Isabel Kohler startete als virtuelle Assistentin und hat sich zur
Branding- und Social-Media-Spezialistin für Selbstständige und
KMU entwickelt. Über ihren Umweg via Flugbegleiterin, den
Absprung aus einem belastenden Job dank einer Online-Challenge
und warum bei ihr immer die Strategie vor der Kreativität kommt.
Zu Gast: Isabel Kohler – Gründerin, VAISA
Isabel ist gelernte Kauffrau, war ein Jahr lang Flugbegleiterin
und bildete sich zur Direktionsassistentin weiter, bevor sie über
eine virtuelle-Assistenz-Challenge den Sprung in die
Selbstständigkeit wagte. Heute führt sie mit VAISA in Thun ein
Branding- und Social-Media-Business für Selbstständige und KMU.
Isabel und vaisa findest du hier:
vaisa.ch
Instagram
LinkedIn
Die wichtigsten Erkenntnisse:
1. Bau dir ein Netzwerk aus anderen Selbstständigen auf, nicht
nur zur Kundengewinnung, sondern als Support: Austausch mit
Leuten in einer ähnlichen Situation ist Gold wert.
2. Starte unperfekt: Du brauchst am Anfang keine perfekte
Webseite, keinen fertigen Businessplan und keinen Newsletter,
sondern nur das, was gerade wirklich wichtig ist.
3. Strategie kommt vor Kreativität: Ohne ein klares Bild von
Zielgruppe und Positionierung sieht am Ende alles gleich aus,
egal wie viel KI oder wie viele Tools du einsetzt.
Worum es in dieser Folge geht:
Isabel machte zunächst eine KV-Lehre und arbeitete im Reisebüro,
bevor sie sich kurz vor Corona ein Jahr lang als Flugbegleiterin
versuchte. Das Reisen begeisterte sie, doch Zeitverschiebung,
Schlafmangel und der Lifestyle passten langfristig nicht zu ihr.
Über eine Weiterbildung zur Direktionsassistentin stiess sie im
Moneypenny-Magazin auf den Begriff virtuelle Assistenz, mitten in
einem belastenden Job mit viel Überstunden und internen
Konflikten in der Geschäftsleitung. Den letzten Anstoss gab eine
kostenlose fünftägige Online-Challenge einer bekannten
VA-Influencerin.
Ihre ersten Kundinnen fand sie über ihr Netzwerk, den Verein
Virtuelle Assistenz Schweiz und eine ehemalige Arbeitskollegin,
die ihr einen Kontakt am Inselspital Bern vermittelte. Anfangs
machte sie vor allem Backoffice- und Social-Media-Arbeit, rein
remote, inklusive fünf Wochen als digitale Nomadin in
Griechenland. Mit der Zeit merkte sie aber, dass ihr die
persönliche, lokale Zusammenarbeit mit Kundinnen mehr liegt als
reine Remote-Arbeit von überall.
Vor rund zwei Jahren machte sie eine halbjährige
Online-Ausbildung in Grafikdesign mit Vertiefung Branding und
Layout und verlagerte ihren Fokus komplett von Backoffice zu
Branding und Social Media. Ihr Prozess beginnt immer mit
Strategie: Fragebogen, Strategiegespräch, Zielgruppen- und
Konkurrenzanalyse, dann Moodboards, erst danach das eigentliche
Design. Für professionelle Markenarbeit nutzt sie Illustrator,
für die Zusammenarbeit mit Kundinnen Canva. KI setzt sie für
Inspiration und Bildgenerierung ein, ist aber überzeugt, dass der
persönliche Strategieprozess dadurch nicht ersetzt wird, ohne den
sehen am Ende alle Marken gleich aus.
Ihr wichtigster Rat: sich mit anderen Selbstständigen vernetzen,
nicht nur für die Kundengewinnung, sondern als Support. Und:
unperfekt starten, keine perfekte Webseite oder fertiger
Businessplan nötig, sondern Schritt für Schritt das angehen, was
gerade wirklich wichtig ist. Nach ihren Erfahrungen mit
Überlastung im Angestelltenverhältnis ist ihr eine gute
Work-Life-Balance heute besonders wichtig, mit klarer Struktur im
Alltag, aber auch der Freiheit, spontan mal einen Vormittag
freizunehmen.
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