Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. KIRRE … na hör mal! Podcast
  4. KI macht alles leichter. Warum bin ich dann so müde?
KI soll Zeit sparen. Aber was passiert, wenn man der KI zum
fünfundzwanzigsten Mal erklären muss, wie ein Text klingen soll,
und anschließend wieder einen Vortrag bekommt? Sabine erlebt ihre
eigene KI-Müdigkeit ausgerechnet beim Schreiben dieser
Podcastfolge. Aus der versprochenen Arbeitserleichterung werden
neue Anweisungen, Korrekturen und ein Sonntagabend mit ziemlich
dickem Hals.

In Folge 45 von KIRRE … na hör mal! geht es um
die Frage, warum ChatGPT, Claude und andere KI-Systeme
gleichzeitig hilfreich und anstrengend sein können. Die
Geschichte führt vom störrischen Podcastmanuskript über erfundene
Urlaubsziele und vegetarische Rezepte mit Hähnchen bis zur
Arbeitswelt, in der gesparte Zeit selten als Freizeit
zurückgegeben wird. Eine unterhaltsame Folge für alle, die KI
gern benutzen und sie trotzdem manchmal einfach zuklappen
möchten.

Weiterführende Links

Bitkom Research: „KI macht Spaß, aber nicht allen"

https://bitkom-research.de/news/ki-macht-spass-aber-nicht-allen

Studie zu emotionaler und kognitiver Müdigkeit durch Unsicherheit
bei generativer KI 

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0268401225001422

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
KI-unterstützte Arbeit zwischen Handlungsspielraum und
Arbeitsintensität 

https://www.baua.de/DE/Angebote/Publikationen/Bericht-kompakt/KI-unterstuetzte-Arbeit

Bitkom: Digitale Schule 2025  

https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/Digitale-Schule-2025

IU-Studie: Digitaler Stress in Deutschland  

https://www.iu.de/forschung/studien/digitaler-stress/

Kontakt für eigene Erfahrungen mit KI-Müdigkeit:

hoermal@kirrepodcasting.com

Das Manuskript dieser Episode liefert sein eigenes Fallbeispiel
gleich mit. Sabine arbeitet bei der Vorbereitung ihres Podcasts
regelmäßig mit KI und hat sehr genaue Regeln für Ton, Aufbau und
Sprachrhythmus entwickelt. Trotzdem passiert immer wieder
dasselbe: Ein System bestätigt sämtliche Vorgaben und produziert
anschließend einen sachlich richtigen, aber steifen Text. Der
klingt ordentlich, lässt sich jedoch schlecht sprechen und noch
schlechter anhören. Mehrere Korrekturrunden später ist von der
angekündigten Zeitersparnis wenig übrig.

Diese Erfahrung hatte Sabine bereits mit Claude gemacht. Die
ersten Episoden klangen locker, persönlich und unterhaltsam. Mit
der Zeit wurden die Texte immer sachlicher und ähnelten zunehmend
Vorträgen. Neue Hinweise halfen jeweils nur kurz. Schließlich
begann bei jeder weiteren Folge dieselbe Korrekturschleife. Genau
diese Mischung aus hoher Erwartung, wiederholtem Erklären und
enttäuschendem Ergebnis beschreibt eine sehr persönliche Form der
KI-Müdigkeit.

Eine wissenschaftliche Untersuchung mit 832 Nutzer*innen
generativer KI passt erstaunlich genau dazu. Die Forschenden
unterscheiden zwischen zwei Belastungen. Unsicherheit beim
Formulieren des Prompts erzeugt eher emotionale Müdigkeit.
Unsicherheit über die Zuverlässigkeit der Antwort belastet
stärker den Kopf. Wer KI benutzt, muss deshalb häufig zweimal
arbeiten: zuerst an der passenden Frage und anschließend an der
Prüfung des Ergebnisses.

Im Alltag zeigt sich das schon bei kleinen Aufgaben. Aus
vorhandenen Lebensmitteln soll schnell ein Rezept entstehen, doch
die KI ergänzt Zutaten, die gar nicht im Haus sind. Eine
Korrektur führt zur nächsten, bis die selbst gemachte
Gemüsepfanne schneller gewesen wäre. Bei einer Urlaubsplanung
fällt der zusätzliche Aufwand später auf. Das vorgeschlagene Café
kann längst geschlossen, eine Veranstaltung veraltet oder ein
angeblicher Geheimtipp unzugänglich sein. Der fertige Plan
entsteht in Sekunden, seine Kontrolle braucht deutlich länger.

Eine repräsentative deutsche Befragung zeigt das widersprüchliche
Verhältnis vieler Menschen zur künstlichen Intelligenz. Die
meisten Nutzer*innen erleben KI als hilfreich und haben Spaß
damit. Trotzdem würde fast ein Drittel von ihnen lieber in einer
Welt ohne KI leben. Begeisterung und Erschöpfung schließen sich
offenbar nicht aus. Ein Werkzeug kann den Alltag erleichtern und
gleichzeitig so viel Aufmerksamkeit verlangen, dass man es
zeitweise nicht mehr sehen möchte.

