**Liebeskummer – und plötzlich geht es um mich** „Liebeskummer
lohnt sich nicht, mein Darling, schade um die Tränen in der Nacht
…“ So ungefähr geht das alte Lied. Aber ich bin ganz anderer
Meinung. **Liebeskummer lohnt sich. Nicht, weil der Schmerz schön
wäre, sondern weil wir an seiner Bewältigung wachsen können.**
Heute habe ich die Druckfreigabe für mein neues Buch „Zurück zu dir
– Ein Ratgeber bei Liebeskummer“ erteilt, das in der Edition
Forsbach erscheint. Ein Buch, an dem ich lange gearbeitet habe. Ein
Buch, in dem viele meiner eigenen Erfahrungen mit Liebe, Trennung,
Sehnsucht und Schmerz stecken. Und ein Buch, das ich geschrieben
habe, weil ich mir wünsche, dass Menschen ihren Liebeskummer ernst
nehmen. Nicht einfach verdrängen. Nicht gleich die nächste
Beziehung beginnen. Nicht den Schmerz mit Arbeit, Alkohol,
Ablenkung oder endlosen Serien zudecken. Sondern hinschauen. Was
tut da eigentlich so weh? Ist es die Zurückweisung? Die
Enttäuschung? Die zerplatzte Vorstellung von einer gemeinsamen
Zukunft? Oder berührt diese Trennung etwas, das viel älter ist als
die Beziehung selbst? In dieser Podcastfolge spreche ich mit Heiko
darüber, was Liebeskummer mit uns macht und warum ich glaube, dass
er eine wertvolle Einladung sein kann, uns selbst besser
kennenzulernen. Ich erzähle von meinen eigenen Trennungen, von
einer Wahrsagerin, die ich in einer besonders verzweifelten Phase
angerufen habe, von einer Sommerliebe, bei der wir lernen mussten,
uns zu entlieben, und von einer tiefen Erkenntnis über meinen
Großvater. Denn manchmal suchen wir in einer Liebesbeziehung etwas,
das wir selbst noch gar nicht richtig verstanden haben. Sicherheit.
Geborgenheit. Bestätigung. Das Gefühl, endlich angekommen zu sein.
Und manchmal verlieben wir uns nicht nur in einen Menschen, sondern
auch in unsere Vorstellung davon, wer dieser Mensch sein könnte.
Wir sprechen über Projektionen, Beziehungsmuster und die unbequeme
Frage, welchen eigenen Anteil wir am Verlauf einer Beziehung
hatten. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, uns für eine
Trennung schuldig zu sprechen. Sondern darum, Verantwortung für
unser eigenes Leben zu übernehmen und aus unseren Erfahrungen zu
lernen. Ein wichtiger Begriff in meinem Buch ist die
**Schmerzkraft**. Damit meine ich die Kraft, die entstehen kann,
wenn wir Schmerz nicht verdrängen, sondern annehmen, durchleben und
verarbeiten. Wenn wir feststellen, dass wir einen schweren Tag
überstanden haben. Dass wir wieder lachen können. Dass wir
plötzlich mit einer Freundin Eis essen und für eine Weile gar nicht
traurig sind. Und dass wir irgendwann vielleicht sogar mit Güte auf
einen Menschen zurückblicken können, von dem wir uns getrennt haben
oder der uns verlassen hat. Heiko erzählt in unserem Gespräch, dass
er 15 Jahre lang ohne Partnerschaft gelebt hat. Auch darüber
sprechen wir: Was geschieht, wenn wir uns aus Angst vor einer
erneuten Verletzung verschließen? Wie schützen wir uns, ohne unser
Herz dauerhaft zu verschließen? Mein Buch möchte gerade in den
ersten Stunden und Tagen nach einer Trennung helfen. Es enthält
eine Art Erste-Hilfe-Kasten für akuten Liebeskummer, Anregungen zum
Schreiben, zur Selbstreflexion und zur bewussten Auseinandersetzung
mit der eigenen Beziehungsgeschichte. Aber es geht noch weiter. Es
geht um die Frage, wer wir eigentlich sein möchten. Wie wir lieben
wollen. Welche Beziehung wir uns wünschen. Und was wir selbst dazu
beitragen können, dass eine neue Liebe anders und vielleicht
wahrhaftiger wird. Ich habe dieses Buch im Hotel Artemis auf
Mykonos begonnen und dort auch seine abschließende Fassung
bearbeitet. Ein Ort, an dem ich mich geborgen und geschützt gefühlt
habe und an dem ich Zeit hatte, mich mit meinen eigenen Erfahrungen
auseinanderzusetzen. Heute sitzt Heiko neben mir. Und auch unsere
Beziehung ist geprägt von der Bereitschaft, uns selbst und einander
immer wieder ehrlich zu begegnen. Das ist der Weg, wie ich finde.
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