Moini ihr Raketen!
Satz der Stunde: Mach erstmal deinen eigenen Shit-Keller
leer!
Melle ist wieder da – und diesmal weiß sie vorher nicht, worüber
wir sprechen. Was natürlich dazu führt, dass wir innerhalb von 54
Minuten einmal quer durch die menschliche Psyche galoppieren.
Ausgangspunkt ist ein aktueller Fall rund um JP Krämer und ein
veröffentlichtes Video, das Gewalt in seiner Beziehung zeigen
soll. Und bevor hier jemand Schnappatmung bekommt: Nein, wir
diskutieren nicht darüber, ob Gewalt okay ist. Ist sie nicht.
Uns interessiert etwas anderes: Was passiert eigentlich
danach mit uns allen?
Warum reichen wenige Sekunden eines Videos, damit tausende
Menschen plötzlich ganz genau wissen, wer Täter, Opfer, guter
Mensch, schlechter Mensch und überhaupt für alle Zeiten
gesellschaftlich verloren ist? Warum springen wir so bereitwillig
auf Empörungszüge auf? Und warum fühlt es sich offenbar verdammt
gut an, gemeinsam mit einer ganzen Kommentarspalte auf jemanden
zu zeigen?
Von dort landen wir bei Gruppendynamik und dem Bedürfnis
dazuzugehören. Bei Trollen im Internet. Bei Menschen, die
glauben, der Nachbar grüße sie absichtlich nicht. Bei Fußballfans
und der „dritten Halbzeit“. Bei teuren Marken, Hooligans und
meiner kurzen Karriere mit 18-Loch-Springerstiefeln,
Regenbogenschnürsenkeln und Glöckchen.
Und irgendwann wird es persönlicher.
Wir sprechen darüber, warum Menschen in Beziehungen bleiben, die
ihnen nicht guttun. Über Prägungen, Selbstwert und alte Muster.
Darüber, warum „Der ist halt so“ keine Entschuldigung für Gewalt
ist – und warum die Frage nach dem Warum
trotzdem etwas anderes ist als Täter-Opfer-Umkehr.
Außerdem geht's um Mental Load, Männer, die „Hast du deine Tage?“
für ein Argument halten, Kinder, die irgendwann tatsächlich
lernen müssen, sich selbst ein Brot zu schmieren – und meinen
Sohn, der das Problem mit der späteren Haushaltsführung ohnehin
längst gelöst hat:
Er sucht sich einfach eine Frau, die das alles für ihn
macht.
Mach erstmal deinen eigenen Shitkeller leer, bevor du bei
anderen aufräumst.
Kannste dir nicht ausdenken. Kannste aber vielleicht mal
drüber nachdenken.
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