Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche

Tierärztliche Fakultät - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 01/07 Archiv

249 Episoden
1 Minute
Die vorliegenden Studie untersucht den Einfluss der Hypothermie auf die Expression der Apoptose-assoziierten Proteine Bax, p53, Bcl-2 und Mdm-2 nach Induktion einer inkompletten cerebralen Hemisphären-Ischämie mit anschließender Reperfusion bei der Ratte über einen Beobachtungszeitraum von 28 Tagen. Als Versuchstiere dienen 72 männliche Sprague-Dawley Ratten, die unter Halothan anästhesiert, intubiert und mit 2 Vol % Isofluran und N2O/O2 (FiO2=0,33) beatmet werden. Um eine arterielle Blutdruckmessung durchführen zu können und zur Blutentnahme und Applikation von Medikamenten katheterisiert man die rechte A. und V. femoralis und die rechte V. jugularis. Des Weiteren bringt man verschiedene Messsonden an, um einzelne physiologische Parameter genau zu dokumentieren (perikranielle Temperatur-messung, EKG, EEG, Messung der Hirndurchblutung). Nach Abschluss der Präparation werden die einzelnen Tiere randomisiert der Normothermie- (n=32), der Hypothermie-Gruppe (n=32) oder einer unbehandelten Nativ-Gruppe (n=8) zuge-wiesen. Als Ischämiemodell dient der rechtsseitige 45-minütige Verschluss der A. carotis communis unter gleichzeitiger Hypotension durch Blutentzug bis zur Absenkung des MAP auf 40 mmHg. Bei den Tieren der Hypothermie-Gruppe wird die perikranielle Temperatur durch Auflegen von Eisbeuteln innerhalb von 30 min auf 34 °C abgesenkt, hält für 1h die Tiere bei 34 °C und erwärmt sie anschließend innerhalb von 30 min wieder. Nach Ablauf des jeweiligen Beobachtungszeitraumes (1, 3, 7 oder 28 Tage) werden die Tiere getötet, das Gehirn entnommen, tiefgefroren und anschließend in Serie geschnitten oder für die Western-Blot-Analyse aufbereitet. Die Nativtiere tötet man ohne jegliche Manipulation unter Narkose, um für die anschließenden Analyseverfahren einen physiologischen Ausgangswert zu etablieren. Die Expression der Apoptose-assoziierten Proteine Bax, p53, Bcl-2 und Mdm-2 wird durch die Immunfluoreszenz-Färbung (konfokale Lasermikroskopie) und Western-Blot-Analyse untersucht. Für das pro-apoptotische Bax-Protein konnte in der Hypothermie-Gruppe eine signifikante Verminderung bis zu Tag 7 (Immunfluoreszenz-Färbung) bzw. 28 (Western-Blot-Analyse, ischämische Hemisphäre) nachgewiesen werden. Für das p53-Protein zeigt sich nur in der Western-Blot-Analyse eine signifikante Erhöhung in der Hypothermie-Gruppe am Tag 1 auf der nicht-ischämischen Hemisphäre. Das anti-apoptotische Bcl-2-Protein der Hypothermie-Gruppe (Immunfluoreszenz-Färbung) steigt signifikant in beiden Hemisphären am Tag 1 und 3 an. In der Western-Blot-Analyse zeigt sich nur auf der ischämischen Hemisphäre ein Effekt in der Hypothermie-Gruppe: Hier steigt die Menge des Bcl-2-Protein am Tag 1 und Tag 28. Die Expression des anti-apoptotischen Mdm-2-Proteins steigt signifikant in der Immunfluoreszenz-Färbung in beiden Hemisphären am Tag 1 an. In der Western-Blot-Analyse kann nur in der nicht-ischämischen Hemisphäre am Tag 1 ein signifikanter Anstieg in der Hypothermie- im Vergleich zur Normothermie-Gruppe nachgewiesen werden. Zu den übrigen Untersuchungszeitpunkten zeigen sich dahingehend Tendenzen. Die teilweise unterschiedlichen Ergebnisse der beiden Analyseverfahren kann man durch die in der Probenaufbereitung begründeten unspezifischere Detektion der Western-Blot-Analyse im Vergleich zur Immunfluoreszenz-Färbung erklären. Zusammenfassend kann diese Studie zeigen, dass auch im Langzeiteffekt das Ausmaß des neurologischen Schadens nach einer induzierten cerebralen Ischämie durch Absenkung der perikraniellen Temperatur reduziert werden kann. Um die genauen Wirkmechanismen der Hypothermie näher zu erforschen und so neue Ansätze im klinischen Alltag zur Therapie ischämischer Insulte zu etablieren, müssen noch weitere umfassende Untersuchungen durchgeführt werden.
