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  4. Reizdarm: Eine ernsthafte Erkrankung und keine reine Kopfsache | Dr. Andrea Morawe erklärt
Du sitzt bei einem wichtigen Geschäftsessen. Gegenüber vielleicht
ein potenzieller Kunde oder eine neue Kooperationspartnerin –
eigentlich möchtest du dich voll und ganz auf das Gespräch
konzentrieren. Doch plötzlich zieht es im Bauch, der Darm meldet
sich und deine Gedanken kreisen nur noch darum, das unangenehme
Gefühl oder ein Aufblähen des Bauchs möglichst unauffällig zu
überspielen.

Der Stress beginnt damit manchmal schon, bevor das eigentliche
Essen überhaupt auf dem Tisch steht.

Die Blutwerte sind unauffällig, auch bei der Magenspiegelung
wurde nichts Auffälliges gefunden – und trotzdem bleiben die
Beschwerden bestehen. Dahinter könnte ein Reizdarmsymptom
stecken, eine der häufigsten und gleichzeitig oft
missverstandenen Diagnosen der Medizin. Genau darum geht es in
der neuen Folge von „LandMEDchen“ mit Dr. Andrea Morawe.

Das Reizdarmsymptom ist eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet,
dass zunächst andere mögliche Ursachen sorgfältig abgeklärt
werden müssen. Dazu gehören beispielsweise eine Zöliakie, eine
chronisch entzündliche Darmerkrankung oder eine
Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Eine Rolle bei den Beschwerden können kurzkettige, schwer
verdauliche Kohlenhydrate spielen, die in vielen pflanzlichen
Lebensmitteln vorkommen. Im Dünndarm ziehen sie osmotisch Wasser
an. Anschließend gelangen sie in den Dickdarm, wo sie von
Bakterien fermentiert werden und dabei Gase entstehen.

Bei einem Reizdarm reagiert die Darmwand besonders empfindlich
auf die dadurch entstehende Dehnung durch Wasser und Gas.
Vorgänge, die grundsätzlich ganz normal sind, können deshalb als
Schmerzen, Blähungen oder starkes Dranggefühl wahrgenommen
werden. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer
gestörten Darm-Hirnachse: Signale aus dem Darm werden besonders
intensiv an das Gehirn weitergeleitet und entsprechend stärker
wahrgenommen.

Genau an diesem Punkt setzt die Low-FODMAP-Ernährung an. Sie
besteht aus mehreren Phasen und ist nicht als dauerhafte
Verbotsliste gedacht.

In der ersten Phase, der Eliminationsphase, werden bestimmte
Lebensmittel beziehungsweise FODMAP-Gruppen zunächst konsequent
reduziert oder weggelassen. Anschließend folgt die Re-Exposition.
Dabei werden einzelne FODMAP-Gruppen schrittweise wieder
eingeführt, um herauszufinden, welche davon tatsächlich
Beschwerden verursachen.

In der dritten Phase, der Individualisierung, geht es schließlich
darum, aus diesen Erkenntnissen eine langfristige und
alltagstaugliche Ernährungsweise zu entwickeln. Andrea betont
dabei besonders: Die Eliminationsphase ist kein Dauerzustand.

Viele Betroffene beginnen auf eigene Faust damit, Gluten oder
Lactose aus ihrer Ernährung zu streichen. Gerade beim Gluten kann
das jedoch problematisch sein. Wird bereits vor der
entsprechenden Diagnostik darauf verzichtet, kann eine
tatsächlich bestehende Zöliakie später schwieriger nachzuweisen
sein.

Wichtig ist Andrea außerdem eine klare Einordnung: Ein Reizdarm
ist keine reine Kopfsache. Eine solche Aussage wird der
Erkrankung und den Beschwerden der Betroffenen nicht gerecht.

Für den Alltag gibt Andrea deshalb einige konkrete Empfehlungen.
Der erste Schritt sollte nicht darin bestehen, eigenständig immer
mehr Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen. Stattdessen ist
zunächst eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Hilfreich kann außerdem ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch
sein. Darin wird festgehalten, welche Lebensmittel gegessen
wurden und welche Beschwerden anschließend aufgetreten sind. So
können mögliche Zusammenhänge besser erkannt werden.

Zusätzlich empfiehlt Andrea die Begleitung durch eine
qualifizierte Ernährungsfachkraft. Eine professionelle
Unterstützung kann dabei helfen, notwendige Einschränkungen
gezielt einzusetzen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass
Lebensmittel nicht länger als erforderlich aus der Ernährung
ausgeschlossen werden.

Denn beim Reizdarm geht es nicht darum, möglichst viel
wegzulassen – sondern herauszufinden, was der eigene Darm
tatsächlich verträgt.

Zur Website von Andrea: https://www.arztpraxis-morawe.de/

Folg Andrea auf Instagram:
https://www.instagram.com/andrea.morawe/

Zum

Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen

Zum

Podcast auf Spotify:
https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu

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Podcast bei Apple Podcast:
https://podcasts.apple.com/de/podcast/landmedchen/id1835667319s
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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