Du hast als Kind nicht nur gelernt, dass andere Menschen wütend
werden. Du hast gelernt, dass DU der Grund dafür
bist.
Und das ist der Grund, warum du dich selber zurückstellst,
aufgibst verlierst und deine Grenzen weich werden lässt,
besonders dann, wenn der andere, scheinbar wütend, laut oder
enttäuscht werden sollte und dir seine Liebe entzieht.
Und genau deshalb fällt es dir heute so schwer, bei dir zu
bleiben, sobald ein anderer Mensch unzufrieden mit dir ist.
Du spürst deine eigenen Bedürfnisse kaum noch, weil du viel zu
sehr damit beschäftigt bist, die Stimmung anderer im Blick zu
behalten.
Du möchtest eine Grenze setzen, merkst aber, dass dein Gegenüber
enttäuscht ist, und schluckst dein Nein herunter.
Du nimmst deine Grenze zurück, weil du die Wut des anderen nicht
aushältst.
Du beginnst, dich zu rechtfertigen, suchst den Fehler bei dir und
überlegst stundenlang, was du anders hättest machen können.
Und hinter all dem steckt diese eine tiefe Überzeugung:
„Wenn der andere wütend, enttäuscht oder verletzt ist,
dann habe ICH etwas falsch gemacht.“
Du hast als Kind erlebt, dass dein Vater oder deine Mutter
wütend, laut oder verletzend wurde. Und anschließend wurde nicht
das Verhalten des Erwachsenen infrage gestellt, sondern deines.
„Wenn du mich nicht so provoziert hättest, wäre das alles nicht
passiert.“
Und so hast du gelernt, nicht die Wut des anderen zu
hinterfragen, sondern dich selbst.
Aus dem Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, wurde die
Überzeugung, dass mit DIR etwas nicht stimmt.
In dieser Podcastfolge spreche ich darüber, wie die Schuldumkehr
deiner Kindheit dazu führt, dass du dich heute immer wieder
selbst aufgibst, deine Grenzen zurücknimmst und dich für die
Gefühle anderer verantwortlich fühlst.
Und weshalb es nicht ausreicht, dir immer wieder zu sagen, dass
du keine Schuld trägst.
Denn dein Kopf hat längst verstanden, dass du nicht für die Wut
anderer verantwortlich bist. Während dein Körper noch immer mit
Angst, Anspannung und Schuld reagiert, sobald jemand mit dir
unzufrieden ist.
Was es braucht, ist nicht noch mehr Nachdenken, Analysieren oder
der Versuch, dich beim nächsten Mal einfach besser abzugrenzen.
Es braucht das tiefe, behutsame Hinschauen auf das, was du damals
erlebt hast. Auf die Angst, die Ohnmacht und die Wut, die du
nicht zeigen durftest. Auf all das, was dein Körper bis heute in
sich trägt und wovor er dich noch immer schützen möchte.
Damit du nicht länger nur verstehst, dass du keine Schuld trägst,
sondern es auch in deinem Körper spüren kannst.
Du darfst bei dir bleiben, auch wenn andere Menschen mit
dir nicht einverstanden sind.
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Wenn dich diese Folge berührt hat, freue ich mich riesig über
eine liebe Bewertung meines Podcasts. Und wenn du eine Frau
kennst, die immer wieder den Fehler bei sich sucht, sobald andere
Menschen wütend werden, dann teile diese Folge von Herzen gerne
mit ihr.
Du warst als Kind nicht der Grund für die Wut deiner
Eltern. Und du bist heute nicht dafür verantwortlich, deine
eigenen Grenzen aufzugeben, damit andere Menschen zufrieden
sind. 🤍
Ganz liebe Grüße
Deine Jennifer 🤍
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