Teil 2: Nicolas Hämmerli erzählt, warum ein eigenes
Softwareprodukt alles andere als passives Einkommen ist, wie er
trotz 900 Franken Monatsumsatz drangeblieben ist und warum er die
Preise von MILKEE im Dezember bewusst erhöht hat.
Zu Gast: Nicolas Hämmerli – Gründer, MILKEE
Nicolas ist gelernter Informatiker und hat Multimedia Production
studiert. Schon während der Ausbildung entwickelte er nebenbei
Websites für Kundinnen und Kunden, bis er aus einem eigenen
Bedürfnis heraus die Buchhaltungssoftware MILKEE baute. Seit
Oktober 2022 führt er MILKEE als GmbH, unterstützt von rund fünf
Freelancern.
Mehr über Nicolas Hämmerli und Milkee findest du
hier:
milkee.ch
Instagram (MILKEE)
LinkedIn
Die wichtigsten Erkenntnisse:
1. Verlang faire Preise: Wer sich zu günstig verkauft, kann sein
Angebot langfristig nicht tragen. Externe Hilfe beim Pricing kann
helfen, weil man selbst oft zu tief drinsteckt.
2. Dranbleiben lohnt sich, wenn das Feedback stimmt: Nicolas
machte 2022 wenig Umsatz, machte aber weiter, weil die ersten
Nutzerinnen und Nutzer begeistert waren.
3. Komm ins Machen: Starte wenn möglich neben dem Job, sammle
erste Erfahrungen und finde so schnell heraus, ob es
funktioniert.
Worum es in dieser Folge geht:
Nicolas war nie Vollzeit-Freelancer, sieht aber klare
Unterschiede zum Softwareprodukt: Beim Freelancen läuft vieles
über Netzwerk und Branding, beim Produkt spricht er eine grössere
Zielgruppe an, mit ganz anderem Pricing. Anfangs hielt er ein
eigenes Produkt für passives Einkommen, heute nennt er es «sehr
aktives Einkommen». Ohne Support und neue Features würden die
meisten Kundinnen und Kunden wohl noch ein bis drei Jahre
bleiben, danach überholen einen die Funktionen der Konkurrenz.
Die erste Version programmierte er in etwa einer Woche, einen
Monat später zahlte die erste Person 9 Franken. 2022 lag der
Monatsumsatz noch bei wenigen hundert Franken, trotzdem blieb er
dran, weil er positives Feedback bekam und die Distribution für
ein lösbares Problem hielt. Ein Vorteil beim Wechsel der
Buchhaltungssoftware: Wer einmal zufrieden ist, wechselt selten,
ähnlich wie bei World of Warcraft, wo man nach einer Pause den
Progress verliert.
Die Zielgruppe wuchs von Selbstständigen auf GmbHs, seit MILKEE
auch doppelte Buchhaltung und Lohnbuchhaltung kann. Einen Avatar
oder Businessplan hat Nicolas nie erstellt, das Produkt grenzte
die Nische mit rund 346'000 potenziellen Kundinnen und Kunden von
selbst ein. Beim Marketing setzt er weiter auf Google Ads (etwa
Break-even) und viele Empfehlungen, Social Media läuft langsam
an, während die Google-Suche wegen KI-Übersichten an Bedeutung
verliert.
Im Dezember erhöhte er die Preise auf ein Niveau, das er
langfristig tragen kann, statt mit der Konkurrenz in einen
Preiskampf zu gehen. Bestehende Kundschaft behält ihren Preis,
die Conversion-Rate wurde eher besser. Das mittlere von drei
Paketen bringt den meisten Umsatz, Jahresabos sind 15 bis 16
Prozent günstiger. Sein Rat zum Schluss: einfach ins Machen
kommen und wenn möglich neben dem Job starten.
Mehr über uns:
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wo sie im Alltag einen echten Mehrwert schafft.
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