Dabei begegnet KI längst auch Menschen, die keinen Chatbot
bewusst öffnen. Suchmaschinen zeigen automatisch erzeugte
Zusammenfassungen, Messenger bauen KI-Funktionen ein und soziale
Netzwerke füllen sich mit künstlichen Bildern. Jede erstaunliche
Aufnahme bringt deshalb eine zusätzliche Frage mit: Ist das
wirklich passiert oder wurde es generiert? Aus bequemem Konsum
wird eine dauernde kleine Echtheitsprüfung, die nebenbei im Kopf
läuft.

Familien erleben diese Unsicherheit besonders deutlich. Eltern
müssen einschätzen, ob KI bei den Hausaufgaben sinnvoll geholfen
oder die komplette Arbeit übernommen hat. Schulen haben dafür oft
unterschiedliche Regeln. Manche Lehrkräfte erlauben ChatGPT zum
Strukturieren, andere untersagen jede Nutzung. Schüler*innen
sollen KI-Kompetenz entwickeln und gleichzeitig vermeiden, unter
Täuschungsverdacht zu geraten. So entsteht neuer Stress rund um
eine Technik, die das Lernen eigentlich unterstützen soll.

Ältere Menschen sind ebenfalls betroffen, auch wenn sie selbst
keine generative KI verwenden. Sie sollen künstliche Stimmen
erkennen, manipulierte Bilder anzweifeln und
Gesundheitsinformationen prüfen. Familienmitglieder mit mehr
technischer Erfahrung werden zur privaten Beratungsstelle. Sie
erklären neue Funktionen, kontrollieren verdächtige Inhalte und
wissen trotzdem nicht immer sicher, ob ihre Einschätzung stimmt.
Diese zusätzliche Denkarbeit taucht in keiner Statistik zur
Zeitersparnis auf.

Am Arbeitsplatz wird der Widerspruch besonders sichtbar. Rund 60
Prozent der Beschäftigten in Deutschland nutzen bereits KI im
Beruf. Untersuchungen verbinden die intensivere Nutzung mit
größerem Handlungsspielraum, aber auch mit höherer
Arbeitsintensität. Wird eine Aufgabe schneller erledigt, entsteht
daraus selten eine Pause. Häufig passt lediglich mehr Arbeit in
denselben Tag. Gleichzeitig bleiben die Beschäftigten für Fehler
verantwortlich und müssen die schnellen Ergebnisse sorgfältig
prüfen.

Erfolgsgeschichten im Internet erhöhen den Druck. Dort entstehen
angeblich komplette Webseiten, Bücher oder Kurse in wenigen
Minuten. Die spätere Arbeit an Fehlern, Formulierungen, Technik
und rechtlichen Angaben wird selten erwähnt. Wer selbst mehrere
Stunden braucht, vergleicht sein vollständiges Ergebnis mit einer
geschönten Kurzfassung und hält sich anschließend für langsam.
Die vermeintliche Arbeitserleichterung erzeugt dadurch ein neues
Gefühl von Unzulänglichkeit.

KI trifft außerdem auf eine Gesellschaft, die bereits vor ChatGPT
ständig erreichbar war. Eine deutsche Studie zu digitalem Stress
zeigt, dass mehr als die Hälfte der Menschen gern häufiger
offline wäre. Smartphones, Nachrichten und soziale Netzwerke
beanspruchen schon lange Aufmerksamkeit vom Aufwachen bis zum
Einschlafen. Generative KI setzt eine weitere Schicht darauf,
weil sie ständig neue Funktionen anbietet und niemals fertig
gelernt ist.

Sabines Antwort darauf ist keine Abkehr von der Technik. Sie
nutzt KI weiterhin täglich, erlaubt sich aber, eine
Korrekturschleife abzubrechen oder eine Aufgabe wieder selbst zu
übernehmen. Ein Essen darf ohne Prompt entstehen, ein Ausflug
muss nicht vollständig geplant sein und eine persönliche
Nachricht darf einen kleinen Fehler enthalten. Eine Pause von KI
ist kein Rückschritt. Sie ist manchmal schlicht die schnellste
Methode, den eigenen Kopf wieder freizubekommen.

KIRRE … na hör mal! ist ein deutschsprachiger
Podcast über künstliche Intelligenz im Alltag, in kreativer
Arbeit und in unserer Gesellschaft. Sabine, auch bekannt als
Applebee, schaut neugierig, kritisch und mit Humor darauf, was KI
und Algorithmen mit Menschen machen. Diese Episode richtet sich
besonders an alle, die künstliche Intelligenz gern nutzen, aber
keine Lust haben, ihre gesamte freie Zeit mit neuen Tools,
besseren Prompts und der Kontrolle angeblich fertiger Ergebnisse
zu verbringen.

Keywords: KI-Müdigkeit, künstliche
Intelligenz Überforderung, ChatGPT Stress, Claude Schreibstil, KI
im Alltag, KI am Arbeitsplatz, AI Fatigue, Prompt Unsicherheit,
KI Antworten überprüfen, digitale Erschöpfung, digitaler Stress,
ChatGPT Schule, KI Hausaufgaben, KI Zeitersparnis, künstliche
Intelligenz Familie, KI-Tools Überforderung, KIRRE Podcast,
Sabine Eckermann, Applebee

 
Episode melden

„KI macht alles leichter. Warum bin ich dann so müde?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz