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David Mayer-Heinisch hat Froots 2020 in Wien gegründet, um
Vermögensverwaltung aus der Nische der Vermögenden zu holen. In
dieser Folge von „Less of the Same“ sitzt er Helmut Stekl
gegenüber, der ihm statt Fragen eine Sammlung von Zitaten
mitgebracht hat. Heraus kommt ein Gespräch über Aufmerksamkeit,
Zeit und Urteilsvermögen – und darüber, was von allen dreien übrig
bleibt, wenn Maschinen die Antworten liefern. Am Anfang steht die
Sea of Sameness, übersetzt in die Sprache des Kapitalmarkts. Jede
Nachricht, jeder Tweet ist Sekunden später im Preis. Die Welt macht
kurzfristige Wetten auf langfristige Ergebnisse, obwohl sich
unternehmerische Entscheidungen erst nach Jahren manifestieren. Vor
zwanzig, dreißig Jahren lag die durchschnittliche Haltedauer einer
Aktie bei sieben Jahren, heute sind es Monate. Was froots
dagegensetzt, heißt Tune out the noise: herausfiltern, was
langfristig entscheidend ist. Spannend wird es dort, wo er die
Grenze der Maschine zieht. KI nehme dem Menschen genau die Arbeit
ab, in der er keinen Mehrwert hat – bleibt die Aufgabe,
herauszudestillieren, wo er einen hat. Der Computer sei die Summe
dessen, was er da draußen findet, und könne deshalb nur more of the
same liefern; die großen Richtungswechsel erkenne er nicht. Sein
Bild dafür: Man arbeitet mit dem Computer, aber gegen ihn, und
sucht systematisch seine toten Winkel. Dass Abweichung kein
Stilmittel ist, sondern Geschäftsgrundlage, führt er ruhig aus. Wer
alles macht wie alle, kann per Definition keine Outperformance
haben. Der Vorteil liege aber nicht darin, die Zukunft besser zu
kennen, sondern darin, die immer gleichen menschlichen Fehler zu
erkennen: Wir vergessen, dass alles zyklisch ist. Wir schreiben
gute wie schlechte Jahre einfach fort. In der Euphorie vergessen
wir die Risiken, im Pessimismus die Chancen. Beim Stichwort data
rich but insight poor wird das Gespräch selbstkritisch. Bei froots
werde jede vergangene Entscheidung daraufhin geprüft, ob sie aus
den richtigen oder den falschen Gründen gut ausgegangen ist. Das
mache bescheiden, weil man Gewinne oft einer Logik zuschreibt, die
gar nicht die Grundlage war. Wer 55 Prozent richtig liegt, hat
bereits einen riesigen Vorteil. Wichtiger als die Menge der
Entscheidungen sei ohnehin ihre Flughöhe: lieber zwei richtige im
Jahr als hundert beliebige. Zur Verinselung, die wir
Islandification nennen, hat er eine differenzierte Position. Ja,
Unternehmen sind sehr gut darin geworden, zu liefern, was die
meisten wollen: Die ersten zehn Sekunden müssen ziehen, der Rest
verschwindet im Brei. Was dabei herausfällt, ist das Überraschende,
das Geniale. Gleichzeitig beobachtet er, dass Menschen, die zwanzig
Jahre alles selbst gemacht haben, genau dann wieder einen Menschen
suchen, wenn es sich nach viel Geld anfühlt oder die Märkte
schwanken. Beim Thema Europa wird er deutlich und optimistisch
zugleich. Wir haben lange über unsere Verhältnisse gelebt, und alte
Institutionen werden mit jedem Jahrzehnt unbeweglicher – aber das
Fundament sei da, es brauche nur den Mut, ein paar heilige Kühe zu
schlachten. Ähnlich bei der KI-Blase: Die eingepreisten Erwartungen
seien erstaunlich hoch, die entfesselte Innovationswelle aber real,
und wer am Ende monetarisiert, wisse heute niemand. Am Ende steht
die Frage, die dem Podcast seinen Namen gibt. Wer oberflächlich
fragt, produziert nur schneller mehr vom Falschen. Deshalb
hinterfragen sie bei froots regelmäßig die eigenen Fragen, tauschen
einzelne aus und testen, ob das Gesamtkonstrukt besser
funktioniert. Und deshalb plädiert er für etwas ausgesprochen
Unmodisches: Langeweile. U- Bahn ohne Handy, Berge ohne Kopfhörer,
drei Stunden, ein Blatt Papier, ein Glas Wasser. Weniger Tempo,
mehr Nachdenken: echtes Less of the Same.
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„#11/8: Tune out the Noise“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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