1 Minute
Zur Familie der natriuretischen Peptide gehören drei Peptide: Atrial Natriuretic Peptide (ANP), Brain Natriuretic Peptide (BNP) und C-type Natriuretic Peptide (CNP). BNP wurde ursprünglich im Gehirn von Schweinen isoliert, bald stellte sich heraus, dass eine wesentlich höhere Konzentration im Herz vorliegt. Plasma-BNP ist bei verschiedenen Herzerkrankungen vieler Spezies erhöht. Das Ziel der Studie war es, Referenzwerte für BNP im kaninen Plasma zu erstellen. Zur Messung von Plasma BNP wurde ein kommerzieller Radioimmunoassay verwendet. Eine Validierung des Testkits mit der Untersuchung von Präzision, Richtigkeit, Sensitivität, Spezifität und Stabilität wurde zuvor durchgeführt. Als Studienteilnehmer dienten 79 gesunde Hunde (41 Rüden, 38 Hündinnen) im Alter von 3 Monaten bis 15 Jahren. Dabei waren 23 Hunde Mischlingshunde und 56 Rassehunde. Anhand ihres Gewichtes wurden sie in 3 verschiedene Gruppen eingeteilt (K: 25 kg). Der untersuchte Radioimmunoassay wies eine gute Präzision mit einer Intraassay-Präzision von 10,57 % und einer Interassay-Präzision von 12,64 % auf. Bei Zugabe von synthetischem kaninem BNP zu einem Plasma mit niedrigem BNP-Wert ergab sich eine Wiederfindungsrate von 80,8 %. Die Wiederfindungsrate bei Zugabe zu einem Plasma mit hoher BNP-Konzentration lag bei 90,9 %. Der nierigste Standard war 1 pg/Röhrchen. Zur Bestimmung der Spezifität wurde eine serienweise Verdünnung von Hundeplasma mit der Standardkurve verglichen und zeigte einen parallelen Verlauf. Bei Lagerung bei -70 Grad zeigte sich eine gute Langzeitstabilität, auch nach 17 Monaten konnte keine Degradation von BNP beobachtet werden. Mittelwert, Median, Standardabweichung und Varianz der BNP-Werte wurden getrennt für Alter, Geschlecht, Kastration/Ovariohysterektomie, Größe und Rasse berechnet. Um einen möglichen Zusammenhang des BNP-Wertes mit Geschlecht, Kastration/Ovariohysterektomie, Größe und Rasse festzustellen, wurde eine Varianzanalyse durchgeführt. Mit einer einfachen Regressionsanalyse wurde auf einen Zusammenhang von Alter und BNP-Wert getestet. Es bestand kein Zusammenhang der BNP-Werte mit Alter, Geschlecht, Kastration/Ovariohysterektomie und Größe (p > 0,05). Die BNP-Konzentration war jedoch in signifikantem Maße (p < 0,017) von der Rasse abhängig. Parameterschätzungen wurden für jede Rasse erstellt. Ein Kolmogorov-Smirnov Test zeigte, dass die vorliegenden Daten normalverteilt waren. Referenzwerte für die gesamte Studienpopulation (oberer Referenzbereich: 53,69 pg/ml), Deutsche Schäferhunde (oberer Referenzbereich: 42,97 pg/ml), Golden Retriever (oberer Referenzbereich: 49,78 pg/ml) und Mischlinge (oberer Referenzbereich: 59,34 pg/ml) etabliert.
1 Minute
Die vorliegende Arbeit sollte klären, ob bei neugeborenen Kälbern mit Durchfallerkrankung eine Thiaminunterversorgung besteht und ob dieser Umstand den Laktatmetabolismus beeinflusst. In die Untersuchung wurden 150 Kälber im Alter bis zum 21. Lebenstag einbezogen, die bei Einlieferung in die Klinik an Durchfall erkrankt waren. Die Tiere durften vorberichtlich nicht mit B-Vitaminen vorbehandelt sein. 37 Kälber wiesen TPP-Effektwerte (Mittelwerte) >40 % auf und zeigten damit Hinweise auf einen Thiaminmangel. Diese Tiere hatten durchschnittlich höhere D-Laktatwerte. Ebenso war die Blutazidose bei den schlecht mit Thiamin versorgten Tieren stärker ausgeprägt als bei den Kälbern mit ausgeglichenem Thiaminhaushalt. Die Differenzen bezüglich der D-Laktatwerte und der Blutazidose waren zwischen den Gruppen mit und ohne Thiaminunterversorgung jeweils signifikant. Bei der Kontrolle der Laborwerte nach vier Stunden näherten sich die Werte beider Gruppen einander an, während bei der Überprüfung nach 24 Stunden die Kälber mit Thiaminmangel wieder niedrigere Basenexcesswerte sowie einen deutlich höheren D-Laktatspiegel im Blut aufwiesen als die Tiere mit TPP-Effektwerten < 40 %. Die Werte unterschieden sich erneut signifikant. Die vorliegenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Kälbern mit einer Thiaminunterversorgung die Metabolisierung von D-Laktat noch langsamer als üblich vonstatten geht.
