„Zeigen Sie mir den ROI, dann investieren wir weiter." Diese
Forderung ist auf den ersten Blick vollkommen legitim und
trotzdem bei KI-Investitionen oft die falsche Frage. Genau darum
geht es im zweiten Digital Matters Executive Briefing, dem
kompakten Format für Entscheider im Mittelstand.
Robert und Michi zeigen, warum klassisches ROI-Denken bei KI
schnell an Grenzen stößt: KI ist keine neue Maschine, sondern
eine neue Arbeitsweise, deren Wert sich nicht immer sauber in
Euro und Cent vorab planen lässt. Statt jede Initiative am
gleichen Maßstab zu messen, schlagen die beiden ein einfaches
Modell vor, mit dem sich jede KI-Initiative einordnen lässt: der
Value Bet, bei dem messbarer Umsatz oder eingesparte Kosten
rauskommen; der Capability Bet, bei dem eine organisatorische
Fähigkeit aufgebaut wird; und der Learning Bet, bei dem die
Organisation lernt, mit KI überhaupt umzugehen, ein Wert, der
real, aber schwer sichtbar ist.
Am Beispiel eines Customer-Service-Agenten spielen Robert und
Michi durch, wie diese drei Schritte typischerweise aufeinander
aufbauen: Erst das Learning, ob ein KI-Agent Kundenanfragen
überhaupt beantworten kann. Dann die Capability, etwa fehlende
Datenquellen oder Schnittstellen anzubinden. Und erst danach der
Value Bet, wenn der Agent produktiv live geht und sich sein
Beitrag in Personalkosten umrechnen lässt. Der Reflex vieler
Entscheider, direkt zum fertigen, glänzenden Use Case springen zu
wollen, überspringt genau diese notwendigen Zwischenschritte.
Für Executives im Mittelstand liefert die Folge ein konkretes
Management-Werkzeug: Statt großer Freigaben mit unklarem Ausgang
lässt sich jede KI-Initiative kleinschneiden, mit klarer
Hypothese, klarem Zeitrahmen und einer bewussten Entscheidung
danach, ob in die nächste Stufe investiert wird. Diese
Verantwortung, so die beiden, gehört typischerweise in die Hände
des CDO oder CAIO, der die Organisation und das Board durch
diesen iterativen Prozess führt.
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