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  4. Michel Hampe: «Krise der Aufklärung» – Fortschritt unter Verdacht
Kann die Aufklärung ihre eigenen Versprechen noch einlösen – oder
muss sie zuerst über sich selbst aufgeklärt werden? Manuel und
Peter diskutieren Michael Hampes Buch «Die Krise der Aufklärung»
und fragen, was von Fortschritt, Wahrheit und Vernunft bleibt, wenn
die grossen Gewissheiten ins Wanken geraten. Die Aufklärung steht
für Vernunft, Freiheit, Selbstbestimmung und wissenschaftlichen
Fortschritt. Doch gerade diese Erfolgsgeschichte hat ihre
Schattenseiten: Kolonialismus, ein übersteigerter
Fortschrittsglaube und die Vorstellung, mit Vernunft und
Wissenschaft die Wirklichkeit vollständig erfassen und beherrschen
zu können. In seinem Buch «Die Krise der Aufklärung» setzt der
Philosoph Michael Hampe deshalb bei einer unbequemen Frage an: Muss
die Aufklärung ihre eigenen Voraussetzungen noch einmal kritisch
prüfen? Manuel und Peter zeichnen Hampes philosophischen Ansatz
nach. Eine zentrale Rolle spielt dabei sein Fallibilismus:
Menschliche Erkenntnis bleibt fehlbar, vorläufig und korrigierbar.
Hampe wendet sich deshalb gegen grosse Systeme und abstrakte
Begriffe, die einzelne Erfahrungen vorschnell einer allgemeinen
Ordnung unterwerfen. Stattdessen rückt er das Besondere,
Widerständige und Individuelle in den Vordergrund. Daraus
entwickelt Hampe die Idee einer «skeptischen Aufklärung». Sie soll
auf Selbstgewissheit, Fanatismus und autoritäre Wahrheitsansprüche
verzichten und sich mit einem bescheideneren Ziel begnügen:
Illusionen abbauen, Grausamkeit und Ungerechtigkeit vermindern und
die eigenen Überzeugungen immer wieder der Kritik aussetzen. Doch
trägt dieser Minimalkonsens? Manuel und Peter fragen, wer
eigentlich bestimmt, was als Wissen, Gerechtigkeit oder Grausamkeit
gilt – und ob nicht genau dort erneut jene Deutungshoheit entsteht,
die Hampe überwinden möchte. Besonders scharf wird das Problem,
wenn Gewalt im Namen einer vermeintlich höheren Ordnung
gerechtfertigt werden kann. Zum Schluss öffnet sich die Diskussion
auf eine theologische Perspektive. Im Gespräch mit Nietzsche,
Foucault und der biblischen Überlieferung fragen Manuel und Peter,
ob das christliche Motiv von Selbsthingabe und Machtverzicht eine
Alternative zum menschlichen Willen zur Durchsetzung eröffnet. So
wird aus der Besprechung von Hampes Buch eine grundsätzliche
Debatte darüber, wie Wahrheit vertreten werden kann, ohne den
anderen zu überwältigen – und welche Form von Aufklärung heute noch
tragfähig sein könnte.
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„Michel Hampe: «Krise der Aufklärung» – Fortschritt unter Verdacht“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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