24 Folgen lang hat Bastian Gaedike gefragt. Zur 25. dreht
Maurizio Nucaro (mpox) den Spieß um: Der Host sitzt selbst auf
dem Gaststuhl.
„Wie gern würde ich dir sagen, ich hatte den großen Plan
dahinter." Stattdessen: Materialwissenschaften, danach
Beschichtungsentwicklung für Zerspanungswerkzeuge, Promotion
nebenher — und der erste eigene 3D-Drucker erst vor sechs, sieben
Jahren. Den Anstoß gab eine Sandstrahlanlage, „eine sich selbst
zerstörende Anlage", in der Edelstahlvorrichtungen nur Monate
hielten. Aus der Materialberatung wurde eine Fertigung, weil ein
Studienkollege auf der Formnext inzwischen PEEK-Drucker baute und
einen Dienstleister suchte. Abgemacht per Handschlag am Stand.
Dann wird PEEK entzaubert: belastbar bis 260 °C, guter Isolator,
chemisch fast unangreifbar, biokompatibel. Dagegen
UV-Empfindlichkeit und ein Preis, den die komplexe Herstellung
diktiert. Unverstärktes PEEK ist nur bis Tennisball- oder
Faustgröße sinnvoll druckbar, alles darüber braucht Fasern. Und
erstmals die Zahlen hinter „PEEK-Teile müssen nicht teuer sein":
Filament 500 bis 700 Euro pro Kilo, Granulat 80 bis 150. Geholt
wird der Unterschied nur bei genug Durchsatz. Der eigentliche
Hebel liegt beim Halbzeug, dessen Preis mit der Plattendicke
exponentiell steigt.
Für Maker: der ungeschönte Blick auf den Vision Miner, den
Maurizio wochenlang testen durfte, inklusive Benchy aus
Glasfaser-PEEK, mit dem keiner gerechnet hatte. Bastians
Verteidigung ist ökonomisch, nicht emotional - 15.000 Dollar
statt 80.000 bis 120.000 Euro, und in dieser Klasse hängen
Haftung, Gewährleistung und Service mit am Preis. Dazu: warum
Malping auch Anlagen verkauft („den Kunden verliere ich sowieso,
dann zeige lieber ich ihm, wie es geht"), und welchen Push
Defense dem 3D-Druck in Europa gegeben hat: 30 Drucker im
Container sind an einem Tag produktiv, eine Zerspanung nie.
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