1 Minute
This investigation is based on the identification of cDNA sequence information for a putative chicken homologue of the mammalian cytokine “B cell activating factor belonging to the TNF family” (BAFF) in a chicken EST-database. The cDNAs encoded for the complete open reading frame of chicken BAFF (chBAFF) including a transmembrane domain and a potential furine cleavage side. ChBAFF shows an uncommon high amino-acid sequence identity with 76% identity to human BAFF in comparison with other chicken cytokines. To investigate its biochemical and functional properties, recombinant prokaryotic chBAFF was generated in E. coli and eukaryotic chBAFF was obtained from transfected 293T cells. A polyclonal rabbit antiserum raised against His-chBAFF reacted with both, the prokaryotic and the eukaryotic cytokine and was used to quantify 293T cell derived chBAFF in an ELISA system. Studies by northern blot analysis revealed a strong expression signal in the Bursa of Fabricius and a weak signal in the spleen, while all other tissues including thymus and gut tissue were negative. In situ hybridisation detected a wide distribution pattern for chBAFF-mRNA in all areas of the bursa of Fabricius. However, the strongest expression was seen in the medulla from bursal follikels. These studies indicate that both the bursal stroma and bursal B-cells must be considered as potential sources for chBAFF. To identify target cells for this cytokine, chBAFF receptor(s) expression was investigated in binding studies with Flag tagged chBAFF (Flag-chBAFF) and binding was analysed by flow cytometry. Receptor expression was clearly restricted to B-cells including mature B-cells from peripheral lymphoid organs as well as immature bursal B-cells. Subsequent studies on the ontogeny of chBAFF receptor expression showed a positive correlation between the cytokine receptor expression and the expression of the B-cell antigen receptor in the developing embryonic bursa. Receptor-ligand-interaction ELISA and co-immunoprecipitation experiments demonstrated that chBAFF binds to all three mammalian BAFF receptors identified thus far. Importantly, studies of chBAFF binding to the chicken B-cell line DT40 showed that an engineered soluble form of the human BAFF-receptor BCMA (huBCMA-Fc) inhibited chBAFF binding. The addition of 293T cell derived chBAFF to splenic lymphocyte cultures led to a significant increase in B-cell viability. This dose-dependent effect was also observed in lymphocyte cultures from ceacal tonsils and in cultures of purified (>95%) splenic B-cell preparations. While the rapid apoptosis in cultures of bursal lymphocytes could not be completely prevented, chBAFF clearly increased the survival of these immature B-cells. CFSE labelling experiments further showed that chBAFF did not induce B-cell proliferation. Therefore, it is highly probable that chBAFF, as its mammalian counterpart, is a potent inhibitor of B-cell apoptosis. These in vitro studies were complemented by in vivo experiments with purified prokaryotic chBAFF. Daily injection of recombinant cytokine for 7 days induced a significant increase in spleen weight and B-cell frequency in spleen and caecal tonsils. Besides, the functional overexpression of chBAFF induced significantly (4-fold) increased serum IgM levels. Therefore, chBAFF does not only increase B cell numbers, it also influences their differentiation to antibody secreting cells. However, no effect was observed on the bursa of Fabricius prompting the reverse experimental approach. With the availability of a soluble cytokine specific receptor (huBCMA-Fc) in vivo knockdown studies could be performed. Daily i.p. application of huBCMA-Fc to newly hatched birds for 5 days led to decreased spleen weights and drastically reduced the B-cell frequency in spleens and caecal tonsils. In addition, bursal weights in treated birds were lower than in untreated controls. This experiment in combination with the observation of high expression levels of chBAFF-mRNA in the bursa and functional BAFF-receptor(s) on bursal B-cells strongly indicated a thus far unknown role for BAFF in early B-cell development.
