In dieser Podcast-Episode berichte ich von meiner Reise nach
Bangladesch – einem Land, das ich trotz freundlicher Menschen,
schmackhaftem Essen und extrem günstigen Preisen als absolute
Müllhalde, laut, dreckig und verkehrstechnisch völlig chaotisch
erlebe. Schon die Ankunft am Flughafen in Dhaka erweist sich als
Herausforderung: Mein gebuchtes Uber-Taxi finde ich kaum, weil
die Nummernschilder in bengalischen Ziffern geschrieben sind, die
ich nicht lesen kann. Die erste Fahrt ins Hotel dauert für
weniger als zehn Kilometer über eine Stunde, was mir einen ersten
Vorgeschmack auf den extremen Verkehr gibt. In meinem Hotel
angekommen, mache ich mich auf den Weg zu einem nahegelegenen
Mittelklasse-Restaurant, um ein Linsencurry (Daal) zu essen. Der
Besitzer ist so erfreut über meinen Besuch, dass er mir sogar
einen Rabatt gewährt. Doch die Freude währt nicht lange: Bereits
vier Stunden später wache ich mit heftigen Magen-Darm-Krämpfen
auf und muss dreimal innerhalb von zehn Minuten auf die Toilette.
Ich führe diese Reaktion auf Bakterien zurück, die sich in den
warmgehaltenen Speisen gebildet haben. Am nächsten Tag erkunde
ich die Umgebung und fahre nach Panam City, einer historischen
Kolonialstadt mit beeindruckenden, aber stark verfallenen
Gebäuden aus dem 14. Jahrhundert und der britischen Kolonialzeit.
Mein Taxifahrer wartet auf mich, während ich die alten Bauten und
eine über 500 Jahre alte Moschee besichtige. Das Fortkommen
gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig: Das Uber-System
funktioniert kaum, da die Fahrer oft anrufen, aber kein Englisch
sprechen, die Buchungen wieder stornieren oder den Standort nicht
finden. Einmal warte ich vergeblich zwei Stunden lang auf ein
Taxi und muss aufgeben. Schließlich wage ich mich zu Fuß durch
die Altstadt von Dhaka. Ich durchquere den Kleidermarkt Islamapur
und den Papiermarkt, wo mich die engen, völlig verstopften Gassen
und der omnipräsente Müll schockieren. Überall verflüssigen sich
Müllberge, und an Straßenständen wird eine übelriechende Mischung
aus verfaulten Melonenresten und Flüssigkeiten angeboten.
Besonders nahe gehen mir die Begegnungen mit Bettlern: Zwei
kleine Mädchen im Alter von etwa drei und vier Jahren klammern
sich an mein Trikot und lassen nicht mehr los. Die sichtbare
Armut, Obdachlosigkeit und der erschütternde Anblick von Tieren,
die auf engstem Raum in winzigen Käfigen verkauft werden,
stumpfen mich zwar ab, hinterlassen aber ein tiefes Gefühl der
Hilflosigkeit. Selbst abends im Rooftop-Restaurant werde ich von
der aufdringlichen Höflichkeit des Personals erdrückt, das mir
beim Essen zusieht. Nach drei Tagen beende ich meine Tour durch
Dhaka und fliege weiter nach Kalkutta in Indien. Mein Fazit fällt
zwiespältig aus: Obwohl Bangladesch außerhalb der Megacitys
sicherlich schöne Naturregionen, Tempel und Nationalparks bietet,
haben mich das schiere Chaos, der Müll, der Lärm und das
menschliche Leid emotional zutiefst erschüttert.
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