervosität bei KI-Aktien: Manuel Schleifer, Senior Equity Market Strategist bei Raiffeisen Research, bleibt gelassen. Entscheidend sei beim Öl weniger die magische 100-Dollar-Marke als Dauer und Geschwindigkeit des Anstiegs. Europas Industrie sei verwundbar, aber deutlich besser auf Energieschocks vorbereitet als 2022. Auch eine Rendite von 5 % bei US-Staatsanleihen ist für Schleifer kein automatisches Verkaufssignal: Historisch lasse sich daraus kein verlässlicher Zusammenhang mit schwachen Aktienmärkten ableiten. Beim ATX sieht er gerade wegen der steilen Zinskurve Rückenwind für den stark gewichteten Finanzsektor. Den jüngsten KI-Rücksetzer wertet Schleifer nicht als Trendbruch, sondern als mögliche Einstiegschance. Besonders spannend wird für ihn der Herbst: Vor den US-Midterms könne die Volatilität steigen, danach spreche die Börsenhistorie häufig für Rückenwind.
10 Minuten
Biogena startet im Segment direct market plus und gewinnt rund 2.500 neue Aktionäre. CEO Albert Schmidbauer nennt den Börsenplatz eine Einstiegsstation. Bis zu 25 Mio. Euro sollen das Wachstum beschleunigen. Der Apothekenvertrieb beginnt im Oktober. Plazas in München und Frankfurt folgen. Sein Ziel: 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 - ohne einen weiteren Euro in die Produktion zu investieren. Weitere Börsenschritte sollen folgen.
11 Minuten
"Aktien sind alternativlos", so Fritz Mostböck, Head of Group Research der Erste Group. Das Umfeld sei zwar fragil: Geopolitische Krisen, ein hoher Ölpreis und steigende Inflationsraten belasten, während steigende Renditen bei US-Staatsanleihen mit fallenden Anleihekursen einhergehen. Aktien böten dagegen langfristig Inflationsschutz, weil Unternehmen höhere Preise weitergeben können. Zentral- und Osteuropa bleibt für Mostböck der Wachstumsmotor der EU. Nach seiner Faustregel erzielt die Region mehr als doppelt so hohe Wachstumsraten. Davon profitiert auch Wien: Mit einem 2026er-KGV von 12, einem 2027er-KGV von 11, einem erwarteten Gewinnwachstum von 10 beziehungsweise 15 % und rund 4 % Dividendenrendite hält er den Markt trotz der Rallye für attraktiv. Das geplante Zukunftsdepot für Kinder und Jugendliche sieht er als richtigen ersten Schritt: Eine langfristige Kapitalmarktanlage könne über 40 bis 45 Jahre mehrere Börsencrashs verkraften und die staatlich dominierte Altersvorsorge sinnvoll ergänzen.