Heike Burch ist seit über 30 Jahren selbstständig und seit 2020
mit ihrem Mann im Camper unterwegs. Über ihren Weg von der
Damenmassschneiderin in der DDR in die Mediengestaltung, warum
Lebensqualität ihr Mass für Erfolg ist und wie der Tod eines
Kollegen kurz vor der Pensionierung den Anstoss zur grossen Reise
gab.
Zu Gast: Heike Burch – InDesign-Templates &
Publishing, MOLIRI
Heike ist in Ostdeutschland aufgewachsen, lernte in der DDR
Damenmassschneiderin und wechselte nach dem Mauerfall in die
Mediengestaltung. Seit über 30 Jahren ist sie selbstständig,
layoutet Bücher und Magazine, erstellt InDesign-Templates für
Verlage und Agenturen und gibt Seminare. Seit Sommer 2020 ist sie
mit ihrem Mann als ortsunabhängig Arbeitende im Camper in Europa
unterwegs.
Mehr über Heike Burch findest du hier:
moliri.ch
LinkedIn
Die wichtigsten Erkenntnisse:
1. Richte berufliche Entscheidungen an deiner Lebensqualität aus:
Wer nur noch Projekte annimmt, die Freude machen, bekommt oft
bessere Projekte und bessere Honorare.
2. Beziehungen sind das Wichtigste im Business: Hinterlass keine
verbrannte Erde, bleib im Kontakt und trenne Geschäftliches nicht
strikt von Privatem.
3. Schieb deine grossen Pläne nicht ewig auf: Der Kollege, der
kurz vor der Pensionierung starb, war für Heike der Weckruf, ihre
Reise endlich umzusetzen.
Worum es in dieser Folge geht:
Heike wuchs in Ostdeutschland auf und lernte in der DDR
Damenmassschneiderin. Nach dem Mauerfall konnte sie noch einmal
neu starten und wurde Mediengestalterin. Selbstständig machte sie
sich früh: Ihr erster Kunde wollte eine Rechnung, also liess sie
sich das vom Steuerberater des Kunden erklären. Eine Anstellung
in der Schweiz nach 2011 passte nicht zu ihr. Heute layoutet sie
Bücher und Magazine, erstellt InDesign-Templates und begleitet
Kundschaft bei Softwareumstellungen.
Ihr Lebensmotto heisst Lebensqualität, und jede berufliche
Entscheidung muss dazu passen: Heike arbeitet nur noch drei Tage
pro Woche und nimmt Projekte an, die ihr Freude machen. Die
Projekte sind dadurch besser und pünktlicher bezahlt geworden.
Beziehungen sind für sie im Business das Allerwichtigste, ohne
Trennung von Privatem und ohne verbrannte Erde. Erfolg bedeutet
für sie weniger Geld als gute Entscheidungen und einen Monat, der
Lebensqualität gebracht hat.
Geld ist ihr wichtig, weil es Ruhe gibt, und der grösste Luxus
ist für sie, keine Termine zu haben. Sie gibt gern Geld für
Qualität aus, etwa für Camper, Rechner und ihre Stricknadeln,
aber nicht für Status. Im Lotto-Fall würde sie wohl
weiterarbeiten und vielleicht eine Stiftung gründen.
Den Anstoss zur grossen Reise gab ein älterer Kollege, der drei
Wochen vor der Pensionierung starb, obwohl er von seiner
Weltreise geträumt hatte. Heike und ihr Mann planten lange,
legten eine Mindestsumme zur Seite, warteten, bis der Sohn die
Lehre beendet hatte, und kündigten die Wohnung. Dann kam Corona,
und plötzlich war Homeoffice für ihre Kundschaft kein Problem
mehr. Sie starteten mit zwei Motorrädern, nach einem Jahr kauften
sie den Camper. Ihr Sohn hätte sich mehr Nähe gewünscht, heute
würde Heike ihn fragen, ob er mitkommt.
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