Moini ihr Raketen
Melle und ich machen heute mal den Erklär-Bär.
Wir sprechen heute mal darüber, was wir eigentlich machen, wenn
wir nicht gerade in diesem Podcast über Männer, Trauer,
Hooligans, Kommentarspalten oder unsere sonstigen geistigen
Ergüsse philosophieren.
Denn Melle hat etwas entwickelt bzw. – wie sie selbst sehr
korrekt sagt – kuratiert, das inzwischen ein
ziemlich wichtiger Bestandteil meiner eigenen Arbeit geworden
ist:
MST – die Mental Screenshot Technik.
Eine Methode, mit der wir mit mentalen und emotionalen Blockaden
arbeiten – und dabei versuchen, nicht nur auf das offensichtliche
Symptom zu schauen, sondern auf das, was darunterliegt.
Melle erzählt von einer Klientin, die bereits sechs Jahre
Psychoanalyse hinter sich hatte. Sie hatte ihre Kindheit
aufgearbeitet, Zusammenhänge verstanden, vergeben – und trotzdem
eine so massive Prüfungsangst, dass sie selbst sagte:
„Ich habe Angst, dass ich dabei sterbe.“
Was schließlich dahinter auftauchte, hatte auf den ersten Blick
überhaupt nichts mit einer Prüfung zu tun.
Und genau darum geht es.
Denn manchmal können wir unser Problem mit dem Verstand zehnmal
verstanden haben – und trotzdem reagiert etwas in uns weiterhin
nach einer ziemlich alten Gebrauchsanweisung.
Ich erzähle von meiner eigenen Zahnarztangst, die plötzlich mit
16 oder 17 auftauchte – obwohl ich vorher nie Angst vor
Zahnärzten hatte und auch kein entsprechendes negatives Erlebnis
finden konnte.
Bis wir mit MST draufgeschaut haben.
Der Zusammenhang, der dabei auftauchte, hatte mit dem Zahnarzt
erst einmal herzlich wenig zu tun.
Und Melle bringt irgendwann ein Bild, das diese ganze Folge
ziemlich wunderbar zusammenfasst:
Da ist ein Wasserfleck an der Decke.
Du kannst ihn überstreichen.Du kannst darüber reden, wie du dich
mit diesem Fleck fühlst.Du kannst lernen, besser mit dem Fleck zu
leben.
Aber vielleicht wäre es irgendwann ganz sinnvoll, nachzusehen,
wo eigentlich das Wasser herkommt.
Wir sprechen darüber, wie MST funktioniert, warum es keine
Hypnose ist, wie innere Anteile und Visualisierung dabei eine
Rolle spielen und warum der Coach dabei eher Co-Pilot als
Fahrer ist.
Und wir sprechen auch über die Grenzen dieser Arbeit: Melle macht
ausdrücklich klar, dass es nicht darum geht, psychische
Erkrankungen oder Traumata eigenmächtig zu behandeln, und dass
bei diagnostizierter PTBS oder anderen Erkrankungen
gegebenenfalls ärztliche bzw. therapeutische Begleitung und
Abklärung dazugehört.
Vor allem aber geht es um die Frage:
Muss ich eigentlich für immer so reagieren, nur weil ich
irgendwann einmal gelernt habe, so zu reagieren?
Vielleicht nicht.
Vielleicht dürfen wir irgendwann den alten Rucksack aufmachen,
ein paar Steine rausnehmen und feststellen:
Verdammt. So läuft es sich deutlich leichter.
Und nein: Ziel ist nicht, irgendwann völlig mackenfrei,
erleuchtet und emotional durchrenoviert durchs Leben zu schweben.
Denn, wie wir in dieser Folge ebenfalls wissenschaftlich
zweifelsfrei feststellen:
Leute ohne Macke sind Kacke.
Eine Folge über alte Muster, Ängste, emotionale Blockaden,
Hypnose, innere Anteile, unseren manchmal vollkommen ahnungslosen
Verstand – und darüber, wie viel leichter das Leben werden kann,
wenn wir nicht nur fragen:
„Was stimmt mit mir nicht?“
sondern vielleicht irgendwann:
„Was hat mein System eigentlich irgendwann gelernt – und
brauche ich das heute noch?“
Kannste dir nicht ausdenken.
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