Gut durch die Zeit. Der Podcast rund um Mediation, Konflikt-Coaching und Organisationsberatung. Archiv
281 Episoden
40 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über interkulturelle Mediation am Beispiel der US-amerikanischen und der deutschen Praxis. Wir sprechen mit Annette Doyle über ihren beruflichen Weg zwischen Deutschland und den USA und darüber, warum Mediation gerade in technischen und ingenieurgeprägten Branchen wichtig ist, weil Konflikte dort oft auch eine menschliche und relationale Ebene haben. Wir greifen außerdem auf, wie Annette über Non-Violent Communication zur Mediation gekommen ist und welche Elemente aus ihrer Ausbildung, die sie bei INKOVEMA in Leipzig absolviert hatte, sie in ihre Arbeit in den USA übertragen hat, etwa strukturiertes Vorgehen, aktives Zuhören, Entschleunigung und das Erkennen des organisational relevanten Konfliktthemas. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der kulturellen Anpassung von Mediation in den USA, der Rolle informeller und beziehungsorientierter Verfahren sowie auf Community Mediation und freiwilligem Engagement.
1 Stunde 3 Minuten
In dieser Folge sprechen ich mit Dr. Christopher Rauen (DBVC) über künstliche Intelligenz und neue Technologien in Beratung, Coaching und Organisationsarbeit. Wir ordnen ein, wie sich digitale Werkzeuge in vielen Branchen ausbreiten und welche Folgen das für die Arbeit mit Klienten und für den Beratungsmarkt hat.
47 Minuten
In dieser Folge sprechen wir mit Josephine Odrig über Schlichtungsverfahren und die Rolle der schlichtenden Person in Konflikten. Wir ordnen die Schlichtung im Vergleich zu Mediation, Gerichtsverfahren und Schiedsgerichtsbarkeit ein und sprechen darüber, warum diese Verfahrensform oft wenig beachtet wird. Wir gehen auf die Verbraucherschlichtung und das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz ein und nennen verschiedene bereits bestehende Schlichtungsstellen. Außerdem besprechen wir Schlichtung außerhalb des Verbraucherbereichs, insbesondere bei Konflikten zwischen Privatpersonen und Unternehmen ohne spezielle gesetzliche Regelung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Unterschied zur Mediation: In der Schlichtung unterbreitet die Schlichterperson einen unverbindlichen Lösungsvorschlag. Aber wie weit trägt dieser Unterschied?
55 Minuten
In dieser Episode sprechen wir über kompetitives Verhandeln als eine grundlegende Form des Verhandelns. Wir ordnen es als Gegenstück zum kooperativen, interessenorientierten Verhandeln ein und betonen, dass es etwas Alltägliches und Intuitives ist, das wir früh lernen und oft unbewusst anwenden.
42 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit der Autorin Eva Ladipo über das Deutungsmuster „Mann“ als Problemfigur in Konflikten, in der Öffentlichkeit und im Arbeitsleben. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Männer zunehmend nicht mehr über Rolle, Charakter oder konkrete Situation beschrieben werden, sondern pauschal als Ursache von Schwierigkeiten. Dabei haben Männer dreifach verloren: wirtschaftlich, kulturell und politisch.
48 Minuten
In dieser Folge sprechen wir zum 50-jährigen Jubiläum der Deutschen Gesellschaft für Transaktionsanalyse über die Entwicklung der organisierten TA und die Rolle des Verbands. Wir ordnen ein, wie sich die DGTA heute präsentiert, welche Zielgruppen künftig wichtiger werden könnten und welche Fragen das bisherige Geschäftsmodell aufwirft. Wir diskutieren zentrale Konzepte der TA wie Vertrag, Dramadreieck, Symbiose und Bezugsrahmen und betonen, dass sie auch außerhalb der Psychotherapie relevant bleiben. Außerdem sprechen wir über regionale Unterschiede, besonders in Ostdeutschland, und darüber, wie die TA in Politik, Schule, Organisationen und anderen Berufsfeldern stärker anschlussfähig werden kann.
1 Stunde 2 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Verhandlungsansätze mit Schwerpunkt auf dem Harvard-Modell und seine Bedeutung für Mediation und Verhandlungspraxis. Wir ordnen das Konzept historisch ein und erklären, warum Grundwissen über Verhandlungsmodelle für Mediatorinnen und Mediatoren wichtig ist. Im Mittelpunkt stehen die vier Grundprinzipien des Harvard-Modells: Person und Sache trennen, Interessen statt Positionen betrachten, Optionen für beiderseitigen Nutzen entwickeln und objektive Kriterien nutzen. Wir sprechen außerdem über die Grenzen des Ansatzes, die BATNA als Nicht-Einigungs-Alternative und darüber, warum das Modell als kooperativer Verhandlungsansatz verstanden wird.
