In 80 Ladestopps um die Welt – mit einem batterieelektrischen
Lkw. Tobias Wagner, besser bekannt als
„Elektrotrucker“, will mit einem speziell
umgebauten Mercedes-Benz eActros 600 rund 45.000 Kilometer durch
mehr als 35 Länder fahren. Start ist am 20. September auf der IAA
Transportation in Hannover. Für seine Weltreise plant Wagner rund
ein Jahr ein – und will dabei nicht nur ein Abenteuer erleben,
sondern vor allem zeigen, was mit elektrischen Lkw heute schon
möglich ist.
Im Gespräch mit electrive-Chefredakteur Peter Schwierz erzählt
Wagner, warum ihn gerade die schwierigen Regionen reizen:
Zentralasien im Winter, große Distanzen ohne verlässliche
Ladeinfrastruktur und Grenzübergänge, die sich kaum planen
lassen. Seine Motivation formuliert er klar: „Wenn ich per E-Lkw
um die Welt fahren kann, dann ist Europa das kleinste Problem.“
Doch wie belastbar ist das Versprechen „in 80 Ladestopps um die
Welt“ wirklich? Wagner räumt ein, dass die Zahl zu Beginn
keineswegs exakt durchgerechnet war. Trotzdem will er daraus
einen messbaren Weltrekord machen – und dafür den Akku teilweise
bewusst sehr weit leerfahren. Dass das nichts für den normalen
E-Lkw-Alltag ist, sagt er selbst: „Das ist niemandem zu
empfehlen! Das was ich mache, macht man eigentlich nicht.“
Besonders spannend wird die Reise dort, wo es keine geeigneten
Schnelllader gibt. Wagner hat deshalb einen mobilen DC-Lader von
Alpitronic an Bord, mit dem er den eActros 600 von Daimler Truck
an geeigneten Drehstromanschlüssen laden kann. Den Ladestrom
bezahlt er selbst. Apps, Kreditkarten, lokale Kontakte und die
jeweilige EV-Community sollen unterwegs den Zugang zu Strom
ermöglichen. Sein eigentliches Wunsch-Szenario wäre allerdings,
den mobilen Lader gar nicht zu brauchen.
Im Podcast geht es außerdem um die Frage, wie unabhängig Wagner
berichten kann, obwohl Daimler Truck einer der wichtigsten
Partner des Projekts ist. Seine Antwort ist eindeutig: „Ich habe
keinen Maulkorb, muss auch keinen Content freigeben.“ Auch
Pannen, technische Probleme und Fehlschläge sollen Teil der
Geschichte werden.
Und wir schauen über die Weltreise hinaus auf die
Elektrifizierung der Logistik in Deutschland und
Europa. Wagner erwartet in den kommenden zwölf Monaten mehr
elektrische Lkw, mehr Ladeparks und wachsenden Wettbewerbsdruck –
auch durch chinesische Hersteller. Die größten Hürden sieht er
inzwischen weniger in der Technik als in
Investitionsentscheidungen, Netzanschlüssen und der
Veränderungsbereitschaft der Unternehmen selbst. Sein Fazit: „Es
sind keine externen Faktoren, sondern wirklich klassisches Change
Management“.
Peter Schwierz will es natürlich genau wissen: Was passiert bei
Ladestopp 81? Wie lädt man einen eActros in Zentralasien? Was
kostet eine solche Weltreise? Und was kann dieses Extremprojekt
tatsächlich für einen normalen Spediteur beweisen?
Darüber spricht Tobias Wagner in dieser Folge von eMobility
Insights – kurz vor dem Start der größten Reise seines Lebens.
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