Zwanzig Uhr. Zähne geputzt, Schlafanzug an, Geschichte
vorgelesen, Licht aus. Fertig. Dachtest du.
Denn dann liegt da ein Kind, das hellwach ist. Das zum vierten
Mal Wasser will. Dem plötzlich noch was ganz Wichtiges über
Dinosaurier einfällt. Und das genau dann, wenn du dich leise
rausschleichen willst, ruft: „Bleibst du noch?”
Du sitzt auf der Bettkante, eigentlich wolltest du heute noch was
erledigen, und denkst: Warum ist das jeden Abend so ein Kampf?
Einschlafen ist wahrscheinlich das Thema, nach dem Eltern am
meisten suchen. In dieser Folge von Fachlich.
Menschlich. geht es nicht um die eine Methode – sondern
um die Frage, was beim Einschlafen eigentlich wirklich
passiert. Wenn man das versteht, wird vieles klarer. Und
viele Abende leichter.
Du erfährst:
Warum Einschlafen keine Handlung ist, sondern
ein Zustand – und warum man es nicht „machen” kann
Warum Schlaf nur dort kommt, wo man loslassen
kann – und loslassen nur dort, wo es sich sicher anfühlt
Warum Alleinsein im Dunkeln einem kleinen Kind
evolutionär nicht egal ist – und das viermal Wasser holen oft nur
eine Frage ist: Bist du noch da?
Warum Licht aus ≠ Schlaf an – und was ein
echter Übergang vom Tag in die Nacht braucht
Warum manche Kinder schlicht noch nicht müde
sind – und wann die Uhrzeit zum Kind geprüft werden darf
(Largo)
Warum der Satz „Jetzt schlaf doch endlich!” genau das Gegenteil
bewirkt
Vier konkrete Dinge, die wirklich helfen:
immer gleicher Ablauf, Tür einen Spalt offen, dableiben bis es
kippt, die eigene Anspannung prüfen
Der ehrliche Einwand „Aber dann lernt es das ja nie allein!” –
was die Bindungsforschung dazu sagt und was sie nicht
verspricht
Wann es Sinn ergibt, mit Kinderärztin oder Kinderarzt zu
sprechen
Diese Folge ist Teil des Monatsthemas „Die unsichtbare
Last” – und richtet sich an alle Eltern, Mütter, Väter
und pädagogischen Fachkräfte, die abends auf der Bettkante sitzen
und sich fragen, warum das hier so schwer ist. (Spoiler: Es liegt
meistens nicht an dir.)
Einschlafen ist kein Gehorsam. Es ist Loslassen. Und
loslassen kann ein Kind nur da, wo es sich sicher genug
fühlt.
Deine Stimme ist gefragt: Wie sehen die Abende
bei euch aus? Schreib mir auf Instagram – ich lese wirklich
alles.
Die Quellen zum kindlichen Schlaf, zu individueller Entwicklung
und zur Bindungsforschung (Renz-Polster & Imlau, Largo,
Brisch) findest du am Ende der Beschreibung.
Wenn dir der Podcast gefällt, folge ihm und lass gerne eine
Bewertung da – das hilft wirklich, dass mehr Eltern diesen
Podcast finden. Und gerade bei diesem Thema gibt es da draußen
viele müde Eltern.
Mehr Impulse zu bindungsorientierter Erziehung, Schlaf und
Pädagogik im Alltag findest du auf Instagram:
@fachlich.menschlich
Wenn dich diese Folge berührt, teile sie mit jemandem, der abends
gerade auch auf der Bettkante sitzt.
Quellen:
Renz-Polster, H. & Imlau, N. (2016): Schlaf gut, Baby!
Der entspannte Weg zu erholsamen Nächten – Gräfe und Unzer
Largo, R. (2019): Babyjahre. Entwicklung und Erziehung in den
ersten vier Jahren – Piper Verlag
Brisch, K. H. (2019): Bindung und frühe Kindheit –
Klett-Cotta
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