57 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Konfliktmanagement in Organisationen und den Zusammenhang von Konflikten und Resilienz. Wir bereiten ein Live-Online-Seminar vor und geben konkrete Hinweise für Konfliktparteien, Beobachtende und Führungskräfte. Wir unterscheiden dabei verschiedene Perspektiven auf Konflikte und betonen, dass Konflikte in IT- und Digitalprojekten oft vor allem an sozialen und zwischenmenschlichen Faktoren hängen. Für die Beteiligten raten wir, zunächst einen Schritt zurückzutreten und das gemeinsame Problem zu verstehen, statt sofort zu eskalieren. Für Beobachtende empfehlen wir, den Kontakt zu halten, Spannung anzusprechen und nicht in Helfer- oder Opferrollen zu geraten. Führungskräfte sollen Konflikte früh mit allen Beteiligten aufnehmen, mit Fragen arbeiten und den Rahmen für Lösungen schaffen.
43 Minuten
In dieser Folge sprechen wir über Interkulturalität in der Mediation und darüber, welche Anforderungen unterschiedliche kulturelle Kontexte an die Konfliktbearbeitung stellen. Wir besprechen mit Claude-Helene Mayer, wie interkulturelle Kompetenz, Sprachfähigkeit und flexible Vermittlungsformen in der Mediation zusammenwirken.
1 Stunde 1 Minute
In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Hemma Mayrhofer über eine Studie zur Mediation in Österreich und das sogenannte Mediationsparadoxon. Wir erläutern, warum Mediation trotz ihrer Vorteile selten genutzt wird, und sprechen über geringe Bekanntheit, schwache institutionelle Verankerung und die schwierige berufliche Lage im Feld.
42 Minuten
In dieser Episode bespreche ich mit der Mediatorin und Richterin a.D. Katrin Bühring-Uhle das Thema evaluative Mediation. Wir erörtern ihre Erfahrungen und die Integration evaluativer Elemente in den Mediationsprozess, um informierte Entscheidungen der Parteien zu fördern. Frau Bühring-Uhle thematisiert die Herausforderungen, rechtliche Einschätzungen transparent zu kommunizieren, ohne die Allparteilichkeit zu gefährden. Zum Abschluss plädieren wir für eine offene Diskussion in der Mediationsgemeinschaft zur Förderung verschiedener Stile und zur Verbesserung der Mediation als Konfliktlösungsinstrument.
49 Minuten
In dieser Episode spreche ich mit Günther Sturmlechner, einem erfahrenen Schauspieler, der interessante Verbindungen zwischen Theater und Mediation zieht. Wir diskutieren, wie Mediator*innen die Rolle des Regisseurs übernehmen, indem sie den Rahmen für die Konfliktbearbeitung schaffen und die Perspektiven der Beteiligten einnehmen. Günther erklärt, wie Prinzipien der Schauspielerei auf die Mediation anwendbar sind, insbesondere in Bezug auf Rollenverteilungen und die Wahrnehmung des Mediators durch die Parteien. Wir beleuchten, wie Vertrauen die Kommunikation beeinflusst und wie die Dynamik zwischen den Akteuren sowohl auf der Bühne als auch im Mediationsprozess entscheidend ist. Zudem wird die Bedeutung bewusst getroffener Entscheidungen und der Einsatz von Metaphern, wie Tschechows Gewehr, für die Dramaturgie in beiden Bereichen thematisiert. Diese Episode bietet wertvolle Einblicke in kreative Problemlösungsstrategien für Mediator*innen.
49 Minuten
In dieser Episode von "Gut durch die Zeit" bespreche ich mit Dr. Carla Schraml und Luxshi Vimalarajah von der Berghof Stiftung die Friedensmediation und ihre Herausforderungen in aktuellen Konflikten. Carla teilt ihre Erfahrungen aus Krisenregionen, während Luxshi ihre Erinnerungen an den Bürgerkrieg in Sri Lanka einbringt. Wir analysieren die Erreichbarkeit von Frieden durch Mediation, beleuchten den Havanna-Prozess und hinterfragen traditionelle Ansätze im Kontext geopolitischer Veränderungen. Abschließend reflektieren wir die ethischen Grundlagen der Mediation und die Definition nachhaltiger Lösungen für konfliktbetroffene Gesellschaften.
49 Minuten
In dieser Episode von "Gut durch die Zeit" bespreche ich mit Nicole Steller, Assistant Professor an der ESCP Business School, die wachsende Bedeutung von Purpose in der modernen Arbeitswelt. Wir erörtern, warum Purpose für Unternehmen entscheidend ist, welche Herausforderungen dabei entstehen und wie sich Organisationen transformieren müssen, um ihren Purpose zu leben. Zudem beleuchten wir die Rolle von Chief Purpose Officers und die Spannungen, die unterschiedliche Wahrnehmungen des Purpose verursachen können. Abschließend reflektieren wir über die langfristigen Auswirkungen eines ernsthaft gelebten Purpose auf Unternehmen.
49 Minuten
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit den vielschichtigen Aspekten von Verhandlungen und vertiefen die Theorien hinter dem Modell der 3D-Verhandlungen, entwickelt von James Sebenius und David Lax. Gemeinsam mit Dr. Jörg Schneider-Brodtmann erläutern wir, dass Verhandlungen nicht nur das Verteilen eines Kuchens sind, sondern vielmehr darum gehen, neue Optionen zu schaffen. Wir beleuchten die Bedeutung von Vorbereitung und die Strukturierung des Verhandlungsprozesses, einschließlich der Festlegung der Agenda und der Evaluierung von Fortschritten.