1 Minute
Das Ziel dieser Arbeit war es, anhand einer vergleichenden Darstellung der Tierärztlichen Ausbildung in Deutschland und Frankreich die wichtigsten Strukturunterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten des Studiums der Tiermedizin am Beispiel der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München und der Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse (ENVT) aufzuzeigen. Mit Hilfe dieser vergleichenden Darstellung wird ersichtlich, dass es einen erheblichen Unterschied in Aufbau und Durchführung des Tiermedizinischen Studiums in beiden Län-dern gibt. Diese Unterschiede müssen für die geplante Angleichung der Studiensysteme in Europa zunächst herausgearbeitet und verdeutlicht werden. Lediglich eine genaue Kenntnis des Aufbaus und Ablaufes des Studiums in den einzelnen europäischen Län-dern ermöglicht eine Gleichstellung des Studiums der Tiermedizin. Im Rahmen dieser Arbeit sind folgende gravierende Unterschiede zwischen den beiden Ausbildungsstätten herausgearbeitet worden: In Frankreich ist für eine Zulassung an einer der vier „ENV’s“ das erfolgreiche Bestehen eines „Concours“ Voraussetzung. In Deutschland erfolgt die Zulassung zum Studium über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen mittels Abiturnote bzw. für die restli-chen Plätze mittels eines Auswahlgespräches oder im Nachrückverfahren. Die Zulassungsmodalitäten bezüglich der Anzahl der zugelassenen Studierenden sind in Deutschland gesetzlich durch die Kapazitätsverordnung geregelt und nicht dem Bedarf an tierärztlichen Nachwuchs angepasst. In Frankreich erfolgt die Festlegung der Zahl der Studienanfänger über den errechneten aktuellen Bedarf an tierärztlichem Nachwuchs. Der Aufbau des Studiums in Deutschland und Frankreich unterscheidet sich vor allem in der Gestaltung der praktischen Ausbildung der Studenten, auf die an der ENVT ein be-sonderer Wert gelegt wird. Sie findet in Frankreich in Form kleiner sog. „Travaux-Pratiques“ (TP)-Gruppen statt. Diese ermöglicht den Studenten einen besseren und enge-ren klinischen Kontakt sowohl mit den Patienten als auch mit dem Lehrpersonal, als dies an der Tiermedizinischen Fakultät der LMU München möglich ist. Während des Studiums sowie bei einem Vergleich der Pflichtpraktika fällt deutlich der weitaus größere Umfang des Unterrichts in den lebensmittelkundlichen Fächern an der Tiermedizinischen Fakultät der LMU München auf. In Frankreich kann dies in Form eines Kurses nach dem Studium nachgeholt werden. Eine Besonderheit an der Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse ist das System der „Roneo“, das den Studenten als Hauptgrundlage zur Prüfungsvorbereitung dient. Die Stu-denten eines jeden Studienjahres erstellen Mitschriften der Vorlesungen, die wöchentlich zusammengetragen und vervielfältigt werden. Das Studium anhand von Lehrbüchern spielt eine weit geringere Rolle als in Deutschland. Die Prüfungen finden an der Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse in Form von schrift-lichen, mündlichen und praktischen Abschnitts- und Abschlussprüfungen statt. An der Tierärztlichen Fakultät der LMU München hingegen sind die Prüfungen bisher lediglich in mündlicher und eventuell je nach Fach, praktischer Form abzulegen. Fertiger Tierarzt, mit der Erlaubnis zur freien Berufsausübung, ist man in Frankreich nur bei ebenfalls abgeschlossener Promotion. Das Diplom über den Abschluss des Studiums der Tiermedizin alleine berechtigt nicht zum selbständigen Arbeiten. In Deutschland hin-gegen können die Absolventen mit Erhalt der Approbation den Beruf des Tierarztes direkt ausüben. Eine absolvierte Promotion ist dafür nicht Voraussetzung. Aus diesem Grund wird die Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse ab dem Hochschul-jahr 2005 sowohl das „LMD-System“ (Licence-Master-Doctorat), als auch das „European Creditpoint Transfer Systems“ einführen. Derartige Anpassungen des Studiums der Tier-medizin sind für Deutschland bisher entweder noch nicht vorgesehen, bzw. erst in Pla-nung. Zusammenfassend kann nach einer kritischen Betrachtung der Studienreformen gesagt werden, dass der bedeutendste Unterschied in der Tiermedizinischen Ausbildung zwi-schen der Tierärztlichen Fakultät der LMU München und der Ecole Nationale Vétérinaire de Toulouse die praktische Ausbildung der Studenten ist. Diese ist an der ENVT deutlich intensiver und besser organisiert und bereitet ihre Absolventen nachweislich besser auf die späteren Hauptbetätigungsfelder in der Tierärztlichen Praxis oder Klinik vor. Die Vermittlung praktischer Fähigkeiten weist zwischen den tierärztlichen Ausbildungsstätten der beiden Länder erhebliche Unterschiede auf. Unzulänglichkeiten auf diesem Gebiet werden den hiesigen tierärztlichen Ausbildungsstätten von Seiten der „Association Européenne des Etablissements d’Enseignement Vétérinaire“ (AEEEV) vorgehalten.
1 Minute
Thrombozyten spielen eine wichtige Rolle bei thrombembolischen Komplikationen der späten Atherosklerose. Ruptur und Erosionen fortgeschrittener Läsionen führen zu einer Aktivierung von Thrombozyten, Aggregation und Thrombusformation und lösen akutes Koronarsyndrom, Herzinfarkt oder Schlaganfall aus. Es bleibt jedoch zu zeigen, welche Rolle Thrombozyten in der initialen Phase der Atherosklerose einnehmen. Der inflammatorische Prozess der Atherogenese beginnt mit einer Dysfunktion des Endothels. Thrombozyten können so an Endothelzellen adhärieren und nach Aktivierung proinflammatorische Substanzen, wie Zytokine, Chemokine und Wachstumsfaktoren, in das Mikromilieu abgeben. Diese Stoffe regen Endothelzellen und glatte Muskelzellen zur Expression von Adhäsionsmolekülen und Chemokinen an und induzieren einen inflammatorischen, endothelialen Phänotyp, der die konsekutive Rekrutierung von Monozyten begünstigt. Eine sehr früh im Rahmen der Atherogenese stattfindende Thrombozytenadhäsion könnte damit wesentlich an der Initiierung und Aufrechterhaltung des chronisch-inflammatorischen Prozesses der Atherosklerose beteiligt sein. Um dies belegen zu können, wurden Versuche an ApoE-/--Mäusen durchgeführt, die zusätzlich eine Defizienz der αIIb-Kette des GPIIb-IIIa-Rezeptors aufweisen. Der GPIIb-IIIa-Komplex ist ein ausschließlich thrombozytäres Membranglykoprotein, das die feste Adhäsion von Thrombozyten an Endothelzellen vermittelt. Es gelang der Nachweis, dass Thrombozyten von GPIIb-/-ApoE-/--Mäusen, im Gegensatz zu ApoE-/--Mäusen, am Endothel atherosklerotischer Prädilektionsstellen nicht adhärieren können. Die Defizienz des GPIIb-IIIa-Rezeptors führte zu einer drastischen Verminderung der atherosklerotischen Läsionen. Die vorliegende Arbeit zeigt damit erstmals, dass Blutplättchen maßgeblich an der Initiierung der Atherosklerose beteiligt sind und identifiziert den GPIIb-IIIa-Rezeptor als bedeutenden Mediator der thrombozytären, proinflammatorischen Mechanismen. Die Erkenntnis der pathophysiologischen Relevanz der Blutplättchen in der frühen Atherosklerose könnte die Grundlage für die Entwicklung neuer, therapeutischer Strategien darstellen.
1 Minute
Besonders Zytostatika-vielfachresistente Tumorzellen stellen bei der Chemotherapie ein großes Problem dar. Mit der Entwicklung der Gentherapie ergibt sich eine neue erfolgversprechende Perspektive für die Bekämpfung von malignen Tumorerkrankungen. Sehr viel versprechend ist die Entdeckung von E1A-deletierten Adenoviren, die in vielfachresistenten Tumorzellen, welche häufig den humanen Transkriptionsfaktor YB-1 im Kern enthalten, eine E1A-unabhängige adenovirale Replikation und virale Tumorzelllyse durchführen können. In der vorliegenden Arbeit sollte durch den Einsatz einer in der Gentherapie erst neuen Technologie - der Magnetofektion - eine gezielte lokoregionäre Applikation dieser onkolytischen adenoviralen Vektoren in die vielfachresisten Tumorzellen erreicht werden. Bei der Magnetofektion werden die adenoviralen Vektoren durch elektrostatische Wechselwirkungen an nanokristalline Eisenoxidpartikel gebunden und mit Hilfe eines externen magnetischen Feldes in den Zielzellen angereichert. Die Studien wurden in der Zellkultur an vielfachresistenten und nicht resistenten Tumorzellen durchgeführt. Zur Feststellung der zielgerichteten adenoviralen Infektion wurde das Reportergen LacZ eingesetzt; mit Hilfe der x-Gal Färbung konnte durch Blaufärbung der infizierten Zellen nachgewiesen werden, dass im Einflussgebiet des Magnetfeldes eine effiziente Infektion stattgefunden hat, sowohl in CAR-positiven wie auch in CAR-negativen vielfachresisten Tumorzellen. Um den Grad der adenoviralen Replikation abschätzen zu können, wurden Southern-Blot-Analysen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass E1A-deletierte adenovirale Vektoren in den vielfachresistenten Tumorzellen eine sehr effiziente E1A-unabhängige Replikation durchführen können. Weiterhin konnte der Nachweis der adenoviralen Replikation und der darauf folgenden Tumorzelllyse anhand des Virus-assoziierten cytopathogenen Effektes in den vielfachresistenten Tumorzellen mit der Kristallviolettfärbung erbracht werden. Die adenovirale Replikation und Partikelzahlbildung in vielfachresistenten Tumorzellen konnte anhand eines Plaque-Assay bestimmt werden. Dazu wurden E1A-deletierte Adenoviren nach Infektion von resistenten und nicht resistenten Tumorzellen getrennt aus dem Einflussbereich und außerhalb des Einflussbereiches des Magnetfeldes isoliert. Es zeigte sich, dass die adenovirale Replikation/Partikelbildung im Wirkungsbereich des Magneten deutlich erhöht war. Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, dass durch die Magnetofektion eine zielgerichtete adenovirale Infektion und eine Erhöhung der Transfereffizienz im Wirkungsbereich des Magnetfeldes erreicht werden kann. Somit können E1A-deletierte Adenoviren im Einflussgebiet des Magneten vielfachresistente Tumorzellen, die YB-1 im Kern enthalten sehr effizient infizieren und eine gezielte Tumorzelllyse durchführen.
1 Minute
In dieser retrospektiven Untersuchung wurden die Krankenakten von neugeborenen Kälbern, die in der Rinderabteilung der Chirurgischen Tierklinik der Universität München mit einer Fraktur der langen Röhrenknochen vorgestellt worden waren, ausgewertet. Die Untersuchung erstreckte sich über einen Zeitraum von 16 Jahren und erfasste 125 Tiere. Frakturen der Metakarpal- und Metatarsalknochen fanden dabei keine Berücksichtigung, da sie in der Regel konservativ zu behandeln sind. Die Mehrzahl der Kälber (77; 61,6 %) erlitt die Frakturen im Verlauf einer assistierten Geburt. Viele von ihnen (68; 54,4 %) wiesen bei der Einstellungsuntersuchung zusätzliche Erkrankungen - wie Nabelerkrankungen, Gliedmaßenfehlstellungen und beeinträchtigtes Allgemeinbefinden - auf. Begleiterkrankungen beeinflussten sowohl die Entscheidung zu einer Therapie als auch die Frakturheilung signifikant (Chi²-Test: p< 0,01). Vergleichsweise häufiger als die Knochen der Schultergliedmaße waren die der Beckengliedmaße, die Tibia (58; 46,4 %) und das Os femoris (50; 40 %) betroffen. Lediglich in 8 Fällen (6,4%) bestanden offene Frakturen. Als Hinweis für eine Verkeilung der Hintergliedmaßen im mütterlichen Becken ist zu werten, dass die Frakturen oft in der Nähe des Kniegelenkes lokalisiert waren (54,4%). Insgesamt 107 Kälber wurden behandelt. Konservativ therapiert wurden 16 Frakturen, vor allem solche von Humerus und Radius/ Ulna, aber auch fünf der Tibia. Letztere im Bereich der proximalen Metaphyse lokalisierte Frakturen (5) heilten ohne Verband allein durch Boxenruhe ab. Die bei den restlichen 91 Kälbern angewendeten operativen Techniken bestanden aus Plattenosteosynthesen (64), Rush Pin (10), Fixateur externe (8), Steinmann Nagel (7) und Veterinär- Fixateur (2). Nach einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von zwei Wochen konnten 66 (61,7%) der behandelten Kälber aus der Klinik entlassen werden. Bei den übrigen traten Komplikationen auf, so dass sie starben oder eingeschläfert werden mussten. Kälber mit zusätzlichen Erkrankungen und instabilen Fixationen (37) waren prädisponiert für Infektionen (22). Bei 67 (62,6 %) der 107 behandelten Tiere kam es zu Komplikationen, von diesen konnten dennoch 26 aus der Klinik entlassen werden. Die spätere Entfernung der Implantate erfolgte bei 39 Tieren. Mittelfristig (bis sechs Monate nach der Frakturbehandlung) gesundeten 60 (56,1%) und langfristig (> sechs Monate) 54 (50,5%). Die Erfolgsquote der konservativen Frakturbehandlung lag etwas höher als die der operativen (55%). Eine besonders ungünstige Prognose weisen nach dieser Studie die Frakturen im distalen Bereich der Tibia auf. Bei lediglich einem von acht Kälbern kam es zur Frakturheilung. Im Vergleich zu den Os-femoris-Frakturen traten bei den Tibiafrakturen nach operativer Versorgung signifikant häufiger Infektionen auf (Chi²-Test < 0,05). Die Versorgung mit intramedullären Kraftträgern war wenig erfolgreich. Bei neugeborenen Kälbern ist die Behandlung von Frakturen der langen Röhrenknochen aufgrund ihres unausgereiften Immunsystems, der häufig zu konstatierenden Begleiterkrankungen sowie der noch weichen