„Wir haben die Bedrohung ins Haus geholt." So beschreibt
Felix Parsch die Entscheidung, mit der bei der priomold GmbH vor
einigen Jahren eine SLS-Anlage einzog. Der Werkzeugbauer aus
Schömberg merkte, dass seine Kunden längst gedruckte Teile
brauchten, bevor sie ein Spritzgusswerkzeug bestellten — und
holte sich die Technologie ins eigene Haus, statt sie an andere
abzugeben. Felix kam direkt von der Uni in Stuttgart, hatte nach
eigener Aussage keine Ahnung von Lasersintern und baute die
Abteilung von einer Maschine aus auf. Seit Januar 2026 ist daraus
die prioadd GmbH geworden, mit ihm als Geschäftsführer und
Mitinhaber.
In dieser Folge geht es bewusst nicht um neue Verfahren oder
Materialversprechen, sondern um das, was einen Dienstleister
trägt: Organisation. Rund 140.000 Bauteile im Jahr, etwa
4.000 Aufträge, über 400 Kunden — bei fünf Festangestellten und
zwei Werkstudenten. Felix erklärt, wie ein Angebot in zwei
Minuten rausgeht und trotzdem ein Mensch draufgeschaut hat, warum
in einem einzigen Maschinenlauf 15 bis 20 Kundenaufträge stecken
und wieso sein Team sich beim Rüsten am Reifenwechsel in der
Formel 1 orientiert.
Der Express-Fall ist der Härtetest: SLS-Teile in 20
Stunden. Anfrage rein, Angebot raus, Maschine heizt schon,
während der Baujob gepackt wird — und am Morgen wird das Teil in
Absprache mit dem Kunden etwas früher als eigentlich sauber aus
dem heißen Pulverkuchen geholt, gestrahlt, gefärbt und in einen
Karton gelegt, der von außen noch warm ist. Wir sprechen darüber,
was so etwas voraussetzt: gute 3D-Daten, eine kleine Maschine,
die man jederzeit anwerfen kann, und Fertigungstiefe im eigenen
Haus, bis hin zur selbst angeschafften Lackierkabine.
Genauso ehrlich wird es beim Thema Grenzen. Felix erzählt, warum
prioadd bewusst nur ein Verfahren anbietet statt zehn, warum sie
keine eigenen Parametersätze entwickeln, und wann er einem Kunden
aktiv von einem Auftrag abrät, statt ihn als Händler
weiterzureichen. Am Ende steht die Abschlussfrage: ein
Großauftrag, der alle Anlagen füllt — aber alle anderen Kunden
kostet. Seine Antwort ist bemerkenswert pragmatisch.
Für wen diese Folge ist: Konstrukteurinnen und Entwickler,
die zum ersten Mal Funktionsteile extern drucken lassen;
Einkäufer, die verstehen wollen, wofür sie bei einem deutschen
Dienstleister bezahlen; und alle, die einen AM-Bereich im eigenen
Unternehmen aufbauen oder ausgründen wollen.
Links
prioadd GmbH: https://prioadd.de
Felix Parsch auf LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/felix-parsch/
Bastian Gaedike auf LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/ #MATERIALPINGUIN
Malping GmbH: https://www.malping.de
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