Alle Schweine sind gleich. Manche Schweine sind gleicher.
Wer viel Geld hat, konnte schon immer den Ausgang von Wahlen
bestimmen. Doch mit den Möglichkeiten der KI können politische
Mehrheiten noch totaler gesteuert werden.
Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.
Es gibt ein schönes schottisches Sprichwort, das da lautet: „He
who pays the piper, calls the tune!“ Also in etwa: wer den
Pfeifer bezahlt, bestimmt auch, welches Lied der Pfeifer spielt.
Genau so ist es in der Politik. Schon im gesamten letzten
Jahrhundert bezahlten die Reichen Werbeagenturen dafür, ihnen
genehme politische Agenda an das Volk zu verkaufen wie Seife. Und
so regierten dann fast immer Politiker die westlichen
Demokratien, die in erster Linie die Interessen ihrer Sponsoren
bedienten und nicht die Interessen des gemeinen Volks.
Millionenbeträge wurden ausgegeben für riesige Plakatwände oder
aufwendige Werbespots im Fernsehen.
So führte die Vermögensungleichheit schon immer zu massiven
Demokratie-Defiziten. Doch jetzt befinden wir uns gerade in einer
Zeit, in der durch Mittel der Künstlichen Intelligenz und durch
die zunehmende Vorherrschaft der sozialen Medien Wahlen zunehmend
durch komplett erfundene Fakten, Stimmungen und sogar Personen
entschieden werden. Im digitalen Nebel des Meinungskrieges
verlieren sich alle Spuren. Real existierende Personen werden vom
Tsunami gefakter Schwärme von Kommentaren, Drohungen und
Verleumdungen hinweggespült.
Die für alle nachvollziehbare politische Öffentlichkeit existiert
nur noch auf musealen Inseln. Tech-Oligarchen besitzen und
steuern die sozialen Netze. Durch Drosselung und dem so genannten
Shadow Banning zur Verringerung von Reichweiten politisch
missliebiger Politiker in den Netzen schwinden die Chancen für
einen fairen Wettbewerb.
So wie Drohnenschwärme im Krieg die Luftabwehr einzelner Staaten
wirkungslos machen, genau so werden politisch unbequeme Personen
durch Schwärme von gefakten Konten in den einschlägigen sozialen
Medien platt gemacht. Fake-Accounts senden Beschwerden an die
Kontrollstellen von Facebook oder Instagram wegen angeblicher
Urheberrechtsverletzungen. Plötzlich werden Leute im Netz
gesperrt, die sich keiner Verfehlung bewusst sind. Da immer mehr
Menschen das Internet und besonders die sozialen Netze als ihre
erstrangige Quelle für politische Information und Meinungsbildung
nutzen, steigt die Macht der Tech-Oligarchen wie Elon Musk oder
Mark Zuckerberg ins Grenzenlose. Da soziale Netze wie Youtube,
TicToc, Facebook und wie sie alle heißen mögen, Privateigentum
sind, gibt es keine bindende Verpflichtung, alle Netzteilnehmer
mit gleicher Gerechtigkeit zu behandeln. Die Herren der
virtuellen Ringe haben keine Verpflichtung gegenüber der
demokratischen Öffentlichkeit. Sie üben stattdessen ihr Hausrecht
aus, und können jeden des Hauses verweisen, dessen Meinung ihnen
nicht passt. Es fehlen bindende Gesetze, die monopol-ähnlichen
Gebilden wie Youtube, Amazon oder Google vorschreiben, für eine
gerechte und gewissenhafte Behandlung aller Teilnehmer in ihren
Netzen zu sorgen.
Dabei ist die Verlagerung der öffentlichen Meinungsbildung aus
dem offenen Raum in das intransparente Dunkel der geschickten
Jonglage mit Algorithmen im Internet von ihren Vordenkern
ausdrücklich als Instrument gedacht gewesen, lästige Grundsätze
einer demokratisch-pluralistischen Öffentlichkeit durch das
Internet zu umgehen und in letzter Konsequenz abzuschaffen. Zu
dieser Strategie bekannte sich bereits Peter Thiel in einem
Aufsatz in der Hauszeitung des reaktionären Cato-Instituts im
Jahre 2009 (1). Das war jener Aufsatz, in dem Thiel bekannte,
dass Demokratie und Freiheit nach seiner Auffassung nicht
miteinander vereinbar seien. ..
...https://apolut.net/tech-oligarchen-fabrizieren-die-offentliche-meinung-von-hermann-ploppa/
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