Knochenbeschaffenheit als schwierig zu bewerten. Es ist anzunehmen, dass in den landwirtschaftlichen Betrieben viele Frakturen der langen Röhrenknochen vorkommen, aber wegen der ökonomischen Situation die Kälber nicht behandelt werden. Günstig für eine erfolgreiche Behandlung sind die Abwesenheit von Begleiterkrankungen, die einfache Frakturkonfiguration sowie die Frakturlokalisation in der Diaphyse oder Metaphyse. Bei wenig dislozierten Frakturen, wie sie des öfteren an Radius/Ulna und an der Tibia gefunden werden können, ist die konservative Therapie angebracht. Meist sind die Fragmente jedoch stark disloziert und müssen durch eine Osteosynthese adaptiert und fixiert werden. Trotz aller Nachteile erscheinen hierzu die Plattenosteosynthese sowie eingeschränkt der Veterinär-Fixateur (Vet Fix) am ehesten geeignet.
1 Minute
Anforderungen der EU an den tieraerztlichen Berufsstand sowie die Vereinheitlichung der Ausbildungsmoeglichkeiten fuer den Tierarzt auf dem Gebiet des Verbraucherschutzes beduerfen eine intensive Betrachtung und Neuorientierung bestehender Ausbildungssysteme. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es 11 Pruefungsverordnungen fuer den hoeheren Veterinaerdienst. Die Laender Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein besitzen keine eigene Pruefungsverordnung. Innerhalb der einzelnen Bundeslaender werden z.T. sehr unterschiedliche Voraussetzungen und Anforderungen an die angehenden Amtstieraerzte gestellt. Je nach Bundesland dauert die Ausbildung zum Amtstierarzt zwischen 2 und 4 Jahren. Ein Tierarzt aus Berlin und Niedersachsen benoetigt beispielsweise 2 Jahre und ein Tierarzt aus Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt benoetigt 4 Jahre um Amtstierarzt zu werden. Auch innerhalb der Weiterbildungsgaenge des Fachbereiches Lebensmittel gibt es bundesweit z.T. sehr gravierende Unterschiede in den Weiterbildungsgaengen und -zeiten. Der auf den Grundsaetzen des Weissbuches basierende Vorschlag der EU fuer eine „Verordnung mit spezifischen Vorschriften fuer die amtliche UEberwachung von zum menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs“ sieht fuer die Durchfuehrung der UEberwachung von Frischfleisch in den Schlachthoefen, Wildverarbeitungsbetrieben oder Zerlegungsbetrieben nur noch „amtliche Tieraerzte“ vor, die eine Pruefung und eine praktische Schulung von 200 Std. absolviert haben. Diese Verordnung tritt ab dem 01. Januar 2005 in Kraft. Der in dem Vorschlag enthaltene Anforderungskatalog an die amtlichen Tieraerzte, ist so umfangreich, dass er bisher nicht alleine durch das Tiermedizinstudium abgedeckt werden kann. Von Seiten des „Runden Tisches“ wurde fuer die geforderte Qualifikation zum amtlichen Tierarzt ein bundeseinheitliches Modulsystem vorgeschlagen, mit dem sowohl die angehenden Amtstieraerzte als auch die Fachtieraerzte verknuepft werden koennen. Durch eine solche bundeseinheitliche Verknuepfung der Aus-, Weiter- und Fortbildungen wuerde an alle Teilnehmer dieser Module die gleichen Anforderungen und Pruefungsbedingungen gestellt. Im Studium soll weiterhin ein Grundwissen fuer alle Taetigkeiten im Bereich Lebensmittel-, Fleisch- und Milchhygiene einschließlich Technologie gelehrt werden. Damit der Tierarzt weiterhin mit der tieraerztlichen Approbation, ohne Teilnahme an einem Zusatzstudium, zur selbststaendigen Durchfuehrung im Bereich der Schlachttier- und Fleischuntersuchung befaehigt bleibt, sollten die von der EU geforderten Inhalte fuer den amtlichen Tierarzt im Fleischsektor, ohne eine Erhoehung der SWS, im Querschnittsfach „Lebensmittel“ gelehrt werden. Fuer die uebrigen amtlichen Taetigkeiten muessen die Tieraerzte an den Modulen der postgradualen Ausbildung teilnehmen. Im Rahmen der europaweiten Vereinheitlichung der Ausbildungsanforderungen an die amtlichen Tieraerzte sollte die Gelegenheit innerhalb der Bundesrepublik Deutschland ergriffen werden, eine bundeseinheitliche Vernetzung der Aus-, Weiter- und Fortbildung zu schaffen, um somit die z.T. gravierenden Unterschiede innerhalb der Anforderungen an die Amtstieraerzte oder Fachtieraerzte zu beseitigen.
