Eine Philosophie nach dem Zusammenbruch grosser Gewissheiten: Diese
Folge führt in Martin Heideggers Denken ein und zeigt, warum seine
Begriffe von Angst, Sorge und Sein zum Tode bis heute nachwirken.
Es geht um die Wucht von Sein und Zeit, um seine eigentümliche
Sprache und um die politischen Abgründe, die in dieser Einführung
bereits sichtbar werden. An ihm kommt bis heute kaum jemand vorbei,
der oder die sich für Philosophie interessiert: Martin Heidegger.
Manuel und Peter zeigen, weshalb es sich lohnt, zuerst Husserl im
Blick zu behalten und dann die Verschiebung zu verstehen, die
Heidegger vornimmt: weg von einer reinen Erkenntnistheorie, hin zu
einer Analyse des Daseins. Im Zentrum stehen Begriffe wie Angst,
Sorge, Geworfenheit und Sein zum Tode. Die Folge führt durch
Heideggers biografische Stationen, von der katholischen Herkunft in
Messkirch über das Theologie- und Philosophiestudium bis zu den
prägenden Jahren bei Husserl, nach Marburg und schliesslich nach
Freiburg. Dabei geht es auch um die enge und später tragisch
beschädigte Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Schon hier zeigt
sich, dass Werk und Biografie bei Heidegger nicht sauber
voneinander zu trennen sind. Ausführlich besprechen Manuel und
Peter, warum Sein und Zeit in einer erschütterten Epoche auf so
grosses Echo stiess. Nach dem Ersten Weltkrieg zerbrachen
Fortschrittsglaube, Vernunftoptimismus und das Vertrauen in eine
geradlinige Universalgeschichte. Heidegger gab darauf keine
tröstenden Antworten. Er beschrieb die Krise als Grundzug
menschlicher Existenz und traf damit ein Lebensgefühl, das viele
wiedererkannten. Zur Sprache kommt auch die berühmte «Kehre» in
Heideggers Denken. Aus der Daseinsanalyse wird zunehmend die Frage
nach dem Sein selbst. Dabei misstraut Heidegger der überlieferten
metaphysischen Sprache und sucht andere Ausdrucksformen, auch im
Rückgriff auf Dichtung und auf Autoren wie Hölderlin. Das macht
seine Texte produktiv, sperrig und bis heute umstritten. Zum
Schluss markieren Manuel und Peter bereits die Bruchstellen, an
denen die nächste Diskussion ansetzt: Heideggers
Religionsphilosophie, seine Wirkung auf die Theologie und die
verhängnisvolle Nähe zum Nationalsozialismus. Eine Folge, die
Orientierung gibt, ohne die offenen Fragen zu glätten.
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