Vor ein paar Tagen brauchte man für einen Angriff auf
hundert Firmen noch ein ganzes Team. Jetzt reichen eine Person,
drei KI-Modelle und rund 8.000 Dollar — Beute: über 600.000
Kreditkartendaten. OpenAIs Mathematik-Modell hat nicht nur
Navier-Stokes geknackt, sondern gleich weitere hundert offene
Probleme, und das Tempo hat OpenAI selbst überrascht. Und British
Columbia verklagt OpenAI und Sam Altman persönlich, weil das
eigene Sicherheitsteam acht Monate vorher Alarm schlug — und
niemand die Polizei rief.
Heute aus Basel. Fähigkeit, Infrastruktur und Verantwortung — und
der Abstand dazwischen.
In dieser Folge:
Ocean's One, mit drei Chatbots (01:43) — Forbes
berichtet über einen chinesischsprachigen Angreifer, der bis zu
100 Organisationen ins Visier nahm. Nicht mit
einem Modell, sondern mit dreien: DeepSeek, Kimi von Moonshot und
einem älteren Claude. Über 600.000
Kreditkartendaten erbeutet. Gambit Security schätzt die
Kosten der gesamten Operation auf rund 8.000
Dollar — ungefähr ein teurer Urlaub. Dass Kriminelle KI
nutzen, ist nicht neu. Neu ist, dass KI den ganzen Betrieb
skaliert, nicht nur eine Aufgabe darin.
Die Mathematik — und warum die Mathematiker nicht
jubeln (06:49) — meine Gattin hat einen Doktor in
Mathematik, ich habe da ein Faible. Am 28. August begann OpenAI
ein internes Modell speziell für Mathematik zu trainieren.
Navier-Stokes hatten wir schon. Jetzt kommt heraus: weitere
hundert seit Jahrzehnten offene Probleme,
gelöst. Man würde Begeisterung erwarten. Aber denkt es von deren
Seite: Eine ganze Karriere kann aus einem einzigen Problem in
einem einzigen Feld bestehen — und ein Labor, das es vor wenigen
Jahren noch nicht gab, knackt sie jetzt seriell. (Meine Frau kam
übrigens mitten in dieser Geschichte ins Hotelzimmer. Ich habe es
drin gelassen.)
British Columbia verklagt OpenAI — und Altman
persönlich (12:43) — hier ändert sich der Ton, denn es
geht um Kinder, die gestorben sind. Am 21.
September reichte die kanadische Provinz vor einem
Bundesgericht in Kalifornien Klage ein. Es geht um den Amoklauf
in Tumbler Ridge im Februar: acht Menschen tot,
die meisten Opfer Kinder, die Täterin starb ebenfalls. Der
Vorwurf: Das Konto der Täterin fiel bereits im Juni
2025 auf — acht Monate vor der Tat. OpenAI sperrte es
wegen verstörender Gespräche über Waffengewalt. Und laut Klage
hielt das eigene Sicherheitsteam die Gefahr für glaubwürdig
genug, die Polizei zu informieren. Es geschah nicht.
Full-Stack-KI — und warum Alibaba der Erste ist
(17:46) — stellt euch einen Apple-Laptop vor, mit KI-Chip, und
auf dem Chip liegt schon das Modell. Gibt es noch nicht. Aber
Alibaba hat auf der Konferenz in Hangzhou den Zhenwu
V900 vorgestellt — dreimal so leistungsfähig wie die
Vorgängergeneration. Qwen 4 ist bereits im
Training, Qwen 4.5 und 5 könnten auf 5 bis 10 Billionen
Parameter kommen. Mehr Parameter heißt nicht automatisch
mehr Intelligenz — aber Alibaba sagt eben nicht "dann brauchst du
noch einen NVIDIA-Chip und dann die Cloud und dann". Eine Firma.
Chips, Cloud, Modelle, Agenten.
Drei Dinge für Führungskräfte (20:52) — warum
wir aufhören müssen, KI nur als Software zu betrachten.
Bleibt neugierig. Bleibt menschlich.
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