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  4. Körperzusammensetzung statt Körpergewicht: Die BIA-Messung | Dr. Andrea Morawe erklärt
In Fitnessstudios, bei betrieblichen Gesundheitsangeboten oder im
Rahmen anderer Untersuchungen begegnet Patient:innen immer
häufiger die Bioimpedanz-Analyse, kurz BIA. Die Ergebnisse werfen
allerdings oft mehr Fragen auf, als sie zunächst beantworten.
Deshalb erklärt Dr. Andrea Morawe in der neuen Folge von
„LandMEDchen“, was hinter der Messung steckt und welche
Informationen sie tatsächlich liefern kann.

Andrea selbst setzt die BIA-Messung regelmäßig in ihrer Praxis
ein. Besonders hilfreich findet sie die Methode in der
ernährungsmedizinischen Diagnostik, bei einem Abnehmwunsch oder
bei Fragestellungen im fortgeschrittenen Alter. Denn anders als
die Zahl auf der Waage liefert die Bioimpedanz-Analyse
zusätzliche Informationen über die tatsächliche
Körperzusammensetzung.

Doch wie funktioniert eine BIA eigentlich?

Unser Körper besteht aus unterschiedlichen Geweben, die
elektrische Ströme verschieden gut leiten. Muskulatur und
Körperwasser besitzen beispielsweise eine höhere Leitfähigkeit,
während Fettgewebe und Knochen den Strom schlechter leiten.

Bei der Bioimpedanz-Analyse wird ein sehr schwacher und nicht
spürbarer Wechselstrom durch den Körper geleitet. Das Gerät
erfasst anschließend, wie stark dieser Strom auf seinem Weg durch
den Körper abgebremst wird. Der dabei gemessene Widerstand wird
als Impedanz bezeichnet.

Auf Grundlage dieser Messwerte lassen sich weitere Kenngrößen
bestimmen. Dazu gehört beispielsweise der Phasenwinkel, der
Hinweise auf den Zustand der Zellmembranen geben kann. Außerdem
können unter anderem Körperfettanteil, Muskelmasse und
Wasserverteilung abgeleitet werden.

Gerade mit zunehmendem Alter wird die Betrachtung der
Körperzusammensetzung interessant. Denn im Laufe der Jahre
verlieren wir schrittweise Muskelmasse. Auf einer normalen Waage
ist diese Veränderung kaum zu erkennen: Das Gewicht kann nahezu
gleich bleiben, obwohl die Muskelmasse abnimmt und gleichzeitig
der Anteil an Fettgewebe steigt.

Bei Frauen kommen hormonelle Veränderungen hinzu. Mit sinkendem
Östrogen kann sich auch die Verteilung von Fett- und Muskelmasse
verändern. Eine BIA-Messung kann hier helfen, subjektive
Vermutungen durch objektivere Informationen über die eigene
Körperzusammensetzung zu ersetzen.

Zusätzlich verändert sich bei Frauen der Wasserhaushalt abhängig
vom Zyklus. Dadurch können Gewichtsschwankungen entstehen, die
auf der Waage schnell für Verunsicherung sorgen.
Vergleichsmessungen können solche Veränderungen besser einordnen
und gleichzeitig Hinweise darauf liefern, an welchen Stellen
möglicherweise genauer hingeschaut werden sollte.

Besonders wertvoll findet Andrea die Bioimpedanz-Analyse während
eines Transformationsprozesses. Wer Gewicht reduzieren oder seine
Körperzusammensetzung verändern möchte, sieht dadurch nicht
ausschließlich eine Zahl auf der Waage. Es kann beispielsweise
sichtbar werden, dass viszerales Fett reduziert oder gleichzeitig
Muskulatur aufgebaut wurde – und genau solche Veränderungen
können zusätzlich motivieren.

Entscheidend sind dabei eine klare Zielsetzung und regelmäßige
Vergleichsmessungen. So lässt sich überprüfen, wie sich die
Körperzusammensetzung im Laufe der Zeit tatsächlich verändert.
Andrea betrachtet dabei unter anderem auch den
Muskelproteinanteil, um die Stoffwechselsituation und den Umgang
des Körpers mit Fettgewebe besser beurteilen zu können.

Eine besondere Bedeutung hat die BIA-Messung für Andrea bei
Patient:innen, die die umgangssprachliche Abnehmspritze
verwenden. Wird lediglich das Medikament eingesetzt, ohne
gleichzeitig die Ernährung anzupassen und mehr Bewegung in den
Alltag zu integrieren, kann neben Fettgewebe auch wertvolle
Muskulatur verloren gehen. Dadurch besteht die Gefahr einer
sarkopenen Adipositas.

Für Andrea ist deshalb klar: Die Abnehmspritze sollte als
Startschuss für ein gesünderes Leben verstanden werden – und
nicht als rein kosmetische Behandlung.

Viele Patient:innen erzählen ihr außerdem von Körperwaagen, die
zu Hause den Körperfett- oder Muskelanteil bestimmen sollen. Bei
Geräten, die lediglich über zwei Kontaktpunkte an den Füßen
messen, handelt es sich allerdings nur um eine sehr grobe
Schätzung. Gleichzeitig kann die tägliche Kontrolle der Werte
zusätzlichen Stress verursachen.

Die Bioimpedanz-Analyse ist deshalb für Andrea vor allem ein
sinnvolles Werkzeug, um Veränderungen der Körperzusammensetzung
nachvollziehbarer zu machen. Gerade während einer
Gewichtsreduktion kann sie dabei helfen, den Fokus von der reinen
Zahl auf der Waage zu lösen und dadurch auch emotional zu
entlasten.

Denn Fortschritt bedeutet nicht ausschließlich, weniger zu
wiegen. Wenn viszerales Fett verschwindet, Muskulatur erhalten
oder aufgebaut wird und sich die Körperzusammensetzung positiv
verändert, sind das Erfolge, die man gemeinsam sichtbar machen
und feiern kann.

Folg Andrea auf Instagram:
https://www.instagram.com/andrea.morawe/

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Podcast auf YouTube: https://www.youtube.com/@landmedchen

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https://open.spotify.com/show/6fSmt4EgJeAPGGR1Il4BDu

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