1 Minute
The computer based training „SonoBasics – physical technical basics of ultrasound in small animals“ is based on a concept not realised so far. Many veterinarians lack the knowledge of physical and technical basics of ultrasound and furthermore the colleagues avoid to work up the supposedly boring topic in technical literature. Yet the knowledge of these basics enables the user to achieve good and significant ultrasound pictures and their correct interpretation. Therefore, the program on hand is designed to prepare the material in a didactically meaningful and ergonomically appalling manner at the same time. Its aim is to present the technical basics in a playful way to motivate the user and keep the interest in this topic alive. For the realisation of the idea there were high-end ultrasound machines available to generate high-quality picture material. Together with the technical means (software and hardware) present at the Institut für Tieranatomie (I), the material was generated and the program designed. First priority was laid on a vivid explanation of theoretical conditions of sound wave physics by the use of images in moving form. For that reason the physical principles are shown in colourful animated graphs. The real conditions are demonstrated by different original ultrasound sequences. The layout and the design of the pushbuttons for navigation and orientation as well as the choice of colours and print are mainly basing on individual ideas and intuition but turned out to show great congruence with the requirements found in present literature. Second priority is the achievement of a didactic surplus by the design of the program. Crucial for that matter is the choice of the presenting medium for each lesson as well as the way the content is set up. The first chapter “Darstellung“ deals with the existing methods of ultrasound and compares them with each other. The chapter “Schallkopftypen“ explains the different types of probes. The following two chapters each separately explain the principle of B-mode ultrasound (“B-Modus“) and Doppler mode (“Doppler“), their content basing one on the other in succession. The first three chapters (“Darstellung”, “Schallkopftypen”, “B-Modus”) are meant to meet the needs of ultrasound beginners wanting to become familiar with the elementary basics whereas the chapter about Doppler mode addresses veterinarians and advanced students of veterinary medicine who want to broaden their knowledge in this field. The last chapter ”Wissenwertes” deals with basics to be taken into account when ultrasound pictures are made in everyday usage. The individual passages can be browsed in an optimal linear way, page by page (as recommended for beginners). On the other hand, the user can choose the topics of his interest individually by interactively jumping from page to page via several navigation possibilities (menu, viewer, hyperlinks within the text, index). An educational CD has been created that explains the physical and technical basics of ultrasound including Doppler mode in small animals in an appalling manner with numerous animated graphs as well as accurately labelled ultrasound pictures and clips.
1 Minute
Determination of vitamin D- activity of calcinogenic plants in the Japanese quail eggshell test In this studie the biological activity of various preparations of the calcinogenic plants Solanum glaucophyllum and Trisetum flavescens is analysed by means of the Japanese quail eggshell test. As main parameters for the evaluation of the biological activity served on the one hand the amount of eggshell dryweight excreted per animal per day as a indicator for the calcium excretion via the eggshell, on the other hand the serum alkaline phosphatase and the content of realitve boneash. Furthermore, additional egg-, bone- and blood parameters were determined. In the two test series which lasted 21 days each vitamin D depleted quails (Coturnix coturnix japonica) were utilized as test animals. In both test series three vitamin D3–standard ratios (100 IU, 200 IU und 400 IU/kg diet) and the metabolite 1,25(OH)2D3 in different concentrations were used. The preparations of Solanum glaucophyllum to be tested was a watersoluble raw extract, an enriched pure extract, a hydrolyzed preparation and preparations of stems and leaves and a preparation of Trisetum flavescens. The influence of glucosidase on the test parameters was analyzed too. The existing linear relationship between vitamin D3-concentration in the diet of the ovendry mass of the eggshells per animal and day forms the basis of the biological activity of the preparations examined.